Soll man fürs Fernsehprogramm bezahlen?

Billag-Gebühren auf dem Prüfstand

Immer wieder schlagen unsere Fernsehgebühren Wellen. Immer werden Stimmen laut, die fordern, diese abzuschaffen. Ja, ich fände das auch nett. Zumal mein Budget nicht unendlich und das Leben teuer ist.

Ich schaue selten fern. Schon gar nicht am Fernseher. Der hängt eher so als dekoratives schwarzes Rechteck in der Stube und wird nie benutzt. Wenn ich am Computer schaue, geht die Auswahl des Programms quer durch die Sender, je nach aktuellen Vorlieben. Meist Zattoo und Netflix. Ich käme auch mit Netflix alleine aus. Wieso also Billag? Was hab ich mit dem Schweizer Fernsehen am Hut?

Ich mag vieles auf SRF. Vieles auch nicht. Manches finde ich höchst fragwürdig. Zum Beispiel die Übertragung stundenlanger Imam-Gebete. Am Sonntag Morgen. Ich möchte auch keine anderen Gebete schauen – aber das bin ich, andere sind anders. Die Mischung macht’s und SRF kriegt die gut hin. Ganz viel hat ganz viel Hand und Fuss – man denke an die Sternstunden, die Doks, die Nachrichtenformate.

Krimi und Liebesschnulz halten sich die Waage, die Informationsformate sind (ok, Arena ausgeschlossen) informativ – ja, für Leistung soll man bezahlen. Heute herrscht aber leider eine Mentalität vor: Ich will möglichst viel und ich möchte es gerne gratis. Irgendeiner verkauft sich sicher für lau. Damit erpresst man dann die, welche für ihre Leistung Geld wollen.

Und die, die so handeln, gehen dann dahin und predigen Ethik und Werte. Sie stellen sich hin und fordern eine menschlichere Welt. Wo man sich so gegenseitig schätzt. Anerkennt, was jeder leistet. Da gebe ich ihnen Recht. So soll es sein. Nur: Das hört dann wohl beim eigenen Geldbeutel auf.

Klar kann man hinterfragen, wofür die gezahlten Gelder gebraucht werden. Schlussendlich sollte das Programm einer möglichst breiten Masse entsprechen und es soll diese über das, was in unserer Welt passiert, informieren. Das passiert aktuell eigentlich sehr gut. Darum werde ich weiter zahlen. Nicht gerne, ich zahle nichts gerne. Aber:

Jeder soll kriegen, was er verdient.

Das Walt Disney Film Archiv (Rezension)

Heute vor 66 Jahren erschien das erste Micky-Mouse-Magazin. Ich hebe mein Glas auf den Helden meiner Kindheit, ich war ein Micky-Maus-Kind. (https://de.wikipedia.org/wiki/Micky_Maus_(Zeitschrift))

Avatar von Sandra von SiebenthalDenkzeiten - Philosophie als Lebenskunst

Die Animationsfilme 1921 – 1968

Mickey Mouse und seine Nachfolger – ein Blick hinter die Kulissen

Walt Disney ist vor 50 Jahren, am 15. Dezember 1966 gestorben. Auf einer Farm in Missouri aufgewachsen, begann er 1919 mit der Produktion von Trickfilmen. Es sollten aber noch 9 Jahre vergehen bis zu seinem Durchbruch: Steamboat Willie – Mickey Mouse hat seinen Auftritt.

Denkt immer daran, dass die ganze Sache mit einer Maus begann. (Walt Disney)

waltdisneyMit Mickey Mouse begann das, was man wohl als eine Erfolgsgeschichte sondergleichen bezeichnen könnte. Es folgten Filme, welche das Herz von Kindern und Erwachsenen auf der ganzen Welt erfreute: Schneewittchen, Das Dschungelbuch, Pinocchio oder Peter Pan, um nur einige zu nennen.
Der vorliegende – nicht nur inhaltlich – gewichtige Band zeigt, wie die Filme in den Studios entstanden sind. Es werden verschiedene Entwürfe der Figuren und Szenerien gezeigt, welche wieder verworfen wurden, um schliesslich…

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Zeichnen jeden Tag – Woche 3

Diese Woche habe ich sehr viel gezeichnet, vor allem ein Tag war intensiv, da ich lange im Zug sass oder auf diesen wartete. Seit ich wieder mehr zeichne und mein Sketchbook immer dabei habe, sind mir Wartezeiten kein Graus mehr, im Gegenteil. Es kam sogar schon vor, dass ich einen Bus vorbei fahren liess, um noch etwas fertig zu machen.

