Ich habe schon lange keine Nominierung mehr angenommen oder Fragen beantwortet. Heute wurde ich nicht nominiert, aber inspiriert. Und da ich grad lustig bin, mache ich mich doch mal ans Werk.

Stein des (durchwegs positiven) Anstosses war mein lieber Freund Arno mit diesem Beitrag: HIER

Und hier haben wir die 11 Fragen, alles aus Arnos Lieblingsbereich, wie mir scheint: Kochen und essen:

  1. Warum isst du Fleisch/ kein Fleisch?
  2. Welches Gesetz würdest du im Bundestag verabschieden, um Tiere besser zu schützen?
  3. Was ist der größte Irrtum bei Lebensmitteln, den du immer schon mal aufdecken wolltest?
  4. Gibt es einen genialen Küchentrick, welchen du noch nie verraten hast? Welcher ist das?
  5. Wenn du Gäste mit Essen beeindrucken willst, was zauberst du dann in der Küche?
  6. Erfindest du eigene Rezepte, und wie machst du das?
  7. Woher bekommst du deine Inspirationen? Kochbuch, TV, Internet?
  8. Du hast einen eigenen Garten. Was pflanzt du an? Blumen, Obst und Gemüse oder reicht dir eine schöne Wiese?
  9. Was ist derzeit dein Lieblingsrezept, egal von wem?
  10. Lässt du Besucher gerne in deine Kochtöpfe gucken oder bist du lieber alleine?
  11. Hast du ein ökologisches Projekt für 2019 oder die nahe Zukunft, und was wäre das?

Meine Antworten:

  1. Ich war viele Jahre/Jahrzehnte sogar Vegetarier, dies hauptsächlich aus ethischen Gründen. Heute esse ich gerne Fleisch, da es mir sehr schmeckt und ich auch merkte, dass mein Körper Fleisch braucht. Zudem bin ich immer der Meinung, dass ein bewusster Umgang mit Nahrung (und generell) sinnvoller ist als Ge- und Verbote.
  2. Bestimmungen, die generell dem Tierwohl zugute kommen. Tiere dürfen Nutztiere sein, aber sie sollen die Zeit, die sie leben, ein schönes und erfülltes Leben haben dürfen. Leben beinhaltet den Prozess des Sterbens immer mit. Ein Zuwiderhandeln sollte nach gleichen Massstäben wie entsprechende Strafen in Bezug auf Menschen geahndet werden: Tierquälerei ist Körperverletzung und soll entsprechend bestraft werden.
  3. Ich denke nicht, dass ich etwas neu aufdecken kann, da mir dazu das nötige Fachwissen fehlt. Was ich aber immer wieder anprangere, sind die nicht totzukriegenden Mythen, dass gewisse Lebensmittel gut, andere schlecht sind, einige dick machen, andere nicht. Es ist bei allem immer das Mass, das entscheidet.
  4. Vorbereitung ist alles. Ich koche praktisch jedes Essen frisch und mit frischen Zutaten und brauche kaum je länger als eine halbe Stunde (wenn keine langen Garzeiten nötig sind). Ein kurzes Überdenken des richtigen Ablaufs entkräftet jedes Argument, dass man leider keine Zeit zum kochen hätte.
  5. Selbstgemachtes Apéro-Gebäck kommt immer gut an (und ich liebe es selber sehr). Dann: Ich mag niedergegartes Fleisch sehr gerne, mariniere es immer wieder anders. Vorab einen nicht alltäglichen Salat, gerne auch eine Mischung aus fruchtig-süss und herzhaft, hinterher selbstgemachtes Eis.
  6. Ich lasse mich gerne von Geschmackskombinationen inspirieren und probiere diese dann auf meine eigene Weise aus. Auch kombiniere ich gerne Dinge, die ich mag zu neuen Menus.
  7. Kochbücher und Internet. Pinterest ist dafür eine Goldgrube. Würde ich all meine gesammelten Rezepte da mal kochen wollen, hätte ich mein Leben lang zu tun. Ich koche aber, um ehrlich zu sein, selten nach Rezept, sondern variiere dann immer hier und da.
  8. Ich habe einen Garten, aber keinen grünen Daumen. Das höchste der Gefühle sind Kräuter, die sogar teilweise wuchern. Ansonsten belasse ich es bei einer Wiese, träume aber jedes Jahr davon, doch mal einen Gemüsegarten haben zu wollen…
  9. Ich habe kein Lieblingsrezept. Aktuell liebe ich ganz schlicht Fleisch vom Grill (das ich selber mariniere) und Salat. Das könnte ich täglich essen. Für Gäste kochte ich kürzlich ein Schweinefilet in Whiskeymarinade – das war sehr lecker. Ebenso ein Kalbskotelett mit Kräuterkruste aus dem Ofen… Aber Lieblingsrezepte würde ich die nicht nennen. Geschmortes Kaninchen wäre das Lieblingsrezept des von mir mehrheitlich Bekochten.
  10. Unterhaltung und Gesellschaft habe ich gerne, aber in die Töpfe blicken oder gar Ratschläge geben gar nicht.
  11. Ich versuche nur, meine eigene Ökologiebilanz in einem akzeptablen Rahmen zu halten.

