AutorenfotoDorisLecherDoris Lecher wuchs in einem Dorf am Zürichsee auf. Ihre Berufswünsche schwankten zwischen Malerin und Schriftstellerin, nach einem ersten Roman mit 13 kamen Bühnenauftritte und der Gedanke, Schauspielerin zu werden. Mit 24 zog Doris Lecher mit ihrem Mann nach New York, sie nutzte die Zeit und lernte an einer Kunstgewerbeschule das Handwerk des Malens, Illustrierens und Scheibens für Kinder. In New York wurde auch ihr erstes Kinderbuch, Angelita’s Magic Yarn, verlegt.

Doris Lecher lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Basel, wo auch ihre wunderbaren Bildergeschichten entstehen.

“Ein neues Haus für Charlie” @ Beltz und Gelberg
“Ein neues Haus für Charlie” @ Beltz und Gelberg

Waren Sie das Kind, das immer und überall mit Zeichenstiften bewaffnet auftrat?

Ja, ich hab immer schon gern gezeichnet und Geschichten erfunden. Bevor ich schreiben konnte mittels Bildern.

Wie sah Ihr Weg in die Illustration aus?

Irgendwann realisierte ich, dass, wenn ich schreiben und malen will, die beste Kombination Bilderbücher sind. Damals lebten wir in New York. Und ich entdeckte, dass man das sogar studieren kann. So besuchte ich dort die Parsons School of Design.

“Spiegel, das Kätzchen” @ NordSüd Verlag
“Spiegel, das Kätzchen” @ NordSüd Verlag

Ist eine Ausbildung zum Illustratoren unabdingbar oder lernt man Illustration eher im Stil von learning by doing? Oder anders gefragt: Alles Talent oder kann man es überhaupt lernen?

Wie in jeder Kunstsparte läuft ohne Talent nichts und mit nur Talent noch weniger. Ein Werk erschaffen bedeutet Knochenarbeit. Mein Weg war vor allem Learning by doing mit guten Tipps von Lehrern, Lektoren, Kollegen und anderen kritischen Geistern. Ein Diplom in der Tasche bedeutet in dieser Branche aber weniger als ein publiziertes Buch.

Was macht einen guten Illustratoren aus?

Dass er einem Text Tiefe verleiht und ihn erleuchtet, wortwörtlich illuminiert. Dass er die Geschichte ergänzt und das Buch bereichert.

 

“Spiegel, das Kätzchen” @ NordSüd Verlag
“Spiegel, das Kätzchen” @ NordSüd Verlag

Ist Illustration Kunst oder Handwerk?

Ich persönlich unterscheide nicht zwischen Kunst und Kunsthandwerk, sondern halte es wie die alten Meister, die nur einen Begriff dafür hatten. (Ars)

 

Haben die elektronischen Medien den Beruf schwerer gemacht oder beflügelt?

Was eindeutig einfacher wurde, ist die Recherche. Wenn ich heute ein Okapi zeichnen will, muss ich dafür weder in die Bibliothek noch in den Zoo gehen. Obwohl ich mir bei grossen Projekten die Dinge gerne immer live anschaue, weil ich sie dann mit allen Sinnen erfahre. Ansonsten gehöre ich zu den alten Hasen und bin mit Papier und Pinsel und Stiften unterwegs. Den Computer brauche ich manchmal für nachträgliche Korrekturen oder dort, wo er sehr viel praktischer ist (bei Spiegelungen, Wiederholungen etc.) Der erste Strich entsteht aber immer von Hand auf Papier.

 Was zeichnet Ihren Stil aus?

Fantasie, Humor und sehr viele Details vielleicht? Einer bestimmten „Schule“ gehöre ich nicht an.

Wo holen Sie Ihre Inspirationen/Ideen?

Woher die Ideen kommen ist mir selber ein Rätsel. Und ich habe mehr als mir lieb ist. Mein Problem ist eher, wie bündle ich sie, sodass ein Bild oder Text nicht überladen wird.

 Haben Sie Lieblingsmedien (welche?) oder passen Sie diese immer dem jeweiligen Thema/Auftrag an?

