Sarah Bakewell: Wie soll ich leben? oder Das Leben Montaignes in einer Frage und zwanzig Antworten

„Jedermann schaut vor sich, ich schaue in mich hinein“

Wer einen Lebensratgeber erwartet nach dem Titel, der kann das Buch getrost weglegen – aber: Ich würde es nicht raten, denn es enthält etwas viel besseres: Die Lebensgeschichte Montaignes – und das auf eine Weise, wie sie ihresgleichen sucht.

Sarah Bakewell gelingt in diesem Buch die Quadratur des Kreises: Sie entführt den Leser in die Zeit Montaignes, zeigt ihm die historischen Gegebenheiten, politischen Verhältnisse und gesellschaftlichen Vorstellungen dieser Zeit, stellt dann Montaigne als Mensch hinein in die Zeit und beschreibt, wie er sich darin bewegte. In der Folge spinnt sie ein Netz aus Zeit, Mensch und Werk, beleuchtet dabei Montaignes Gedankengänge und wie sie sich in seinem Werk niederschlugen.

Mein wesentlicher Charakterzug […] ist die Neigung, mich mitzuteilen und zu offenbaren: Zu Geselligkeit und Freundschaft geboren, bin ich vor aller Augen ganz nach aussen gewandt.

Montaigne beschloss eines Tages, seine politische Laufbahn zu beenden und sich ganz dem Schreiben zu widmen. Dazu zog er sich in sein Turmzimmer zurück und schrieb. Er schrieb nicht, um zu belehren, vielmehr schrieb er, was er alles bei sich entdeckte, in der Welt wahrnahm, dachte.

Ich wende meinen Blick nach innen, und da halte ich ihn fest und lasse ihn verweilen. Jedermann schaut vor sich, ich schaue in mich hinein. Ich habe es nur mit mir selbst zu tun. Ich beobachte mich unablässig und prüfe mich, ich koste mich […]. Ich wälze mich in mir selbst.

Kein Thema war tabu, er schaute hin. Damit stiess er, als es ums verlegen ging, nicht nur auf offene Türen, auch später noch fanden sich seine Essais immer mal wieder auf den Listen der verbotenen Bücher.

Montaigne liess sich nicht beirren, er schrieb weiter neue Essais oder ergänzte die alten durch neue Gedanken oder Sichtweisen. Dies und der Umstand, dass die Essais in den Händen zweier Freunde waren, die unter Umständen auch Ergänzungen und Veränderungen vornahmen, ist die wirkliche Entstehungsgeschichte der Essais nicht ganz gesichert, was dem Lesegenuss aber keinen Abbruch tut, im Gegenteil. Montaigne wurde über all die Jahre begeistert gelesen und hinterliess bleibende Eindrücke, allen voran den Eindruck: Da schrieb einer, der in mich hineinschauen konnte.

Auch der Rezeption von Montaignes Essais widmet sich Bakewell ausführlich und schliesst damit den Kreis. Montaigne wollte sich mitteilen, wollte etwas hinterlassen, das über ihn hinausweist. Das ist ihm gelungen, wie man aufgrund der vielfältigen Stimmen seiner (oft berühmten) Leser sieht.

Trotz einer Flut von Informationen ist das Buch nie langatmig oder gar staubtrocken. Sarah Bakewell ist es gelungen, eine flüssig lesbare, fundierte, durch breites Wissen und tiefe Kenntnis betechende Biographie zu schreiben, die einen grosse Lust auf die Lektüre Montaignes selber macht. Sie hat also einfach alles richtig gemacht!

Fazit
Ein wunderbares, fundiertes, gut lesbares und umfassendes Buch über das Leben Montaignes, das Lust auf mehr macht. Absolut empfehlenswert!

Zum Autor:
Sarah Bakewell
Sarah Bakewell lebt als Schriftstellerin in London, wo sie außerdem Creative Writing an der City University lehrt und für den National Trust seltene Bücher katalogisiert.

