E. Hafke, M. Huszar, S. Malz: Makrofotografie (Rezension)

 Die Fotoschule in Bildern

Warum denn in die Ferne schweifen…? Der Garten vor der Haustür oder der Schrebergarten – und mag er noch so klein sein – ist nicht nur ein bequemes, sondern oft auch ein überaus lohnendes fotografisches Jagdrevier.

Mit dieser Einleitung fängt das erste Kapitel des vorliegenden Fotokurses für Makrofotografie an. Es folgen einzelne Bilder von den drei Autoren, zu jedem Bild plaudert der jeweilige Fotograf aus dem Nähkästchen, erzählt, wie er auf das Motiv stiess und was er dabei beachten musste, um es genau so abzubilden.

Die einzelnen Kapitel lauten wie folgt:

  • Im eigenen Garten
  • Auf der Wiese
  • Im Wald
  • Am und im Wasser
  • Im Schmetterlingshaus
  • In den Morgenstunden
  • In der Abenddämmerung
  • Makromotive im Winter
  • Im Heimstudio

Zwischendurch gibt es immer wieder Exkurse, die sich ausgewählten Themen widmen wie Bildkomosition, fotografische Grundlagen, Bildbearbeitung und andere mehr.

Dieses Vorgehen mag den Leser irritieren, er vermisst vielleicht sogar den ansonsten typischen Lehrgangsaufbau, welcher vom Material über technische Grundlagen geht und – wenn übermakrofotografiehaupt – am Schluss noch praktische Übungen anhängt. Es lohnt sich aber, diesem ungewöhnlichen Ansatz eine Chance zu geben, denn erstens liest es sich sehr locker, zweitens erfährt man dabei ganz viel auf unterhaltsame Weise, das vielleicht in Theoriefluten untergegangen wäre, und drittens sieht man, wie unterschiedliche Fotografen mit unterschiedlichem Werkzeug, Blick und Anspruch unterschiedlich auf ihr Objekt zugehen. Zudem ist es interessant zu sehen, wie ein Foto mit gewissen Einstellungen aussieht, da man so ganz genau die einzelnen Einstellungen nachvollziehen kann und sieht, welche Effekte sie nach sich ziehen.

Was sicher wichtig ist für dieses Buch, sind Grundkenntnisse über die wichtigsten Begriffe in der Fotografie (Blende, Verlusszeit, ISO-Wert, Weissabgleich, Belichtung, Brennweite, Schärfentiefe, etc.), da man ansonsten wenig versteht. Zwar sind im Exkurs „Fotografische Grundlagen“ Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert kurz beschrieben, mehr Kenntnisse sind aber sicher besser. Auch vom Exkurs über die Bildbearbeitung sollte man sich nicht zu viel versprechen, er ist eher rudimentär und zeigt eher die Haltung der einzelnen Fotografen zum Thema Bildbearbeitung als eine praktische Anleitung. Dies allerdings nur als Hinweis, damit keine falschen Erwartungen an das Buch gestellt werden, denn weder die Grundkenntnisse noch die Bildbearbeitung sind eigentlich Thema dieses Buches und somit ist dieser Abschnitt auch nicht als Kritik zu verstehen.

Alles in allem besticht diese „Fotoschule in Bildern“ durch eine hochwertige Aufmachung, ansprechendes Layout, wunderschöne Bilder und kompetent und lesbar geschriebene Texte.

Fazit:
Eine informative, unterhaltsam zu lesende und hochwertig gestaltete Einführung in die Makrofotografie. Sehr empfehlenswert!

Die Autoren
Eileen Hafke fotografiert seit 2008. Zur Fotografie und gleichzeitig auch zur Makrofotografie kam sie durch den Kunstunterricht in der 12. Klasse. Ihr Schwerpunkt in der Fotografie befindet sich in der künstlerischen Umsetzung von natürlichen Motiven. Sie hat schon verschiedene Gastbeiträge für diverse Internetseiten für Makrofotografen (wie beispielsweise www.makro-treff.de) verfasst. Eileen Hafke ist gelernte Diplom-Juristin.

Manfred Huszar fotografiert seit 23 Jahren. Hauptberuflich arbeitet er in einem Weiterbildungsinstitut; hier war er auch Lehrgangsleiter für den Fachbereich »Berufsfotografie«. Er ist Autor des Fotografieblogs www.zoomyboy.com und hält Makro-Workshops für die LIK Akademie ab.

