Gerechtigkeit und Gleichheit

Ist es ungerecht, wenn zwei Gleiche ungleich behandelt werden?

Können zwei gleich sein? Sind sie nicht eher Ungleiche, nur in gewissen Punkten gleich?

Ist es gerecht, zwei Ungleiche gleich zu behandeln? Was heisst es, gleich zu behandeln? Gleiches geben? Was, wenn einer mehr braucht? Sein Problem? Wessen sonst?

Wie lange sind zwei gleich, wann gelten sie als ungleich? Wer bestimmt, was einer braucht und wie will man es messen?

Hat Gleichheit überhaupt etwas mit Gerechtigkeit zu tun? Ist diese nicht nur Behelfsmittel, weil Schlagwort? Ist Gerechtigkeit relevant?

Was will man wirklich? Als Mensch leben? Wann ist ein Mensch ein Mensch? Und wer bestimmt das? Gibt es bessere und schlechtere? Ist der Mensch generell besser – als Mensch?

Was ist gut? Reicht gut oder muss es besser sein? Ist gut absolut oder relativ? Gestern so, morgen anders, heute? – also relativ? Ist dann nicht auch gleich relativ? Und damit nicht gerecht?

8 Comments

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  1. Eine wunderbare Flut von Fragen, die anregt. Vielleicht muss man da differenzieren? Recht und gerecht beziehen sich auf Spielregeln, die sich unsere Gesellschaft – in der wir alle gleich viel Wert sind, sein müssen – gegeben hat. Ich denke, in einer perfekten und anstrebenswerten Gesellschaft ist die Gleichwertigkeit aller Menschen eine universelle Konstante, die sich nicht an irgendwelche Einflüsse anzugleichen hat. Weil sie einfach ist. In Stein gemeisselt.

    Wie die Lichtgeschwindigkeit, die in der Physik (zumindest bis Einstein eines Besseren belehrt wird – also wohl kaum je) einfach gilt.

    Wir alle sind gleich, sitzen im gleichen Boot, das sich für uns ‚Erde‘ nennt.

    Aber auf dem Boot braucht es Regeln. Wir sind durch Druck der Gesellschaft, des allgemeinen Konsens darauf gehalten, getrimmt, uns an diese Regeln zu halten. Diese Regeln, ob niedergeschrieben oder nicht, sind immer Wandel unterzogen. Sie unterliegen Zeitgeist, passen sich den äusseren Umständen an und sollen das möglichst komfortable Überleben der Gesellschaft egal wo sie sich auf der Erde befindet, sicherstellen.

    Regeln sind vorerst und wohl noch lange eine Frage der Ethnie, der Religion, des lokalen Klimas, der lokalen wirtschaftlichen Umstände usw. Aber sie dürfen niemals mit der globalen Konstante, eben der Gleichwertigkeit aller Erdenbewohner in Konkurrenz geschickt werden.

    Denke ich.

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  2. Gleich bedeutet für mich, sich gleich entscheiden zu können, ohne es an bestimmten Gruppen oder Dingen festmachen zu müssen. Sachen wie Gut, Recht, Gerechtigkeit sind oft eine Frage des Zeitgeistes, und nicht selbstverständlich einzuordnen. So lange Regeln außnahmen zulassen, die nicht von allen erreicht werden können, ist Gleichheit nicht möglich, und wahrscheinlich auch nicht menschlich. (Einsteins Theorie wurde bereits ergänzt und die Lichtgeschwindigkeit wurde bereits beim Urknall um das 1,4 fache übertroffen. Dies setzt aber die Theorie von Einstein nicht ausser Kraft, sondern wird um die String Theorie und andere erweitert.)

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  3. Mir fällt gerade noch ein :: „Mit gleicher Münze heimzahlen.“
    Doch besteht wie überall die Gefahr der TäterOpfer Rollenverteilung. Gleiches ist sicher nicht immer gleich. Mal ganz abgeshen vom Standpunkt aus betrachtet. Und nicht nur im metaphorischen Sinn. Zieht sich Gleiches wirklich an? Bei einem Magnet stößt sich gleiches ja eher ab. Und was ist schon gerecht? Würdest du sagen, Gottes Gnade ist gerecht, wenn er ein Opfer sterben und den Täter leben lässt? Oder umgekehrt?
    Macht Spaß mal mit den Gedanken zu spielen. Doch die Gefahr des „verhedderns“ ist wohl offensichtlich.

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  4. Bei diesen Themen/Begriffen „Gerechtigkeit und Gleichheit“ kommt mir auch immer ein bisschen Karl Kraus als Warnung in den Sinn: „Das Übel gedeiht nie besser, als wenn ein Ideal davorsteht.“ 🙂

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    • Ich sage schon lange: Gerechtigkeit ist ein Kunstprodukt. Man kann Stunden, Tage, Monate, Jahre darüber diskutieren, was sie sei, keiner weiss es und nichts ändert… etwas plakativ, klar, aber irgendwie fühlt es sich ab und an so an.

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      • Ach, ist einfach eine Perspektive auf die Begriffe/Themen Gerechtigkeit & Gleichheit. Ich beschäftige mich momentan gerade ein wenig mit politischer Kommunikation, und da spielen Hochwertbegriffe/Hochwertwörter (Frieden, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit etc.) auch eine zentrale Rolle, weil sie offenbar vielfach als rhetorische Strategie eingesetzt werden, um politisches Handeln (z.B. Krieg) zu legitimieren. Gibt aber natürlich noch viele andere Perspektiven. 🙂

        http://de.wikipedia.org/wiki/Hochwertwort

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