Gleiche unter Gleichen

Stell dir vor, es gäbe keine Länder mehr –
dass kann so schwer nicht sein.
Es gäbe nichts dafür zu töten oder sterben
und auch Religionen gäb es nicht.

Stell dir all die Menschen vor,
sie lebten in Frieden.

Da kannst nun sagen, ich sei ein Träumer,
doch: Ich bin nicht der einzige.
Und eines Tages bist du mit uns
und die Welt wird eine sein.

Stell dir vor, es gäbe keinen Besitz
Ich frage mich, ob du0s kannst.
Kein Grund für Neid oder Hunter,
die Menschen wären Brüder.

Stell dir die Menschen vor,
sie teilten sich die Welt.

Du wirst sagen, ich sei ein Träumer,
doch ich bin nicht der einzige.
Ich hoffe, eines Tages bist du mit uns
und wir leben in einer Welt, die eine ist.

Das sang John Lennon. Imagine (Übersetzung S.M.). Ein wunderbares Lied mit einer Vision. Die Vision von einer Welt, in welcher alle Menschen miteinander leben – nicht gegeneinander. Die Vision von einer Welt, in welcher die Menschen teilen, nicht einander wegnehmen. Die Vision von einer Welt, in der Friede herrscht.

Unter den Linden
Die Blätter der Bäume fallen
Die herrlichen Linden entlang,
In allen Farben und Formen
Bestreut ist der reizende Gang.

Ihr Blätter und Bäume und Menschen,
Verschieden in Farbe so sehr:
Ein Windstoss weht alles zusammen,
Man merkt keinen Unterschied mehr!

Das hat Friederike Kempner (1882 – 1904) gedichtet. Im Zentrum steht der Gedanke, dass die Menschen im Kern alle gleich sind, sie sind alle Menschen. Würden wir Menschen das erkennen, wäre die Welt eine friedlichere. Dann würden die Menschen die Welt teilen und sich gegenseitig Sorge tragen – als Gleiche unter Gleichen.

Kategorien – oder: In eigener Sache

Kürzlich wurden Schweizer Blogs gesucht und jemand hat meinen in die Liste eintragen lassen. Es gab verschiedene Kategorien und sie hatte eine für mich gewählt: Leben. Sie meinte, ich könne die Kategorie auch wechseln, wenn ich möchte.

Ich habe mir Gedanken gemacht. In welche Kategorie passt mein Blog? In welche gehört er?

Angefangen hat alles irgendwann im Oktober 2010. Ich hatte vorher einen Blog auf blogger.de, zog mit dem dann zu WordPress um. Ich schrieb hauptsächlich meine Gedanken zum Leben und Gedichte. Irgendwann veränderte ich den Inhalt, es sollte ein Bücherblog werden. Ich hatte immer gerne gelesen, nun wollte ich auch darüber schreiben. Es pendelte sich ein Miteinander zwischen Bücherbesprechungen und eigenen Gedanken/Gedichten/Geschichten ein. Mal überwog das eine, mal das andere.

Man könnte also sagen: Die Kategorie „Leben“ passt perfekt. Als reiner Bücherblog möchte ich Denkzeiten nicht bezeichnen. Es gab Zeiten, da strebte ich das an, weil ich dachte, dem Ganzen eine klare Richtung geben zu müssen. Doch dann merkte ich, dass dies mir nicht entspricht. Ich bin nicht nur Büchermensch, so sehr ich Bücher – immer mal wieder unterschiedliche Genres – auch liebe. Mich bewegt mehr im Leben und das möchte ich auch transportieren. Also sprengte ich das Korsett wieder auf, ging neue Wege und der Blog veränderte sich immer mal wieder ein wenig. Es fiel nichts wirklich weg, aber es kamen immer mal neue Impulse dazu.

Vor ein paar Jahren entdeckte ich meine Liebe zur Kunst. Zwar hatte sie mich schon immer interessiert – vor allem die Malerei -, aber ich hatte mich nur am Rande intensiver damit auseinandergesetzt. Das änderte ich damals und zwar theoretisch durch entsprechende Sachbücher wie auch praktisch durch eigene Gehversuche beim Zeichnen und Malen. Leider kam mir mein innerer Kritiker immer wieder in die Quere und irgendwann hörte ich auf. Bis vor einiger Zeit.

