Spuren in der Welt

Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen. (Albert Schweitzer)

Was ist dir wichtig im Leben? Was sind deine Werte? Worauf möchtest du dein Leben aufbauen, wie dein Leben leben? Und: Wenn du mal nicht mehr bist, was soll von dir bleiben?

Wir leben in einer Welt, in der wir oft nach Dingen wie Erfolg, Geld, Ehre, Ruhm und Macht streben. Und oft denken wir, dass wir glücklich wären, wenn wir nur erst etwas erreicht haben. Sind wir es wirklich? Vielleicht kurz, doch das Gefühl geht schnell wieder. Und irgendwie geht es immer noch schneller wieder, zurück bleibt der Drang, noch mehr erreichen zu wollen. Wem wollen wir eigentlich etwas beweisen? Denken wir wirklich, dass Leistung uns erst liebenswert macht?

Wieso lieben wir andere Menschen? Weil sie all das haben, wonach wir täglich streben? Oder nicht doch eher durch ihr Sein, ihr Wesen? Liebenswert ist ein Mensch doch dann, wenn er in seinem Tun und Sein Liebe sprechen lässt. Ein Leben, das auf Liebe baut, ist eines, das Spuren hinterlässt in den Herzen derer, die das Glück hatten, um so einen Menschen herum zu sein. Was könnte schöner sein, als Spuren in den Herzen anderer Menschen zu hinterlassen? Was erstrebenswerter als der Mensch zu sein, der das Leben anderer durch sein Sein bereichert hat?

Verzeihen

„Wir sollten immer verzeihen, dem Reuigen um seinetwillen, dem Reulosen um unseretwillen.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)

Jeder Mensch ist wohl schon einmal verletzt worden. Manche Verletzungen gehen weit zurück und noch immer wirken sie in uns. Wir denken zurück an das, was war, spüren, wie Gedanken zu drehen beginnen, Gefühle ausgelöst werden, wir sogar körperlich fühlen, wie schon der blosse Gedanke an die vergangene Verletzung nachwirkt.

Die Nachwirkungen sind aber nicht nur gefühlt und gedacht, sie zeigen sich auch in unserem Verhalten. Aus der gemachten Erfahrung heraus agieren wir in Zukunft anders, möglichst so, dass uns das nie mehr passieren kann, was uns so zusetzte. Auf die Weise lassen wir Menschen, die neu in unser Leben treten, ausbaden, was uns Menschen früher angetan haben – und wir verunmöglichen damit eine wirkliche Beziehung mit dem aktuellen Menschen.

Wir können das vergangene Unrecht nicht ungeschehen machen. Wir haben nur die Wahl, wie wir heute damit umgehen. Wir können das Ganze immer weiter mit uns herumtragen und damit unser heutiges Leben vergiften. Oder aber wir lassen es los und schauen nach vorne. Um das zu können, ist es wichtig verzeihen zu lernen. Wenn wir dem anderen Menschen verzeihen, was er uns antat, befreit uns das auch selber.

Verziehen heisst nicht vergessen. Es heisst auch nicht, dass wir den anderen Menschen wieder in unser Leben lassen. Vielleicht ist es für uns besser, den Abstand zu wahren, aber nun mit einem befreiten Gefühl im Herzen. .

Du bestimmst, was du siehst

I am what I am
And what I am needs no excuses
I deal my own deck
Sometimes the aces sometimes the deuces
It’s one life and there’s no return and no deposit
One life so it’s time to open up your closet
Life’s not worth a damn till you can shout out
I am what I am*

Wir alle wollen geliebt werden. Und oft wurde uns vermittelt, dass wir etwas zu leisten hätten, auf eine gewisse Art zu sein hätten, damit man uns liebt. Und so versuchen wir dann, so zu sein, wie wir sein sollen. Manchmal sind wir dann ziemlich weit von dem entfernt, wer wir selber sind oder wären, wir hoffen aber, dadurch liebenswerter zu werden – weil wir ja die Vorgaben erfüllen. Nur: Sehr oft gelingt das nicht, denn solche Scheinidentitäten wirken so, wie sie sind: Aufgesetzt, nicht authentisch.

Es braucht ab und an Mut, sich selber zu sein. Man kennt sich zu gut, kennt so viele Schwächen, nennt die gar Fehler, fürchtet, damit an- und abzustossen. Vielleicht hilft es, wenn wir mal genauer hinschauen: Sind es bei anderen Menschen nicht oft auch die Eigenheiten, die Schrulligkeiten, die sie liebenswert machen? Lieben wir wirklich perfekte Menschen oder aber Menschen, die authentisch sind, die auch mal Schwächen zeigen, die einfach in der ganzen Bedeutung des Wortes Mensch sind?