Sandra Malz ist Autodidaktin und hat sich in den letzten Jahren ein umfangreiches Wissen über die Makrofotografie angeeignet. Ihr fotografischer Schwerpunkt liegt auf der Makro-Tierwelt. Ihre Motive findet sie hauptsächlich direkt vor ihrer Haustür in der Lüneburger Heide. Wenn es die Zeit zulässt, gibt sie ihr Wissen auch in Makro-Workshops weiter. Hauptberuflich arbeitet sie als Hörgeräteakustikerin.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 330 Seiten
Verlag: Rheinwerk Verlag (27. Dezember 2016            )
ISBN-Nr: 978-3836242844
Preis: EUR 34.90 / CHF 47.90
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E.T.A. Hoffmann, Lisbeth Zwerger: Der Nussknacker

ZwergerNussknackerHeilig Abend steht vor der Tür, die Kinder sind voller Erwartungen, was für sie auf dem Gabentisch liegt. Sie werden nicht enttäuscht; Bilderbbücher, Süssigkeiten und Spielzeug warten auf sie. Plötzlich entdeckt Marie einen kleinen Mann mit grossem Kopf und kleinem Körper: Ein Nussknacker. Weil er Marie so gut gefällt, darf sie ihn behalten. Bis alle ins Bett gehen, hat der arme Nussknacker allerdings alle Zähne verloren vom vielen Knacken der Nüsse. Marie will ihn drum besonders weich betten, damit er sich erholen kann.

Die Nacht bricht ein und plötzlich regt sich was, es wispert und flüstert und raschelt. bald sieht sich Marie umgeben von einem Mäuseheer, angeführt vom siebenköpfigen Mausekönig. Der Nussknacker ruft die anderen im Zimmer zu Hilfe – die Mäuse müssen bekämpft werden.

Am nächsten Morgen ist Marie krank. War alles nur ein Fiebertraum? Steckt doch mehr dahinter? Ein wunderbares Märchen für Gross und Klein!

E.T.A. Hoffmann erfand die Geschichte vom Nussknacker ursprünglich für die Tochter eines Freundes: Marie Hitzig. Realität und Phantasie gehen eine wunderbare Verbindung ein, indem Marie, selber mit einer reichen Phantasie ausgestattet, zur Protagonistin eines Märchens wird, das voller Magie ist, dabei aber auch immer eine Spur Witz mit sich trägt.

Lisbeth Zwerger hat die Geschichte mit ihren Illustrationen grossartig eingefangen. Mit klaren Linien, einer gedämpften Farbpalette und dem feinen Sinn für die Details entwickeln sich ihre Bilderwelten. Man kann sich nicht satt sehen an den Zeichnungen, die viel mehr sind als blosse Wiedergabe des Textes, sondern immer tiefer gehen.

Fazit:
E.T.A. Hoffmanns wunderbare Geschichte wurde gekonnt gekürzt und grossartig illustriert – ein Genuss für alle Sinne, für Gross und Klein. Sehr empfehlenswert.

Der Autor und die Mitwirkenden
E.T. A. Hoffmann kam am 24. Januar 1776 als Sohn eines Hofgerichtsadvokaten in Königsberg zur Welt. Der Jurist und Richter war ein künstlerisches Multitalent: Er arbeitete unter anderem als Komponist und Kapellmeister, Zeichner und Literat. Hoffmann starb am 25. Juni 1822 an einer schweren Krankheit in Berlin. Er hat mit seinen tiefenpsychologisch geprägten Erzählungen der deutschen Romantik Weltgeltung verschafft.

Susanne Koppe studierte Germanistik, Pädagogik und Psychologie in München sowie Children’s Literature am Simmons College in Boston. Sie leitet eine Agentur für Autoren und Illustratoren. Susanne Koppe lebt und arbeitet in Hamburg und Wien.

