Vor einiger Zeit startete ich mit dem ersten Fragebogen von Max Frisch Fragebogen (HIER), der zweite folgte (Thema Ehe: HIER) – wir kommen zur dritten Runde, die sich um das Thema „Frau“ dreht. Das war nicht ganz einfach, da die Fragen offensichtlich aus Männerperspektive (und für Männer?) geschrieben waren. Hier ist auch wieder nur eine Auswahl aus den Fragen des Fragebogens, den ganzen findet ihr im am Schluss genannten Buch.

Fragebogen III

  1. Tun Ihnen Frauen leid?

Nicht mehr als Männer.

  1. Warum? (Warum nicht?)

Frau zu sein ist ja kein grundsätzliches Leiden.

  1. Welche Probleme löst eine gute Ehe?

Keine. Sie bringt aber keine neuen wie eine schlechte.

  1. Befremdet Sie eine kluge Lesbierin?

Herr Frisch? Was hat Intelligenz mit der sexuellen Ausrichtung zu tun? Da könnte ich auch fragen, ob jemand mit einer breiten Nase gute Romane schreiben könne. (Die breite Nase ist mir aus einer Dokumentation über Max frisch geblieben)

  1. Was bezeichnen Sie als männlich?

Eine schwierige Frage, da sie Klischees bemüht. Noch schwieriger ist, dass ich das Gefühl habe, wir leben in einer Zeit, in welcher wir nach innen und aussen mit diesen Klischees kämpfen. ich gehöre noch zur Generation, welcher die Märchen mit schönen Prinzessinnen und rettenden Prinzen vorgelesen wurden, die aber dann lernte, dass Frauen nun keine Prinzessinnen mehr seien, sondern sich selber retten. Da ich von klein an sowieso eher der Cowboy-Typ als das Prinzessinnen-Mädchen war, kam mir das sehr gelegen, nur so ab und an, tief drin, gab es schon Momente, wo so ein rettender Prinz durchaus romantisch gewesen wäre. Selbst wenn er nicht auf dem schnaubenden Rappen dahergeritten käme und auch nicht retten würde, nur ein wenig romantischer Prinz wäre. Wobei ich ehrlich gestehen muss, dass ich – wäre das wirklich eingetreten – wohl eher peinlich berührt oder aber amüsiert gewesen wäre als romantisch erobert. Was also ist männlich? Ich belasse es dabei: Jeder Mensch, der sich durch seine biologischen Anlagen und/oder sein Selbstgefühl als Mann fühlt, ist auf seine Weise männlich.

  1. Wer hat den Kastrationskomplex erfunden?

Siegmund Freud. Er ging davon aus, dass kleine Kinder den Penis als Normalfall anschauen, so dass Mädchen in der Folge einen Peniskomplex entwickeln (weil sie keinen haben) und Jungs einen Kastrationskomplex (weil sie denken, bei den Mädchen sei ihrer durch Kastration verloren gegangen, und das nun auch fürchten). Arme, kranke Welt, alle leiden an Komplexen.

  1. Lernen Sie von einer Liebesbeziehung für die nächste?

Ich glaube, das kann man gar nicht. Man kann sicher gewisse Dinge über sich lernen, das tut man aber immer, nicht nur von Beziehung zu Beziehung, sondern auch innerhalb von Beziehungen. Schlussendlich ist eine Beziehung auch immer ein Zusammenspiel zweier Menschen. Was in einer Beziehung klappt, kann in der nächsten Beziehung harzen, und umgekehrt. So kann man nur immer in der aktuellen Beziehung sehen, was Sache ist, und dann besten Falls in der Beziehung selber lernen, das Beste draus zu machen.

  1. Möchten Sie Ihre Frau sein?

Nein – und auch nicht mein Mann.

  1. Was bewundern Sie an Frauen?

Nichts grundsätzlich. Es gibt einige Frauen, die ich achte für das, was sie machten, nicht aber für ihr Frausein per se.