Nominieren werde ich niemanden. Ich würde mich aber natürlich freuen, wenn jemand die folgenden Fragen interessant fände und sie beantwortet:

  1. Hast du ein Hobby, etwas, bei dem plötzlich alles wie von selber fliesst, du alles um dich vergisst?
  2. Hast du einen Wohlfühlort, von dem du weißt: Wenn ich da bin, dann fühle ich mich wohl, dann geht es mir gut?
  3. Wenn es dir nicht gut geht, was tust du, um das zu ändern?
  4. Fallen dir auf Anhieb drei Stärken von dir ein?
  5. Bist du nachtragend oder denkst du eher schnell „vergeben und vergessen“?
  6. Hast du einen Traum, den du gerne noch verwirklichen würdest?
  7. Gibt es etwas, das du bereust in deinem Leben?
  8. Wenn dir eine Fee drei Wünsche (egal was) erfüllen würde, du aber etwas von dem, was du hast (nicht zwingend materiell) abgeben müsstest, ohne zu wissen was, würdest du es tun?
  9. Kämpfst du lieber dafür, Unrecht aus der Welt zu schaffen, oder aber dafür, Gutes in die Welt zu bringen?
  10. Bist du frei in deinem Tun und wollen? Wenn nicht, wer bestimmt?
  11. Wenn du noch einen Tag zu leben hättest, wie würdest du ihn verbringen?

 

Es war einmal ein Drachenei,
doch mit dem Ei war’s schnell vorbei,
mit einem Rums und einem Knall,
zerbrach die Hülle, Feuerschwall
trat heraus und dann ein Drache.

Doch da war diese eine Sache
mit dem strengen Elternpaar,
das sich zwar freute, ist ja klar,
doch befand bei solch Geschehen,
sei das Feuer ein Vergehen.

Ein wenig Anstand und auch Sitte,
so die einstimmige Bitte,
wären wichtig, täten Not,
und keine Flamme in tiefrot.
Das Drachenkind zog eine Schnute,

ärgerlich war ihm zumute,
dass die zwei altbackenen Greise,
begrüssten es auf solche Weise.
Es ist denn auch bei kleinen Drachen
oft gar wenig Grund zu lachen,

wenn die Eltern schlicht nur motzen,
– so beginnen sie zu trotzen.
Diese Alten sollen niemals denken,
sie alleine könnten lenken,
denn auch Kinder wollen Macht,

woraus erfolgt, dass es mal kracht.
Doch ist der Streit dann erst verflogen,
und glätten sich die wilden Wogen,
herrscht auch wieder Sonnenschein,
so war es immer, denn so soll es sein.