Das Leben geht wohl mitunter verworrene Wege. Hinter mir liegt eine sehr anstrengende Zeit und auch der vor mir liegende Weg wird wohl seine Tücken haben. Inmitten dieser kräftezerrenden Phase merkte ich plötzlich, was mir im Leben fehlt. Ich blätterte durch frühere Skizzenbücher und wusste: Da will ich wieder hin. Und das habe ich getan. Und für mich einen Ort gefunden, an dem ich mich endlich gut fühle.

Wie ich es immer mache, habe ich auch das bei Denkzeiten integriert. Doch nun möchte ich es ändern. Für mich stimmt es nicht, das Malen und Zeichnen „nur“ als eine Kategorie unter vielen hier bei Denkzeiten zu geben. Ich werde drum meinen kreativen Seiten ein eigenes Zuhause geben:

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www.kritzelzeiten.com

Da finden sich neu meine Skizzen, Bilder, Artikel zu Kunst, Kreativität, Zeichnen und mehr. Ich würde mich sehr freuen, wenn der eine oder andere auch da ab und an mal reinschaut.

Denkzeiten bleibt aber bestehen mit der ursprünglichen Mischung von eigenen Gedanken, Gedichten, Büchern.

Freitagsfüller – Klappe, die elfte

 

Der Freitagfüller geht in die 11. Woche für mich. Eine schöne Aktion, die mich immer ein wenig nachdenken lässt, die aber auch zeigt, wie schnell die Zeit vergeht. Und los geht es:

  1. Ist denn der Sommer wirklich schon vorbei? Nach tagelangem ungemütlichem Regen scheint heute zwar die Sonne, aber es war empfindlich kalt heute Morgen und mein Mantel definitiv nicht dick genug. So heisst es wohl bald: Winterkleider aus dem Keller holen und Schrank umrüsten.
  2. Ich habe ein Rezept für mehr Gelassenheit im Alltag gefunden, und ich setze das nun erfolgreich immer um. – Das wäre ab und an ein Wunschtraum von mir, an dem ich aber noch arbeite. Ich habe mit den Jahren durchaus gelernt, gelassener zu werden, und gerade auch die schwierigen Zeiten der letzten Wochen und Monate hat da nochmals ordentlich mitgeholfen. Es gibt aber immer noch ein paar Situationen und Menschen, die mich in nullkommanichts zur Weissglut treiben können.
  3. Am liebsten mag ich gerade, dass ich wieder intensiv auf meinem kreativen, bildnerischen Weg bin. Der gibt mir sehr viel und ist wohl auch mit eine Hilfe auf dem Weg zur Gelassenheit – auch wenn manchmal Selbstzweifel alles wieder kaputt machen.
  4. Ich liebe Herbstdekoration. Ich habe davon auch sehr viel im Keller – Kürbisse, Tannzapfen, alles in orange, rot und braun. Nur: Dieses Jahr ist mir irgendwie nicht danach. Mir gefällt die immer schlichter werdende Einrichtung und auch Dekoration aktuell sehr gut und ich möchte das eigentlich behalten. Mal sehen, ob ich doch noch irgendwann in die Dekokiste greife.
  5. Socken an den Füßen – dass wieder Socken an die Füsse müssen, ist schon ein Weilchen klar, aktuell sind es zwei Paar. Und die Füsse sind einigermassen warm…
  6. „Dur und Moll in kunterbunt und schwarzweiss“ könnte der Titel eines Buches über meines Lebens lauten. Wenn ich eines gelernt habe im Leben ist es: Alles hat zwei Seiten und man kann nie wirklich abschätzen, welche sich als nächstes zeigt. Ich finde das ja anstrengend, aber es scheint nicht zu ändern und da hilft nur eines: Gelassenheit. Wobei wir wieder bei Punkt 2 wären. 😉

 

Die Nummer sieben kann ich eigentlich meistens einigermassen übernehmen:

  1. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen ruhigen Abend mit einem Glas Wein, Käse und Brot (siehe 3), morgen habe ich geplant, neben allen Wochenenderledigungen wie putzen, einkaufen und dergleichen mit dem Hund spazieren zu gehen, viel zu zeichnen und zu lettern, etwas zu lesen und dann den Tag ausklingen zu lassen. Am Sonntag möchte ich wieder viel zeichnen, lettern, lesen, meinen Sonntagsfilm schauen und hoffentlich viel Ruhe haben.