  1. Warum müssen wir die Frauen nicht verstehen?

Es ist schon viel, wenn jeder sich selber versteht. Wenn er noch sein Gegenüber versteht, ist das wunderbar. Schon das halte ich für quasi unmöglich. Was ich aber sicher denke: Es gibt weder DIE Frauen noch DIE Männer. Und was es nicht gibt, kann man nicht verstehen.

Vielleicht regen euch die Fragen ja auch an? Wenn ihr mitmachen wollt, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir den Link zu eurem Beitrag in den Kommentar schreibt und/oder diesen Beitrag hier bei euch verlinkt. #FrischsFragebogen

Zum Autor
Max Frisch
Max Frisch (1911-1991), einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, konnte nicht nur mit dem Wort etwas erschaffen: Er arbeitete auch erfolgreich als Architekt. Über journalistische Arbeiten und erste literarische Versuche fand er schließlich seinen eigenen Stil als Autor. In seinen Essays, Erzählungen, Hörspielen, Dramen und Romanen war er nicht nur ein großer Literat, sondern auch ein streitbarer Humanist. Sein kritischer Geist rieb sich an seiner Schweizer Heimat ebenso wie an Demagogen in aller Welt – um doch anlässlich seines 75. Geburtstags ernüchtert festzustellen: „Am Ende der Aufklärung steht das goldene Kalb.“ Bekannt wurde er u. a. mit den Romanen „Stiller“, „Homo Faber“ und „Sein Name sei Gantenbein“ sowie Theaterstücken wie „Andorra“ und „Triptychon“.

Angaben zum Buch:
FrischFragebogenTaschenbuch: 96 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag (24. August 1998)
ISBN: 978-3518394526
Preis: EUR 6 / CHF 9.90

Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u.a. bei AMAZON.DE oder BOOKS.CH

Hätte ich nicht meine Inbox aufgeräumt und einen anderen Freitagsfüller gefunden (danke Mia), ich hätte glatt verpasst, dass es schon wieder Zeit dafür ist – nun zum fünften Mal für mich.

  1. Wie kann ich mir ein dickeres Fell zulegen, um Dinge einfach abprallen zu lassen? Das ist eine Frage, die ich mir oft stelle. Ich nehme mir Dinge zu Herzen, bin verletzt, wenn Menschen ungerecht sind, unfair handeln. Streit geht mir sehr an die Nieren, wenn gewisse Dinge nicht laufen, wie sie sollen, sind die Folgen fast körperlich spürbar. Wenn andere Menschen leiden, leide ich mit, wenn andere weinen, kommen mir die Tränen. Ich bin betroffen, wenn ich vom Leid anderer Menschen lese oder höre und ja, ab und an ist das alles sehr viel. Dann wünschte ich mir, ich könnte einfach wie so ein Fels in der Brandung dastehen, nichts hören, nichts fühlen, alles prallte ab…
  1.  Ich liebe Blumen in allen Farben und Formen. Das ist wohl auch der Grund, dass ich sie immer wieder fotografiere oder zeichne.
  1.  Meine Haare waren eigentlich nie so, wie ich sie gerne gehabte. Mal zu lockig, mal zu wenig, mal zu dünn, mal zu störrisch, mal zu lang, dann zu kurz. Mittlerweile sind sie grauer als erwünscht, aber ich habe mich so langsam damit abgefunden, dass sie schlicht und einfach meine Haare sind. Und wir kommen nun meistens gut klar miteinander, so die Haare und ich.
  1.  Wenn du dir etwas ganz doll wünschst und es klappt – wohl eines der schönsten Gefühle, die es gibt. Ich wünsch mir mal was….
  1.  Meine liebsten Früchte sind jetzt Trauben – am liebsten in verarbeiteter Form und in Flaschen abgefüllt.
  1.  Manchmal laufe ich in die Küche und will etwas tun, um dann da anzukommen und mich zu fragen: „Was war das nochmal?“ Ich habe es schlicht vergessen. Ab und an befürchte ich, das könnte das Alter sein. Dann wieder denke ich, die Hirnzellen haben sich irgendwie verschworen gegen mich oder aber sind in den Urlaub gefahren. Die lassen sich nun die Bäuche am Strand bescheinen, trinken Sangria und ich sitze hier und das Hirn reicht nicht mal bis zur Küche. Zum Glück fällt es mir meistens irgendwann doch wieder ein, spätestens, wenn ich wieder zurück am Arbeitsplatz sitze und erneut in die Küche laufen muss. (Ich gebe hier nicht zu, dass es schon Fälle gab, in denen ich zweimal lief und zweimal vergessen hatte….)
  1. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen ruhigen Abend mit einem Glas Wein, , morgen habe ich geplant, neben allen Wochenenderledigungen wie putzen, einkaufen und dergleichen mit dem Hund spazieren zu gehen, zu lesen, noch eine liegengebliebene Arbeit fertig zu machen und dann den Tag ausklingen zu lassen. Am Sonntag möchte ich lesen, im Garten werkeln, hoffentlich viel Ruhe haben.

