50 Fragen an mich

Auf dem Blog Buchstabengewölk

stiess ich auf 50 Fragen, die ursprünglich auf dem Blog Piksyn

gestellt worden waren.

Da mir die Fragen gefallen, mache ich mich auch mal ans Beantworten – vielleicht gefallen sie euch ja auch und ihr macht mit?

1. Zweifelst Du manchmal daran, ob es ein Wort wirklich gibt, z. B. Sprenkel?

Ich zweifle an vielem, so auch an Worten. Wobei: Wenn das Wort dahin passt, wo ich es hinpacke, dann existiert es zumindest für den Augenblick und in dem Kontext. Ich finde das gut so.

2. Was liest Du morgens als Erstes?

Die Zeit auf dem Handy. Und wenn ich das schon in der Hand habe, schaue ich schnell bei Instagram rein. Und dann lese ich ein Gedicht – und stelle es auf Instagram, damit andere auch mitlesen können. Ich finde, den Tag mit einem Gedicht zu starten, gibt dem Tag einen guten Anfang.

3. Träumst Du horizontal oder vertikal?

Im Kreis und um die Ecke, rauf und runter, kreuz und quer.

4. Welches Lied macht für Dich die Welt groß?

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum (Nietzsche) – Es gibt nicht das EINE Lied, es gibt Lieder für alle Lebenslagen.

5. Wen schaust Du gerne an?

Meinen Hund

6. Wer sagt, dass Du etwas machen musst?

Ich bilde mir manchmal ein, ich sei es, aber es sind die vielen kleinen Stimmen in mir, die von ganz unterschiedlichen Seiten gespeist werden: Verantwortung, Rücksicht, Pflicht, Ambitionen, Wunschvorstellungen, etc.

7. Welches war die erste Farbe, die Du gesehen hast?

Ich weiss ab und an nicht mal mehr, was ich am Vortag gegessen habe, da ist es eher illusorisch, etwas von vor 44 Jahren noch wissen zu wollen. Die Frage ist wohl nun sehr pragmatisch und wenig kreativ, aber so bin ich ab und an.

8. See oder Meer?

See – mangels Meer glücksbringender

9. Norden oder Süden?

Alles relativ

10. Wenn Du aussteigen würdest, was wäre das Letzte, was Du in Deinem jetzigen Leben tun würdest?

Die Tür hinter mir zuziehen

11. Wenn Du wählen könntest: hättest Du lieber Synästhesie und durchschnittliche Intelligenz oder einen IQ von 160?

Nur 160?

12. Lässt Du andere Menschen von Deinem Brötchen abbeißen? Und wenn es ein Döner ist?

Nein. Und nein. Und auch wenn es sonst was wäre: Nein. Ich würde aber das ganze Brötchen abgeben. Und auch sonst alles.

13. Welches war der erste Kosename, den Du bekommen hast?

Fröschli

14. Findest Du das Floskelgerüst nach Terroranschlägen beruhigend oder macht es Dich verrückt?

Weder noch, ich finde es schlicht bemühend und unnötig. Ich mag aber generell keine Floskeln und sähe ein wenig mehr Substanz – und daneben mehr Ruhe – lieber

15. Weinst Du oft?

Wenn mir danach ist

16. Fenster auf? Fenster zu?

auf – es könnte ja eine Tür zugehen

17. Magst Du mich?

Kommt drauf an, wer fragt

18. Hast Du schon mal aus Liebeskummer einen Rieseneisbecher im Bett gegessen, weil Du in einer Sitcom gesehen hast, dass man das tut, wenn man Liebeskummer hat?

Nein

19. Setzt Du Dich mit Straßenklamotten auf das Bett?

Ja

20. Was ist Dein Lieblingswort?

Caruso – weil mit Freude und Liebe verbunden

21. Wann hast Du das letzte Mal jemanden kennengelernt, mit dem oder der Du befreundet sein willst?

Letzten Donnerstag

22. Kaffee? Tee?

Beides

23. Liebst Du Dein Leben?

Es ist das einzige, das ich habe

24. Was hast Du später gelernt als andere?

Mich selber zu mögen

25. Hast Du eine persönliche Hymne?

Früher war es „I will survive“ – passt immer noch irgendwie

26. Bist Du der, der die Witze macht oder der, der den Kuchen backt?

Ich höre den anderen beim Kuchenessen beim Witze Erzählen zu.

27. Oder beides?

Ab und an auch das

28. Ist Musik für Dich die Zeitmaschine oder Duft?

Zeitmaschine

29. Wie viele Liter Wasser trinkst Du am Tag?

Ich rechne nicht

30. Was ist Deine Verlegenheitsgeste?

Nase rümpfen

31. Wie oft denkst Du, ab sofort lebe ich vegetarisch?

Habe ich schon einige Male gemacht und dann auch getan für eine Zeit

32. Stellst Du manchmal Fragen, die Du hinterher bereust?

Ja

33. Hast Du schon mal „nein“ gesagt, obwohl Du „ja“ meintest?

Ja

34. Wie oft lügst Du am Tag?

Ich versuche, so ehrlich wie möglich zu sein, ohne Menschen grundlos zu verletzen, aber…

35. Sehnst Du Dich nach dem Ende dieses Fragebogens?

Langsam sind es viele Fragen…

36. Wieviel Geld brauchst Du zum Glücklichsein?

Soviel, dass es für ein angenehmes Leben reicht

37. Hast Du manchmal einen Kloß im Hals, wenn Du Fernsehwerbung siehst?

Nein

38. Wenn Du die Zeit zurückdrehen könntest: wohin?

Nirgends – denn dann käme ja all das, was vielleicht nicht gut war und weswegen man die Zeit zurückdrehen wollte, nochmals – so hat man es hinter sich.