 

©Sandra Matteotti

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Für die abc.etüden, Woche 26.18: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Wortspende für die Textwoche 26.18 kommt von Frau Flumsel (wortgeflumselkritzelkram)

Sie lautet: Drachenei, altbacken, knallen

Der Ursprungspost: HIER

Es ist wieder soweit: Der Freitag ist da und damit auch der Freitagsfüller. Es war eine sehr anstrengende Woche – ich bin jeden Tag nach Thun gefahren, um meinen Papa zu besuchen, der da im Spital liegt. Drum kommt der heutige Freitagsfüller nun auch später als sonst, ich bin nämlich soeben erst wieder zu Hause angekommen. Jetzt noch ein paar liegengebliebene Dinge abarbeiten, Mails checken, welche schreiben, eine Offerte machen und dann: Wochenende – und das sieht diese Woche noch mehr so aus, wie sonst schon immer: ruhig. Und los geht es:

  1. Die letzte erfreuliche Postsendung warheute im Briefkasten – sieht nach Büchern aus und nach etwas für Caruso – was weiss ich aber noch nicht, muss erst mal auspacken, dazu kam ich nämlich noch nicht.
  2. In dieser Woche war ich dankbar für die Möglichkeit, viel Zeit mit meinen Eltern verbringen zu können. Ohne Hilfe wäre das alles nicht möglich gewesen und auch für diese bin ich sehr dankbar.
  3. Rotwein ist das köstlichste, was es gibt. Und wenn es dann noch guten Käse, Brot und ein paar Knabbereien dazu gibt, bin ich im siebten Himmel.
  4. Alles, was ich sehe, inspiriert mich. Ich bin die, welche immer mit Skizzenbuch durch die Gegend rennt und alles zeichnet: Häuser, Bäume, Menschen – auch wenn die nie so aussehen, wie sie das in Wirklichkeit tun.
  5. Ich bin momentan am glücklichsten, wenn ich zeichnen kann. Gerade in der nicht ganz einfachen Zeit aktuell bin ich sehr froh, dieses Mittel zu haben, um bei mir zu bleiben, zu entspannen, mir was Gutes zu tun.
  6. Und alle Wege die wir gehen müssen, sollten wir uns möglichst so gestalten, dass es nicht reines Müssen ist, sondern wir etwas Schönes daran erkennen können. Das ist oft nicht einfach, vor allem, wenn es schwierige Wege sind. Da wir sie aber gehen MÜSSEN, haben wir wohl keine Wahl. Sie werden nicht leichter, wenn man sie nur schwarz und sieht. Das Bewusstsein, dass auch auf dem schwersten Weg etwas Schönes zu finden ist, kann helfen und Kraft für den Weg geben. .

Die Nummer sieben kann ich eigentlich meistens einigermassen übernehmen:

  1. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen ruhigen Abend mit einem Glas Wein, Käse und Brot (siehe 3), morgen habe ich geplant, neben allen Wochenenderledigungen wie putzen, einkaufen und dergleichen mit dem Hund spazieren zu gehen, viel zu zeichnen und zu lettern, etwas zu lesen und dann den Tag ausklingen zu lassen. Am Sonntag möchte ich wieder viel zeichnen, lettern, lesen, meinen Sonntagsfilm schauen und hoffentlich viel Ruhe haben.

Danke für die Inspiration an Barbara, die diese tolle Aktion gestartet hat. Ihr Ursprungspost: HIER

 

Eine sonnige Woche liegt hinter uns, eine, die verging wie im Flug – das schreibe irgendwie jeden Freitag, aber es ist einfach so. Ist das mein Alter oder laufen die Uhren wirklich immer schneller?