Danke für die Inspiration an Barbara, die diese tolle Aktion gestartet hat. Ihr Ursprungspost: HIER

August 2017

1Ich bin im Netz auf verschiedenen Blogs auf ein Monatsprojekt gestossen. Ein Jahr lang soll man jeden Monat vom selben Ort/Gegenstand ein Bild machen und damit den Lauf der Zeit dokumentieren. Ich habe beschlossen, da mitzumachen. Bei der Frage, was ich denn dokumentieren könnte, wurde es dann schwerer. Es soll etwas sein, das mir entspricht, mit mir zu tun hat, etwas von meinem Tun widerspiegelt. Plötzlich war es sonnenklar:

Die Tischsituation

Was hat es damit auf sich? Der Tisch ist immer mit Büchern belegt, die in irgendeiner Form aktuell sind. Die Bücher liegen also aus Gründen da – und sie wechseln oft, ohne dass passiert wäre, wozu sie da liegen, schlicht, weil neue dazu kommen, Interessen ändern. Ich habe auf Instagram schon ab und an solche Bilder eingestellt, allerdings ohne Regelmässigkeit und ohne Erklärung. Dies soll hier anders sein.

Ich versuche, das nun jeden Monat weiterzuführen und dabei zu erklären, welche Bücher auf dem Tisch sind und wieso sie da liegen – allerdings werde ich wohl nicht jedes Buch erwähnen oder genauer darlegen können, es würde je nach Belegung sonst ausufern.

Beginnen wir links unten:
Zu unterst liegt mein Notizbuch, das eigentlich immer dabei ist. Ich hielt darin bislang alles fest, von Exzerpten über Gedanken, hin zu Erlebnissen und anderen Notizen. Neu führe ich zwei, um gewisse Dinge ein wenig zu trennen – ganz sicher bin ich aber noch nicht, ob das gut ist oder nicht. Kann ich die Dinge so klar trennen? Gehört nicht alles irgendwie zu mir?

Darauf liegt Ingrid Nolls neuster Roman „Halali“, der bislang sehr enttäuschend anfing. Da ich die Autorin sonst sehr mag, kämpfe ich noch ein wenig weiter. Darauf schliesslich Interviews mit der wunderbaren Ilse Aichinger. Ich lief an meinem Bücherregal vorbei und sah das Buch und es kam so über mich: Ich will es endlich noch ganz lesen.

Der Haufen darüber setzt sich zusammen aus einem Buch über das richtige Handeln (Bernward Gesang: Darf ich das oder muss ich sogar?: Die Philosophie des richtigen Handelns), das ich rezensieren will, zwei Gedichtbänden (Jürg Beeler/Pierre-Alain Tâche), ebenfalls zu Rezensionszwecken, Rilkes Bildbetrachtungen (weil Rilke immer schön ist), Emersons „Von der Schönheit des Guten“ und dem Briefwechsel von Golo Mann und Marcel Reich-Ranicki, ein wirklich wunderbares Buch, das viel über die Familie Mann, aber auch die Liebe zur Literatur zweier Menschen erzählt.

