Ode an die Belanglosigkeit

Ein Wort ist ein Wort. Das war einmal, wie mir scheint. Floskeln nehmen überhand. Dass man fragt, wie es einem geht, ohne es eigentlich wissen zu wollen, ist schon lange nichts mehr Neues. Im Englischen wird es schon synonym für „Hallo“ verwendet, im Deutschen sind wir nahe dran. Der Trend scheint weiter zu gehen und in allen Bereichen des alltäglichen Miteinanders Fuss zu fassen.

„Wir müssen uns bald mal wieder treffen!“ heisst bei Weitem nicht, dass man den anderen bald mal sehen wird, geschweige denn was von ihm hören wird. Es klingt nett, es ist vielleicht sogar so gemeint in dem Moment, ein bisschen zumindest, aber schliesslich und endlich doch eher nur so daher gesagt. Wozu eigentlich? Wieso erzählt man jemanden, ihn treffen zu wollen, wenn man das gar nicht wirklich vor hat? Denkt man, dem anderen damit einen Gefallen zu tun? Denkt man, so eine gute Tat für den Moment zu tun, egal, dass diese bei Nichteinhaltung zerstört wird? Denkt man, der andere hätte eine so dahergesagte Floskel so dringend nötig? Das wäre schon fast überheblich. Aber vermutlich ist es pure Gedankenlosigkeit. Nachdenken? Überholt. Sprache wird nicht mehr bewusst verwendet, sondern gewohnheitsmässig dahergeplappert. Oft hört man selber nicht mal mehr, was man wirklich genau sagt. Alles Automatismus.

Vielleicht ist das ein Zeichen der Zeit. Eine Zeit, die selber immer schneller und haltloser wird. Was früher fürs Leben gedacht war, reicht heute höchstens für Abschnitte davon. Was früher verbindlich war, ist höchstens noch Wahrscheinlichkeit. Der einzelne Mensch fühlt sich selber haltlos und kann aus dieser Haltlosigkeit heraus keine eigenen Verbindlichkeiten mehr aufbauen. Er versucht, innerlich frei zu bleiben, um so jeder Eventualität gewachsen zu sein. Er sieht das Leben mit den vielen Änderungen und sorgt vor. Jedes eigene Festlegen wäre dabei eine Statik, die man nicht zu tragen wagt. Weil man sich selber offenbaren würde dabei in einem grossen Nebel von Ungewissheit. Weil man damit eine Stellung beziehen würde, die man nicht sicher halten kann. Und nie weiss, wie lange sie überhaupt haltbar ist. Lieber auf der sicheren Seite bleiben. Alles offen lassen. Sich nicht festlegen. Mal sehen, was kommt. Notfalls kann man noch einlenken. Und so wird aus dem „Wir sehen uns mal!“ ein „Alles ist möglich!“ Leider verliert so das Wort auch die Bedeutung. Und damit endet Kommunikation irgendwann im Sumpf der Inhaltslosigkeit. Zurück bleiben blosse Buchstabenhülsen, deren Meinung so weit ist, dass sie nicht mehr fassbar ist.

Was in dem Ganzen auch mehr und mehr abnimmt sind Werte wie Vertrauen, Verlässlichkeit, Verbindlichkeit – und allen voran Anstand und Respekt dem anderen gegenüber. Da die Welt oft Spiegel ist, darf man sich dann aber auch nicht wundern, wenn man in dem Ganzen immer haltloser wird, da andere genauso handeln, sich den eigenen Gepflogenheiten anpassen. Und so gehen immer mehr Menschen als Individualisten ohne echte Bindungen durchs Leben, halten diesen Wandel als grösstmögliche Freiheit hoch und sehen nicht, wie viel Leere sie damit in und um sich aufbauen. Schliesslich und endlich ist und bleibt der Mensch ein soziales Wesen. Nicht nur  Säuglinge überleben nicht, wenn ihnen keine Liebe und Zuneigung entgegengebracht wird, das zieht sich bis ins Erwachsenenalter hinein. Jeder Mensch verkümmert langsam, wenn er einsam durchs Leben geht. Nicht einsam ist man nicht in grosser Gesellschaft, sondern in wahrer. Verschliesst man sich dieser, bleibt Einsamkeit – selbst im grössten Getümmel.

Durchgehende Pferde

Der Unterschied zwischen Männern und Frauen? Wenn eine Frau einen Mann nicht kriegt, weil er eine andere will, beschuldigt sie die Frau, ihr was weggenommen zu haben und versucht fortan, sie schlecht zu machen. Kriegt ein Mann eine Frau nicht, geht er mit seinen Freunden eins trinken und denkt sich, was der andere kann, kann ich auch: das war noch nicht die Richtige.