Angaben zum Buch:
BakewellMontaigneGebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: C. H. Beck Verlag (21. Juli 2016)
Übersetzung: Rita Seuss
ISBN: 978-3406697807
Preis: EUR: 16.95 ; CHF 23.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

 

Der Spott der Welt über das Scheitern anderer

Aktuell lese ich überall Spott über das Ehe-Aus von Sarah und Pietro. Wie traurig ist das?Haben erwachsene Menschen nichts Besseres zu tun, als ihre Schadenfreude und ihren Spott zu feiern?

Da verliert grad ein Kind seine heile Familie (und ich höre den Spott und die Korinthenkackerei jetzt schon wieder ob dieses Begriffs) und man hat nichts Besseres zu tun, als sich ach so witzig zu fühlen? Ist das die Welt, in der ihr leben wollt? Echt jetzt?

Ich könnte sagen, ich habe es gesagt (und ja, das tat ich) – nur: Wir müssen nicht richten, wir können es selber besser machen. Ich habe so die Nase voll von all dem moralinsauren Urteilen über andere – und immer unter dem Deckmantel von Ironie, Satiere oder „es war nur witzig gemeint“.

Wir haben auf der Welt echt schlimmere Probleme als ein auseinander gehendes Pseudopromipaar. Und jeder hat wohl mit sich selber nochmals genug zu tun – eigentlich.

‪#schweizeraufschrei

bildschirmfoto-2016-10-13-um-18-54-23Auf Twitter gibt es grad eine neue Aktion. Sie soll darstellen, dass Sexismus in der Schweiz aktuell ist. Ich bin ja bekanntlich keine Feministin, ich mag Genderdingens nicht. Ich finde, die Menschen sollten langsam mal merken, dass es nichts hilft, wenn das eine Geschlecht gegen das andere schiesst, sondern man müsste zusammenspannen und sich Aug in Auge auf gleicher Höhe begegnen.

Nur… als ich es auf mich wirken liess, sprudelte es nur noch aus mir raus:

Als Doktorandin hören, als Alleinerziehende könne man keine Diss schreiben, drum kriegt die Stelle ein junger Mann

oder

Als Doktorandin hören, man benutze als Alleinerziehende das Geld des Stip. nur zur Kindsaufzucht und es nicht kriegt

oder

Nach der Masterprüfung hören, du hast die Note 6 nur wegen eines kurzen Rocks gekriegt

oder

Nach bestandener Doktoratsprüfung hören, man hätte dem Professor wohl schöne Augen gemacht

oder

Vom Chef auf einem Gang zum Kunden diverse Sexpraktiken erzählt kriegen, die er gerne noch ausprobieren möchte…

oder

„Wärst du ein Mann, traute ich dir, so muss ich dich überprüfen.“ Aussage des Projektbetreuers an der Uni

Alles so passiert. Und noch viel mehr. Es bleibt wohl doch noch viel zu tun.

Was ist Literatur?

Bob Dylan kriegt den diesjährigen Literaturnobelpreis. Einige jubeln, einige finden „endlich“ und ganz viele regen sich auf. Sie meinen, das sei keine Literatur. Sie weinen um die verpassten Chancen von Roth und Murakami. Der Buchhandel weint mit, weil er nun keine Bücher verkauft.

Aber: Wann ist Literatur Literatur? Hört ein Text auf, Literatur zu sein, wenn er musikalisch unterlegt wird? Muss Literatur zwischen Buchtexten stehen? Sind Gedichte Literatur und wo ist ihre Grenze zum Musiktext?

Musiktexte sind Literatur. Dass sie bislang ignoriert wurden, könnte man auch bemängeln. Literatur will sich immer wieder neu erfinden, liest man heutige Romane, lesen die sich anders als noch vor einigen Jahren. Und man jubelt darüber und schilt die, welche dem alten Roman nachtrauern einen Ewiggestrigen. Und dann, wenn Literatur weiter gefasst wird, als sie es grad für richtig halten, dann hört der Fortschrittsgeist auf? Dann möchte man die Literatur zwischen Deckel pressen und in Schubladen verstanden wissen?