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Danke für die Inspiration an Barbara, die diese tolle Aktion gestartet hat. Ihr Ursprungspost: HIER

 

„Mein Mann hilft im Haushalt“

Kürzlich hörte ich von einer Frau – und es klang lobend und freudig:

Mein Mann hilft im Haushalt.

Sie sagte das als Antwort auf das Jammern ihrer Freundin, welche beklagte, dass sie alles alleine machen muss. Im ersten Moment dachte ich „toll“ und gratulierte der guten Lobenden innerlich. Schliesslich muss man sich den Mann passend aussuchen und man weiss meist, was man kriegt. Doch dann überlegte ich weiter. Und war nicht mehr so begeistert.

Man kommt als Paar zusammen und gründet einen gemeinsamen Haushalt, irgendwo ein gemeinsames Leben. Natürlich sind da Rollen zu verteilen. Dies sollte im besten Fall gemeinsam passieren, so dass jede der beiden Parteien zufrieden ist. Wenn nun aber ein Haushalt gemeinsam ist, hilft dann einer dem anderen, wenn es darum geht, diesen in Schuss zu halten? Oder aber ist es eine gemeinsame Aufgabe, die man im Miteinander löst?

Nun gibt es verschiedene Beziehungsmodelle:

Beide arbeiten gleich viel. Spontan könnte man hier sagen, dass beide gleich viel im Haushalt machen müssten. Nehmen wir an, einer arbeitet 100%, der andere 60%. Müsste nun die Haushaltslast entsprechend angepasst werden? Was, wenn der mit 60% gleich viel verdient, wie der mit 100%? Und: Wohnt dann der, welcher 100% arbeitet, weniger im Haushalt als der andere? (Nicht nur zeitlich, auch gefühlsmässig). Nehmen wir an, eine Hausfrau mit drei (gemeinsamen oder auch durch Heirat mit aufgenommenen) Kindern lebt mit einem zu 100% arbeitenden Mann zusammen. Wer gehört in den Haushalt? Spannend wird es in dem Modell bei den Ferien des so arbeitenden Mannes. Kann er nun übernehmen? Wenn nicht: Wann sind ihre Ferien? (Die Frage kann man auch mit umgekehrten Geschlechtsrollen stellen).

Man merkt wohl, worauf ich hinaus will: Es ist nicht ganz so einfach, schon gar nicht mathematisch. Es mag wohl hinkommen, dass der, welcher mehr zu Hause ist oder seine Arbeit freier einteilen kann, mehr Möglichkeiten hat, Dinge im Haushalt zu erledigen. Das macht diesen aber nicht zu dessen Haushalt, es bleibt ein gemeinsamer. Ergo ist es keine Hilfe, sondern ein Beitrag, wenn der andere was tut.
Reine Wortklauberei? Ich finde nicht. In diesen Worten steckt eine Hierarchie. Der eine muss und der andere macht nur aus gutem Willen mit, muss dafür schon gelobt werden. Es ist nicht selbstverständlich, dass beide dafür sorgen, dass das gemeinsame Heim schön ist, einer will es schön haben, der andere macht. Und ja, nehmen wir das Rollenmodell Hausfrau-100%Arbeiter: Wer nun einwenden will, dass gewisse Männer ach so arm und viel arbeitend sind (vice versa für Frauen im umgekehrten Falle), dem sei gesagt: Sie könnten das in dem von ihnen gewählten Modell auch nicht tun, wenn sie nicht Frauen hätten, die ganz viel abnehmen – zum Beispiel: Drei Kinder zu unterschiedlichen Hobbies fahren, Elterngespräche wahrnehmen, Sorgen abhören und Hausaufgaben überwachen. Essen kochen, Dinge einkaufen, die der Mann nicht essen dürfte wegen seiner Diät und ihn trösten, wenn die Waage nicht will, wie er. Für alle anderen Modelle kann man das anpassen oder das Wort „Hilfe“ per se in die Tonne treten. Und das kann man es auch in diesem Fall.

Letztendlich sind Menschen in Beziehungen Partner. Und als solche schauen sie gemeinsam, dass die Beziehung läuft und das gemeinsame Leben funktioniert. Es hilft nicht einer dem anderen, sondern man ist füreinander da. Gegenseitig. Und macht, was gemacht werden muss. Gemeinsam. Jeder, was er kann, nicht nur, was er gerne möchte – oder grad gut als Hilfe verkaufen kann.

Wochenthema: Nicht gut genug

Heute stiess ich im Netz auf die Aktion der wunderbaren Künstlerin Ute Bescht (ihr erinnert euch vielleicht an ihr Porträt HIER):

Sie spricht damit ein Thema an, das mich schon viele Jahre begleitet:

Du bist nicht gut genug!

Sprich:

Ich bin nicht gut genug.

Ich hatte dieses Gefühl in vielen Varianten – teilweise kriegte ich es vermittelt oder ich sagte mir die Sätze selber:

Du bist nicht schön genug.
Du bist nicht klug genug.
Du bist nicht gut genug.
Du bist nicht offen genug.
Du bist nicht talentiert genug.
Du bist nicht fröhlich genug.
Du bist nicht umgänglich genug.
Du bist nicht normal genug.
Du bist nicht … genug.

Ich war einfach nie genug, was ich auch tat. Als ich jung war, litt ich sehr darunter. Je älter ich wurde, desto öfter konnte ich hinstehen und sagen:

He, ich bin wie ich bin – und das ist gut so.

Zumindest gegen andere. Innen nagte es weiter und im Innern wiederholte ich die Sätze und stand mir damit im Weg. Ich verfolgte Dinge nicht weiter, weil ich mir sagte, nicht gut genug zu sein. Damit nahm ich mir die Freude und auch die Möglichkeit, mir selber zu beweisen, dass ich es eben doch kann. Dass ich eben doch gut bin, gut genug.

Damit möchte ich nicht sagen, dass ich alles kann und überall gut bin. Aber: Ich bin gut genug und wenn ich es will, dann kann ich auch besser werden. Das kann ich aber nur, indem ich die Dinge tue und an sie glaube. Indem ich an mich glaube.

Es wird immer wieder Menschen geben, die mir sagen wollen, wie ich mein Leben leben müsste. Das sind Menschen, die denken, ihre Form des Lebens sei die (einzig) richtige und die mich in diese Form pressen wollen. Aber ich bin nicht wie sie. Und ich muss es nicht sein. Das müssen sie nicht begreifen, wichtig ist, dass ich es begreife – und danach lebe.

Ich bin gut, wie ich bin. Ich bin gut genug. Ich bin genug.

 

Freitagsfüller – Klappe, die zehnte

Es ist wieder soweit: Der Freitag ist da und damit auch der Freitagsfüller. Es war eine sehr anstrengende Woche – ich bin jeden Tag nach Thun gefahren, um meinen Papa zu besuchen, der da im Spital liegt. Drum kommt der heutige Freitagsfüller nun auch später als sonst, ich bin nämlich soeben erst wieder zu Hause angekommen. Jetzt noch ein paar liegengebliebene Dinge abarbeiten, Mails checken, welche schreiben, eine Offerte machen und dann: Wochenende – und das sieht diese Woche noch mehr so aus, wie sonst schon immer: ruhig. Und los geht es:

  1. Die letzte erfreuliche Postsendung warheute im Briefkasten – sieht nach Büchern aus und nach etwas für Caruso – was weiss ich aber noch nicht, muss erst mal auspacken, dazu kam ich nämlich noch nicht.
  2. In dieser Woche war ich dankbar für die Möglichkeit, viel Zeit mit meinen Eltern verbringen zu können. Ohne Hilfe wäre das alles nicht möglich gewesen und auch für diese bin ich sehr dankbar.
  3. Rotwein ist das köstlichste, was es gibt. Und wenn es dann noch guten Käse, Brot und ein paar Knabbereien dazu gibt, bin ich im siebten Himmel.
  4. Alles, was ich sehe, inspiriert mich. Ich bin die, welche immer mit Skizzenbuch durch die Gegend rennt und alles zeichnet: Häuser, Bäume, Menschen – auch wenn die nie so aussehen, wie sie das in Wirklichkeit tun.
  5. Ich bin momentan am glücklichsten, wenn ich zeichnen kann. Gerade in der nicht ganz einfachen Zeit aktuell bin ich sehr froh, dieses Mittel zu haben, um bei mir zu bleiben, zu entspannen, mir was Gutes zu tun.
  6. Und alle Wege die wir gehen müssen, sollten wir uns möglichst so gestalten, dass es nicht reines Müssen ist, sondern wir etwas Schönes daran erkennen können. Das ist oft nicht einfach, vor allem, wenn es schwierige Wege sind. Da wir sie aber gehen MÜSSEN, haben wir wohl keine Wahl. Sie werden nicht leichter, wenn man sie nur schwarz und sieht. Das Bewusstsein, dass auch auf dem schwersten Weg etwas Schönes zu finden ist, kann helfen und Kraft für den Weg geben. .

Die Nummer sieben kann ich eigentlich meistens einigermassen übernehmen:

  1. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen ruhigen Abend mit einem Glas Wein, Käse und Brot (siehe 3), morgen habe ich geplant, neben allen Wochenenderledigungen wie putzen, einkaufen und dergleichen mit dem Hund spazieren zu gehen, viel zu zeichnen und zu lettern, etwas zu lesen und dann den Tag ausklingen zu lassen. Am Sonntag möchte ich wieder viel zeichnen, lettern, lesen, meinen Sonntagsfilm schauen und hoffentlich viel Ruhe haben.

Danke für die Inspiration an Barbara, die diese tolle Aktion gestartet hat. Ihr Ursprungspost: HIER

 

Freitagsfüller – Klappe, die neunte

Es ist wieder soweit: Der Freitag ist da und damit auch der Freitagsfüller. Es war eine sehr anstrengende Woche – vor allem emotional. Ich bin froh, ist Freitag, auch wenn der nochmals ein paar schwierige Situationen mit sich bringt. Aber danach ist Wochenende und das sieht diese Woche noch mehr so aus, wie sonst schon immer: ruhig. Und los geht es:

  1. Jetzt kann man hier in der Wohnung endlich wieder atmen – vor allem ansatzweise. Ich wurde am frühen Morgen von einem beissenden Brandgeruch geweckt. Ich lief durch die Wohnung, fand nichts. Ich schaute beim Kind, ob das in seinem Zimmer Unsinn machte –nichts. Da ich durch den Gestank nicht mehr schlafen konnte, stand ich um 4 auf… um 5 liess mir dieser Geruch doch keine Ruhe, ich suchte wieder die Wohnung ab, schaute in den Abstellraum, wo auch die Mikrowelle steht, öffnete die… und hatte die Ursache. Das Kind hatte Tassenkuchen gemacht und war eingeschlafen – der Schalter viel zu lang eingestellt. Die Tasse war gefüllt von einem schwarzen Klumpen, die ganze Mikrowelle innen braun und alles zusammen stank zum Himmel. Ich habe nun eingeweicht, geschruppt, gesprayt, geschruppt, gelüftet, gesprayt, Räucherstäbchen geschwenkt… langsam geht es wieder. Was für ein Morgen.
  2.  Unsicherheit auszhalten ist für mich fast unmöglich. Wir hatten nun in letzter Zeit einige Situationen, die mit langem Warten und Unsicherheit daher kamen. Immer heisst es wieder: In zwei Tagen wissen wir mehr – nach zwei Tagen kommt ein Sorry, man wisse doch nichts, es ginge nochmals zwei Tage. Oder Wochen? Oder…
  1. Es macht Spaß, kreativ zu sein, Dinge auszuprobieren. Immer wieder lerne ich: Fehler gibt es nicht, man kann aus allem was machen, wenn man kreativ an die Dinge ran geht. Und so versuche ich, aus meinem eher geordneten Naturell ein wenig auszutreten und zu improvisieren. Immer mehr. Was daraus entstanden ist diese Woche, seht ihr dann am Sonntag wieder.
  2. Mein kreativer Weg wird mein Highlight der 2. Jahreshälfte. Und wohl der Halt, den ich dringend brauche bei dem, was uns als Familie bevorsteht auf verschiedenen Ebenen.
  3. Ich frage mich, ob es Menschen gibt, die ein Leben haben, das einfach locker flockig plätschert. Ab und an macht es in den sozialen Medien den Anschein, dass dem so wäre. Nicht dass man mich falsch versteht, ich gönne es jedem von Herzen. Ich hätte auch gern ein wenig mehr davon.
  4. Ich hoffe, dass ich am Ende des Jahres sagen kann, all der Aufwand, all die kaputten Nerven, all die erschöpfenden Situationen und Umstände auszuhalten, das war es wert. Weil: Alles ist gut und wir sitzen fröhlich mit einem Glas Champagner da und stossen auf ein neues Jahr an, das kommt.

