Was ist das Besondere an mir?

Ich war dieses Wochenende an einem Workshop. Das Thema war „Dharma“ – wie soll ich handeln, was stimmt für mich, ist mein richtiger Weg? Wer bin ich, was macht mich aus? Ich fand es spannend zu sehen, dass genau dieses Thema gewählt wurde, das auch mich immer wieder beschäftigt hat, sei es als philosophische Gedankenspielerei, sei es in Bezug auf mein eigenes, persönliches Leben.

Wie oft versuchen wir, in den Fussstapfen anderer zu gehen. Wir lernen einen Beruf, weil unsere Eltern das so wollen oder schon der Grossvater denselben hatte. Wir verhalten uns in Beziehungen so, wie wir denken, dass unser Gegenüber das von uns wünscht. Wir gehen Wege, weil die Gesellschaft diese als zu gehende definiert. Gar oft leiden wir, fühlen uns unwohl, irgendwie in uns und unserem eigenen Leben nicht zu Hause. Spätestens dann, wenn wir nicht mal mehr in uns selber zu Hause sind, wäre ein guter Zeitpunkt, hinzusehen und zu entdecken, was denn unser wirkliches Zuhause wäre. Was will ich im Leben? Was macht mich aus? Was kann ich und möchte ich in die Welt hinaus tragen?

Oft trauen wir uns nicht, die Dinge zu verwirklichen, die uns wirklich tief am Herzen liegen, weil wir vielleicht zu sehr gefangen sind in äusseren Zwängen, in inneren Ängsten. Vielleicht trauen wir uns schlicht nicht, zu uns zu stehen, weil es Angst machen kann, sich wirklich ganz selber zu sein. Was, wenn man dann abgelehnt würde? Was, wenn genau das, was einem wirklich nah ist, nicht klappt?

Gestern stolperte ich wie zufällig über ein Zitat, das ich schon lange kenne, das aber just prima in das Wochenende passte. Johann Wolfgang von Goethe scheint sich auch mit diesem Thema befasst zu haben, sagte er doch:

In dem Augenblick, in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt, bewegt sich die Vorsehung auch. Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären, geschehen, um einem zu helfen. Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung, und er sorgt zu den eigenen Gunsten für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, Begegnungen und materielle Hilfen, die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte. Was immer Du kannst, beginne es. Kühnheit trägt Genius, Macht und Magie. Beginne jetzt.

Es ist nie zu spät, anzufangen, denn Jetzt ist immer gerade in dem Moment, in dem man steckt.

Ich fragte gestern einen mir nahestehenden Menschen, was denn mich ausmache, was an mir besonders sei (dies war eine Aufgabe an diesem Wochenendworkshop). Die Antwort war, dass ich das, was ich tue, mit ganzem Herzen mache, mich voll in meinen Weg hineingebe und diese Begeisterung und Liebe auch weiter geben könne.

Ich hätte mich nie so beschrieben, erkenne mich aber wieder. Ich bin dankbar, zu wissen, dass ich auf dem richtigen Weg bin, auf meinem. Vielleicht ist heute auch genau der richtige Tag, sich und seinen Nächsten gewisse Fragen zu stellen:

Wer bin ich? Was macht mich aus? Wo fühle ich mich zu Hause, was will ich tun?

12 Comments

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  1. Das scheint ja wirklich ein tolles und inspirierendes Wochenende gewesen zu sein. Ein Text, in dem auch ich mich – vollumfänglich – wiederfinde. Für mich bleibt der Weg das Ziel – nach wie vor nicht frei von (lehrreichen) ‚Stolpersteinen‘ und (selbst gesäten) Zweifeln – doch dankbar für so manch liebes Wort und sanftes Lächeln, das mich – gestärkt – (tastend) weitergehen ließ und über diese oder jene (Hemm)Schwelle hob …
    Und – gewissermaßen als Klammerzitat – zu Goethes Weg weisenden Gedanken sei auf einen der wohl ’seelenältesten‘ und humorvollsten meiner weltliterarischen ‚Lieblingshelden‘ verwiesen … Mark Twain:
    „Es gibt zwei bedeutende Tage in Deinem Leben. Der erste ist der Tag, an dem Du geboren wurdest – und der zweite, an dem Du ‚weißt‘ warum …“

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  2. Hatte am Wochenende ähnliches für mich entdeckt >>dass ich das, was ich tue, mit ganzem Herzen mache, mich voll in meinen Weg hineingebe und diese Begeisterung und Liebe auch weiter geben könne.<< Hab´s ja immer gemacht, doch seit geraumer Zeit auch mit Herz, und es verändert sich tatsächlich etwas … Nur zu!

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  3. Wer bin ich? Was macht mich aus? Wo fühle ich mich zu Hause, was will ich tun?
    Mhhh, da habe ich keine fixe Antwort… eigentlich momentan gar keine… keine wirkliche…Da muss ich länger drüber nachdenken; drüber schlafen. Eigentlich sind’s ja einfache Fragen, aber die Antworten sind nicht da; nicht gleich parat. Ich muss sie suchen und finden…

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  4. Ich würde spontan sagen, eine der Besonderheiten an Dir ist Deine große Empathiefähigkeit!
    Ein Credo, das ich mir sehr zu Herzen nehme ist: Es geht nicht darum, besser, etwas besseres zu sei. Aber in manchen Dingen etwas besonderes zu sein, ist eine gute Lebensaufgabe.

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