Grimms Märchen heute, Schneewittchen aktuell. Die Thematik wird wohl nie aussterben, sie ist ewig aktuell. Woher rührt sie? Die Königin im Märchen war schön, unbestritten, der Spiegel sagte sogar, sie sei die Schönste, einfach mit einer Ausnahme. Statt sich nun zu freuen, dass man wirklich schön ist, geht man dahin und konzentriert alles auf die eine, welche noch schöner ist. Die muss weg. Es darf nicht sein, dass man selber nicht die schönste Frau ist. Und fortan dreht alles Denken nur um die Ungerechtigkeit der Welt, um die Ungerechtigkeit des Lebens und wie man diese beheben könnte. Und wenn man diesen Mechanismus genauer betrachtet, sieht man, dass man selber drauf und dran ist, sich das Leben zu vergiften. Mit Neid. Mit Missgunst. Mit negativen Gedanken. Und diese Gedanken vergiften auch einen selber. Liest man das Märchen, sieht man die Königin förmlich vor sich mit eisernem Gesicht, zusammengekniffenen Augen. Dass dies nicht wirklich Schönheit fördernd ist, liegt auf der Hand.

Doch auch im wirklichen Leben trifft man auf solche Mechanismen. Frau will einen Mann, der ist nicht interessiert. Es muss eine andere Schuld sein. Und statt zu sehen, dass da draussen noch viele, passendere Männer wären, als der, welcher schlicht nie interessiert war, stürzt man sich mit Geheul auf die andere Frau, die am eigenen Übel schuld sein muss. Frau will ihr heimzahlen, was ihr selber vermeintlich Ungerechtes wiederfuhr. Dabei werden die Fakten grossräumig umfahren, der eigene Groll, die eigenen verletzten Gefühle, der eigene Neid steuern fortan das Schiff. Ich nannte es nun nicht Schlachtschiff, das klänge etwas gar pathetisch – aber irgendwie doch passend. Meistens überleben die Sündenböcke. Sie kriegen einfach das ganze Arsenal an weiblicher Hinterlist und Subtilität zu spüren. Wäre ja gelacht, wenn man der als Persona non grata definierten Rivalin nicht das Leben etwas schwer machen könnte. Ob man sich dabei besser fühlt? Ich denke nicht. Tief drin bleibt der Stachel, den man sich selber zementiert hat. Das einfache Annehmen des Umstandes, dass man auf ein Pferd gesetzt hatte, das nicht durchs eigene Tor lief, mag schmerzhaft sein, doch die ganze Geschichte, die man darum aufbaute, haben diesen Schmerz zementiert, hat das Messer mehrmals umdrehen lassen. Hat alles anwachsen lassen. Das Pferd kam nicht nur nicht durchs eigene Tor, die eigenen Pferde galoppierten im Sauseschritt davon.

Es befreit wohl, zu denken, der andere wollte einen nicht, weil jemand Drittes so böse war und einem im Weg stand, statt zu sehen, dass man selber nicht gewollt war. Das hilft, das Selbstbild zu kitten. Dass man damit Dritten Unrecht tut, scheint das kleinere Übel. Ein Übel, das unter dem Deckmantel des vemeintlich eigenen Unrechts rechtfertigt.

Familienzuwachs

Klein wie er ist, erkundet er seit heute Mittag sein neues Zuhause, immer beobachtet vom neuen grossen Onkel. Mein kleiner Panter folgt dem Graubärchen auf Schritt und Tritt, schaut, was dieser alles zu erforschen hat. Vermutlich ganz nach dem Motto „Durch die Augen eines Kindes sieht man die Welt nochmals neu“. Auf alle Fälle hörte ich kaum je Fauchen oder sonstige Kampf- und Unlaute, Näschen berührte Näschen, einer hoppelte, einer lauerte, gespielt haben sie gar zusammen mit einem Faden. Schön, wieder Leben in der Bude zu haben. Linus zeigt sich von seiner besten Seite, lässt dem Kleinen alles durch, ohne böse zu werden, ohne ihn zurechtzuweisen, geduldig, väterlich, gutmütig. Mein Kater, wie ich ihn kenne. Vielleicht erinnert er sich noch an Pascha, der ihn genauso aufgenommen hat vor fast 4 Jahren. Nun ist es an ihm, das weiter zu geben.

Willkommen bei uns, kleiner Kater!

Tränen, Neid und andere Leiden

Heute kam der Spross von Cosima nicht wie sonst fröhlich heim, statt des beschwingten „Hallo“ klang ein wenigerliches Brummeln von der Tür. Besorgt stürmte ich ihm entgegen, dachte schon, was alles Arges mit dem armen Kind passiert ist, sah ihn schon im Geiste mit blauen Augen, verprügelt von grobschlächtigen, bösen Halbstarken vor mir stehen. Er war unversehrt. Auf die Frage, was denn los sei, kriegte ich mit tränenerstickter Stimme zu hören, er hätte eine schlechte Note gekriegt. Nun gut, ich malte mir 2er und 1er aus, tröstete das Kind, das könne mal passieren, davon gehe die Welt nicht unter, um zu sehen, dass es soooo schlecht gar nicht war, einfach keine Superleistung. Wieso also die Tränen? Andere wären besser gewesen, meinte das traurige Kind. Während ich froh war, dass er in einem Fach, in welchem er bis vor kurzem Mühe hatte, eine gute, nicht bahnbrechende, aber gute Note schaffte, war er traurig, weil er im Vergleich mit anderen unterlag. Das machte mich traurig.

