Trump – oder: Die Welt demaskiert sich

Trump ist im Amt. So ganz offiziell. Und wer auf Facebook oder Twitter ist, kann das nicht mehr ignorieren, denn kaum ein Beitrag dreht sich nicht um ihn. Man könnte nun jubeln und denken, dass die Welt politisch engagiert ist, nur: Das ist sie nicht. Man ergiesst sich in Spott und Häme, ach so witzige Bilder verstopfen den Nachrichtenfluss. Man übt sich als Psychologe und analysiert Bilder des gähnenden oder desinteressierten Sohnes. Man motzt über den Tanz der beiden Trumps und findet ihn hölzern – ich frage mich innerlich, wer der ach so überheblichen Journalisten ein Tanz-As ist?!?

Trump ist für ganz viele nicht die erste Wahl. Verständlich. Aber es ist nun auch mal wieder gut. Es wäre schön, die Welt würde aus ihrer Toddler-Trotz-Phase erwachen und sich mal wieder erwachsen benehmen. Das hiesse, fundiert zu diskutieren, was passiert, statt blonde Strubbelbüschel auf Dinge zu photoshoppen und Trump drunter zu schreiben. Das hiesse, den armen Jungen mal Pubertierenden sein zu lassen und zu sehen, was der Papa in dem Augenblick tut. Das hiesse, vom hohen Ross runterzusteigen, selber in den Spiegel zu schauen, eventuell zum Coiffeur zu gehen und dann nochmal hinzuschauen. Was ist. Und darauf zu reagieren. Sachlich. Nicht persönlich.

Was ist an Herrn Trump so wichtig? Seine Frisur, das Verhalten des Sohnes, die Kleidung oder Ehe-Motivation der Frau? Wichtig ist doch, was er wirklich macht. Das wäre Munition genug. Wieso können wir uns nicht endlich darauf konzentrieren? Und alle, die das nicht verstehen, sich gar nicht wirklich dafür interessieren oder Politik zu kompliziert finden, könnten einfach wieder Katzen-Videos posten. Die Social-Media-Welt wäre eine unglaublich schönere.

Und die, welche wirklich politisch interessiert sind, sollen sich doch bitte auf die Politik beschränken. Wen beruft er in die entsprechenden Ämter? Was sind seine Amtshandlungen und wo führen sie hin? Woran erinnert uns, was er tut? Was kann man tun?

20 Comments

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  1. Ich bin (LEIDer) der FelsenFesten ÜberZeugung, dass diese – hier in dem Beitrag als Klar!Text analysierte & formulierte – (Nicht! nur Mediale) Hysterie! mit einer (Hier! so Treffend Formulierten & mithin Selbst-Demaskierenden) ‚DeMaskierung‘ ‚Unserer‘ – respektive Dieser (TOD-Kranken) – Welt EinherGeht …
    … und gehen MUSS(te)! …
    … wobei das ‚LEIDer‘ sich AusSchließLicht auf die potenziellen Gefahren bezieht, die GENAU Dieser Hysterie! – in ‚ihrer‘ (Gott Sei Dank ‚BeRechtigten‘) Todes!Angst – UNS! – & Damit (BeiNahe) ALL-Zerstörerisch – noch Ent(GEGEN)Springen werden …
    … Ich hoffe (und bete), es ‚bleibe‘ (& bliebe) nur bei ‚ein Paar Kratzern‘ …
    … Doch WEHE, wenn ’sie‘ (‚Erst‘) LosGeLassen …
    Denn EINES ist Jetzt schon Klar … DA-SS! ist ‚Erst‘ der ‚AnFang‘ …

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  2. Feministischer! Not!Wendiger Nachtrag …
    LEIDer ist eben gerade die Hysterie! eine GrundLegende Eigen!Schaft von Frauen … Schon Freud ’stolperte‘ über diesen ‚GenderSpezifischen UmStand‘ & SonderStatus…
    Und – um es EndGültig auf die ‚Spitze‘ zu Treiben! – und das als VerEhrer der (Einst) (bzw. EigentLicht so) Natürlichen Schönheit des Weiblichen – …
    waren es LEIDer AusGerechnet die Frauen, die im Dritten Reich NachWeisLicht dem ‚Führer‘ EXstatisch Ent(GEGEN)Jubelten …
    … Honi soit qui mal y pense …
    (Und so ‚können‘ auch NUR! ’sie‘ Diesem Glonbalen Spuk ein Ende machen …
    EI für (fast) ALLe Mal … ZEIT für (Ver)AntWorten & -ung … Global …

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  3. Eigentlich sollte ich dir zustimmen. Vom Verstand her hast du mit Sicherheit recht. Ich fühle mich jedoch betroffen. Ich verbringe die Hälfte des Jahres in den USA, und ich sehe die Folgen. Ich spüre die Folgen. Es ist widerlich. Die Trump Anhänger haben das Gefühl, dass es jetzt erlaubt ist, sich rassistisch, frauenfeindlich oder sonst wie konservativ zu äußern. Es werden Dinge ausgesprochen, die ich noch nicht einmal zu denken wagen. Mein Freund (!!!) ist Amerikaner und hat Trump gewählt. Mit ihm ist keine Diskussion möglich. Jegliches Argument gegen Trump wird niedergeschmettert und als Lüge bezeichnet. Oder man sagt mir, er habe es doch nicht so gemeint. Oder es sei doch erfrischend, wenn einer einmal Klartext rede. Ich, die Liberale, sähe die Realität nicht. Ich sei von den Medien verblendet. Und überhaupt, wir in Deutschland sollten uns an die eigene Nase fassen. Ich, die deutsche in den USA, werde als „Merkel“ beschimpft.
    Kurz: Die Zustände dort sind nicht nur besorgniserregend, sie sind widerwärtig und abstoßend. Und vor diesem Hintergrund halte ich es für regelrecht erfrischend, wenn mit Humor an die Sache herangegangen wird. Wenn Fotos von Trump verunglimpft werden, wenn Melania verarscht wird, wenn der kleine Sohn die Konsequenzen zu spüren bekommt. Mir drehen sich die Zehennägel auf wenn ich höre, das mit dem Verspotten von Trumps Sohn ein ungeschriebenes Gesetz gebrochen worden sei. Meine Güte! Wie viele ungeschriebene Gesetze hat der neue Präsident denn gebrochen? Er ist zwar dünnhäutig, aber irgendwie scheint ihm nichts zu schaden. Warum dann nicht die Familie angreifen? Er selbst hat doch mehrfach and interviews gesagt, dass man vor Kollateralschäden keine Angst haben sollte.
    Nein, Trump nimmt keine Hand vor den Mund verspotted alles und jeden, ihm sind alle Mittel recht, für uns sollte das gleiche gelten. Michelle Obamas stolzer Spruch „If they go low, we go high“ ist tugendhaft, im Umgang mit Trump wieder völlig sinnfrei.

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    • Ich verstehe den Impuls, logisch. Er entspringt der Empörung, dem Entsetzen. Man will etwas zurückschiessen und hat nichts anderes zur Hand.

      Die Rache des Ohnmächtigen quasi. Ob’s hilft. Ist danach nur irgendetwas besser? Fühlt man sich wirklich besser? Ist es dieses Gefühl des „dem habe ich es aber gezeigt „? Hält es an? Oder merkt man nicht noch viel mehr, dass es eigentlich nichts bringt, höchstens einem selbst schadet, weil es nie gut tun kann, sich mit solchen Gefühlen zu befassen. Das ist wie wenn ich denke, dass der andere stirbt, wenn ich das Gift trinke.

      Ich kann es nur nochmals sagen: Ich war nie für Trump und finde seine Wahl schrecklich. Wir haben nun einen frauenverachtenden, homophoben, eigentlich menschenverachtenden Ignoranten und Opportunisten an der Macht, einen, der all das hoch hält, wogegen die Menschen über viele Jahre kämpften. Das ist beängstigend….

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  4. Ja, die Rache des Ohnmächtigen. Die einzige Möglichkeit, die wir haben.
    Was soll ich denn tun? Es ignorieren, wenn mir konservativer Bullshit aufgetischt wird? Das habe ich zu Beginn versucht, es hat mich auf Dauer nur wütend gemacht. Der Klügere gibt nach, hält im Zweifel die Klappe? Trump der falsche Weg.

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    • Nein, aber es wäre wohl sinnvoller, zu sehen, was passiert, was man tun kann. Man kann diskutieren, was er tut und wie man damit umgehen will. Man kann schauen, wo es hinführt und ob man Möglichkeiten hat – oder es welche gibt -, das zu stoppen. Was genau passiert, wenn ich das Kind oder die Frau beschimpfe? Davon geht die Wut weg? Und die politische Lage ändert sich?

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  5. Ich denke auch, dass wir jetzt unsere Energie dafür verwenden sollten, gegen Handlungen und Anordnungen zu opponieren, oder jene zu unterstützen, die dies tun (ich denke da beispielsweise an die Standing-Rock-Bewegung oder Planned Parenthood-Organisationen). Trump ist ja nur der Typ vorne auf der Bühne, aber da sind auch all die Leute, die ihn in diese Position gehievt haben, ihn dort halten und diese menschenverachtende Politik mittragen. Und die Leute, die ihn machen lassen. Man muss nicht denken, dass Leute wie der Vizepräsident weniger schlimm wären. Das ist dasselbe Menschenbild in Grün, nur wäre der nicht gewählt worden, weil er nicht so ein Showman ist wie Trump.
    Also: aufhören, auf Personen zu schiessen und anfangen, ihre Politik zu bekämpfen. Und zwar nicht nur in den USA (dort ist unser Einfluss sowieso gering), sondern auch hier in der Schweiz.
    Es liegen wichtige Abstimmungen vor uns, also konzentrieren wir uns doch lieber auf den Abstimmungskampf und die nächsten Wahlen in der Gemeinde, im Kanton und auf Bundesebene. Argumentation ad personam bringt uns hier nicht weiter!

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