Zudem: Ist der Literaturnobelpreis echt dazu geschaffen, einer Branche Einkünfte zu verschaffen? Wohl kaum. Dafür haben wir noch den Buchhandelspreis, den kann man gerne so steuern, dass er einträglich ist.

Rezension: Gregor Eisenhauer: Die 10 wichtigsten Fragen des Lebens

Was würde auf drei Seiten über mich stehen?

Wenn wir keine persönlichen Worte finden, dann bleibt auch die Persönlichkeit unerkannt.

Gregor Eisenhauer ist Nachrufeschreiber. Seit vielen Jahren besucht er Hinterbliebene, um von ihnen etwas über den Verstorbenen zu erfahren. Wider Erwarten trifft er selten auf weinende und verzweifelte Menschen, sondern auf solche, die wollen, dass ein Mensch, der nicht mehr ist, in Erinnerung bleibt – so wie er war. Aus dem gehörten entsteht dann der Text Eisenhauers. Es soll ein Text sein, welcher den Verstorbenen so wiedergibt, wie er war, mit all seinen Facetten.

Wenn ein Freund über einen Freund schreibt, dann will er nur Gutes erzählen. Aber das ist kein Porträt. Das ist Schönfärberei.

Eisenhauer ist überzeugt, dass es jedem von uns gut täte, wenn wir einen Nachruf auf uns selber schrieben schon zu Lebzeiten. Das würde uns dazu bringen, über uns nachzudenken, in uns zu gehen und herauszufinden, wer wir wirklich sind, wie wir wirklich sind. Drei Seiten gibt er uns, das zu tun.

Damit es nicht gar so schwer fällt, gibt er uns zehn Fragen an die Hand, die wir uns stellen können. Die Fragen reichen vom Sinn des Lebens über unsere Einschätzung, ob wir schön sind hin zu Gott und dem Leben nach dem Tod. Zu allen Fragen gibt es ein Kapitel, in welchem Eisenhauer aus dem Nähkästchen plaudert. Er erzählt von Gesprächen, die er führte wegen eines zu schreibenden Nachrufs, gibt (Lebens-)Philosophien zum besten und erzählt von Gesprächen unter Freunden.

Ein guter Ansatz mit einigen tiefgründigen Gedanken. Der Autor wirkt teilweise aber sehr überheblich, als ob er im Gegensatz zum Rest der Welt die Wahrheit erkannt hätte. zudem ist das Buch mehrheitlich wirklich ein Plaudern, das dahinplätschert und damit oft etwas langatmig wird. Es fehlt der rote Faden, es fehlt die wirkliche Anleitung, die er ja zu geben verspricht. Man könnte fast denken, er hätte bis zum Schluss des Buches vergessen, was er eigentlich wollte und sich in seinen eigenen Fragen selber verloren. Trotzdem regt das Buch durchaus zum Nachdenken an. Es behandelt mit dem Sterben und dem Tod sensible Thema und nimmt diesen durch die Leichtigkeit der Sprache ein wenig von ihrer Schwere.

Fazit
Ein sensibles Thema wird mit Leichtigkeit und anregenden Fragen behandelt, leider ab und an etwas langatmig und besserwisserisch.

Zum Autor:
Gregor Eisenhauer
Geboren 1960, hat Germanistik und Philosophie studiert. Er lebt als freier Schriftsteller in Berlin und schreibt u. a. Nachrufe für den Tagesspiegel.

Angaben zum Buch:
eisenhauer10Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: DuMont Buchverlag (9. Februar 2016)
ISBN: 978-3832163501
Preis: EUR: 9.99 ; CHF 14.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

 

 

Nicht nur wollen, was man will

Du willst was tun. So wirklich. Und du malst es dir aus und es wäre genau das, was du dir für dich vorstellen könntest. Wäre da nicht… Die Aufzählung dessen, was nun kommt, ist lang. Schliesslich finden sich immer mehr Gründe, die dagegen sprechen als solche, die unterstützen. Da wir rein mathematisch darauf getrimmt werden, dass Quantität immer siegt, so will es ja auch die Demokratie (die Mehrheit siegt über die Minderheit), stehen wir zurück. Wir linsen ab und an zum Wunsch und schauen gleich wieder verschämt weg. Wir denken Dinge wie „schön wäre es ja schon“ und „irgendwann werde ich es tun“. Wir sind dann die, welche immer denken, was sie nach der Pensionierung alles tun werden, merken aber erst dann, dass sie gar nie gelernt haben, es zu tun – und lassen es auch dann.