Wie oft machen wir uns das Leben schwer, weil wir uns nach aussen vergleichen. Der sicherste Weg ins Unglück ist gerade dieser Vergleich. Klar kann es anspornen, zu sehen, dass andere besser sind, klar kann es motivieren, dem nachzueifern. Wenn der Vergleich aber dazu führt, das selber Erreichte nicht mehr wertzuschätzen, sich schlecht und klein zu fühlen, dann ist der Vergleich nicht gut. Ich erklärte dem Filius, dass jeder Mensch Möglichkeiten hat. Einer mehr, der andere weniger. Wichtig ist es, diese Möglichkeiten auszuschöpfen. Wenn ich das tue, was in meinen Möglichkeiten liegt, und die Leistung erbringe, die mir möglich ist, dann ist das gut. Und ich kann zufrieden sein. Ein anderer hat vielleicht andere Möglichkeiten. Super. Meine Möglichkeiten werden aber nicht mehr, nur weil der andere mehr davon hat. Sie genügen nur mir selber nicht mehr.

Ich kenne Selbstzweifel auch – wer nicht. Kenne vor allem auch das Gefühl, nicht zu genügen, nicht schön/klug/sportlich/beliebt genug zu sein.  Und durch das ständige Hochhalten des Gefühls übersah ich oft, was ich eigentlich alles hatte. Und was gut war. Und toll war. Und worüber ich hätte dankbar sein können. Ich übersah, dass ich gar nicht perfekt sein muss und doch genüge. Dass ich gar nicht alles können muss und doch genug kann. Das zu realisieren war ein sehr befreiendes Gefühl, weil es Ruhe brachte.

Auch bei Erwachsenen ist das ständige Schielen zum andern und was dieser hat weit verbreitet. Es könnte ja sein, dass der andere irgendwo übervorteilt ist. Es könnte ja sein, dass man selber zu kurz kommt. Dass der andere mehr hat, was einen schliessen läst, dass man selber zu wenig haben muss.  Frauen können das zur Perfektion treiben. Mit einem prüfenden Blick von oben nach unten und von unten nach oben. Was hat sie, was ich nicht habe. Und hat sie was, greift man in die Trickkiste. Und hat sie nichts, lächelt man triumphierend. Schade nur, dass der Triumph tief innen nichts zählt. Weil man sich in diesem Vergleich immer minderwertig fühlen wird. Weil man nie die andere abwertet damit, sondern sich selber. Wäre man mit sich zufrieden, hätte man es nicht nötig. Dann könnte man dem anderen Menschen lassen, was ihm ist und selber  mit dem eigenen zufrieden sein. Man würde sich nicht mehr schlecht fühlen im Vergleich, sondern sich miteinander freuen. Ohne Neid. Man würde nicht mehr nach aussen demonstrieren wollen, wie toll man doch ist, nur um nicht die eigenen Zweifel zu laut werden zu lassen. Ohne zu merken, dass sie gerade so immer lauter werden und es nur diejenigen da draussen schert, die genauso verzweifelt versuchen, ihre eigenen Zweifel klein zu halten. Aber vielleicht lernt das mancher nie, reicht ein Leben nicht aus. Mein Filius hat noch gute Chancen, er ist noch Hänschen, noch nicht Hans. Ich wünsch‘ es ihm!

Wer bin ich?

Wer bin ich eigentlich? Ich frage nach und höre in mich. Was macht mich aus? Was ist mein Kern? Mein Ich? Lange hätte ich gesagt, ich bin Studentin, wenn ich gefragt wurde. Ich identifizierte mich mit meinem Studium, liebte dieses Leben, das Forschen, das Lernen, das Leben an der Uni, meine Bücher, meine Arbeiten. Ich liebte die Kreativität, die in diesem Leben Platz hatte, die damals noch grosse Selbstbestimmtheit des Studiums. Ich habe mein Studium zelebriert, gelebt, ausgekostet. In allen Winkeln, Facetten. Hätte mir gewünscht, es würde nie enden. Der erste Schnitt kam mit der Geburt meines Sohnes. Zwar war ich immer noch im Studium, doch dieses war nicht mehr ganz so frei und kreativ, sondern ein Organisieren um die Bedürfnisse eines Kleinstkindes herum. Der zweite Bruch war rigoroser: Das Studium war irgendwann (böse Zungen meinten endlich) fertig – leider möchte ich fast sagen. Denn mit dem Studium fiel unglaublich viel Lebensinhalt weg. Es fiel Selbstverstädnis weg. Es fiel weg, was ich bislang als Konstante durch mein Leben trug. Zurück blieben Fragezeichen: Wie weiter?