Lisbeth Zwerger, geboren 1954 in Wien. Sie gewann mit ihren zahlreichen Werken unter anderem zweimal den Goldenen Apfel der Internationalen Biennale für Illustration in Bratislava und dreimal den Preis der ‚New York Times‘ für die zehn bestillustrierten Bücher. Für ihr Lebenswerk wurde sie mit dem H. C. Andersen Preis ausgezeichnet, der als Nobelpreis der Kinder- und Jugendliteratur bezeichnet wird.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 40 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag (26. September 2016)
Empfohlenes Alter: 4 – 6 Jahre
ISBN-Nr.: 978-3-314-10413-8
Preis: EUR 16.99 / CHF 23.90
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Seelenheil

Wenn dich jemand belächelt, weil du eine anspruchslose Sendung im TV schaust, die dein Herz erwärmt, lächle zurück und sage:

Ich tue das für mein Seelenheil. Es ist mir wichtig.

Geistiger Anspruch ist toll, wichtig und richtig, nur: Wenn die Seele krankt, wird er keinen Boden mehr haben.

Wie oft wollen wir was beweisen, Ansprüchen genügen – auch eigenen. Und dabei vergessen wir oft unsere eigene Basis. Die, worauf alles gründet.

Fritz

Ich bin die, welche so laut schreit, wenn sie eine Spinne sieht, dass das ganze Quartier – was sag ich, die ganze Stadt mit zu Berge stehenden Haaren aus den Sesseln springt. Sogar wenn man mich warnt und sagt: Achtung Sandra, nicht umdrehen, nicht hinschauen, hinter dir ist eine grosse Spinne – ich kann nicht anders als mich umzudrehen und beim Anblick loszuschreien. Ich bin darauf nicht stolz, im Gegenteil, ich finde es sehr peinlich.

Ich wollte mir meine Spinnenphobie schon abgewöhnen. So im Stil einer Desensibilisierung. Ich dachte, wenn ich mir eine kleine (also so wirklich klein, kaum stecknadelkopfgross) tapfer über die Hand spazieren lasse, dann bin ich nachher gut Freund mit Spinnen. Denn:

Size doesn’t matter

Oder so. Er mattert offensichtlich doch. Das Experiment mit dem Kleinsteil ging erstaunlich gut, beim Anblick der nächsten unwesentlich grösseren Spinne hüpfte ich schon wieder im Dreieck und stiess schrille Laute aus.

Mein Hund hat seinen Fressnapf direkt neben einem Bücherregal. Immer morgens und abends gehe ich dahin und gebe ihm Futter. In den Napf. ich knie mich nieder (der Napf ist relativ klein, da der Hund ebenso ist – wobei der Hund durchaus einen grösseren Napf haben wollte, so ist es nicht. Eines Abends bei diesem Vorgang sah ich sie. Eine Spinne. Nicht sehr gross, aber doch grösser als mein Handlaufexperiment. Kaum hatte ich mich hingekniet, verschwand sie hinter dem Regal. Ich dachte noch so bei mir:

Wart du nur, dich erwische ich.

Es ging nun jeden Morgen und Abend so. Die kleine Spinne sass, wenn ich kam, an der Wand, immer an derselben Stelle. Kaum ging ich in die Knie, verschwand sie hinter dem Regal. Irgendwann nannte ich sie Fritz. Das war der Anfang vom Ende. Nun gehörte sie quasi zu uns. Sie hatte einen Namen. Mittlerweile finde ich Fritz süss, wie er schnell hinters Regal huscht.

Irgendwie tut er mir aber auch ein wenig leid. Ich vermute, er leidet an einer Menschenphobie. Ich hoffe, er wird eines Tages lernen, damit umzugehen. Und wer weiss: Vielleicht gibt er mir dann auch einen Namen. Und irgendwann schauen wir uns in die Augen und sagen hallo.

Georg Kleber: Mit Skizzenbuch und Bleistift unterwegs.

Anleitungen, Techniken und Tipps zum erfolgreichen Zeichnen

Matthias Claudius dichtete einst:

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.

Georg Kleber zeigt in seinem Buch, was man auf Reisen noch tun kann: Nämlich das, was man antrifft, mit Bleistift im Skizzenbuch festhalten. Er gewährt dem Leser dabei einen Blick in seine eigenen Skizzenbücher und erklärt genau, was er wie getan hat, um den Moment festzuhalten.

Skizzenbücher werden spontan gefüllt. Sie sind das Sammelbecken von allem, was man sieht, erlebt und festhalten will.