  1. IMG_3054Nach welchen Kriterien suche ich meine Zeichenmaterialien: Eine Frage, die ich mir immer wieder stelle. Natürlich schaue ich, was empfohlen wird, probiere Dinge aus. Sehr gerne zeichne meist in Sketchbooks, selten auf loses Papier. Da benutze ich am liebsten Moleskine-Bücher, sowohl die Sketchbooks wie auch die Aquarell-Bücher. Leider sind die nicht ganz günstig und so probiere ich auch Alternativen. Mehr als nicht griff ich dabei daneben, so dass ich die Bücher schliesslich nicht füllte oder gar wegwarf. Also doch nicht wirklich was gespart. Neuerdings überlege ich, ob ich mal versuchen soll, Bücher selber zu binden. Bei meinen Bastelqualitäten wird das wohl eher schwer. Aber probieren werde ich es vielleicht mal.
    Ansonsten muss ich gestehen: Ich kann Zeichenmaterial kaum widerstehen. Ich neige zum Hamstern und freue mich wie ein kleines Kind an jedem neuen Stift oder Buch.
  2.  Endlich ist es soweit und ich habe mein erstes Gedicht-Buch veröffentlicht. Als ich gestern die ersten Exemplare in den Händen hielt, war das ein wunderbares Gefühl.
  3. FullSizeRender In meinem Bett liegt gerade ein Hundetier. Zuerst hat er alle Kissen durcheinandergebracht, um alles so hinzulegen, wie es dem Herrn genehm ist, dann hat er sich hineingebettet und liegt nun da. Selig schlafend
  4. Heute rauszugehen hat sich wieder mal richtig gelohnt.Mit einer guten Tasse Kaffee und einem sehr schönen Gespräch fing der Tag heute wirklich schön an.
  5. Anstatt sich auf das Schöne, Positive zu konzentrieren, sehen wir oft das, was nicht passt, das, was nicht klappt. Wir haben die Mängel im Blick und ignorieren, wie viel Gutes da wäre. .
  6. Ich esse selten im Restaurant. In der Schweiz ist dass immer so teuer, zudem tendiere ich aktuell sehr zum Stubenhocker. Mich mal rauszukriegen ist schon eher schwierig.

Die Nummer sieben kann ich eigentlich meistens übernehmen:

  1. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen ruhigen Abend mit einem Glas Wein, morgen habe ich geplant, neben allen Wochenenderledigungen wie putzen, einkaufen und dergleichen mit dem Hund spazieren zu gehen, zu zeichnen, zu lesen, Bücher für ein neues Thema zusammenzusuchen und dann den Tag ausklingen zu lassen. Am Sonntag möchte ich lesen, zeichnen und hoffentlich viel Ruhe haben.

Danke für die Inspiration an Barbara, die diese tolle Aktion gestartet hat. Ihr Ursprungspost: HIER http://scrap-impulse.typepad.com/scrapimpulse/2017/08/-435.html

Da sitze ich nun also und habe mir was eingebrockt. 100 Wörter sollen es sein, Drabble. Nie vorher gehört. Aber ich sollte anfangen, denn 100 Wörter sind wenig. Ist eine Zahl eigentlich auch ein Wort? Muss ich also die 100 zählen? Oder nur, wenn ich hundert schreibe?

Ich mach erst mal Kaffee. Dabei überlegt es sich besser. Ich könnte einen Schokokeks dazu essen, dann wäre auch gleich ein Wort verbraucht. Oder reicht nur essen nicht, müsste ich dazu noch schreiben, dass ich den Keks esse? Aber das interessiert doch keinen? Zudem mag ich eigentlich gar keine Kekse. Schon gar keine mit Schokolade. Wobei: Auf Facebook könnte ich für Likes ein Bild mit einer Tasse Kaffee und dem säuberlich drapierten Keks posten. Zu spät, der Keks ist gegessen. Gibt es halt keine Likes.

Das mit den 100 Worten wird eng. Ich muss mal zählen, wie viele es schon sind – am Computer wäre das einfacher gewesen als hier auf dem Papier. Technik hat schon was für sich, nur: Es sollte ja eine Flaschenpost werden – wie wäre der Computer in die Flasche gekommen? Flaschenpost – Ideen haben die Leute… Wo soll ich die Flasche eigentlich hinwerfen? Zwar ist die Schweiz eine Insel, wie an sagt, aber weit und breit kein Meer. Wir haben nur Nachbars Bioteich. Frustrierend ist das, zum Trübsal blasen.