Ich hatte Glück, ich konnte weiter machen. Mich wieder in Bücherberge versenken. Wieder lesen, schreiben, forschen. War irgendwie immer noch Studentin, einfach nun eine Stufe weiter. Zwar war es nicht nur Kreativität und Wohlgefallen, sondern sehr viel Kraft, Energie, Stress, Druck, Überforderung auch. Tagsüber Kleinkind, nachts Wissenschaft forderte ihren Tribut. Aber ich war dankbar. Und fühlte mich ganz eins mit dem, was ich tat. Das war ICH. Doch auch das nahm ein Ende. Ich wurde wieder fertig. Zwar ein Erfolg und ich bin dankbar dafür und stolz darauf. Aber wo blieb nun das ICH? Dessen Inhalt?

Ich bin Mutter. Das werde ich bleiben, keine Frage. Doch was, wenn mein Kind auszieht? Dann ist das Muttersein wohl nicht mehr so präsent und mein Leben nicht mehr so stark dadurch geprägt, wie es das jetzt ist – situationsbedingt. Auch das Muttersein scheint eine Rolle in meinem Leben zu sein, ein Teil davon, aber nicht das Ich.

Und bei all dem ständigen Wegfallen, wo doch das Ich zurück bleibt, fragt man sich, was genau dieses Ich ist. Und merkt auch immer wieder, dass es nicht leicht ist, das wirklich zu sagen und frei zu bestimmen. Denn neben all den eigenen Bildern, die man von sich hat, den eigenen Wünschen, wie man das Leben leben möchte, stösst man immer auch an Forderungen und Bilder der Gesellschaft, der Aussenwelt. Merkt, mit welchen Schubladen, Urteilen und Kategorien gehandelt wird und sucht den Platz, der zu einem passt. Immer wieder denkt man, dass man einfach ist, wie man ist, den eigenen Wegen folgt, unabhängig davon, was andere denken, sagen, wollen. Man sieht sich mit dem eigenen Leben konfrontiert und weiss, dass man es schlussendlich sowieso alleine und selber leben muss. Wieso also auf andere hören, sich anderen anpassen? Doch dann sieht man sich konfrontiert mit der Aussenwelt und merkt, dass das gar nicht immer so einfach ist, weil man schnell in einer Position ist, sich rechtfertigen zu müssen.

Auf der einen Seite stehen die, welche finden: Mach was Gescheites aus deinem Leben, ordne dich in die Gesellschaft, in die Wirtschaft ein. Auf der anderen Seite die, welche alle so Denkenden als Kapitalisten und Spiesser abtun. Und mittendrin eine ganze Horde Menschen, die ihre eigenen kleinen Bilder und Schubladen lauthals vertreten. Und irgendwo man selber. Und wenn man nicht per se der einen oder anderen Schublade zugehört und fleissig mitbrüllt, kann der Lärm ziemlich ohrenbeträubend sein.

Grundsätzlich weiss ich, was ich will. Weiss auch, wo ich hin will. Was ich tun will. Was mein Leben ist. Ab und an ertappe ich mich dabei, all den Stimmen zuzuhören, den inneren wie äusseren und zu denken: Ich müsste doch…mich anpassen, andere Wege gehen. Denke, sie könnten recht haben, sie sind laut. Und wer laut ruft, muss doch überzeugt sein von dem, was er sagt. Sonst würde er leise flüstern. Ich entwickle Aktivismus, versuche, den Stimmen zu folgen, meine Wege zu verlassen, anzupassen, neu zu orientieren. Ich will doch dazu gehören. Nicht alleine stehen und gegen Stimmen kämpfen. In einer Schublade ist es geschützt und sicher. Man hat Wände, die Halt geben, einen Boden, der stützt. Man ist in Gesellschaft. Nicht allein. Weiss, wer man ist, was man ist. Bis – ja bis: die Schublade rausgezogen wird, weil das Kind ausfliegt, das Studium zu Ende geht oder man Platzangst kriegt. Und oft hat man von Anfang an Platzangst und traut sich nicht aus der Schublade raus, sitzt drin und lebt mit dem beklemmenden Gefühl. Vielleicht gewöhnt man sich sogar daran.

Ich habe beschlossen, es mal mit Ohrstöpseln zu versuchen. Das hilft gegen die Stimmen von aussen. Die von innen behalte ich, denn ab und an mag ich sie sogar. Sie haben mir grad diktiert.