KleberSkizzenbuchEs gibt eigentlich keine Regeln, was in ein Skizzenbuch gehört, das kann von der Tasse Kaffee vor einem über einzelne Bäume und Blumen bis hin zu ganzen Landschaften alles sein. Es muss auch nicht beim Zeichnen bleiben, ergänzende Notizen können dazu beitragen, beim Wiederbetrachten den gezeichneten Moment noch genauer wieder vor Augen zu führen.

Bei all dem geht es nicht darum, Museumskunst zu schaffen, so dass das Argument „ich kann aber doch gar nicht zeichnen“ hinfällig wird. Zeichnend wird man die Reise mit ganz neuen Augen wahrnehmen, sie bewusster wahrnehmen – und für sich persönliche Erinnerungen schaffen, wie es eine Kamera nie könnte. Damit der Einstieg ins Führen eines eigenen Skizzenbuchs leichter fällt, gibt Georg Kleber hilfreiche Tipps. nach einer kurzen Einführung ins benötigte Material (das mehr als überschaubar ist, schlussendlich lässt sich alles auf Papier und Bleistift reduzieren), wendet er sich den möglichen Motiven zu. Diese finden sich nicht nur auf Reisen, auch im Alltag gibt es eine Unmenge an Dingen, die man skizzieren könnte. Er geht weiter darauf ein, wie man Seiten komponieren kann, dass sie ausgewogen aussehen und wie man Schrift integrieren kann, so dass sie ins Bild passt und eine zusätzliche Information liefert. Auch technische Anleitungen zum Zeichnen liefert er auf eine verständliche Art, zum Beispiel, wie man die Perspektive richtig erfasst.

Das Buch macht Lust und Mut, Bleistift und Skizzenbuch zu schnappen und loszulegen. Durch die vielen Beispiele, Anleitungen und Erklärungen abgebildeter Skizzen gibt einem Georg Kleber alles mit auf den Weg, was man dazu wissen muss.

Fazit:
Ein informatives und inspirierendes Buch, für alle, die gerne zeichnen und die Welt fortan mit Bleistift und Skizzenbuch erobern wollen. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Georg Kleber, geb. 1956, studierte Kunstpädagogik an der Universität Augsburg. Seit 1989 ist er als freischaffender Künstler tätig, als Dozent gibt er u.a. Kurse an der Universität Augsburg, der Schwaben-Akademie Irsee und der Kunstakademie Bad Reichenhall.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer; Auflage: 1 (21. September 2017)
ISBN-NR: 978-3863558048
Preis: EUR: 19.99 ; CHF 28.90
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Sei keine Mimose

Ich wuchs damit auf:

Du bist viel zu empfindlich. Sei nicht so eine Mimose. Leg dir endlich mal eine dickere Haut zu.

Damit beschwichtigte man. Man negierte die eigenen Tiefschläge und drehte den Spiess um. Nicht der, der sprach, war der Täter, nicht er verletzte, die, die empfing war es. Sie war nicht gut genug. Nicht stark genug.

ICH war nicht gut genug.

Ich war zu sensibel. Ich reagierte zu empfindlich. Ich nahm ernst, was man mir sagte, dabei war es nur so im Gespräch gesagt. Nur: Hätte ich es nicht ernst genommen, wäre die Schelte gleich hinterher gekommen. Und nein, das ist kein Eltern-Kind-Problem. Das bleibt.

Ja, ich bin sensibel. Ich nehme mir Dinge zu Herzen. Wenn man mir etwas sagt, nehme ich die Botschaft wahr. Und ich nehme sie ernst. Schliesslich hat man sie gesagt und ich gehe davon aus, es war so gemeint. Nur kriege ich oft zu hören, dass man das gar nicht so gemeint hätte, das sei doch nur dahergesagt. Wenn ich dann antworte, ich nähme also fortan den Sprechenden nicht mehr ernst, findet er das auch nicht in Ordnung. Dann reagiere ich über, weil ich zu mimosenhaft bin. Also:

Was denn nun?

Ich bin sensibel und ich höre genau hin. Das ist so. Damit mach ich meiner Umwelt das Leben nicht leicht. Einfach so daher brabbeln geht nicht. Ich analysiere es. Ungewollt. Unbewusst. Und ich nehme die Botschaft ernst und mir zu Herzen. Und damit mache ich mir das Leben auch nicht leicht. Ab und an wünsche ich mir, Dinge überhören zu können. Sie nicht fühlen zu müssen. Ich wünsche mir selber, keine Mimose zu sein. Was ich ja nur bin, weil ich hinhöre, hineinfühle. Aber ich kann es nicht.