Aber nun losgeschrieben: Ich schreibe ein Märchen von einem Prinzen, der einer Prinzessin eine Sonnenblume schenkt, die sich dann an den Dornen sticht. Heldenhaft verbindet sie der Prinz mit einem Pflaster.

Wer sagt da, Sonnenblumen haben keine Stacheln? Ihr habt doch alle keine Ahnung von künstlerischer Freiheit.

Ich glaube, ich mache ein Tripple-Drabble. Sind verbundene Worte eigentlich ein Wort oder sind es zwei Wörter? Was man alles wissen muss!? So kann ich ja nie anfangen mit dem Schreiben. Das wird nix.

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Geschrieben für das Etüdensommerpausenintermezzo 2 (HIER )

2017_33_drabblemezzo_1

Aufgabe war es, ein Drabble, ein Double-Drabble oder ein Trippel-Drabble zu schreiben, wobei ein Drabble 100, ein Double-Drabble 200 und ein Trippel-Drabble 300 Wörter haben darf.

Beim Drabble wären drei Wörter gefragt gewesen: Flaschenpost, Trübsal, Sonnenblume,
Beim Double-Drabble 4: Flaschenpost, Trübsal, Sonnenblume, Schokokeks
Beim Trippel-Drabble 5: Flaschenpost, Trübsal, Sonnenblume, Schokokeks, Pflaster

Eine wettertechnisch sehr graue Woche neigt sich dem Ende zu, ich freue mich aufs Wochenende, zuerst aber noch der Freitagsfüller:

  1. CoffeeHeute wird ein ruhiger Tag werden. Ich will noch einiges recherchieren für ein mögliches Projekt, ansonsten sind keine Pendenzen oder Termine da, ich kann friedlich vor mich hin arbeiten, abarbeiten, was grad noch so anliegt. Diese Tage mag ich am liebsten. Und: Es ist Freitag, sprich: Das Wochenende steht vor der Tür. Das mag ich sowieso.
  1.  Ich bin – man höre und staune – nicht gerne beim Zahnarzt. Ich hätte Anfangs August einen Termin gehabt, den hat der Zahnarzt abgesagt, nun hätte ich ihn nächste Woche – ich überlege, ob ich den absage… Es ist auch nur eine Kontrolle und ich bin so fürchterlich unlustig, hinzugehen, zumal ich eventuell – man höre und staune nochmals – nächste Woche ein paar Tage verreisen könnte (meine Reiseunfreudigkeit – was für ein Wort – ist ja mittlerweile wohl bekannt). Vermutlich haben mich Kästner und Franz Hohler animiert. Aktuell lese ich gerade Rilkes „Florenzer Tagebuch“ – da kann schon mal Fernweh aufkommen. Da ist so ein Zahnarzttermin schlicht im Weg. Und: Die Zähne sind ja im September auch noch da, die kann man auch dann noch anschauen lassen.
  1. Vor meinem Fenster herrscht, die ganze Woche schon, so auch heute, Grau in Grau. Ich sehe durch die Vorhänge nur Silhouetten eines Hauses und von Bäumen, höre kaum Vögel, ab und an ein Flugzeug am Himmel brummen. Kühl ist es auch geworden – Vorboten des Herbstes? Oder ist der schon da?
  1. Abschied tut weh. Dabei kommt es nicht drauf an, ob man sich von Menschen, Träumen oder Situationen verabschiedet: Man möchte das, was schön ist, gerne behalten. Wenn es dann geht, geht etwas von einem mit. Die eigenen Gefühle, der Teil in einem, der daran hing, geht ein bisschen kaputt. Mascha Kaleko nannte in einem ihrer wunderbaren Gedichte jeden Abschied einen kleinen Tod. Das sehe ich genauso. Der einzige Trost ist: Meist kommt etwas Neues nach. Wir müssen dem die Chance geben, genauso schön zu werden, wie es das Alte war. Erich Kästner schrieb in einem seiner Gedichte:

Muss das Alte immer erst versinken,
ehe Neues aufersteht?

Vermutlich ist das so.