Zeit

Sekunde folgt Sekunde,
fliessen in Minuten,
ergiessen sich in Stunden,
werden zu Tagen,
Wochen ziehen sich,
hinein in Monate.
Zeit steht
im steten Fluss,
unendlich scheinend,
träge liegend.
Namen ändern,
sie bleibt gleich,
immer da,
immerdar,
ich in ihr,
sie um mich. 
(SM)

IPad – oder: Ein Mann hat es erfunden

Es gibt ja so Dinge, die muss man einfach haben. Die sind cool, Kult, hip – wie auch immer man es nennen will, sie gehören zu dem, der was auf sich hält. Das Iphone war das erste. Ich habe auch eines. Seit nun 5 Jahren. Ich wollte das gar nicht. Ich kam dazu wie die Jungfrau zum Kinde. Irgendwie geht es mir mit allem Fallobst so.

Ich erinnere mich an meinen ersten Computerkauf. Papa und Cosima zogen los, dem Kinde einen Computer kaufen. Der Papa wusste auch, wie es Väter so an sich haben, Bescheid, und riet zu einem Mac, da alle Mac hätten. Ich war die einzige in meinem Umfeld mit Mac. Dass er zu dem Schluss kam, lag auf der Hand, da in einem graphischen Beruf tätig. Aber sonst stiess ich überall auf Hohn und Spott und Unverständnis. Das war mir egal, ich mochte meinen Computer. Trotzdem wechselte ich irgendwann zu Windows, um ein paar Jahre später wieder zurückzugehen.

Auch diese Rückkehr war nicht ganz aus eigenen Stücken. Ein guter Freund, erklärter Mac-Liebhaber fand, es ginge nicht an, dass ich auf einem hässlichen Gerät wie einem PC arbeite und vermachte mir sein Zweitgerät, das er nicht brauchte, ein MacBook Pro. Zuerst fristete es im Schrank sein Dasein, bis ich es irgendwann hervorholte und in Gebrauch nahm. Tja, und dann – kam das Iphone.

Selbiger Freund kam irgendwann mit einem an – sagte, es bei mir zwischenlagern zu wollen. Es wurde eine Dauerobhut. Anfänglich fand ich das Teil schrecklich. Der Touchscreen liess mich noch mehr Tippfehler machen (ja, ich war selber erstaunt, dass das geht). Aber auch daran gewöhnte ich mich, ich scheine evolutionär gut angepasst. Dann kam das Ipad.

Ich sah es überall, stand ab und an kurz vor dem Kauf, verwarf den Gedanken, da man es ja eigentlich nicht braucht. Aber auch dieses Teil zog ein bei uns, zuerst zum austesten, mittlerweile hat auch das Gerät Asylstatus. Und das Fazit: man braucht es wirklich nicht. Was aber ganz offensichtlich ist: Das Teil ist frauenfeindlich. Man kann damit nur ein Programm aufs Mal bedienen. Mehrere Fenster offen haben und nebeneinander bedienen? Geht gar nicht. Und ich finde, das geht ja gar nicht. Das muss definitiv ein Mann erfunden haben, dem dieser Mangel qua seines Mannseins nicht auffiel. Dem kam wohl gar nie in den Sinn, dass man zwei Dinge gleichzeitig tun können möchte. Aber das ist zwingend. Dringend. Dass der Touchscreen etwa gleich ätzend ist wie der des Iphones lass ich mal aussen vor. Und doch. Ich geb es zu. So ein ganz wenig: Spass macht es ja schon. Und es ist auch cool. Irgendwie. Und ich mag es auch. Eigentlich.

Leere

Nun bist du weg. Die Leere scheint erdrückend. Sie schlägt mir mit einem grossen Stein auf den Magen. Lässt die Beine schwach werden. Zu schön war die Hoffnung noch gestern. Im Nachhinein wie ein Aufbäumen vor dem Zusammenbruch. Nach der langen Abwesenheit erfülltest du den Raum wieder mit deiner Präsenz. Zeigtest deine Eigenheiten, wenn auch gedämpft, still noch, so doch erkennbar. Wie freudig das Herz, das wieder schneller schlug. Weil Licht am Ende des Tunnels schien.

Der Tag war ruhig, es ging dir besser. Man merkte, das Tal ist noch nicht durchschritten, doch konnte man schon die Umrisse des Pfades aufwärts sehen. Die Nacht kam. Du lagst neben mir. Wie eh und je. Weich und flauschig. Dann kam die Unruhe. Es plagte dich. Du warst getrieben. Die Verzweiflung griff auf mich über. Fühlte ich die deine oder war es nur die meine? Ich war hilflos. Wachte mit dir. Wachte über dich. Du solltest nicht allein sein. Dich nicht so allein fühlen, wie ich mich fühlte.

Der Morgen kam. Du blicktest mich mit grossen Augen an. Warst still. Lagst da. Dann kamst du doch. Liessest dich bei mir nieder. Ein Anflug der Vertrautheit. Oder war es nur eine Bitte? Ich sah dich an, fragte mich, was in dir vorgeht. Was du wohl spürtest? Was du wohl wolltest? Ich wusste es nicht. Wollte alles richtig machen, doch wusste nicht, was das war.