Am liebsten male ich mit Aquarellfarben. Für mein letztes Buch „Spiegel, das Kätzchen“ machte ich Kupferdrucke mit Radier- und Kaltnadeltechniken. Das passt mit dem vielen Schwarz gut zu der hintergründigen und auch etwas unheimlichen Geschichte. Jedes Buch verlangt ein bisschen nach einer anderen Technik.

“My Secret Garden” © Doris Lecher
“My Secret Garden” © Doris Lecher

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

 Wie der eines Beamten: Morgens am Schreibtisch die kreative Arbeit, Mittagspause, nachmittags Korrespondenz oder Haushalt oder Tierarzt oder was sonst noch alles anfällt. Wenn eine Arbeit sehr eilt, illustriere ich auch noch am Nachmittag.

Können Sie Ihren Weg von der ersten Idee bis hin zur fertigen Illustration beschreiben?

Nicht in zwei, drei Sätzen! Die Entstehung eines ganzen Buches ist es ein langer Prozess, der bei mir in mindestens ein Jahr in Anspruch nimmt.

“Spiegel, das Kätzchen” @ NordSüd Verlag
“Spiegel, das Kätzchen” @ NordSüd Verlag

Sie haben kürzlich Gottfried Kellers „Spiegel, das Kätzchen“ illustriert. Wie kam es dazu?

 Als unsere Jugendlichen Gottfried Keller in der Schule lesen mussten, war ich entsetzt über ihr Gejammer. Da hab ich ihn auch wieder gelesen und ganz wunderbar gefunden. Besonders der Spiegel hat es mir angetan. Und weil darin genau das vorkommt, das ich am allerliebsten male: Katzen, Eulen, Hexereien, alte merkwürdige Dinge, Gutes zu Essen und einen leicht schrägen Humor, konnte ich nicht widerstehen, die Geschichte neu und kürzer zu erzählen und Bilder dazu zu malen.

 Wie wählen Sie generell aus, was Sie illustrieren wollen? Gäbe es Dinge, die Sie nicht illustrieren wollen oder sehen Sie hinter allem die kreative Herausforderung?

Wenn eine Weltanschauung mir gar nicht entspricht, (Esoterik z.B.) würde ich ein Buch nicht illustrieren. Und nicht stimmige Geschichten oder sprachlich schlecht geschriebene nehme ich auch nicht an. Dafür arbeite ich zu lange an den Illustrationen und ist mir die Sprache zu wichtig.

 Wie ist das Klima zwischen Illustratoren? Ist jeder ein potentieller Konkurrent, den man meidet, oder ein Kollege im selben Arbeitsumfeld, mit dem man netzwerkt?

Natürlich sind wir Konkurrenten, aber ob man die anderen Illustrierenden als Konkurrenz oder Kollegen anschaut ist eine Frage der Persönlichkeit. Ich bin in zwei Vereinen, wo wir uns austauschen, auch mal helfen, und sogar Aufträge weiter reichen, wenn wir selber keine Zeit dafür haben oder denken, der andere kann das besser.

 Was raten Sie jemandem, der Illustrator werden will?

Noch einen anderen Beruf dazu zu lernen! Nicht nur als Einkommensquelle – es ist hart und sehr unsicher, nur vom Illustrieren zu leben –, sondern auch, weil die Arbeit ausgesprochen einsam ist. Da tut es gut, noch ein anderes, sozialeres Tätigkeitsfeld zu haben.

Welchen Illustrator soll ich hier noch vorstellen?

Käthi Bhend und/oder Albertine. Die beiden gefallen mir ganz besonders unter den Schweizer Illustratoren und haben vollendete Kunstwerke von Büchern geschaffen.

Nach einer Novelle von Gottfried Keller

Der Pakt mit dem Hexenmeister

Vor mehreren hundert Jahren wohnte in Seldwyla eine ältliche Person allein mit einem schönen, putzmunteren und aussergewöhnlich klugen Kätzchen namens Spiegel. […] Das vergnügte, zufriedene zusammenleben nahm aber plötzlich ein trauriges Ende, als Spiegels Herrin unversehens an Altersschwäche starb.