Die meisten Träume sterben nicht daran, weil die äusseren Umstände sind, wie sie sind. Sie sterben daran, dass wir immer wieder Umstände finden, die der Umsetzung der Träume im Wege stehen. Sobald das Kriterium „wenn…. dann“ ins Spiel kommt, kann man davon ausgehen, dass es nie der Fall sein wird. Es gibt immer wieder neue, noch nicht erfüllte Wenns. Das Dann kommt gar nie zum Zug.

Wenn du also wieder mal was willst, dann frag dich nicht, wieso es grad nicht geht, sondern schaue, was du brauchst, es zu tun. Und dann gilt es nicht mehr, Dinge auszuräumen, die im Weg sind (es ist immer was da), sondern Möglichkeiten zu schaffen, es zu tun! Und – ganz wichtig: Man muss es tun! Einfach anfangen. Und natürlich merkt man dann, dass es vielleicht nicht so leicht ist. Und es Hindernisse gibt. Auch da gilt wieder: Nicht die Hindernisse betrauern, Wege suchen!

Wünsche brauchen Zeit und Raum. Die muss man sich einräumen. Dann können sie gedeihen. Das klappt selten „wenn – dann“, sondern nur „so – jetzt“. Und nein, ich sage nicht, alles ist immer möglich. Das ist schlicht nicht so. Es gilt durchaus zu prüfen, ob der Wunsch einem wirklich auch entspricht. Es bringt nichts, sich gegen den Strich kämmen zu wollen. Wenn der Strich aber stimmt, dann findet sich ein Weg – wenn man es denn will.

Entweder – oder

Ich sah das grad im TV so ähnlich, ich fand das witzig. Macht ihr mit? Ich würde mich freuen:

1 Stadt oder Land?
2 Kaffee oder Tee?
3 Hund oder Katze?
4 Schwarz oder weiss?
5 Buch oder E-Reader?
6 Bester Freund oder beste Freundin?
7 Serie oder Film?
8 Sofasitzer oder Esstischplauderer?
9 Bier oder Wein?
10 Einsame Insel oder Partystrand?
11 Fleisch oder Gemüse?
12 Marmeladenbrot oder Müesli?
13 Flip Flops oder Sandalen?
14 Twitter oder Facebook?
15 TV oder Kino?
16 Malerei oder Plastik?
17 Krimi oder Liebesroman?
18 Hochzeit oder wilde Ehe?
19 Natur oder Kultur?
20 Kopf oder Herz?
21 süss oder salzig?
22 lieb oder frech?
23 weich oder hart?
24 Hand oder Fuss?
25 kalt oder warm?
26 gleich und gleich oder unterschiedlich?
27 denken oder fühlen?
28 Mutter oder Vater?
29 Einsiedler oder Herdentier?
30 Wald oder Bäume?
31 stricken oder häkeln?
32 Auto oder Bus?
33 Spaziergang oder Radtour?
34 Morgenmensch oder Nachteule?
35 Entweder oder oder und?

Männliche und weibliche Skandale

Ein Aushängeschild einer christlichen Partei wird zum vierten Mal Vater. Daran ist per se nichts auszusetzen, nur: Die Mutter ist nicht seine Frau, sondern ein einmaliger (?) Ausrutscher. Da hat es der gute Mann mit der christlichen Nächstenliebe etwas zu wörtlich genommen, möchte man spotten – wäre das Ganze nicht so traurig und das in vielerlei Hinsicht.