  1. Es könnte sein, dass…“. oder „es wäre, wenn…“ sind Wendungen, die ich nicht mag. Ich mag keinen Konjunktiv. Ich mag auch nicht „mal versuchen“. Entweder man tut oder man lässt es. „Ich versuche es mal“ trägt schon die Hintertür zum Nichtgelingen mit sich. Klar können Dinge nicht klappen, aber das sieht man ja noch früh genug. Also macht man sie am besten mal und versucht sie nicht nur. Und: Was dann wäre, wenn etwas andere einträfe, das sieht man, wenn das andere eingetroffen ist. Alles andere ist Spekulation und blosse Plauderei.
  1. Ich mag eigentlich auch diese lautmalerischen Wendungen wie „hahaha!“, „hihihi“ und dergleichen nicht. Ab und an verwende ich sie auch, aber möglichst selten. Ich habe es mir in der Zeit angewöhnt, als ich dachte, das gehöre dazu im Internet, man „müsse“ so schreiben. Ein paar Reste sind noch davon übrig geblieben, ansonsten schreibe ich lieber wieder ganze Sätze. Was ich aber durchaus gerne mache – und darum ging es wohl hier: Lachen. Und oft auch über mich, da ich doch auch immer wieder Stoff dazu liefere. Ich kann im Einkaufszentrum stehen und vergessen haben, was ich eigentlich einkaufen wollte – dabei bin ich nur deswegen gekommen. Es gibt so Tage, an denen suche ich alles: Telefon, Schlüssel, meinen Kopf. Und dann gibt es Tage, an denen ich alles fallen lasse, das ich in die Hand nehme – zum Glück nie Dinge, die kaputt gehen, aber Kleingeld, Schlüssel – alles fällt. Und dann wären da noch Fettnäpfchen – die müssen eine magische Anziehungskraft haben. Fies eigentlich.
  1. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen ruhigen Abend mit einem Glas Wein, morgen habe ich geplant, neben allen Wochenenderledigungen wie putzen, einkaufen und dergleichen mit dem Hund spazieren zu gehen, zu zeichnen, zu lesen, Bücher für ein neues Thema zusammenzusuchen und dann den Tag ausklingen zu lassen. Am Sonntag möchte ich lesen, zeichnen und hoffentlich viel Ruhe haben.

Danke für die Inspiration an Barbara, die diese tolle Aktion gestartet hat. Ihr Ursprungspost: HIER

Vor einiger Zeit startete ich mit dem ersten Fragebogen von Max Frisch Fragebogen (HIER), der zweite folgte (Thema Ehe: HIER) – wir kommen zur dritten Runde, die sich um das Thema „Frau“ dreht. Das war nicht ganz einfach, da die Fragen offensichtlich aus Männerperspektive (und für Männer?) geschrieben waren. Hier ist auch wieder nur eine Auswahl aus den Fragen des Fragebogens, den ganzen findet ihr im am Schluss genannten Buch.

Fragebogen III

  1. Tun Ihnen Frauen leid?

Nicht mehr als Männer.

  1. Warum? (Warum nicht?)

Frau zu sein ist ja kein grundsätzliches Leiden.

  1. Welche Probleme löst eine gute Ehe?

Keine. Sie bringt aber keine neuen wie eine schlechte.

  1. Befremdet Sie eine kluge Lesbierin?

Herr Frisch? Was hat Intelligenz mit der sexuellen Ausrichtung zu tun? Da könnte ich auch fragen, ob jemand mit einer breiten Nase gute Romane schreiben könne. (Die breite Nase ist mir aus einer Dokumentation über Max frisch geblieben)