Damit nimmt Spiegels Schicksal seinen Lauf. Ohne Zuhause magert er ab, vor lauter Hunger verliert er fast den Verstand. Nur so ist es zu erklären, dass er sich auf den Hexenmeister Pineiss einlässt und einen fatalen Vertrag eingeht. Nun hilft ihm nur noch eine geschickte Fügung – oder aber der wiederkehrende Verstand, aus dieser Lage wieder herauszukommen.

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“Spiegel, das Kätzchen” @ NordSüd Verlag

Nach einer Novelle von Gottfried Keller hat Doris Lecher die Geschichte um Spiegel, das Kätzchen neu erzählt (dabei etwas gekürzt) und mit wunderbaren Bildern illustriert. Um dem Stoff gerecht zu werden, hat sie auf ihre sonst bevorzugte Technik, das Aquarellieren, verzichtet und sich für den Kupferdruck entschieden. Eine gute Wahl, denn entstanden ist ein wunderbares Buch für Kinder und Erwachsene.

Doris Lecher ist es gelungen, mit ihren Bildern die Stimmung der Geschichte einzufangen. Durch ihre liebevollen Zeichnungen, die mit vielen Details und wunderbaren Farben aufwarten, wird aus Gottfried Kellers Novelle ein Lesevergnügen mit viel Freude beim Anschauen, Staunen und immer wieder Neues entdecken.

Fazit:
Ein wunderbar illustriertes Buch für Kinder und Erwachsene. Absolut empfehlenswert.

Das Interview mit der Illustratorin findet sich hier

Zum Buch gibt es auch einen wunderbaren Buchtrailer

Autor/Illustrator
Doris Lecher

Doris Lecher, geboren 1962 in Zürich, hat Illustration an der Parsons School of Design in New York studiert. Seither schreibt und malt sie für Kinder. Mit Ich will Wurst gewann sie 1997 dem Schweizer Bilderbuchpreis. Ihre Schneckengeschichte ein neues Haus für Charlie hat als Longseller schon viele Kinderherzen erobert. Doris Lecher liebt Kinder, Katzen, Eulen, Kellers Novellen – und vieles mehr.

Gottfried Keller
Gottfried Keller wurde am 19. Juli 1819 in Zürich geboren. Nachdem er sich an der Kunstakademie in München zum Maler ausbilden liess, reiste er zurück nach Zürich und fing wegen dem ausbleibenden Erfolg als Maler zu schreiben an. Er schrieb Werke wie Der grosse Heinrich und die Novellensammlung Die Leute aus Seldwyla, Teil welcher Spiegel das Kätzchen ist. Gottfried Keller starb am 15. Juli 1890 in Zürich.

Angaben zum Buch:
LecherSpiegelGebundene Ausgabe: 40 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag (1. Mai 2015)
ISBN-Nr: 978-3314102875
Preis: EUR 16.90 / CHF 23.90

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Die Geschichte meines Vaters und seiner Demenz

Wenn langsam die Erinnerung verblasst…

Hallo, Dad, können wir mal miteinander reden? Weißt du noch, wie das angefangen hat mit deiner Demenz?

Wie soll sich Ron Husband daran erinnern, wie sein Vergessen anfing? Er findet die Frage witzig, denkt aber doch nach. Er erinnert sich an den Tod seiner Frau, die Neugestaltung seines Lebens, neue Hobbies, seinen Hund Lossie. Er erinnert sich, wie aktiv er war. Und er erinnert sich an eine langsame Veränderung, an das Vergessen, welches ein anderes Vergessen war als das, welches jedem mal passiert.

 Einfach so, ich habe alles Mögliche vergessen. Das Datum, Namen, Termine… Unwichtige Sachen, wichtige Sachen. […] Manchmal war’s richtig peinlich.

