Rezension: Michael Kibler – Opfergrube

Bittersüsse Rache

„Und du meinst, das ist die gerechte Strafe?“
Ich sitze hier in diesem dunklen Loch. Seit Tagen. Diese innere Stimme, die von den dreckigen Wänden hallt, wird jetzt auch noch philosophisch. Kaum zu ertragen.
„Quatsch. Vergiss es. Ich soll sterben, Mann. Das ist nicht gerecht. […]“

An seinem freien Tag am Badsee trifft Horndeich auf eine Leiche im Wasser. Der freie Tag ist Geschichte, der nächste Fall für ihn seine Kollegin Margot Hesgart übernimmt das Zepter. Was zuerst nach einer Beziehungstat aussieht – Emil Sacher ist nicht das, was man als beliebten Zeitgenossen beschreiben würde -, zieht bald grössere Kreise. Es finden sich weitere Morde, die ähnliche Muster aufweisen. Nur: Wie hängen die Taten zusammen? Was verbindet die Leichen?

Nicht genug, dass Margot Hesgart an ihrer Trennung von Mann Rainer – der soll sich zum Teufel scheren – krankt, sieht sie sich plötzlich mit Hexenzirkus konfrontiert – mittendrin Stieftochter Doro.

„Doro!“
Die Angesprochene starrte Margot an, als ob die angerufene Göttin in persona von ihr stünde. „Was machst du denn hier?“ Doros Ratlosigkeit schien über die Störung zu überwiegen. Noch.
„Was soll der Hokuspokus?“

Die Aufklärung des Falls führt das Ermittlerteam in die Vergangenheit. Langsam fügen sich die Puzzleteile zusammen, bis die letzte Lücke geschlossen ist. Und dann wird es erst richtig gefährlich.

Ein Krimi, wie er im Buche steht. Ein Plot mit den nötigen Cliffhangern, der langsam seine Kreise zieht, das Netz der verfolgten Fäden dichter werden lässt, bis sich die Auflösung langsam aber sicher zeigt. Die privaten Befindlichkeiten der Ermittler machen die Geschichte menschlich, sind aber nicht so dominant, dass der eigentliche Fall in den Hintergrund tritt. Da hat ein Autor sein Handwerk beherrscht.

Opfergrube ist der 7. Darmstadt-Krimi Kiblers. Man merkt beim Lesen, dass er auf einer Vorgeschichte aufbaut, allerdings ist der Band für sich genommen gut verständlich. Man braucht die Vorgeschichte nicht, ist aber neugierig, so dass durchaus der Impuls ausgelöst werden könnte, die anderen Fälle auch lesen zu wollen.

Fazit:
Ein spannender Krimi mit einem stimmigen Plot, einnehmenden Figuren, plastischen Schauplätzen – pures Lesevergnügen. Absolut empfehlenswert!

Zum Autor
Michael Kibler
Michael Kibler wurde 1963 in Heilbronn geboren, studierte an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt, im Hauptfach Germanistik mit den Nebenfächern Filmwissenschaft und Psychologie. 2005 veröffentlichte er den ersten Krimi „Madonnenkinder“, es folgen weitere Darmstadt-Krimis mit dem Ermittlerteam um Margot Hesgart und Steffen Horndeich. Neben den Krimis schreibt Kibler schreibt auch Sachbücher, hat schon einige Krimi-Kurzgeschichten veröffentlicht und zudem als Texter und PR-Profi tätig. Michael Kibler lebt in Darmstadt, wo er Lesungen, Stadtführungen durch Darmstadt und Schreib-Workshops anbietet.

Angaben zum Buch:
opfergrubeTaschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Piper Verlag (12. November 2013)
ISBN-Nr.: 978-3492300476
Preis: EUR 12.99 / CHF 19.90

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