Ich bin, wie ich bin. Ich bin sensibel. Sehr. Ich höre hin. Ich nehme Botschaften ernst. Und wenn mir jemand was sagt, beziehe ich es auf mich. Logisch. Er hat es mir gesagt und „du“ gesagt. Theoretisch denke ich ja, dass dieses

„Du bist zu empfindlich.“

eine Entschuldigung dafür ist, dass jemand übers Ziel hinausschoss. Praktisch trifft es jedes Mal. Ich arbeite dran, dass die Wunde kleiner wird beim Einschuss.

L. Heil, J. Poker, J. Wimmer: Tierfotografie (Rezension)

Die Fotoschule in Bildern

Tiere richtig ins Bild gesetzt

182_2-fold_2Wer hat nicht schon versucht, das eigene Haustier zu fotografieren, während dieses sich gar nicht modellike verhielt und sich meist just dann bewegte, wenn man den Auslöser drückte? Entstanden sind dann oft Fotos mit Katzen, die aus dem Bild laufen oder verwackelte Hundeköpfe. Damit ist nun Schluss.

50_2-fold_2Im vorliegenden Buch nehmen drei Tierfotografen den Leser mit auf eine Reise durch die Tierfotografie. Sie erklären anhand eigener Fotos, wie es zu den Aufnahmen kam und worauf man achten muss, um ein gutes Bild zu erhalten. Dabei erfährt man, dass es nicht immer nur auf das Hauptmotiv – das Tier – ankommt, sondern auch die Umgebung wichtig ist. Man lernt, dass manchmal eine kleine Änderung der Perspektive eine grosse Auswirkung auf das Gelingen haben kann oder wie man Licht gezielt einsetzt, um Wirkung zu erzielen.

Egal ob im Zoo, auf einer Safari in Afrika oder auf dem nächsten Bauernhof: Mit dem Wissen aus diesem Buch gelingen Tierfotos in Zukunft sicher besser. Gegliedert ist das Buch in folgende Kapitel:

  • Im Gehege oder Zoo
  • Wild und ungezähmt
  • In der Dämmerung und Nacht
  • Klein und flink
  • In der Kinderstube
  • Action
  • Beste Freunde
  • Abstraktionen

Zwischendurch gibt es immer wieder Exkurse, die sich ausgewählten Themen widmen wie Tieraufnahmen in Schwarz-Weiss, Ansitzfotografie, Vogelfotografie, ethische und rechtliche Aspekte bei der Tierfotografie und andere mehr.

TierfotografieWer Fotoschulen kennt, die mit viel technischen Begriffen daherkommen und am Schluss ein paar Übungen anhängen, der mag zuerst irritiert sein. Aber: Es lohnt sich, diesem ungewöhnlichen Ansatz eine Chance zu geben, denn erstens liest es sich sehr locker, zweitens erfährt man dabei ganz viel auf unterhaltsame Weise, das vielleicht in Theoriefluten untergegangen wäre, und drittens sieht man, wie unterschiedliche Fotografen mit unterschiedlichem Werkzeug, Blick und Anspruch unterschiedlich auf ihr Objekt zugehen. Zudem ist es interessant zu sehen, wie ein Foto mit gewissen Einstellungen aussieht, da man so ganz genau die einzelnen Einstellungen nachvollziehen kann und sieht, welche Effekte sie nach sich ziehen.

Was sicher wichtig ist für dieses Buch, sind Grundkenntnisse über die wichtigsten Begriffe in der Fotografie (Blende, Verlusszeit, ISO-Wert, Weissabgleich, Belichtung, Brennweite, Schärfentiefe, etc.), da diese hier nicht behandelt werden. Dies allerdings nur als Hinweis, damit keine falschen Erwartungen an das Buch gestellt werden, denn weder die Grundkenntnisse noch die Bildbearbeitung sind eigentlich Thema dieses Buches und somit ist dieser Abschnitt auch nicht als Kritik zu verstehen.

Alles in allem besticht diese „Fotoschule in Bildern“ durch eine hochwertige Aufmachung, ansprechendes Layout, wunderschöne Bilder und kompetent und lesbar geschriebene Texte.