Nun bist du weg. Ich musste dich wieder da lassen. Alles voll Blut. Zum Glück hatte ich dir noch Schmerzmittel gegeben. So hast du wenigstens nicht den ganzen Schmerz gespürt. Ich spüre den deinen mit. Frage mich, woher der Stein die Kraft nimmt, mich zu erschlagen. Frage mich, ob ich richtig entschieden habe. Hätte ich dich erlösen sollen? Leidest du? Heilt die Zeit? Deine Wunden? Meine? Kommst du wieder? Bleibt die Leere. Im Moment erdrückt sie. Der Hals ist zugeschnürt. Woher die Hoffnung nehmen?

Mama

Mama
Ich bau auf dich,
seit es mich gibt.
Ich kenne dich,
von Anfang an.
Stets Sonnenschein?
Nein, Wolken zogen,
Blitze schlugen
ein mit Gewalt.
Gelacht, geweint,
gekämpft;
miteinander – gegeneinander.
Geflucht, geschimpft,
nicht verstanden –
wieder versöhnt.
Ich bau auf dich
seit ich denken kann.
Ich kenne dich
und du kennst mich.
Wenn Probleme drücken,
Einsamkeit erschlägt,
Hoffnung fehlt:
Du bist da.
Bei Ausweglosigkeit,
Verzweiflung gar:
du gibst mir Halt.
Ich danke dir,
von Herzen.
Ich liebe dich!
(S.M.)

Füreinander

War es dunkel,
Warst du Licht.
Litt ich Schmerzen,
Linderung.
Ging’s mir schlecht,
so wachtest du,
braucht’ ich Halt,
du gabst ihn mir.
War ich einsam,
du warst da,
ging’s mir gut,
dann teilten wir.
Die Wende kam,
ganz unverhofft.
Aus dem Nichts,
ganz über Nacht.
Ich seh’ dich leiden,
leide mit.
Seh’ die Not,
bin einfach da.
Wach‘ über dich,
gebe dir Schutz.
Und geht’s dir gut,
dann teilen wir.

Wo liegt die Grenze?

Beim heutigen Besuch bei meinem Kater trug er einen grünen Verband. Gestern war er rot. Aus dem verband ragte der Schlauch zur Infusion. Katerchen scheint sich schon daran gewöhnt zu haben, er nagt nicht mehr am Verband und stolpert auch nicht mehr über den Schlauch. Aber er ist schwach auf den Beinen. Trotzdem kommt er zu mir, legt seinen Kof auf meinen Arm, stupst mich mit seinem Köpchen an die Stirn, die ich ihm entgegen strecke, wie wir es immer taten. Er wirkt kleiner. Er hat schon über ein Kilo verloren. Er wirkt trotz allem fast gesund – aber ich weiss, seine Werte sind es nicht. Ob sie es werden oder er mit nicht ganz guten Werten weiter leben wird – zeigt sich morgen.

Ich frage mich in letzter Zeit oft: wo ist die Grenze dessen, was man tun soll für ein Tier? Wann ist es Hilfe, Dienst am Lebewesen, wann Verlängerung des Leidens? Leidet er jetzt? Ist es nur Tortur? Wird sie was bringen? Wenn die Massnahmen nun dazu führen, dass er nachher gesund und glücklich weiter leben kann, ist das das Schönste, was es gibt. Was aber, wenn er das alles über sich ergehen lassen muss und es wird nicht besser? Was, wenn weitere Behandlungen folgen? Wie weit soll ich gehen? Wie weit darf ich gehen? Wie weit muss ich gehen?

Von den Kosten mal ganz abgesehen, die haben meine persönliche Schallgrenze schon lange überschritten, was ist für das Tier das Beste? Ich möchte ihn nicht zu früh aufgeben, aber ihn auch nicht unnötig plagen. Eine Ärztin sagte mir mal im Zusammenhang mit unserem früheren Hund: Tiere kann man erlösen, Menschen müssen leiden bis am Schluss. Wann ist der Punkt da? Morgen wird wohl der Entscheid anstehen. Und mir graut davor.

Schlag eines Schmetterlingsflügels

Das Leben plätschert dahin, eines folgt dem anderen, man ist gefangen im Alltag des ewig Immergleichen, hadert hier und hadert da, regt sich auf, beruhigt sich wieder. Man denkt, das Leben sei schwer, findet überall Fallen, sieht wieder Glück. Und das Leben, das, was einfach so da ist, nimmt man als gegeben, als selbstverständlich, es funktioniert einfach – und dann… Plötzlich passiert etwas, das von einem Moment auf den andern alles verändert. Was wichtig schien, ist belanglos, was da war, nirgends mehr. Alles ist plötzlich unwichtig.