Oben rechts vier Bände von Hanns Dieter Hüsch zu Rezensionszwecken sowie mein Französisch-Lern-Projekt obendrauf – das Projekt stockt etwas *hüstel

Daneben haben wir zwei Stapel mit Rezensionen, die bislang liegen geblieben sind (ausser Alain de Botton, die Rezension ging ja soeben raus). Oben rechts dann der erste Band von Rainer Stachs wunderbarer Biografie zu Franz Kafka sowie seine Ist das Kafka?: 99 Fundstücke. Die anderen zwei Bände habe ich ins Regal verfrachtet, nicht dass der Tisch noch zusammenbricht. 😉

Das Holzding ist ein Teelichthalter – ich liebe Deko und kann ihr kaum widerstehen, wenn ich sie im Laden sehe. Der Holzteller in der Mitte ist ein weiteres Zeugnis dieser Liebe. Darauf eine andere Liebe: Gedichte und Fontane – also eigentlich zwei Lieben, hier vereint. ich lese jeden Tag mindestens ein Gedicht als Start in den Tag (ein Projekt, das ich ja auf Instagram, Facebook und Twitter dokumentiere), daneben nehme ich mir immer mal wieder einen Dichter vor und tauche tiefer ins Werk.

Rechts vom Teller finden sich Lou Andreas-Salomes Aufzeichnungen über Rilke, eine Biographie über Mascha Kaleko, die Bücher „Reisen mit Stefan Zweig“, Das „Das Florenzer Tagebuch“ von Rilke, Bichsels „Zur Stadt Paris: Geschichten (suhrkamp taschenbuch)“, sowie Rousseaus Träumereien, weil mich literarische Spaziergänge interessieren, dann Joan Didions Essays „Wir erzählen uns Geschichten, um zu leben: Mit einem Nachwort von Antje Ravic Strubel“ (sehr empfehlenswert) sowie zwei Bände „Geschichte der deutschen Lyrik“ – ich wollte eigentlich etwas nachschauen, kam aber nicht dazu bislang, und wenn das so bleibt, wandern die bald wieder ins Regal zurück.

Und zum Schluss haben wir einen Bildband „Albert Camus – Sein Leben in Bildern und Dokumenten“, ein Buch, wie man mit einfachen Schritten nähen kann, ein Buch Spielereien zum Schreiben, dann Franz Hessels „Spazieren in Berlin“ und Franz Hohlers „Spaziergänge“ – der Grund ist derselbe wie bei den Büchern auf dem letzten Stapel: die literarischen Spaziergänge. Ui, und fast hätte ich vergessen, unter dem sichtbaren Franz Hohler liegt noch einer mit einseitigen Kurzgeschichten. Ich habe es aktuell mehr mit kurzen Formen, finde die Ruhe für dicke Bücher nicht so. Und ab und an schalte ich einfach schnell was dazwischen, um ein wenig Abwechslung zu haben – da bieten die sich gut an.

Das war meine Tischsituation für den August – ich bin gespannt, wie das alles im September aussieht.

Wer hat an der Uhr gedreht…. zum Glück hört ihr mich nicht singen, das ist nämlich etwas, das ich ganz und gar nicht kann – auf alle Fälle ist schon wieder Freitag, Zeit für den nächsten Freitagsfüller, meinen vierten.