Die Nummer sieben kann ich eigentlich meistens übernehmen:

  1. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen ruhigen Abend mit einem Glas Wein, morgen habe ich geplant, neben allen Wochenenderledigungen wie putzen, einkaufen und dergleichen mit dem Hund spazieren zu gehen, viel zu zeichnen und zu lettern, etwas zu lesen und dann den Tag ausklingen zu lassen. Am Sonntag möchte ich wieder viel zeichnen, lettern, lesen, meinen Sonntagsfilm schauen und hoffentlich viel Ruhe haben.

Danke für die Inspiration an Barbara, die diese tolle Aktion gestartet hat. Ihr Ursprungspost: HIER

Soll man fürs Fernsehprogramm bezahlen?

Billag-Gebühren auf dem Prüfstand

Immer wieder schlagen unsere Fernsehgebühren Wellen. Immer werden Stimmen laut, die fordern, diese abzuschaffen. Ja, ich fände das auch nett. Zumal mein Budget nicht unendlich und das Leben teuer ist.

Ich schaue selten fern. Schon gar nicht am Fernseher. Der hängt eher so als dekoratives schwarzes Rechteck in der Stube und wird nie benutzt. Wenn ich am Computer schaue, geht die Auswahl des Programms quer durch die Sender, je nach aktuellen Vorlieben. Meist Zattoo und Netflix. Ich käme auch mit Netflix alleine aus. Wieso also Billag? Was hab ich mit dem Schweizer Fernsehen am Hut?

Ich mag vieles auf SRF. Vieles auch nicht. Manches finde ich höchst fragwürdig. Zum Beispiel die Übertragung stundenlanger Imam-Gebete. Am Sonntag Morgen. Ich möchte auch keine anderen Gebete schauen – aber das bin ich, andere sind anders. Die Mischung macht’s und SRF kriegt die gut hin. Ganz viel hat ganz viel Hand und Fuss – man denke an die Sternstunden, die Doks, die Nachrichtenformate.

Krimi und Liebesschnulz halten sich die Waage, die Informationsformate sind (ok, Arena ausgeschlossen) informativ – ja, für Leistung soll man bezahlen. Heute herrscht aber leider eine Mentalität vor: Ich will möglichst viel und ich möchte es gerne gratis. Irgendeiner verkauft sich sicher für lau. Damit erpresst man dann die, welche für ihre Leistung Geld wollen.

Und die, die so handeln, gehen dann dahin und predigen Ethik und Werte. Sie stellen sich hin und fordern eine menschlichere Welt. Wo man sich so gegenseitig schätzt. Anerkennt, was jeder leistet. Da gebe ich ihnen Recht. So soll es sein. Nur: Das hört dann wohl beim eigenen Geldbeutel auf.

Klar kann man hinterfragen, wofür die gezahlten Gelder gebraucht werden. Schlussendlich sollte das Programm einer möglichst breiten Masse entsprechen und es soll diese über das, was in unserer Welt passiert, informieren. Das passiert aktuell eigentlich sehr gut. Darum werde ich weiter zahlen. Nicht gerne, ich zahle nichts gerne. Aber:

Jeder soll kriegen, was er verdient.