Donnerstag Nacht.. ich schlafe, tief und fest… ein Geräusch. Ich bin wach. Katerchen macht Unsinn. Ich springe auf, scheuche ihn weg, wanke zurück ins Bett, schlafe ein. Zack. Hellwach. Katerchen macht Unsinn. Ich springe auf, scheuche ihn weg, wanke ins Bett, schlafe ein. Zack. Hellwach… das passiert noch einige Male. Katerchen, mein grosser Liebling, sinkt rapide. Wäre Somer, Grillsaison – ich könnte nicht garantieren. Denke ich.

Freitag. Katerchen will gestreichelt werden. Ich arbeite. Katerchen springt am Bein hoch. Ich ignoriere ihn stoisch. Katerchen springt weiter. Ich streichel kurz, arbeite weiter. Es hat nicht gereicht. Er beisst ins Knie. Die Freude bei mir hält sich in Grenzen.

Freitag Nacht. Ich schlafe. Es scharrt. Ich wache auf. Schlafe wieder ein. Es scharrt. Ich wache auf. Das passiert noch einige Male. Der Kater, der sonst Nacht für Nacht (ausser grad jetzt) an mich gekuschelt schläft, raubt mir ein zweites Mal den Schlaf.

Samstag. Frühstück. Der Kater, der bei jedem Frühstück um meine Beine streicht, um hochgehoben zu werden, ist nicht da. Der Morgen geht voran. Der Kater schläft. Mittag. Der Kater schlät. Nachmittag. Einige vergebliche Klogänge später schläft er immer noch. Er isst nicht. Trinkt nicht. Kann nicht. Schläft. Wo ist MEIN Kater? Anruf beim Notarzt. Alarm.

Samstag Nacht. Ich sitze im Wartezimmer. Die Tränen fliessen. Ich habe nie so geweint in meinem Leben. Über Stunden. Den Katzenkäfig auf dem Schoss. Drin mein Ein und Alles. Der Kater, der mich durch 8 Jahre begleitet hat. Der nie von meiner Seite wich, wenn es schwer wurde. Der da war, wenn alle fehlten. Der spürte, wie es mir ging, bevor ich mir selber klar war. Der wusste, wer mir gut tut, wenn ich es nicht merkte. Mein Lebensretter – mein Leben.

Samstag Nacht. Er ist wieder zu Hause. Schläft. Ich wache. Über ihn. In Tränen.

Sonntag. Er schläft. Isst nicht. Trinkt nicht. Schläft. Ich weine.

Montag. Er schläft. Nächste Behandlung. Immer noch still. Immer noch Tränen. Am Abend frisst er endlich.

Montag Nacht. Wir schlafen beide.

Dienstag Morgen: neben mir schnurrt es. Er ist bei mir. An mich gekuschelt. Freude kommt auf. Erleichterung. Glück! Mein Kater ist wieder da.

Irgendwas stimmt nicht. Nächster Tierarztbesuch. Er bleibt. Ich muss gehen. Die Nieren… Da sitzt er nun und ich hier. Allein. Was haderte ich vorher? Was war so schlimm? Gab es was? Was nahm ich alles selbstverständlich? Worauf legte ich wert? Oft merkt man erst, wenn das wirklich Wertvolle in Gefahr ist, was zählt im Leben. Schön wäre es, man sähe es früher. Ich hoffe, es ist nicht zu spät. Ich hoffe, hoffe so sehr.

Sollte das irgend jemand lesen und noch ein paar gute Gedanken und Wünsche übrig haben: wir könnten sie brauchen. Was wäre mein Leben, wenn mein Leben nicht mehr heim käme?

Das Leben kommt in Wellen

Als mir der Titel in den Sinn kam, dachte ich an die Geschichte mit der kleinen Wellte, die betrübt sah, wie all ihre Freunde am Ufer zerschellten. Eine andere Welle kam zu ihr und fragte sie, wieso sie so betrübt sei. „Schau doch, alle zerschellen am Ufer und werden vom Ozean verschlungen. So wird es auch mir eines Tages gehen.“ Die andere Welle sagte: „Hab keine Angst, du bist keine Welle, du bist Teil des Ozeans.“

Die Geschichte hat eigentlich nichts mit dem zu tun, was ich schreiben wollte, sie lief in meinem Kopf nur wie ein Film ab, als mir das Wort „Welle“ in den Sinn kam. Das passiert ja oft im Leben. Es geschieht etwas, wir sehen oder hören etwas und schon läuft unser Hirn weiter. Macht Assioziationen, greift in einen tiefen Fundus aus Erfahrungen und Prägungen und entwickelt Geschichten, Meinungen, Überzeugungen. Oft haben die nicht viel mit dem aktuell Erlebten zu tun, sondern viel mehr mit der Vergangenheit. Die Automatismen tragen uns zurück und lassen uns  auf die ewig sich abspulenden vergangenen Erlebnisse reagieren, nur dass die Reaktion nicht auf diese trifft, sondern auf die aktuelle Situation – wo sie oft gar nicht wirklich angebracht ist.

