Er nannte sie ne dumme Kuh,
sie warf nach ihm den linken Schuh.
Wieso es nicht der rechte war?
Den trug sie noch – das ist doch klar.
©Sandra Matteotti
Denkzeiten – Sandra von Siebenthal
Philosophie und Lebens-Kunst
Er nannte sie ne dumme Kuh,
sie warf nach ihm den linken Schuh.
Wieso es nicht der rechte war?
Den trug sie noch – das ist doch klar.
©Sandra Matteotti
Ich denke mir
das Leben bunt,
ertrinke doch
im Grau.
Ich töte Herz,
vernicht’ Verstand,
schliesse Ohren,
mache zu.
Es dröhnen Stimmen,
Dunkles drückt,
immer enger
wird die Welt.
Da wär so viel,
es muss so sein,
allein es dringt nicht
zu mir durch.
Die Decke kommt
bedenklich nah,
von unten drückt
der Boden.
Ich bin dazwischen,
wie bei Stühlen,
fall durch Maschen,
unter Grund.
Keine Netze,
doppelt Boden,
fangen mich
noch auf.
Ich liege da
die Augen zu,
und halt mich
an den Farben.
Sie sass hinter Gittern,
und sah all die Stäbe,
dahinter nichts wäre,
wie einst in Paris.
Sie suchte die Lücken,
und sah doch nur Stäbe,
der Blick wurde trübe
und sie ach so müd’.
Sie suchte den Ausweg,
flog hoch und fiel nieder,
die Flügel, sie brachen,
das Herz gleich damit.
So lag sie darnieder,
mit Dreck im Gefieder,
die Augen ganz schwer,
sie hoffte kaum mehr.
Nur ab und an drang noch,
ein Sonnenstrahl nieder,
fiel zwischen die Stäbe,
und brachte ihr Ruh’.
Es war einmal ne Schnecke,
die blieb meist auf der Strecke,
weil alle bloss vorüber eilten,
und nie bei ihr verweilten.
©Sandra Matteotti
Er ist ein Mann mit Phantasie,
die er hegt, wie and’res nie.
So tanzt er stets durch alle Farben,
sieht den Alltag nur als graues Darben.
©Sandra Matteotti
Da war noch die Frau Leberwurst,
die trank oft einen übern Durst,
weil sie gar fürchterlich beleidigt war,
drum heisst sie so, das ist doch klar!
Ein Leben wir im Pilcher-Roman,
das wünsche ich mir dann und wann.
Erst ging’ es hü und auch mal hott,
und dann der Schlusskuss, aber flott.
©Sandra Matteotti
Ich sitze vor der Kiste
und schreibe eine Liste,
was ich noch möcht erleben,
anstatt vor dieser Kiste kleben.
©Sandra Matteotti
Da ist noch dieser Ehemann,
der vergisst so dann und wann,
Geburtstag und auch Hochzeitstage;
die Strafe folgt, steht ausser Frage.
©Sandra Matteotti
Sie hiess Marie oder Sophie,
ganz sicher war ich mir nie.
Bemühte ich mich noch so sehr,
Namen merken fiel mir schwer.
©Sandra Matteotti
Suche nach Liebe,
die nirgends ich fühle.
Fülle die Leere,
die mich sonst verschlingt.
Träume die Zukunft,
die unerreicht daliegt.
Sehe die Bilder,
die keiner gemalt.
Vermisse den Halt,
ich lasse mich fallen.
Stosse auf Grund
und seh’ doch kein Ziel.
Lebe auf Zeit nur,
die manchmal zu lang scheint.
Fürchte das Ende
und weiss nicht wieso.
©Sandra Matteotti
Ich las die Zeitung, las sie lang,
das klingt nicht weiter schlimm – bislang,
Doch dann das Klopfen und ein Schrei:
„Gib endlich die Toilette frei!“
©Sandra Matteotti
Wann immer ich die Brille suche,
ich den Umstand laut verfluche,
dass dieses Ding sich gut versteckt,
damit man’s blind nie mehr entdeckt.
©Sandra Matteotti
Die Haare wild und ganz zerzaust,
der Blick zum Spiegel schrecklich graust.
Ich kämm‘ sie durch und streich sie glatt,
was auch nichts hilft – ich denk: so what!
©Sandra Matteotti
Ich liege wach in meinem Bett,
solche Nächte sind nicht nett.
Ich zähle fleissig Schaf um Schaf,
doch wer nicht kommt, das ist der Schlaf.
©Sandra Matteotti