Fazit:
Eine informative, unterhaltsam zu lesende und hochwertig gestaltete Einführung in die Tierfotografie. Sehr empfehlenswert!

Die Autoren
Lambert Heil fotografiert seit vielen Jahren Natur und Wildlife. Als Zoopädagoge im Münchner Tierpark Hellabrunn und Reiseveranstalter von Naturreisen kennt er sich bestens mit der Tierwelt aus. Im Rahmen vieler Fotokurse in Tierparks und Wildgehegen, aber auch auf Fotoreisen gibt er praktisches Wissen an Hobbyfotografen weiter. Als leidenschaftlicher Tierfotograf reist er deshalb mehrmals im Jahr mit Interessierten nach Afrika. Er hält darüber hinaus Vorträge zur Natur im Allgemeinen und zu Afrika im Besonderen.
www.lambo-ansichten.de
www.lambo-expeditionen.de

Julia Poker ist gelernte Mediengestalterin und fotografiert seit vielen Jahren Haustiere, vor allem Katzen, Hunde und Pferde. Authentische Aufnahmen, die den Charakter des einzelnen Tieres widerspiegeln, stehen im Mittelpunkt ihres fotografischen Arbeitens. Auf die Fotografie selbst ist sie durch ihren Hund gekommen – die Liebe zu Tieren im Allgemeinen ist auch die treibende Kraft für ihren Beruf. Neben Shootings im Studio und on location bietet sie auch Foto-Workshops an.
www.julia-poker.de

Joachim Wimmer zog es schon als Kind regelmäßig nach draußen in die Natur, wo er in seiner bayerischen Heimat die Wälder durchstreifte und Vögel beobachtete. Der gelernte Umweltingenieur betätigt sich heute auf allen Feldern der Naturfotografie. Das Draußensein und die Tatsache, immer flexibel auf das reagieren zu können, was sich fotografisch gerade anbietet, macht für ihn den Reiz der Tier- und Naturfotografie aus. Joachim Wimmer ist Vollmitglied der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT).
www.wimmer-naturfoto.de

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 318 Seiten
Verlag: Rheinwerk Verlag (27. März 2017)
ISBN-Nr: 978-3836242509
Preis: EUR 34.90 / CHF 47.90
Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder online u.a. beim Rheinwerk Verlag selber sowie bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

Das Keifeweib

„Ist das schon ein Monat her? Die Zeit ist ja wirklich gerast, es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, aber ich bin so unendlich glücklich, haben wir uns entschlossen den Weg zu gehen, denn ich bin überzeugt, es ist der einzig richtige, selbst wenn es einen gäbe, der auf den ersten Blick einfacher oder geregelter oder schlicht stimmiger erschiene – nicht immer ist das, was man auf den ersten Blick befürwortet dann auch das, was man wirklich gerne hätte, da man nur immer sieht, was offensichtlich ist, nie aber die Konsequenzen, die das Gehen eines Weges mit sich bringt.“

„Wovon sprichst du eigentlich?“

Dass du mich das fragst, finde ich nun ja echt fragwürdig, aber ich will mich gar nicht aufregen, da es ja eh immer dasselbe ist mit dir, da du nie verstehst, was ich meine, und das, obwohl du behauptest, du liebst mich und wir seien füreinander bestimmt, was ich ja eh merkwürdig finde, da ich nicht wüsste, wer das bestimmen hätte sollen und wieso und wozu. Drum, ruhig bleiben, du wirst dich nie ändern, du wirst mich nie verstehen, du wirst immer nachfragen, obwohl alles klar wäre, würdest du nur mal nachdenken und nicht gleich fragen, was aber wohl zu anstrengend wäre, obwohl ich dir ja wirklich alles gesagt habe, was es zu wissen gäbe, würde man nur ein wenig dabei sein, wirklich da sein, ähnlich denken und mich vor allem verstehen. Ich fühle mich so alleine, nein, noch schlimmer, ich muss mich noch ärgern.“

„Wenn ich so schlimm bin, kann ich ja gehen.“

„Das ist ja mal wieder typisch für dich: Kaum habe ich ein Problem und bräuchte Unterstützung, gehst du.“

