Asylantentsunami und Erschiessungsphantasien

Die SVP geht in eine neue Runde. Der Tagesanzeiger und die BaZ thematisieren die verbalen Entgleisungen von Beat Mosimann, welcher seinen rassistischen Gewaltphantasien auf Facebook und anderen Plattformen freien Lauf lässt. Er spricht von einem Asylantentsunami und zeigt seine Lösungsstrategien auf, welche bis hin zur standesrechtlichen Erschiessung führen. Muslime werden als Schädlinge bezeichnet, welche man entsorgen solle. Die Unterbringung in KZ ähnlichen Strukturen mit den dazugehöigen Auflagen vollenden das Bild.

Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust führt oft zu Fragen wie: Wie war so etwas möglich? Wie kann es soweit kommen? Was geht in Menschen vor, die so etwas tun? Die Ereignisse sind in ihrer Grausamkeit weit weg heute, auch wenn sie nach wie vor betreffen. Wenn man solche Auswüchse sieht wie die jüngsten Social Media Skandale, wird einem schlagartig bewusst: Das könnte jederzeit wieder passieren. Der Mensch scheint nichts aus der Geschichte gelernt zu haben.

Die SVP will nichts von alledem gewusst haben, zieht nun aber die Notbremse und will prüfen, wie man solche Dinge in Zukunft verhindern kann. Was trotzdem offensichtlich ist, dass die dahingehend „verwirrten und verirrten“, wie Toni Brunner sie nennt, meist aus der Partei kommen oder mit ihr sympathisieren. Wenn das von der SVP so nicht gewollt ist, sollte sie vielleicht mal über die Bücher gehen, wieso sie gerade die anzieht?!


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Ein Kommentar zu „Asylantentsunami und Erschiessungsphantasien

  1. Was hier unter Verhindern gemeint ist ist folgendes. Den Exponenten wird ein Maulkorb verpasst. Das Gedankengut interessiert insofern nicht, da in den Köpfen vieler Anhänger das Selbe rumgeistert und sein Unwesen treibt. Was sich in Ergüssen von xenophoben Initiativen äussert und beweist das ein nicht unerheblicher Bevölkerungsanteil unfähig ist aus der Geschichte zu lernen.
    Es kommt nicht von Ungefähr das Christoph Mörgeli, wenn man mich fragen würde ob er, gewisse Ähnlichkeiten mit einem Charakter eines gewissen Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda aufweist, und an selbigen erinnert, ich dies vermutlich bei genauerer Betrachtung bejahen könnte. Oder sogar müsste.

    Die SVP selbst wird nicht über die Bücher gehen, da sie ja den Zugewinn an Wähleranteil höher bewertet, als die Verantwortung gegenüber dem Staat Schweiz. Den sie mit ihren Initiativen und immer massiveren Gedankengut von inzwischen ganz weit Rechts torpediert und schädigt. Schweizer wählen SVP? Nein. Echte Eidgenossen machen das Gegenteil. Wer SVP wählt will die Schweiz wie sie heute existiert Abschaffen.
    Aber das ist auch Teil der der SVP Taktik. Sie wollen, befeuert von Blocher/Mörgeli einen Staat nach Vorbild der USA. Auch Lukas Reimann gehört da als Vertreter der jungen SVP Politiker dazu. Er verfolgt aufmerksam das Politikgeschehen und System der USA. Natürlich ist auch da nur der rechte Rand der heilsbringende.
    Weil der da sehr stark und auch sehr mächtig ist. Linke sind in den USA verschwindet klein und höchstens ein, zwei Prozentpunkte gross. Ein Traumland für Rechte Politiker, die mehrheitlich schalten und walten können wie sie wollen und die Mitte, für die die Demokraten stehen, immer noch wie im Kalten Krieg, als Kommunisten diskreditieren können. Ohne das sich gross jemand darüber stört.

    Und ich als Schweizer möchte keine USA aus der Schweiz machen. Diese Strukturen passen nicht in die Politische Weltkarte der Schweiz. Da wir ein Kleinstaat sind. Keine Supermacht die Anderen diktieren kann was sie zu tun haben. Wir können nur überleben, wenn wir Kompromisse machen. Darin sind wir Weltmeister und haben es zu was gebracht. Ob jetzt mit mehr oder weniger unlauteren Mitteln sei dahin gestellt. Wir haben das beste daraus gemacht. Genau wie die meisten um uns herum dies ebenfalls tun.

    Doch mit dem SVP Terror verbaut sich die Schweiz Wege. Möglichkeiten. Chancen. Wir sind kein Land von Fremdenhassern. Wir haben eine begrenzte Kapazität. Und wir haben auch unsere Grenzen. Die darf und kann und muss man äussern. Aber als Schweizer. Nicht als ideologisch entliehene Naziimitation aus dem so für viele SVP Anhänger verhassten Deutschland. Das trägt fast schon schizophrene Züge, wenn sich ein ach so patriotischer, hier nationalistischer, Schweizer dessen bedient.

    Anders Behring Breivik hätte in Norwegen auch keiner erwartet. Obwohl auch da ähnliche Parteien wie die SVP grossen Erfolg feiern. Mit den gleichen Themen. Und er hat diese Parteien auch gewählt.
    Ein Wähler unterhält immer eine symbiotische Beziehung zu „seiner“ Partei und deren Exponenten. Es ist ein geben und nehmen. Und in jeder Spirale von Hass und Gewalt schaukelt es sich hoch. Und die Anfänge von kompletter persönlicher wie staatlicher Abschottung mögen Verbale Entgleisungen in Sozialen Medien sein, denen wir heute in der Schweiz immer häufiger begegnen. Es zeigt jedoch auch auf, das diese Exponenten persönlich aufgegeben haben. Sich in ihre eigene Welt begeben haben. Sich in dieser Welt in Sicherheit wiegen. Sich bis zu einem gewissen Grad sogar mit Macht erfüllt sehen und meinen aus einer Position der Stärke zu agieren.
    Doch der Auslöser solchen tun’s ist immer die allumfassende Angst. Angst vor Neuem. Angst vor dem Anderen. Angst nicht mehr zu genügen, weil man sich bewusst oder unterbewusst ist, das es bessere Fachleute gibt als man selber ist. Das Menschlichkeit bedeutet sich der Welt zu öffnen. Auf die Gefahr hin selber verletzt zu werden. Und das möchte man auf keinen Fall. Also igelt man sich persönlich ein und wählt eine Partei die das selbe tut. Und die gibt einen Teufel darauf, diese treuen Wähler zu vergraulen.

    Erkenntnisse sind oft sehr simpel zu erkennen. Daraus etwas zu lernen jedoch oft genug ein Ding des unmöglichen. Auch wenn es schlussendlich überlebenswichtig ist. In dem Rahmen spielt sich der tagtägliche menschliche Wahnsinn ab. Ohne das man als Beobachter das Gefühl bekommt, es bewegt sich was vorwärts. Alle rennen wie ein Hamster im Kreis. Und das unterstützt den Wahn zusätzlich. Mal sehen wohin das führt. Global weis man das ja, die Menschheit wird verschwinden. Doch wäre es ein gutes Gefühl zu Wissen sie täte es nicht durch ihre eigenen Dummheit.

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