  1. Schon wieder  – ich sagte es bereits: Freitag. Diese Woche hatte ich Probleme mit den Wochentagen. Da ich kaum Termine auswärts hatte, konnte ich, was ich am liebsten mag, meinen eigenen Rhythmus leben und musste dazu nie in die Agenda schauen. So fragte ich mich sicher jeden Tag mal, welcher Tag denn grad wäre – nicht dass es wirklich wichtig gewesen wäre. Heute weiss ich es aber gut: Freitag. Drum haue ich hier auch fleissig in die Tasten.
  2. Diese Woche habe ich mit Mühe und Not einen Wetterfrust abgewehrt. Es war durchgängig grau in grau, eher feucht und kühl. Da half nur noch ein Krug heisser Tee, Kerzen und Weihnachtslieder – ok, das mit den Weihnachtsliedern stimmt nicht, der Rest aber schon.
  3. Die beste Pizza der Welt ist für mich die, welche es nie zur Pizza schaffte. Ich mache nämlich gerne aus Pizzateig Brötchen. Dazu walle ich den Teig aus, belege oder bestreiche ihn mit den verschiedensten Dingen, rollte den Teig auf und schneide ihn dann in Stücke. Super lecker!
  4.  Ich habe heute mal gesucht, was eigentlich eine Binsenweisheit ist. Natürlich weiss ich, was es bedeutet, nämlich: eine allgemein bekannte Tatsache – aber: Wo kommt der Ausdruck her? Gestossen bin ich auf eine lateinische Wendung (nodum in scirpo quaerere = Stengelknoten auch an der Binse suchen) und auf ein Gleichnis aus dem Altgriechischen, das von König Midas handelt, welchem Eselsohren gewachsen sind. Damit niemand davon Wind kriegt, liess er sich die Haare wachsen – einzig sein Barbier wusste Bescheid, musste sich aber verpflichten, niemandem davon zu erzählen. Er hielt sich dran, wollte seinem Herzen trotzdem Luft verschaffen und rief die Nachricht in ein Erdloch. Da hatte er die Rechnung aber ohne die Binsen gemacht, die trugen die Botschaft weiter, bis alle Binsen davon sprachen. Da haben wir sie dann: die Binsenwahrheit.

Sollte jemand noch nicht eingeschlafen sein beim Lesen, kann der nun bei 5 weiterlesen – ich verspreche, ich halte keine Vorträge mehr.

  1.  Der Austausch von Nettigkeiten liegt mir gar nicht. Ich bin kein Freund von Smalltalk und Floskeln. Fragen wie „Wie geht es dir?“ sind zur Selbstverständlich geworden, kaum einer will wirklich eine Antwort hören, geschweige denn wissen, wie es dem anderen wirklich geht. Auch die vielen Worte, die nur ausgesprochen werden, um die Stile zu überbrücken, gehen mir oft auf die Nerven. Das ist wohl der Grund, dass ich oft eher still bin, da ich schlicht nicht immer etwas zu sagen habe. Und bevor ich einfach etwas sage, schweige ich lieber.
  2.  Ich bin fest überzeugt: Gedankenlosigkeit ist die Wurzel allen Übels. Aber trotzdem ist es auch ab und an mal schön, die Leichtigkeit des Daseins zu geniessen, in den tag zu leben, fünfe grad sein zu lassen. Ich mag zum Beispiel seichte Filme, die mich unterhalten, die etwas fürs Herz dabei haben, viel Humor. Dabei schalte ich ab, lache vor dem Bildschirm und geniesse es, einfach mal nicht denken zu müssen. So gestärkt kann ich mich dann auch wieder dem Denken zuwenden. Und ich hoffe, wenn es drauf an kommt, nicht gedankenlos handelnd durchs Leben zu gehen.
  3. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen ruhigen Abend mit einem Glas Wein, , morgen habe ich geplant, – wer mich kennt, ahnt es wohl schon – den Tag ruhig anzugehen. Am Morgen stehen die üblichen Erledigungen wie putzen, einkaufen und ähnliches an, danach findet man mich mit einem Buch auf dem Sofa, vielleicht mal am Klavier, wenn es mal trocken ist, auf einem Hundespaziergang. Am Sonntag möchte ich den Samstag wiederholen, ersetze aber die Erledigungen durch einen Film, vermutlich „Die Buddenbrooks“!