Der bekannte englische Cartoonist Tony Husband lässt seinen Vater Ron erzählen, wie er die Demenz erlebt, wie sich sein Leben damit verändert. Tony Husband selber stellt Fragen, hilft mit Erinnerungen, unterstützt das Erzählen seines Vaters. Auf diese Weise ist ein teilweise heiterer, teilweise melancholischer Dialog entstanden, der tief menschlich, wunderbar gefühlvoll, bei all seiner Traurigkeit doch nicht niederschmetternd ist.

Mach’s gut, mein Sohn! ist ein Buch über den Verlust – den Verlust von Erinnerungen, den Verlust von Selbständigkeit und auch den Verlust von Beziehungen. Es ist ein Buch, das Fragen aufwirft, tief geht, berührt. Tony Husband hat dieses sehr persönliche Buch mit liebevollen Zeichnungen illustriert.

Trotzdem das Buch sehr persönlich ist, greift es zentrale Punkte einer Demenz auf, zeigt den Verlauf einer solchen Erkrankung, erzählt vom langsamen Auseinanderdriften der Welten, vom Abschied auf Raten bei allen Beteiligten. Angehörige von Demenzerkrankten finden zudem auf der letzten Seite Anschriften von Vereinigungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es ist wichtig zu wissen, dass es Hilfe gibt, dass es Begleitung und Unterstützung gibt – auch für die Angehörigen. (Ein Buch zu diesem Thema: Pauline Boss: Da und doch so fern)

Fazit:
Ein liebevoll illustriertes Buch, welches das Thema Demenz auf sehr gefühlvolle, persönliche, tiefgründige und schöne Art aufgreift. Sehr empfehlenswert.

Der Autor
Tony Husband arbeitet seit 1984 hauptberuflich als erfolgreicher Zeichner. Seine Cartoons erschienen in verschiedenen Zeitschriften, Zeitungen, Büchern und auf diversen Websites, in Fernseh- und Bühnenproduktionen. Er wurde mit mehr als 15 bedeutenden Preisen ausgezeichnet. Tony Husband ist verheiratet und lebt mit seiner Frau in Hyde.

Angaben zum Buch:
HusbandBroschiert: 64 Seiten
Text und Illustration: Tony Husband
Übersetzung: Carola Fischer
Verlag: Knaur Verlag (1. September 2015)
ISBN-Nr.: 978-3426653722
Preis: EUR 12 / CHF 17.90

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Ich mal mir meine Welt, wie sie mir gefällt

ScheinbergerSkizz2Jeder kennt es: Man wartet auf den Bus und langweilt sich. Oder das Essen kommt nicht und die Zeit will nicht vergehen. Oder aber die Zeit im Wartezimmer beim Zahnarzt. Auch auf Reisen gibt es immer wieder Zeiten zu überbrücken. Hier kann Abhilfe geschaffen werden: mit einem Skizzenbuch. Das gute Teil hat noch einen weiteren Vorteil: Man kann darin die wunderbaren Momente im Urlaub festhalten, kann die Bushaltestelle mitsamt der wartenden Menschen zeichnen, kann das Wartezimmer skizzieren und auch das Essen, das bald mal hoffentlich vor einem steht. Eigentlich perfekt, oder? Wenn nur das Wörtchen „aber“ nicht wäre: „Aber ich kann doch gar nicht zeichnen!“

Egal! Es gibt Hilfe in Form von Felix Scheinbergers Buch Mut zum Skizzenbuch. Der Autor beschreibt es folgendermassen:

Das Buch, das Sie in Händen halten […] ist zunächst einmal eine Zeichen- und Skizzierschule. Es geht um Basics und Tipps und vor allem um den Spass beim Skizzieren.

Im ersten Teil werden denn auch die verschiedenen Medien beschrieben, die man bei einem Skizzenbuch verwenden kann: Welches Skizzenbuch soll man nehmen und mit welchen Stiften zeichnet man rein? Scheinberger behandelt Marker, Füller, Kugelschreiber, Bleistifte, Aquarell, Collage und vieles mehr. Er zeigt, wie man Ideen finden, ihnen einen Ausdruck gibt und dann ein Bild daraus macht. Er gibt Anfängern und auch Geübten Übungen mit auf den Weg wie das Blindzeichnen, nimmt sogenannten Fehlern (die eigentlich keine sind, nur Möglichkeiten, weiter zu experimentieren) ihren Schrecken und räumt mit dem Irrglauben auf, dass Zeichnungen so wirklichkeitsgetreu wie Fotografien sein müssen. Mit dem Hintergrund lassen sich auch Menschen zeichnen, ohne gleich zu denken „die sah aber nicht so aus….“.

Zeichnen besitzt etwas Authentisches und Individuelles. […] Indem Sie Dinge zeichnen, reflektieren Sie die Wirklichkeit neu. […] Das Skizzenbuch ermöglicht somit eine Blickerweiterung, die zur Erweiterung der eigenen Welt führt.

Auf unterhaltsame, leicht lesbare und doch fundierte Weise behandelt Felix Scheinberger Fragen nach der richtigen Ausbildung, dem richtigen Material, dem geeigneten Arbeitsplatz und der Lebensnotwendigkeit des Geldverdienens.

ScheinbergerSkizz1Das mit vielen Kritzelein und Skizzen bebilderte Buch macht richtig Lust, gleich Stift und Skizzenbuch zur Hand zu nehmen und loszulegen. Theoretische Kapitel über Bildeinstellung, Perspektive, Licht und Schatten sowie vieles mehr helfen dabei, eigene kleine Kunstwerke zu schaffen und sich damit die Welt ein Stück weit selbst zu malen. Frei nach Pippi Langstrumpf: Ich mal mir meine Welt, wie sie mir gefällt.

Dass das Buch in seiner Aufmachung sowie dem Layout wunderschön daher kommt – wie die Bücher vom Verlag Hermann Schmidt eigentlich immer – ist natürlich ein Sahnehäubchen obendrauf. Ein Highlight für Bücherfreunde und eine grosse Inspiration für Kreativköpfe, die gerne mal wieder den Stift übers Papier gleiten lassen wollen.

Fazit:
Ein inspirierendes, motivierendes und lehrreiches Buch. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Felix Scheinberger
Felix Scheinberger wurde 1969 in Frankfurt am Main geboren. Schlagzeug war ihm wichtiger als Schule, statt Abi zu machen spielte er bis zum 22. Lebensjahr in Punkbands. Die Begabtenprüfung wurde seine Eintrittskarte an die FH für Gestaltung in Hamburg, wo er Illustration studierte und anschließend nahtlos in die Selbstständigkeit startete.
In den letzten zehn Jahren hat er über 50 Bücher illustriert, regelmäßig für angesehene Zeitungen gearbeitet, Preise gesammelt, in Mainz, Hamburg und Jerusalem gelehrt und durch seine Lehrbüchern reihenweise Kreative den Zeichenstift und den Wasserfarbkasten wieder entdecken lassen. Felix Scheinberger war von 2010 -12 Stellvertretender Vorsitzender der IO – Illustratoren Organisation, des Berufsverbandes deutschsprachiger Illustratoren. Seit 2012 ist er Professor für Illustration an der Fachhochschule Münster.

Angaben zum Buch:
ScheinbergerSkizzGebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Verlag Hermann Schmidt (30. Oktober 2009)
ISBN-Nr.: 978-3874397827
Preis: EUR 29.80 / CHF 45.90

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rittiner-gomezRittiner & Gomez  – Spiez
*1960 Simplon-Dorf
Bildermacher  und Webbewohner
seit 1985 diverse Ausstellungen im In- und Ausland
vertreten in mehreren Publikationen
WWW:  www.rittiner-gomez.ch / www.isla-volante.ch

Waren Sie das Kind, das immer und überall mit Zeichenstiften bewaffnet auftrat?

Nein.

Wie sah Ihr Weg in die Illustration aus?

Schleichend, wir machten unsere Bilder, die dann zur Illustration verwendet wurden.

Was macht einen guten Illustrator aus?

Sie unterstützt treffend einen Text und erklärt zusätzlich Dinge die sich nicht mit Worten sagen lassen.