Wenn uns also wieder mal jemand nur liebenswert findet, wenn wir tun was er will und sind, wie er will, sollten wir uns selber genug wert sein, auf den Menschen zu verzichten. Wirkliche Liebe wird da nie zu erwarten sein.

Wie schön ist doch das Gefühl, zu wissen: Ich werde geliebt. Weil ich bin. Und weil ich bin, wie ich bin. Als ich. Und wie schön ist das Gefühl, genau so lieben zu dürfen. Einen Menschen. Weil er ist. Und ist, wie er ist. Als du.

___________

*Ich bin was ich bin
und was ich bin, braucht keine Entschuldigung.
Ich spiele mein eigenes Spiel,
ab und an sind es Assen, ab und an Würfel.
Es gibt dieses eine Leben und keine Umkehr kein Lager,
ein Leben, also öffne dein Kämmerchen,
denn das Leben ist nichts wert, bis du nicht rausschreien kannst:
Ich bin, was ich bin!
(Lied von Gloria Gaynor)

5. Juli

„Courage ist gut, aber Ausdauer ist besser.“ Theodor Fontane

Neues zu wagen braucht ab und an Mut. Man weiss nicht, wo der Weg hinführt, hat keine Ahnung, was der Weg mit einem macht und vor allem weiss man auch nicht, ob man je ans Ziel kommt. Geht man den neuen Weg dann mal an, dann hilft sicherlich eines: Ausdauer beim Gehen. Und auch wenn es das schöne Bonmot gibt, dass jede Reise mit dem ersten Schritt beginnt, ist es wichtig, auch die nächsten zu gehen.

3. Juli

„Zwei Dinge sind zu unserer Arbeit nötig: Unermüdliche Ausdauer und die Bereitschaft, etwas, in das man viel Zeit und Arbeit gesteckt hat, wieder wegzuwerfen.“ (Albert Einstein)

Ist es dir auch schon mal so ergangen, dass du in etwas viel Zeit und Energie gesteckt hast, es aber einfach nicht gut war? Und statt von vorne zu beginnen, hast du versucht, zu retten, was zu retten ist. Leider wurde es dadurch nicht besser, es steckte danach nur noch mehr Energie und Zeit drin.

Ab und an ist es besser, nochmals von vorne zu beginnen, statt sich an etwas festzubeissen, von dem man eigentlich weiss, dass es nicht zur vollen Zufriedenheit rauskommt.

Ich bin, was ich bin

I am what I am
And what I am needs no excuses
I deal my own deck
Sometimes the aces sometimes the deuces
It’s one life and there’s no return and no deposit
One life so it’s time to open up your closet
Life’s not worth a damn till you can shout out
I am what I am*

Wir alle wollen geliebt werden. Und oft wurde uns vermittelt, dass wir etwas zu leisten hätten, auf eine gewisse Art zu sein hätten, damit man uns liebt. Und so versuchen wir dann, so zu sein, wie wir sein sollen. Manchmal sind wir dann ziemlich weit von dem entfernt, wer wir selber sind oder wären, wir hoffen aber, dadurch liebenswerter zu werden – weil wir ja die Vorgaben erfüllen. Nur: Sehr oft gelingt das nicht, denn solche Scheinidentitäten wirken so, wie sie sind: Aufgesetzt, nicht authentisch.

Es braucht ab und an Mut, sich selber zu sein. Man kennt sich zu gut, kennt so viele Schwächen, nennt die gar Fehler, fürchtet, damit an- und abzustossen. Vielleicht hilft es, wenn wir mal genauer hinschauen: Sind es bei anderen Menschen nicht oft auch die Eigenheiten, die Schrulligkeiten, die sie liebenswert machen? Lieben wir wirklich perfekte Menschen oder aber Menschen, die authentisch sind, die auch mal Schwächen zeigen, die einfach in der ganzen Bedeutung des Wortes Mensch sind?

Wenn uns also wieder mal jemand nur liebenswert findet, wenn wir tun was er will und sind, wie er will, sollten wir uns selber genug wert sein, auf den Menschen zu verzichten. Wirkliche Liebe wird da nie zu erwarten sein.

