100 Jahre Tod in Venedig

Vor 100 Jahren erschien Thomas Manns Erzählung „Tod in Venedig“. Sie handelt von Gustav von Aschenbach, einem erfolgreichen Schriftsteller, der, längst verwitwet und ganz der eigenen Leistung verpflichtet, nach Venedig aufbricht, um sich da zu erholen. Am Strand fällt ihm ein schöner Knabe auf, in den er sich verliebt. Zwar wahrt er die nötige Distanz, doch wird er von dieser jäh erwachenden Leidenschaft so durchgeschüttelt, dass sein Innenleben aus der Bahn gerät. Er verliert jegliche Selbstachtung, infiziert sich mit Cholera und stirbt im Liegestuhl liegend, seinen Schwarm noch einmal betrachtend und sich einbildend, dieser hätte ihm zugewinkt.

Eine Skandalgeschichte, wenn man so will. Sie thematisiert ganz offen die Homoerotik, welcher Thomas Mann selber verfallen war, die er aber zeitlebens unterdrückt hat. Seine Kunst diente ihm als Ventil, das auszudrücken, was er nicht ausleben konnte. Eine Geschichte wird 100 Jahre alt und hat an Spannung, an Wirkung nichts verloren in diesen Jahren. 

Artikel zum Geburtstag:

FAZ: 100 Jahre Tod in Venedig: Pervers?

Deutschlandradio Kultur: Thomas Manns berühmte Künstlernovelle

 

0 Comments

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s