im hamsterrad

verbissen ins leben,
verdorben für alles,
was leicht nur wäre.

verloren für genuss,
weil zwang nur herrscht
des noch mehr tuns.

sitzend im café
der möglichkeiten,
keine wählend,

weil freiheit nicht geht
wo druck schlicht
ein muss.

fragen verstummten
ob blindem gehorsam
ohne sinn.

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Für die abc.etüden, Woche 12/13 des Jahres 2019: Die Worte stammen in dieser Woche von Rina und ihrem Blog Geschichtszauberei und lauten: café, verdorben, beissen

Der obligatorische Etüden-Disclaimer: Die Headline heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern (und ja, ich meine das so. 300. NICHT MEHR!).

Der Ursprungspost: HIER

Du fehlst

Erst nur ein Bild,
das mich betörte,
wusste ich schon,
was du mir bist.

Du zogest ein,
nahmst Schritt für Schritt,
die Wohnung ein
und mich gleich mit.

Sahst mich an
und mir war klar,
nun ist es gut,
ich kann es tragen.

Fülltest das,
was leer geworden,
gabst mir Sinn,
wo dieser fehlte.

Zeigtest fortan,
Tag für Tag,
was Liebe ist,
und Treue  mit.

Liesstest mich
von Stund zu Stunde,
neu erstarken,
Kräfte sammeln.

Fingest auf,
was runter fiel,
und hieltest hoch,
was wertvoll war.

Warst einfach da,
ganz unbeirrt,
und nahmest dir das,
was dir gebührte.

Du warst schlicht das,
was ich ersehnte,
warst das Du
in dem Gefüge.

Ich sah uns gehen
unsre Wege,
bis in alle
Ewigkeit.

Nur gingst du dann
nen andern Weg
und ich stand da,
wieder allein.

Wollte folgen,
stiess an Grenzen,
rief dir nach
ganz ungehört.

Tauchte tief,
in tiefste Tiefen,
wünschte mir,
nicht mehr zu sein.

Doch weiter ging es,
musst es gehen,
allein mir fehlte
oft der Mut.

Wohin ich schaute,
nur noch Leere,
alles dunkel
ohne dich.

Mit dir ging
ein Stück von Leben,
und der Rest blieb hier
zurück.

Danke für das Wegesstück,
das wir gemeinsam gingen,
geh ich nun alleine,
gehst du im Herzen mit.

@Sandra Matteotti

Das Fest der Liebe

Ab und an möchte ich
in die Welt raus schreien,
möchte es allen sagen,
möchte schlicht danke sagen,
dass es dich gibt.

Ich möchte laut Lieder singen,
und durch Zimmer springen,
möchte Tänze tanzen,
und vor Glück zerspringen,
weil es dich gibt.

Ab und an möchte ich
auch mal im Stillen
in mich gehen,
und dann dich da sehen,
weil es dich gibt.

Ich möchte Träume träumen,
und Verse reimen,
möchte Bilder malen,
und für mich zelebrieren,
dass es dich gibt

©Sandra Matteotti

 

Liebesmahl

Du bist der Zucker im Kaffee und
die Butter auf dem Brot.
Bist das Salz in meiner Suppe,
und das Dressing am Salat.

Du bist der Pfeffer im Gericht und der
Sahneklecks beim Kuchen.
Bist schlicht das, was erst das Essen
zu viel mehr als Nahrung macht.

Du bist die Würze meines Lebens,
bist mein Lebenselixier.
Du bist die Liebe meines Lebens,
bis mein Glück – das bist du mir.

Drum lass uns dies zusammen leben,
dieses kunterbunte Festtagsmahl.
Lass uns schwelgen, schlemmen, lieben,
denn wir leben nur dies eine Mal!

©Sandra Matteotti

Lebensfeier

War es mal Liebe,
was nun nur in Trümmern?
War da mal mehr
als Scherbengericht?

War da mal Nähe,
wo nun nur noch Mauern?
War da mal mehr
als nur Distanz?

Wo ging das hin,
was hier einmal war?
War alles gar
nie wirklich da?

Ich blicke zurück –
ein bisschen Wehmut.
Sehe was war,
und was nur gedacht.

Ich blick zurück –
bin etwas dankbar,
für die Hoffnungsschimmer
am Firmament.

Zwar sind sie zerplatzt,
sie leuchteten kurz.
Wir suchten das Licht,
und fanden es nicht.

Wir suchten das Licht,
für uns gab es das nicht.
Nun ziehen wir weiter,
und nehmen viel mit.

Nun ziehen wir weiter,
und nehmen das mit,
was einmal gut war,
und machen den Schnitt.

Wir sehen nach vorne,
es fängt was neu an,
wir sehen nach vorne,
und kommen hier an.

Ich dank’ dir für alles,
was einmal war,
ich dank dir für alles,
es macht’ mich startklar

für eine Zukunft,
die mir ganz entspricht,
wir lernen aus allem,
wir nehmen es mit.