Doch eigentlich wollte ich über etwas ganz anderes schreiben. Komme aber nicht dazu, weil ich immer und immer wieder abschweife. Etwas anderes tue, also zu schreiben, etwas höre, das meine Gedanken wegschweben lässt, etwas überlege und ständig zu neuen Themen komme. Dann besinne ich mich und frage ich mich, wo ich eigentlich stehen geblieben war und merke, dass ich noch nicht einmal angefangen habe. Ich merke, dass mein Hirn selbständig wie ein Eichhörnchen von Baum zu Baum hüpft, ohne Rast, ohne Einhalt. Wie oft hatte ich ihnen zugesehen, wie sie sich elegant, schwerelos auf den dünnsten Ästchen bewegten, innerlich bebend, in der Angst, sie könnten abstürzen. Was aber nie passierte und vermutlich selten wirklich passiert. Sie scheinen einen herausragenden Instinkt zu haben, der in Sekundenbruchteilen erfasst, ob ein Ast sie trägt. Oder aber sie sind so schnell, dass sich der Ast nicht entschliessen kann, abzubrechen, denn bis er sich bewegt hat, ist das flinke Tierchen auch schon wieder weg.

Und so bin ich wieder irgendwo gelandet, bloss immer noch nicht da, wo ich hin wollte. Hin wollte ich zum Abschied und den Veränderungen im Leben. Ich wollte schreiben vom Gehen in eine Richtung, die sich irgendwann als Sackgasse herausstellte, so dass Umkehr oder aber Richtungsänderung notwendig wird. Wollte schreiben von all den verletzten Gefühlen, den Ängsten, wie weiter, von all dem Schmerz über verlorene Zeit, verlorene Träume, verlorene Ideale. Ich wollte schreiben von der Hoffnungslosigkeit, die sich breit macht, wenn solche Änderungen immer wieder kommen, von der Resignation teilweise. Ich wollte schreiben von der Enttäuschung über vertane Liebesmüh, über nicht gangbare Wege, über Lebenswege, die nicht realisierbar waren. Und ich wollte schreiben über Neuorientierungen, neue Hoffnungen, gepaart mit dem Schmerz der enttäuschten Hoffnungen. Von der Unsicherheit, den neuen Hürden, den Anfangsschwierigkeiten, den Motivationstiefs, den leisen Stimmen, die erneutes Scheitern unken. Über all das wollte ich schreiben und kam von einem zum andern. Vielleicht morgen. Vielleicht klappt es morgen besser. Für heute belass ich es hierbei.

Der schnöde Mammon

Geld
Was sind Gefühle
in einer kalten Welt,
in der man bloss
den Schein noch sucht.
Sich zu offenbaren,
als Schwäche gilt,
sich zu öffnen,
zum Angriff ruft.
Was sind Gefühle
in einer harten Welt,
in der man stark sein
und bestehen muss,
um nicht unterzugehen.
Wo als Schwäche gilt,
wenn man offen
fühlt.
Was sind Gefühle
in einer schnellen Welt,
die antreibt nur
zu Höchstleistung.
Wo Romantik als Geplänkel scheint,
Geld nur herrscht
und Macht
gesucht.
Was sind Gefühle 
in einer toten Welt,
wo jedes Fühlen
abgewürgt
und der der fühlt
in Ketten darbt,
als Idealist beschimpft
und ruhig gestellt,
auf dass er schweige.
Was sind Gefühle 
in dieser heut’gen Welt?
Gibt man auf
Und ist nur Schein?
Gewinnt Verstand,
das Herz soll Schweigen?
Oder wagt man doch
Und ist.
Das Geld alles ist in dieser Welt, ist nichts neues. Und auch in der Wirtschaftskrise reden alle von Geld, entscheidet Geld über Sein oder nicht Sein. Wer nichts hat, gilt wenig, wird von oben herab beäugt. Wer hat, dem wird gehuldigt, der ist wer, der taugt was. Wert wird mit Geld bemessen. Einkommen generiert ihn. Und selbst wenn dem widersprochen wird, so drückt der Geldwert immer wieder durch. Beim Geld hören Freundschaften auf, geht man über Gefühle hinweg, vergisst man Sitte und Anstand. 
Und selbst wenn man dem Kapitalismus abschwören will, sich dagegen stellen will, bleibt man ihm ausgeliefert, da man ihm überall im Leben begegnet. Das Leben funktioniert nicht ohne Geld und will man es leben, ist man darauf angewiesen. Und damit dem Wertesystem dieser Gesellschaft. Unkenrufe verkünden den Untergang des Systems und neue Werte. Werden diese besser sein? War es nicht immer so, dass die Oberen die Unteren verlachten? Ob das Mittel dazu Geld, Adel oder sonstwie heisst ist eigentlich egal. Der Mechanismus bleibt derselbe.