Danke für die Inspiration an Barbara, die diese tolle Aktion gestartet hat. Ihr Ursprungspost: HIER

Die zweite Woche für mich bei der Montagsfrage vom Buchfresserchen: HIER – und gleich eine, die eigentlich so gar nichts mit mir zu tun hat.

Die Frage für diesen Montag lautet:

Welche Erfahrungen habt ihr mit Gay Romance gemacht? Was reizt euch daran, was stößt euch ab? Habt ihr Lesetipps?

Ich habe eigentlich gar keine wirkliche Erfahrung damit, da ich mich mit dem Thema schlicht kaum auseinandersetze. Mich interessiert die sexuelle Ausrichtung von Menschen überhaupt nicht, das einzige, was mich interessiert ist, dass alle ihre frei leben können und deswegen nicht irgendwie benachteiligt sind.

Da mich das Thema Homosexualität nicht selber betrifft, habe ich auch keine Bücher gezielt dazu gesucht – und in der Literatur, die ich gelesen habe, kam kaum ein Buch vor, das speziell das Thema behandelte (oder ich hätte es vergessen).

Ausnahme ist Thomas Manns Tod in Venedig: Der berühmte Schriftsteller Gustav von Aschenbach fährt zur Erholung nach Venedig, wo er einen Knaben sieht, in den er sich verliebt. Zwar hält er die Distanz, tut aber doch alles, um jugendlicher auszusehen und vielleicht doch Eindruck zu machen, wodurch er schlussendlich jegliche Selbstachtung verliert. – Also nicht eine Romanze im wirklichen Sinne und schon gar kein der Homosexualität gegenüber aufgeschlossenes Buch, was wohl mit Thomas Manns eigener unterdrückter Neigung zusammenhängt.

Ein wirklich wunderbares Buch zum Thema Homosexualität habe ich aber gelesen: Bethan Roberts Der Liebhaber meines Mannes: Bethan Roberts gelingt es, in einer sehr feinfühligen Art die Geschichte dieser drei Menschen nachzuzeichnen. Sie präsentiert die Geschichte in den Worten von Marion, welche 1999 zurückblickt, und durch Patricks Tagebuch aus der Zeit der 50er Jahre. Tom ist sprachlos, er findet weder eigene Worte für das, was geschah noch findet er sie für die Gegenwart. Er ist nur die Figur, um welche Marion und Patrick drehen, quasi die Sonne in deren Universum. Strahlend ist dabei nur seine optische Schönheit, sein Wesen bleibt merkwürdig blass, er scheint nur als Projektionsfläche für zwei Menschen zu dienen, welche ihren Platz in der Gesellschaft suchen und Tom dazu brauchen. Ein feinfühliger Roman mit viel Tiefe, Sensibilität, der ohne Kitsch und Schnörkel die Komplexität menschlicher Beziehungen beschreibt. Berührend, zum Nachdenken animierend, einnehmend.

Meine Rezension dazu: HIER

Sonst fällt mir auf die Schnelle kein Buch zu dem Thema ein. Wie sieht das bei euch aus?

festgehalten
mit dem stativ
unverrückbarer
kindheitstraum

ohne mal
nachzuspüren
ob er noch immer
passt oder je

der eigene war

©Sandra Matteotti

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Für die abc.etüden, Woche 30.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Anna-Lena von „Meine literarische Visitenkarte“ und lauten: Stativ, Kindheitstraum, nachspüren.