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Für die abc.etüden, Woche 41.17: 3 Worte, maximal (!!!) 10 Sätze (ich habe extra Endlossätze gemacht… zählen soll ja nicht zu leicht sein). Die Worte stammen in dieser Woche von Red Skies Over Paradise (redskiesoverparadise.wordpress.com) und lauten: Monat, fragwürdig, gehen

Der Ursprungspost: HIER

Und alle schauen zu…

Gestern schaute ich eine Dok über einen ehemals gefeierten Pädagogen, der nun als pädophiler Vergewaltiger am öffentlichen Pranger steht. Der gute Mann kam irgendwann mal daher, redete, obwohl er im eloquent vertretenen Gebiet keine Abschlüsse oder sonstigen nachweisbaren Kenntnisse hatte, klug daher und wurde ernst genommen. Er trällerte öffentlich ein paar schlecht gereimte und lagerfeuerromantisch geklimperten Liedchen und spielte sich als grossen Pädagogen mit Durchblick und Herz für die Kinder auf, während er im Hintergrund denselben in die Hose griff. Da alles gut klappte, schrieb er ein paar Bücher, die zu Kassenschlagern wurden – Grundpfeiler der Pädagogik. Klappte ja so gut…

Eines seiner Opfer schrieb ein Buch. Der Fall flog auf, plötzlich war der Musterknabe ein Buhmann. Ein Grossteil seiner Opfer konnte mit dem Erlebten nicht umgehen, sie verfielen dem Alkohol und stärkeren Drogen. Ein paar Unbelehrbare finden, man könne ja immer noch selber entscheiden, was Erlebnisse mit einem machen, die Mehrzahl erklärt den einst hochgejubelten Pädagogen zum schwarzen Schaf der Nation (ich möchte nicht wissen, wie viele seiner ach so bahnbrechenden Erkenntnisse im heutigen Schulsystem federführend sind).

Nun könnte man sagen: Alles gut, man hat es aufgedeckt. Klar, die Opfer sind nun gefallen, rettet man wohl kaum mehr, aber immerhin kam es ans Licht. Was er tat, ist verjährt. Die Leben derer, die er zerstörte, sind im Eimer. Man wird das nicht mehr ändern können. Das ist traurig und sollte die Dringlichkeit zeigen, wieso Vergewaltigung keine Verjährung haben darf. Klar kann der Täter sagen, er hätte dazugelernt und sei nun an einem anderen Ort. Das Opfer hatte die Chance nicht immer. Und nein, es hat es nicht immer in der Hand, wie es mit dem Geschehenen umgeht. Gewisse Dinge übermannen, nehmen einem die Zügel aus der Hand. Wir sind nicht so willensbestimmt, wie wir gerne glauben würden. Würde diesbezüglich was geändert in der Gesetzgebung, hätte alles immerhin etwas Gutes gehabt – wenigstens für künftige Opfer.

Mich hat aber ein anderer Punkt verstört: Da waren Menschen rundherum. Und irgendwie schauten alle weg damals. Kann man machen, man verurteilt ja nicht gerne so schnell und ein etwas flaues Bauchgefühl ist noch kein Beweis. ABER: Sie rechtfertigten das Wegschauen noch heute. Versuchten es mit platten Sprüchen zu überspielen und verniedlichten ihre Rolle und was passierte. Amtsinhaber wollten plötzlich keine Amtspflichten mehr gehabt haben, gute Freunde redeten lieber über gemeinsame Fress- und Saufgelage als darüber, was der tolle Freund geleistet hat. Das eigene Wegschauen wird mit Handbewegungen weggewischt und mit hohlen Worten kleingeredet.

Für mich ist DAS eine Fortführung der Vergewaltigung. Klar verliert niemand gerne das Gesicht. Niemand steht gerne öffentlich hin und sagt: Ja, ich habe einen Fehler gemacht, ja, ich habe nicht hingeschaut, oder aber: Ja, ich WOLLTE es wohl nicht sehen. ABER: Wenn man es nun kleinredet, macht man das Opfer zum zweiten Mal zum Opfer. Man erkennt ihm seinen Opferstatus ab, indem man sagt: War alles nicht so schlimm, konnte ja keiner wissen. Und: Was keiner wusste, war quasi nicht da.

