Anna Bolena – Oper von Gaetano Donizetti in zwei Akten

Wir scAnnaBolenahreiben das 1533. Anne Boleyn hatte sich geweigert, Mätresse des Königs Heinrich VIII. zu werden, was diesen dazu bewogen hatte, alle Hebel in Bewegung und sich scheiden zu lassen und sie zu heiraten. So weit klingt es – zumindest für die beiden – wie im Märchen. Anne wird Mutter der späteren Königin Elisabeth I., auf einen männlichen Erben wartet das Paar vergeblich. Das Märchen endet blutig, indem Anne Boleyn wegen angeblichen Ehebruchs und Hochverrats 1536 enthauptet wird. Dasselbe Schicksal erfährt übrigens auch ihre Nachfolgerin, Ehefrau Nummer fünf.)

Stoff genug, um Literatur zu werden. Marie-Joseph de Chénier verfasste das Drama Henri VIII. und Allesandro Ercole Graf Pepoli Anna Bolena. Diese beiden dienten Gaetano Donizetti als Vorlage für die Oper Anna Bolena, die am 26. Dezember 1830 Uraufführung in Mailand hatte. Im deutschen Sprachraum sah man das Werk erstmals am 26. Februar 1833 in Wien.

Handlung
Die Oper spielt im England des 16. Jahrhunderts, genauer im Jahr 1536. der erste Akt in Windsor, der zweite in London.

1. Akt
Johanna von Seymore, Hofdame und Vertraute der Königin Anna Bolena, ist die Geliebte des Königs. Aus Angst, das Verhältnis könnte der Königin bekannt werden, bekniet sie den Liebestollen, sich von seiner Frau zu lösen. Dieser denkt, Johanna wolle selber Königin werden (was dieser völlig fern liegt). Er spinnt eine Intrige und arrangiert ein Treffen Annes mit ihrer ehemaligen grossen Liebe Lord Percy (die noch nicht ganz erkaltet schien), um sie dann dem Ehebruch zuzuführen. Der Plan geht auf. Anna, Lord Percy und ein Page, der die Königin heimlich verehrt und zufällig mit auf dem Schauplatz ist, werden festgenommen.

2. Akt
Johannaa besucht Anna in ihrer Gefangenschaft, rät ihr, sich schuldig zu bekennen, um nicht umgebracht zu werden. In dem Moment merkt Anna, dass Johanna ihre Rivalin bei König Heinrich VIII. ist. Zuerst ist sie wütend, später verständnisvoll, mitleidig gar, was Johanna zusammenbrechen lässt – wohl das schlechte Gewissen am Start. Anna und Lord Percy werden schuldig gesprochen, sie schwören sich aus Trotz ewige Liebe, was den König nicht wirklich versöhnlich stimmt. Alles Flehen Johannas nützt nichts, Anna wird einstimmig zum Tod verurteilt. Im Kerker fiebert sie vor sich hin, träumt von ihrer grossen Liebe mit Percy. hört die Kirchenglocken, welche die Hochzeit König Heinrichs VIII mit Johanna verkünden und wird schliesslich dem Henker zugeführt.

Fazit
Eine tragische Liebesgeschichte, wie sie sich nicht besser für eine Oper eignen würde. Da hat alles Platz, von Liebesduetten bis hin zu Verzweiflungsarien. Gaetano Donizetti hat das mit grossem Erfolg umgesetzt.

Gaetano Donizetti
Domenico Gaetano Maria Donizetti wird am 29. November 1897 in Borgo Canale (das heutige Bergamo) geboren und war einer der wichtigsten Opernkomponisten des Belcanto. Einige seiner Opern wie L’elisir d’amore (Der Liebestrank), Lucia di Lammermoor, Anna Bolena und Don Pasquale gehören noch heute zum Standardrepertoire der Opernhäuser weltweit. Donizetti stirbt am 8. April 1848 in Bergamo.

Heute und an weiteren Terminen im Opernhaus Zürich: Weiterführende Links

Puccini: La Fanciulla del West in Zürich

Gestern war ich in der Oper. La Fanciulla del West von Puccini. Vor vielen Jahren (Zahlen lassen wir hier mal sein) kürte ich Puccini zu meinem Lieblingskomponisten – was Opern anbelangt. Diese war mir bis dato unbekannt. Dazu gekommen bin ich wie die Jungfrau zu Kinde. Ich wollte den Gratis-Rigoletto auf dem Sächsilüte-Platz in Zürich schauen, doch die Sonne brannte und der designierte Mitschauer warf eine Oper nach Wahl im sonnengeschützten Opernhaus in die Waagschale. Und es lief nur die – zu Zeiten, die mir passten.

Da im Schrank schon lange ein Kleid wartete, das getragen werden wollte, sagte ich zu und war gespannt. Ich wurde nicht enttäuscht. Eine Goldgräbergeschichte mit allem, was dazugehört. Whiskey, Kartenspiel, Heimweh, Liebe – alles war dabei. Dazu die glockenklare Stimme der Minnie und der enorm stimmgewaltige Mr. Johnson – der gar nicht derselbe war, sondern ein gesuchter Verbrecher. Die Melodien waren wunderbar, die Emotionen gross.

Ich hätte die Oper nie gewählt, wären mehrere zur Auswahl gestanden, ich bin froh, tat ich es. Es war ganz grosse Musik, die Qualität der Aufführung überzeugte sehr, die Literarizität der Geschichte ist schön, der Plot ist nicht gar zu durchsichtig, sondern lässt ein wenig Spannung offen. Absolut empfehlenswert. Wer es schafft, in Zürich ist, soll vorbei gehen.

Und als Fazit lässt sich sagen: Manchmal verhelfen einem ungeplante Situationen zu ganz tollen Erlebnissen. Man sollte nicht nur immer dem Bekannten nachjagen, sondern auch mal Neues erkunden.

FotoMein Dank geht an meine Begleitung, die nicht nur (meinem Wunsch nach gekleidet) umwerfend aussah, sondern mir einen Abend bescherte, wie ich ihn mir kaum schöner hätte wünschen können. Das war bestimmt nicht mein letzter Besuch im Opernhaus. Mein Plan, mich noch mehr mit den verschiedenen Kulturangeboten der Stadt Zürich auseinanderzusetzen, hat ganz stark an Boden gewonnen.

 

Hier kann man die Oper online schauen:

Mehr Informationen zur Oper: La Fanciulla del West