39. Schläfst Du mit offenem oder geschlossenem Fenster?

Offen

40. Belehrst Du andere über Rechtschreibung?

Wenn sie mich fragen

41. Hörst Du Farben?

Nein

42. Was würdest Du gerne erfinden?

Eine Gedanken-ausschalt-Maschine

43. Wie oft fehlen Dir die Worte, um jemandem etwas zu sagen?

Selten

44. Wer wärst Du gerne für einen Tag?

Ich – mich kenne ich schon einigermassen

45. Wer für ein Jahr?

Ich – mich kenne ich schon einigermassen

46. Denkst Du, man muss zu allem eine Meinung haben?

Nein

47. Wie oft kaufst Du Dir Blumen?

Selten

48. Warst Du schon einmal in New York?

„Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawai, lief nie durch San Francisco in zerrissenen Jeans….“

49. Was ist spannender: die Reise nach New York oder die Reise zu sich selbst?

Eine Reise zu mir selber auf einem Trip nach New York?

50. Oder beides?

Siehe oben

Herr Meier und Frau Gretchen

Ein Mann – er ist halt einfach einer – lässt sich durch Hormone, Lüste und anderes dazu bewegen, seiner Angebeteten Bilder von sich und seinen durch sie bewegten Körperteilen zu schicken. Per MMS. Man ist ja modern und nutzt die moderne Technik. Besagte Frau fand das zum Zeitpunkt des Schickens wohl auch witzig, putzig, erregend –man weiss es nicht genau, auf alle Fälle störte es sie nicht, sie löschte nichts, beschwerte sich nirgends, sondern liess das Ganze auf ihrem Handy. Das Leben nimmt seinen Lauf, die Beziehung zerbricht.

Nun ist der Herr ein Mann der Öffentlichkeit, sie eine namenlose Statistin, die wohl auch noch irgendwo in ihrer Ehre getroffen ist. Niemand verletzt die Gefühle einer Frau ungeschoren und so muss der Herr, nennen wir ihn Meier, bluten. Frau Gretchen (Name frei erfunden) schickt die Bilder der Presse, worauf diese sich auf Herrn Meier einschiesst und einen Skandal lostritt. Herr und Frau Schweizer stehen die Haare zu Berge, die Partei des Herrn Meier sieht Meiers Integrität als gestorben an und will sonntägliche Notsitzungen einberufen und die sehr seriöse Tageszeitung schiesst einen Artikel nach dem andern ins Netz zum Thema. Twitter, Facebook laufen heiss, fast so heiss wie die Ohren derer, die sich die Bilder vorzustellen versuchen.

Was ist wirklich passiert? Ein Mann war so doof, Hirn aus und andere Regionen anzuschalten und das auch noch bildlich festzuhalten. Er verschickte das in einer Arbeitspause privat an seine Partnerin. Das ist dumm, aber nicht strafbar. Und dumm ist es auch nur, weil man heute leider keinem mehr trauen kann und alles irgendwann ausgenutzt werden kann, wenn Situationen sich ändern. Traurig daran ist, dass man schon in einer Beziehung denken muss, dass eine Beziehung enden könnte und alles, was man in der Beziehung in gegenseitigem Einverständnis und zur gegenseitigen Freude tut, danach gegen einen verwendet werden kann.

Aber weiter in der Geschichte. Herr Meier sah das Desaster und drohte Frau Gretchen mit der Polizei, wenn sie nicht unterliesse, was sie da tat. Dass er Beziehung zur Polizei hatte, half da sicher, so dass Frau Gretchen sich nun als Opfer fühlt und den Herrn Meier als bösen Mann, der sie bedroht hinstellt. Und die grosse Masse tut es ihr gleich. Keiner fragt sich, was sie eigentlich da tat. Ob das rechtens war. Wie eine Frau dazu kommt, private Bilder ihres Expartners an die Öffentichkeit zu geben und ihn damit blosszustellen.

Ich würde ja nie nie nie Nacktbilder von mir machen lassen, sie schon gar nicht verschicken. Die Bilder mögen peinlich sein, die fehlende Weitsicht des Herrn Meiers ebenso. Dass er nicht einfach dasitzt und sie mal machen lässt, liegt auf der Hand. Jeder würde versuchen, dem Tun von Frau Gretchen Einhalt zu gebieten, wären die Bilder von ihm und würden ihn und seine hormonell bedingte Doofheit (und noch einiges mehr) entblössen. Nur sollte man mal den moralinsauren Zeigefinger einziehen und sich fragen, wie viele Dummheiten man schon selber unter dem Deckmantel Liebe oder Hormone machte. Herr Meier mag peinlich sein, aber sind wir das nicht alle mal?

Und für alle, die nun denken…. sollen das gleich seinlassen. Ich mag Herrn Meier nicht, bin nicht in seiner Partei und würde da auch nicht reinpassen. Mir stösst einfach die Geschichte sauer auf. Und das massiv. Soll doch mal jeder vor seiner eigenen Tür kehren, bevor er gegen ihn den Finger richtet. Drüber lachen ist erlaubt, es ist absolut peinlich. Aber auch absolut menschlich. Wie ich finde.