Ist Illustration Kunst oder Handwerk?

Als Bildermacher haben wir uns diese Frage noch nie gestellt. Sind aber eindeutig Handwerker.

kitsuneHaben die elektronischen Medien den Beruf schwerer gemacht oder beflügelt?

Beflügelt, die meisten Arbeiten entstanden durch Onlinekontakte und die Zusammenarbeit läuft, fasst ausschliesslich über das Internet.

Was zeichnet Ihren Stil aus?

Eine eigene Bildsprache, die wir über Jahre entwickelt haben, die vom Comic inspiriert ist.

Haben Sie Lieblingsmedien (welche?) oder passen Sie diese immer dem jeweiligen Thema/Auftrag an?

Zeichnung und Aquarellmalerei, die sich vermischt, wobei es oft das zeichnerische und dann wieder das malerische im Vordergrund ist.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

7 30 – 11 00h / 14 00 – 17 00h und mit Kaffeepause.

Können Sie Ihren Weg von der ersten Idee bis hin zur fertigen Illustration beschreiben?

Meistens kommen beim Lesen eines Textes, die Bilder ganz automatisch, es gilt dann eine Auswahl zu treffen. Machen auch nie Entwürfe, lassen die Bilder quasi, aus dem Papier heraus wachsen.

das eigenartige hausWie ist das Klima zwischen Illustratoren? Ist jeder ein potentieller Konkurrent, den man meidet, oder ein Kollege im selben Arbeitsumfeld, mit dem man netzwerkt?

Kennen persönlich gar keine Illustratoren. Sind aber immer in Kontakt mit diversen Menschen, aus verschiedensten Berufen, die unsere Arbeit beeinflussen und weiterbringen. Selbstverständlich, hätten wir grosses Interesse, uns mit Illustratorinnen auszutauschen und zu vernetzen.

Was raten Sie jemanden, der Illustrator werden will?

Zeichnen, malen, zeichnen, malen, zeichnen, malen, zeichnen und viel Radfahren.

Welchen Illustrator soll ich hier noch vorstellen?

Brigitta Garcia Lopez

Herzlichen Dank für das Interview!

Tina Good

Porträ tHomepage: http://gogood.ch/
Tina Good (Jahrgang 1976) besuchte nach dem neusprachlichen Gymnasium den gestalterischen Vorkurs und absolvierte nach einem Praktikum in einer Kommunikationsfirma ein Studium an der Kunsthochschule in Luzern. Nach dem erfolgreichen Abschluss ist sie seit 2003 selbständig als Illustratorin und Malerin tätig. Zudem leitet sie Illustrations-Workshops. Tina Good wohnt in Zürich.

Waren Sie das Kind, dass immer und überall mit Zeichenstiften bewaffnet auftrat?

Ja, es war immer ein besonderes Interesse.

Wie sah Ihr Weg in die Illustration aus?

Mich faszinierte schon immer das figürliche, erzählerische Zeichnen und ich habe gerne illustrierte Bücher gelesen. Ich wollte wissen, wie das geht, deswegen wollte ich Illustratorin werden.

Was macht einen guten Illustratoren aus?

Das weiss ich nicht. Ich bin fasziniert, wenn ich in Illustrationen die Freude und Leidenschaft am Zeichnen und die Beschäftigung mit dem Thema nachempfinden kann und wenn ich sehe, dass sich daraus eine individuelle Bilderwelt ergibt, die ich so noch nicht kenne.

TinaGood-qualle
Ist Illustration Kunst oder Handwerk?

Je nachdem. Ist beides möglich.

Haben die elektronischen Medien den Beruf schwerer gemacht oder beflügelt?

Weder noch.

Was zeichnet Ihren Stil aus?

Merkmale meiner Bildsprache sind das Interesse an Atmosphären, daran, dass sich ein Ausdruck und eine Intensität manifestieren, die mehrere Deutungsmöglichkeiten erlauben. Diese Rätselhaftigkeit, dass das Bild nicht alles preis gibt, soll den Betrachter ruhig etwas beschäftigen.