Der Ursprungspost: HIER

Die Woche ist förmlich gerast, wo sind all die Tage hin? Heute steht mein dritter Freitagsfüller an:

  1.  Oh Mist,   die Kaffeemaschine motzt schon wieder, der Tresterbehälter sei voll. Da er das vor kurzem schon tat, ist das wohl das deutliche Zeichen dafür, dass ich doch ziemlich viel Kaffee trinke. Ich habe unlängst mal gehört, man könne Kaffeesatz als Dünger benützen. Das habe ich dann einmal auch probiert, lief also mit dem vollen Behälter in den Garten und packte den Trester um meine neu gepflanzten Bäumchen. Ob die nur deswegen zu kommen scheinen (ich muss ja gestehen, dass ich absolut keinen grünen Daumen habe), weiss ich nicht. Ich habe es nach diesem einen Mal auch nicht nochmals probiert, auch der Kaffeesatz gerade eben landete im Eimer, schliesslich wollte ich meinen Kaffee haben und hier weiter schreiben – was ich offensichtlich getan habe, drum steht das alles hier. Und: Der Kaffee riecht so lecker vor mir.
  2. Wenn ich mal wieder mit mir innerlich hart ins Gericht gehe, dann sage ich mir: Kein Mensch ist ohne Fehler und jeder darf seine Schwächen haben. Klar kann man an einigen Dingen arbeiten, aber schlussendlich sind wir, wie wir sind – und das ist auch gut so. Was ich höchstens aufhören könnte, ist ständig mit mir zu schimpfen, denn dieser permanente innere Kritiker, welcher einem sagen will, was man mal wieder nicht gut gemacht hat, wo man sich hätte besser verhalten können oder was man alles noch hätte tun sollen, der bringt keinem was.
  3. Wollte ich nicht diese Woche so viel erledigen und tun, die Zeit nutzen und reisen und und und? Was habe ich schlussendlich getan? Ich habe es schlicht genossen, keine Termine zu haben, einfach meinen Rhythmus zu leben, die Dinge zu machen, wie sie mir zufallen. War sehr, sehr schön!
  4. Ich bin nicht gerne unterwegs. Ich nehme mir immer wieder vor, mehr zu reisen, um neue Eindrücke zu gewinnen, auch mal weg zu kommen – bleibe dann aber doch zu Hause. Erstens bin ich schlicht gerne hier, zweitens finde ich Reisen immer eher beschwerlich. Die ganze Warterei auf Bahnhöfen, das Geschleppe des Gepäcks, das Organisieren im Vorfeld, die Zeit im Zug, die ich doch selten nutzen kann, weil mich Zugfahren müde macht, aber nicht müde genug, um zu schlafen. Und so sitze ich dann halt selbst dann, wenn ich die Gelegenheit hätte (wie diese Woche) hier und geniesse meine Freiheiten. Ab und an melden sich innere Kritiker (siehe Punkt 2) und erzählen mir was (siehe Punkt 3).
  5. Die Modesünde des Sommers sind diese ultrakurzen Röcke und Hosen, die aussehen, als ob man vergessen hätte, einen Rock oder eine Hose anzuziehen.
  6. Ich hatte dieses Jahr noch erstaunlich wenige Mückenstiche, obwohl ich mal irgendwo gelesen hatte, es gäbe dieses Jahr viele Mücken. Ich beklage mich nicht 😉 Es gibt ja nichts Schlimmeres als in der Nacht plötzlich dieses SSSSSSSSSSSS zu hören. An Schlaf ist nicht mehr zu denken. Da sieht man mal, wie viel Macht auch kleine Wesen haben können. Da will noch einer sagen, der einzelne Mensch sei zu klein, etwas zu bewirken.
  7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den leckeren Chardonnay zum Wochenstart, den ich soeben in den Kühlschrank gepackt habe, etwas Leckeres zu essen und einfach einen ruhigen Abend ins Wochenende hinein , morgen habe ich geplant, was ich immer am Samstag mache (ich bin ja so ein langweiliges Gewohnheitstierchen): waschen, einkaufen, lesen, hoffentlich den Garten geniessen, schreiben und Sonntag möchte ich einen guten Film schauen, mit dem Hund spazieren gehen, noch mehr lesen, das Kind wieder zu Hause begrüssen nach 10 Tagen Ferien und dann das Wochenende gemütlich ausklingen lassen!

Danke für die Inspiration an Barbara, die diese tolle Aktion gestartet hat. Ihr Ursprungspost: HIER