  1. Was bezeichnen Sie als männlich?

Eine schwierige Frage, da sie Klischees bemüht. Noch schwieriger ist, dass ich das Gefühl habe, wir leben in einer Zeit, in welcher wir nach innen und aussen mit diesen Klischees kämpfen. ich gehöre noch zur Generation, welcher die Märchen mit schönen Prinzessinnen und rettenden Prinzen vorgelesen wurden, die aber dann lernte, dass Frauen nun keine Prinzessinnen mehr seien, sondern sich selber retten. Da ich von klein an sowieso eher der Cowboy-Typ als das Prinzessinnen-Mädchen war, kam mir das sehr gelegen, nur so ab und an, tief drin, gab es schon Momente, wo so ein rettender Prinz durchaus romantisch gewesen wäre. Selbst wenn er nicht auf dem schnaubenden Rappen dahergeritten käme und auch nicht retten würde, nur ein wenig romantischer Prinz wäre. Wobei ich ehrlich gestehen muss, dass ich – wäre das wirklich eingetreten – wohl eher peinlich berührt oder aber amüsiert gewesen wäre als romantisch erobert. Was also ist männlich? Ich belasse es dabei: Jeder Mensch, der sich durch seine biologischen Anlagen und/oder sein Selbstgefühl als Mann fühlt, ist auf seine Weise männlich.

  1. Wer hat den Kastrationskomplex erfunden?

Siegmund Freud. Er ging davon aus, dass kleine Kinder den Penis als Normalfall anschauen, so dass Mädchen in der Folge einen Peniskomplex entwickeln (weil sie keinen haben) und Jungs einen Kastrationskomplex (weil sie denken, bei den Mädchen sei ihrer durch Kastration verloren gegangen, und das nun auch fürchten). Arme, kranke Welt, alle leiden an Komplexen.

  1. Lernen Sie von einer Liebesbeziehung für die nächste?

Ich glaube, das kann man gar nicht. Man kann sicher gewisse Dinge über sich lernen, das tut man aber immer, nicht nur von Beziehung zu Beziehung, sondern auch innerhalb von Beziehungen. Schlussendlich ist eine Beziehung auch immer ein Zusammenspiel zweier Menschen. Was in einer Beziehung klappt, kann in der nächsten Beziehung harzen, und umgekehrt. So kann man nur immer in der aktuellen Beziehung sehen, was Sache ist, und dann besten Falls in der Beziehung selber lernen, das Beste draus zu machen.

  1. Möchten Sie Ihre Frau sein?

Nein – und auch nicht mein Mann.

  1. Was bewundern Sie an Frauen?

Nichts grundsätzlich. Es gibt einige Frauen, die ich achte für das, was sie machten, nicht aber für ihr Frausein per se.

  1. Warum müssen wir die Frauen nicht verstehen?

Es ist schon viel, wenn jeder sich selber versteht. Wenn er noch sein Gegenüber versteht, ist das wunderbar. Schon das halte ich für quasi unmöglich. Was ich aber sicher denke: Es gibt weder DIE Frauen noch DIE Männer. Und was es nicht gibt, kann man nicht verstehen.

Vielleicht regen euch die Fragen ja auch an? Wenn ihr mitmachen wollt, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir den Link zu eurem Beitrag in den Kommentar schreibt und/oder diesen Beitrag hier bei euch verlinkt. #FrischsFragebogen

Zum Autor
Max Frisch
Max Frisch (1911-1991), einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, konnte nicht nur mit dem Wort etwas erschaffen: Er arbeitete auch erfolgreich als Architekt. Über journalistische Arbeiten und erste literarische Versuche fand er schließlich seinen eigenen Stil als Autor. In seinen Essays, Erzählungen, Hörspielen, Dramen und Romanen war er nicht nur ein großer Literat, sondern auch ein streitbarer Humanist. Sein kritischer Geist rieb sich an seiner Schweizer Heimat ebenso wie an Demagogen in aller Welt – um doch anlässlich seines 75. Geburtstags ernüchtert festzustellen: „Am Ende der Aufklärung steht das goldene Kalb.“ Bekannt wurde er u. a. mit den Romanen „Stiller“, „Homo Faber“ und „Sein Name sei Gantenbein“ sowie Theaterstücken wie „Andorra“ und „Triptychon“.

Angaben zum Buch:
FrischFragebogenTaschenbuch: 96 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag (24. August 1998)
ISBN: 978-3518394526
Preis: EUR 6 / CHF 9.90

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