Man könnte sich auf den Standpunkt stellen, das sei seine Privatangelegenheit, hätte weder mit seiner Politik was zu tun, noch hätte es uns was anzugehen. Dem möchte ich entgegenhalten, dass es nunmal an mich herangetragen wurde durch die Medien und ich mir dadurch natürlich meine Gedanken dazu mache. Ist so ein Mensch tragbar? Politiker sollten ja gewisse Werte vertreten, sollten für etwas stehen, man sollte ihnen trauen können. Kann man das, wenn es einer auf einer so elementaren Ebene an Ehrlichkeit und Integrität fehlen lässt?

Könnte man hier das Argument „Er ist auch nur ein Mensch/Mann“ gelten lassen? Dass Seitensprünge keine Seltenheit sind, ist Fakt, das müssen wir nicht wegdiskutieren. Eigentlich möchte ich den moralischen Zeigefinger gar nicht so sehr bemühen, aber er regt sich, weswegen ich dieses Feld verlasse und mich einem anderen zuwende. Der Politiker bezeichnet das Ganze als „grossen Fehler“. Da wächst nun also ein Kind heran, dass irgendwann mal lesen kann, dass es sein Dasein einem grossen Fehler verdankt. Eine solche Äusserung öffentlich finde ich mehr als bedenklich, sie ist menschlich dumm und unbedacht. Sie ist für das heranwachsende Leben ein Stempel, den es irgendwann mal an sich entdecken wird – und er wird sich kaum wegwischen lassen. Aber es geht noch weiter. Seiner Frau beichtete er alles erst kurz vor der Geburt. Sie will nun zu ihm stehen. Und er will für das Kind sorgen, er hätte sogar die Vaterschaft anerkannt und die finanzielle Unterstützung geregelt. Wenn man das so liest, klingt es fast so, als ob man nun applaudieren müsste ob der Weitsichtigkeit und Gutherzigkeit des edlen Mannes – dabei hat er nur das Mindeste getan, was man in einer solchen Situation überhaupt verlangen kann. Aber die Medien klopfen ihm fast auf die Schultern, indem sie es eben nicht anprangern, nur so quasi sachlich berichten.

Man denke mal ein paar Monate zurück. Da wurde ein Tunnel eröffnet und eine Frau trug einen Mantel, der nicht ganz vorteilhaft erschien. Wie haben die Medien gezetert und geschrien. Wie haben sie sich über ihren Kleidergeschmack lustig gemacht, sie durch den Kakao gezogen. Dann wurde auch noch über den (viel zu hohen – wovon zahlt sie das? Von zu hoch angesetzten Geldern, die den Steuerzahler schröpfen???) Preis geschimpft. Ein Skandal, könnte man denken, den sich diese Politikerin erlaubt hat. Wie viel besser macht es da dieser Politiker (notabene derselben Partei), der einfach mal fremdgeht, alle belügt, hintergeht und dann auch noch einen grossen Fehler produziert. Immerhin bereut er es ja.

Das Leben ist scheisse

Das Leben ist scheisse
und so ist der Rest.
Wobei es kein Rest ist,
da nachher nichts ist.

Das Leben ist scheisse,
es ist nicht mal fair,
doch Fairness war nie Plan,
man hofft’ es nur sehr.

Das Leben ist scheisse,
ich bin ja schon still,
denn keiner will’s hören,
man hofft lieber still.

Das Leben ist scheisse,
ich hab’ es erkannt,
ich macht dennoch weiter,
Ich hoff auch noch mit.

Das Leben ist scheisse,
mal mehr und mal nicht,
ich geh durch die Jahre,
ich nehme sie mit.

Eine Insel

Ich hätte gerne
eine Insel
nur für mich.

Niemand will was,
niemand braucht was,
keiner spricht.

Keine Sorgen,
auch kein Morgen,
immer jetzt.

Alles weit weg,
nichts erreichbar,
Einsamkeit.

Niemand sieht mich,
niemand hört mich,
nicht mal ich.

Ich hätte gerne
eine Insel
nur für mich.