Es war da und man ahnte es. Man sah Unstimmigkeiten und hinterfragte im Stillen, liess aber alles laufen, weil alles andere a) Umtriebe gebracht hätte, und b) hätte unbequem werden können. Lieber ging man nett essen und trinken und jubelte auf den selbsternannten Superpädagogen.

Ich bin erschüttert. Unschuldige Kinder, die schon so Probleme mit der Welt hatten, wurden dem Löwen zum Frass vorgeworfen. Weil er so schön und überzeugend brüllte. Und man sah weg, wenn er sie verspeiste, tut es eigentlich noch heute. Um den eigenen Hals aus der Schlinge zu ziehen.

Dietmar Spehr: Digital fotografieren lernen

Schritt für Schritt zu perfekten Fotos

Schritt für Schritt bekommen Sie neue Einblicke in Faktoren wie Blende und Belichtungszeit und erfahren, wie sich diese auf das Bildergebnis auswirken. Dabei entdecken Sie, wie Sie die Möglichkeiten der Kamera für ihre kreativen Bildideen am besten nutzen können.

DigtalMit diesem Versprechen leitet Dietmar Spehr seine Einführung in die digitale Fotografie ein. Wer dabei nur Bahnhof versteht, weil er keine Ahnung hat, was eine Blende oder Belichtungszeit ist, der hat das richtige Buch in den Händen, denn der Autor hält, was er verspricht.

Jeder fängt mal an, keiner fällt als Meister vom Himmel. Am Anfang des Wunsches, gute Bilder zu schiessen, steht meist der Kamerakauf. Man schafft sich eine teure Digitalkamera an und merkt dann: Von selber werden auch damit die Fotos oft nicht so, wie man sie gerne hätte. Zwar hilft der Auto-Modus, keine groben Fehler zu machen, indem die Kamera selber die nötigen Einstellungen vornimmt und man nur noch auf den Auslöser drücken muss, man ahnt es aber bereits: Man könnte mit der Kamera viel mehr erreichen – wenn man sie verstehen würde. Da setzt das Buch an.

Zuerst erklärt Dietmar Spehr die technische Seite, die Kamera. Verschiedene Modelle werden vorgestellt und einzelne Bedienelemente erklärt. Danach geht es Schritt für Schritt durch die relevanten Themen der Fotografie, um schliesslich deren Anwendungsbereiche zu beleuchten.

Die einzelnen Kapitel lauten wie folgt:
1) Die digitale Kamera von A-Z erklärt
2) Ohne Licht kein Bild: Die richtige Belichtung
3) Scharfe Bilder: den Fokus gezielt setzen
4) Schwierige Lichtsituationen meistern
5) Klares Weiss und schöne Farben
6)Objektiv – so wichtig wie die Kamera
7) Sinnvolles Zubehör und Kamerapflege
8) Motive sehen und Bilder gestalten
9) Menschen fotografieren
10) Action- und Veranstaltungsfotos
11) Natur- und Landschaftsbilder
12) Mit der Kamera in der Stadt unterwegs
13) Tiere fotografieren
14) Nah- und Makrofotografie
15) Panorama und HDR
16) Die digitale Dunkelkammer

Im anschliessenden Glossar finden sich die wichtigsten Begriffe nochmals kurz erklärt und ein Stichwortverzeichnis lässt einen alles finden, was man kurz nachschlagen möchte.

Alles in allem besticht dieses Buch durch eine hochwertige Aufmachung, ansprechendes Layout, wunderschöne Bilder und kompetent und lesbar geschriebene Texte. Damit macht das Lernen Spass und gute Ergebnisse in der eigenen Fotografie werden sich bestimmt einstellen.

Fazit:
Eine informative, unterhaltsam zu lesende und hochwertig gestaltete Einführung in die digitale Fotografie. Sehr empfehlenswert!

Der Autor
Dietmar Spehr arbeitet als Journalist, Texter und Berater in München. Wichtig ist ihm dabei die klare und leicht verständliche Vermittlung von komplexen Zusammenhängen. Seit vielen Jahren ist Fotografie seine Leidenschaft. Die Technik versteht er dabei nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel zur Umsetzung von kreativen Bildideen. www.dietmarspehr.de

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 423 Seiten
Verlag: Rheinwerk Verlag (28. April 2017)
ISBN-Nr: 978-3842102316
Preis: EUR 19.90 / CHF 29.90
Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder online u.a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH