Rezension: Christa Bernuth – Das Falsche in mir

Leichen im Keller tauchen auf

Wenn er im Tötungsmodus ist, tötet er nicht wirklich. Der Anfang sind immer Fantasien und dabei bleibt es dann auch, glaubt er. Fantasien sind nicht strafbar, solange sie im Kopf bleiben. Er begeht kein Verbrechen. Ab einem bestimmten Punkt kann er nur nicht immer unterscheiden, was gedacht und was von dem Gedachten umgesetzt wird.

Als Jugendlicher bringt Lukas Salfeld seine Jugendliebe Marion um und büsst diese Tat 10 Jahre im Gefängnis. Danach baut er sich ein neues Leben auf, heiratet, kriegt zwei Kinder, hat einen Job. Keiner in seinem Umfeld weiss von seiner Vergangenheit.

Bisher war ich sicher, dass ich alles richtig gemacht hatte. ich hatte den richtigen Beruf gewählt. ich hatte die richtige Frau geheiratet – dunkelhaarig, kraftvoll, rassig, selbstbewusst genug, mich in Ruhe zu lassen.
Ich hatte zwei Mädchen gezeugt.
Ich gebe zu, das war dumm.

Lukas lebt sein Leben in sicheren Bahnen, versucht, seine zwar auftauchenden, aber im Kopf gefangenen Fantasien im Griff zu haben. Sein sorgsam aufgebautes Leben kommt ins Wanken, als ein junges Mädchen nach demselben Muster getötet wird, wie er einst Marion tötete. Lukas hat kein Alibi für die Tatzeit und auch keine Erinnerung. Verzweifelt macht er sich selber auf die Suche nach der Wahrheit, in Sorge darüber, was er herausfinden wird.

Christa Bernuth hat in Das Falsche in mir einen spannenden Plot realisiert. Durch die unmittelbare Sicht des Ich-Erzählers Lukas Salfeld ist der Leser immer live dabei, erlebt die Geschichte quasi aus erster Hand und aus der Perspektive des Verdächtigen. Das ist vor allem am Anfang etwas verwirrend, da man nicht weiss, wo man genau ist, was man da soll und wo das Ganze hinführt. Dass die Perspektive auch noch ab und an abschweift, man immer wieder von anderen Blickwinkeln auf die Geschichte schaut, ist dem Verständnis nicht dienlich.

Was bei der Ich-Erzählung etwas fehlt, ist die persönliche Involviertheit des Erzählers. In fast monoton erscheinender Weise schildert er, was gerade passiert, was er tun will, tut oder getan hat. Da driften Unmittelbarkeit des Erzählens und des Erzählten auseinander.

Nichtsdestotrotz ist Das Falsche in mir ein solider Krimi mit einem gut aufgebauten Spannungsbogen. Er braucht am Anfang ein wenig Durchhaltevermögen, um sich zurechtzufinden, zieht dann aber an.

Fazit:
Guter Plot, eigenwillig und verschachtelt aufgebaut. Spannende Geschichte, bei welcher der Leser lange im Dunkeln tappt. Empfehlenswert.

Zum Autor
Christa Bernuth
Christa Bernuth arbeitete nach dem Studium an der Deutschen Journalistenschule in München viele Jahre als freie Journalistin für verschiedene Zeitungen und Magazine. Ihre Kriminalromane wurden in mehrere Sprachen übersetzt und drei davon verfilmt. Christa Bernuth lebt mit ihrem Mann in München. Von ihr erschienen sind unter anderem die Romane Innere Sicherheit (2009) und Wer schuld war (2010),

Angaben zum Buch:
bernuthdas_falsche_in_mirTaschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuchverlag (1. Januar 2014)
ISBN-Nr.: 978-3423249928
Preis: EUR 14.90 / CHF 29.90

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