Drum lass uns nicht hadern,
erfreuen wir uns,
schauen wir vorwärts,
was war, ist vorbei.

Und: das was kommt,
das wird ein Fest!

©Sandra Matteotti

Spontangedicht

Du wolltest, dass ich dichte,
hier kommt’s in Vers ohn’ Reim.
Ich dachte, dass das reiche,
es kann nicht immer alles sein.

Doch was ich dir zu sagen,
das sage ich dir gleich,
ich denk’, ich kann es wagen,
und ja, es sind drei Dinge auf nen Streich:

Ich liebe dich, ich brauche dich,
ich will dich nie mehr missen,
ich liebe dich, ich küsse dich,
all das würd ich vermissen.

Und sieh auch da, was ist passiert?
Nun reimt es eben doch.
Wenn sich erst der Druck verliert,
ist Reimen nicht mehr Joch,

es passiert so quasi nebenbei,
wenn Worte purzeln fromm und frei.
Es mag kein grosses Dichtwerk sein,
doch eines ist es, nämlich dein!

©Sandra Matteotti

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Ich dichte auch auf Auftrag, Anfragen gerne HIER

Lebe! Jetzt!

Wenn jeder Blick
zum Danke ruft
und jeder Ton
zum Tanz.

Wenn Worte nur mehr
Zeichen sind
und draussen das,
was zählt.

Wenn gestern schon
Geschichte ist,
und morgen noch
nicht da.

Dann lebst du so
im Wirklichen
und weißt, dass dies
nur zählt.

Denn gestern ist
gestorben schon
und morgen noch
nicht da.

Wir haben nur
den Augenblick,
und das ist das,
was zählt.

Drum lebe jetzt,
vergiss den Rest,
er ist Geschichte,
Phantasie

Denn: Was noch kommt,
wer weiss es schon,
geniessen wir,
was ist.

©Sandra Matteotti

Tanzt du mit?

Und ich tanzte.
Übers Parkett.
Mit diesem Mann.
So Schritt für Schritt.

Und ich fühlte.
Das Leben atmen.
So soll es sein.
In meinem Sein.

Und wir schwebten.
Durch jeden Takt.
Ganz hindurch.
Durch die Melodie.

Und ja, es war klar.
Das ist der Tanz.
Der durch mein
Leben führt.

©Sandra Matteotti

 

Grenzen ziehen

Ich hab genug von
nur bierernsten
hinterfragern
selbsternannten
wissensträgern
so gefühlten
grosshirnstemmern

hab genug von
diesen einen
die so wirklich
endlich meinen
es zu wissen
und auch besser
als die andern einen

ich hab genug von
zeigefingern
augenrollern
lehrerminen
grossgekotzten
scheinmaschinen
von allen diesen

ich hab genug
von ihnen

©Sandra Matteotti

 

Die drei Siebe

Sätze aus Worten,
hart und auch schwer,
strömen mir zu und
werden zum Meer.

Zieh’n mich herab
und decken mich zu
ziehn mich herab
und aus meiner Ruh.

Bin ach so müde
und fühle mich leer,
Sätze aus Worten,
sie lasten gar schwer.

Und wenn dann bei Ebbe
die Wogen wegziehn,
bleibt oft der Wunsch nur:
Ich möchte nun fliehn.

Ich möchte mich nicht mehr
den Worten aussetzen,
sie sollen mich niemals
mehr weiter verletzen.

Sätze aus Worten,
zerstören zu viel.
Drum frage dich stets:
„Was steht auf dem Spiel?“

Nicht jedes Wort muss
ausgesagt sein,
so manches davon
verursacht nur Pein.

Frage dich darum,
ob gut, nötig, wahr,
und wenn alles nicht,
dann schweige ganz klar.

©Sandra Matteotti

Angepasst verblasst

Ich wollt’ es doch
nur recht dir machen,
wollte keinen
Streit entfachen.

Nahm mich zurück.
Dachte: „Zum Glück!“

Nie hätt’ ich gedacht,
was dieses entfacht;
dieses mich Anpassen,
dieses mich selbst Verlassen.

Nahm mich zurück,
so Stück für Stück.

Angst hat regiert,
mich selber negiert,
machte mich klein,
eliminierte mein Sein.

Nahm mich zurück,
damit das Glück.

Was blieb denn noch,
so unterm Joch
der Furcht allein?
Wer könnte da noch

glücklich sein?

©Sandra Matteotti

Lied der armen Leute

Ich habe nichts
und taug’ drum nichts,
was kann ich denn
schon bieten?

Denn wer nichts hat,
der gilt auch nichts.
So geht es
kleinen Leuten.

Man rümpft die Nase,
hebt die Stirn,
und schaut verächtlich
dann herab.

Was will so wer
denn überhaupt,
was meint er,
wer er sei?

Die Antwort, die
ist schnell bereit:
Ein Nichts und Niemand, nur
ein Fehler im System.

©Sandra Matteotti