Wie schön ist doch das Gefühl, zu wissen: Ich werde geliebt. Weil ich bin. Und weil ich bin, wie ich bin. Als ich. Und wie schön ist das Gefühl, genau so lieben zu dürfen. Einen Menschen. Weil er ist. Und ist, wie er ist. Als du.

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*Ich bin was ich bin
und was ich bin, braucht keine Entschuldigung.
Ich spiele mein eigenes Spiel,
ab und an sind es Assen, ab und an Würfel.
Es gibt dieses eine Leben und keine Umkehr kein Lager,
ein Leben, also öffne dein Kämmerchen,
denn das Leben ist nichts wert, bis du nicht rausschreien kannst:
Ich bin, was ich bin!
(Lied von Gloria Gaynor)

2. Juli

„Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten.“ (Buddha)

Version 2
Hast du dir auch schon mal etwas vorgenommen, bist dann voller Elan gestartet, doch irgendwann ging dir die Puste aus? Was hast du getan? Die Zähne zusammengebissen und weiter gemacht, oder hast du aufgegeben?
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Willst du etwas erreichen, gibt es nur eines: Ausdauer, Disziplin und Geduld.

1. Juli

„Beharrliche Güte siegt auch über schlechte Menschen.“Seneca)

Gibt es schlechte Menschen? Oder empfinden wir die Menschen als schlecht, die uns Böses tun? Was empfinden wir als böse? Meist das, was sich nicht mit unseren Wünschen, Hoffnungen und Erwartungen deckt, das, was unseren Werten widerspricht.

So oder so: Wie wollen wir mit Menschen umgehen, die uns in einer Weise gegenübertraten, die uns denken liess, dass hier ein schlechter Mensch ist? Der erste Impuls ist oft, es heimzuzahlen. Der zweite, wutentbrannt die verbindenden Bänder zu lösen und getrennte Wege zu gehen. Was nicht grundsätzlich falsch sein muss, allerdings wenig bringt, wenn in uns die Wut mitgeht.

Wir können die anderen Menschen nicht ändern, wir haben nur das in der Hand, was wir selber tun, wie wir uns zum Ganzen stellen. Böses wird Böses nie aus der Welt schaffen, das schafft nur das Gute.

30. Juni

„Glück ist Selbstgenügsamkeit.“ Aristoteles

Erich Fromm sagte mal, dass nur der eine Beziehung führen kann, der allein sein kann. Nur wer sich selber eine gute Gesellschaft ist, kann eine Beziehung auf Augenhöhe führen. Wenn ich mir selber nicht genug bin, brauche ich den anderen, um die Lücken zu stopfen. Ich trete mit Erwartungen an ihn auf und degradiere ihn zum Erfüller.

Es kann nur einen geben, der mich ganz macht: Mich selber.

29.Juni

„Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug.“ Epikur von Samos

Eigentlich ist alles gut. Das Wetter ist schön, die Beziehung im Lot, das Zuhause hat genügend Platz, der Kühlschrank ist voll. Und dann ist da dieser Gedanke: Da muss doch noch mehr gehen? Das kann doch nicht alles gewesen sein?

Es ist gut möglich, dass es noch mehr gibt. Nur: Wieso will man es unbedingt haben? Wozu? Was verspricht man sich von mehr? Anerkennung? Status? Wirklich Glück? Und: Gibt es nicht immer noch mehr?

27. Juni

„Wenn man glücklich ist, soll man nicht noch glücklicher sein wollen.“ Theodor Fontane

Blütenregen (1 von 1)

Schneller, besser, höher – mit dem Anspruch gehen wir durchs Leben. „Das kann noch nicht alles gewesen sein“ ist eine gängige Erwartungshaltung, dass noch mehr kommen muss. Wann ist es genug?

26. Juni

„Nichts wird langsamer vergessen als eine Beleidigung und nichts eher als eine Wohltat.“ Martin Luther

Close (1 von 1)

Wieso lenken wir oft so viel Energie auf das Negative, so wenig auf das Positive? Wie viel länger bleiben uns unschöne Erlebnisse im Kopf als schöne? Wie lange tragen wir jemandem etwas nach und wie lange sind wir ihm dankbar?

Das, worauf wir unsere Energie lenken, ist in unserem Leben dominant. Wir haben es in der Hand.

25. Juni

„Es ist schön, den Augen dessen zu begegnen, den man soeben beschenkt hat.“ Jean de La Bruyère

Pink (5 von 5)

Was gibt es schönere, als die Freude im Blick dessen, den man beschenkt hat? Welches schönere Geschenk könnte man sich selber machen, als sich daran zu freuen?