Haben Sie Lieblingsmedien (welche?) oder passen Sie diese immer dem jeweiligen Thema/Auftrag an?

Meine Medien und die Umsetzungsart, wähle ich jeweils dem Inhalt und Auftrag entsprechend.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Von aussen betrachtet, nicht so interessant, wie man sich vielleicht denkt. Ich sitze im Grossen und Ganzen täglich am Tisch und zeichne. Übrigens auch wenn ich keine Aufträge habe. Langweilig wird es jedenfalls nie.

Können Sie Ihren Weg von der ersten Idee bis hin zur fertigen Illustration beschreiben?

Die Vorgehensweise variert. Es geht jeweils um Themenfindung, Skizzieren und die Ausführung. Manchmal ergibt sich aber eine Idee auch erst aus der Beschäftigung mit einem Material.

Wie ist das Klima zwischen Illustratoren? Ist jeder ein potentieller Konkurrent, den man meidet, oder ein Kollege im selben Arbeitsumfeld, mit dem man netzwerkt?

Ich sehe das in den meisten Fällen so, dass wir für dieselbe Sache unterwegs sind.

Was raten Sie jemanden, der Illustrator werden will?

Er oder sie soll sich mit Bildern beschäftigen und sich das nötige technisch-handwerkliche Wissen aneignen um solche selber herzustellen. Im Berufsalltag finde ich Offenheit, Freiheitsliebe und Ausdauer wichtig, sich selber treu bleiben. Und lesen, lesen, lesen.

Du gibst auch Illustrations-Workshops. Wer kann da mitmachen?

Antwort: Alle, die Freude am Zeichnen, Malen und Gestalten haben. Vorkenntnisse sind willkommen, aber nicht Voraussetzung.

Welchen Illustrator soll ich hier noch vorstellen?

Dirk Bonsma
http://dirk-bonsma.magnolia.ch/Log-Buch/

Vom Glück und guten Freunden

Zufrieden wohnt klein Männchen in einer Schuhschachtel, bis ein starker Regen diese aufweicht. Klein Männchen muss dringend eine neue Bleibe finden.

Klein Männchen findet ein vierblättriges Kleeblatt und ist sich sicher: Das bringt Glück. Was auch passiert, Klein Männchen hält an dieser Sicht fest.

Papa Hase ist verschollen. Klein Männchen will bei der Suche helfen und schon bald ist eine ganze Schar dabei, den Verschwundenen zu suchen.

Diese drei herzerwärmenden Geschichten sind voll von positiven Gefühlen, von Freundschaft, Freude, Glück und Hilfsbereitschaft. Illustriert werden sie mit fröhlichen Bildern, die Max Velthuijs auf einfache Formen und klare, leuchtende Farben reduziert hat. Die Illustrationen tragen so viel dazu bei, die Stimmung der Geschichten zu veranschaulichen und den Inhalt mitzuerzählen.

Das Buch garantiert schöne Momente und positive Gefühle beim Lesen, Vorlesen und Anschauen.

Fazit:
Ein wunderbares Buch mit drei herzerwärmenden Geschichten und fröhlichen Zeichnungen. Sehr empfehlenswert.

Der Autor und Illustrator
Max Velthuijs
Max Velthuijs, 1923 in Den Haag geboren, studierte an der Akademie der bildenden Künste in Arnheim. Er arbeitete als Grafiker, Karikaturist, Designer und Bilderbuchkünstler und erhielt zahlreiche bedeutende Preise, darunter den Hans-Christian-Andersen-Preis im Jahr 2004. Seine wohl bekanntesten Bilderbuchfiguren sind der Frosch und seine Freunde. Max Velthuijs ist 2005 im Alter von 81 Jahren verstorben.

Angaben zum Buch:
VeltjuijsMännchenGebundene Ausgabe: 96 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag (17. Juli 2015)
Empfohlenes Alter: 4 – 6 Jahre
ISBN-Nr.: 978-3314103032
Preis: EUR 18.99 / CHF 25.90

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