Der Challenge bei Facebook ging weiter, entstanden sind dafür unter anderem diese Skizzen:

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Skizzen von unterwegs gab es auch diese Woche wieder – Bushaltestellen sind gerne skizierte Objekte:

Und auch meine Reise nach Thun wurde festgehalten:

Die Blumenliebe fand ihren Ansporn in einer Instagram-Aktion – unter dem Hashtag #floralsyourway gab es alle zwei Tage eine Blume zu zeichnen:

Hier noch eine kleine Bleistiftskizze, die beim Warten auf den Zug entstanden ist:

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Diese Woche stellte ich mir immer wieder die Frage, ob Bleistift oder Tinte mein bevorzugtes Zeichenmittel ist. Wieso die Skizzen nicht mit Bleistift statt mit Tinte machen? Oder Bleistift nur als kurze Vorskizze für Proportionen und Bildkomposition und dann mit Tinte drüber? Bei den ganz schnellen Skizzen fehlt dafür meist die Zeit, da die ja nur kurz zwischen zwei Dinge gepresst werden, meist keine Minute dauern. Bei etwas aufwändigeren gingen wohl alle Variationen. Ich habe das für mich noch nicht abschliessend entschieden.

Vielleicht geht ja auch hier – wie meist im Leben – ein „sowohl – als auch“. Ich tendiere zum Wunsch, mich „endgültig“ für etwas zu entscheiden und dann alle Alternativen (für mich) auszuschliessen. Einerseits bringt das eine Vereinfachung mit sich, man muss nicht von Fall zu Fall neu entscheiden. Andererseits schränkt man sich so natürlich auch sehr ein.

Entscheiden war noch nie meine grosse Stärke. Wie sieht das bei euch aus? Fallen euch Entscheidungen leicht oder seid ihr auch eher der Typ, der hin und her überlegt, abwägt, wieder weiter überlegt?

Ganz vergessen: Ein Selfie habe ich noch gemacht:

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Nun freue ich mich auf die neue kreative Woche! Habt morgen einen

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Rudyard Kipling, Aljoscha Blau: Das Dschungelbuch (Rezension)

Die Mowgli-Geschichten

Ruft Chil der Greif: Die Nacht ist reif!
Trägt Mang sie auf Fledermausflügeln.
Im Stall geborgen sind die Herden bis morgen,
doch uns vermag keiner zu zügeln.
Denn die Stunden der Nacht
sind die Stunden der Macht
für Reisszahn, Klaue und Pfote.
Glück auf nun zur Jagd, bis es dämmert und tagt!
Und achtet des Dschungels Gebote!
(Nachtgesang im Dschungel)

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Mowgli, des Findelkindes, das bei wilden Tieren im indischen Dschungel aufwächst. In einer Reihe von Erzählungen sieht man die Entwicklung von Mowgli vom kleinen hilflosen Kind hin zum verspielten Jungen und schliesslich zum Herrn über die Tierwelt.

Das hier vorliegende Buch fasst die bekanntesten dieser Erzählungen zusammen. Mit Mowgli erlebt man die verschiedensten Abenteuer, immer mit dabei sind auch der Panther Bagheera als Beschützer und der Bär Baloo, der Mowgli beibringt, was man im Dschungel wissen muss. Es sind Geschichten über die Gefahren des Lebens, aber auch Geschichten über Freundschaft, Respekt und Geborgenheit.

In der letzten Geschichte heisst es dann: Abschied nehmen. Mowgli verlässt den Dschungel und geht in die Zivilisation zurück.

Ein wunderbares Buch, das von Aljoscha Blau neu illustriert wurde. Der schöne Leineneinband sowie das hochwertige Papier machen aus dem Leseerlebnis auch eine Sinnenfreude. Ein Buch, das man gerne immer wieder zur Hand nimmt, drin blättert, über die Seiten fährt, die Bilder bestaunt und liest. Nicht nur als Kind.

Fazit:
Die Geschichten des kleinen Mowgli wunderbar neu illustriert. Absolut empfehlenswert.

Die Mitwirkenden
Rudyard Kipling wurde 1865 in Bombay geboren und ging in England zur Schule. Kipling reiste viel und lebte in Indien, England, Südafrika und in den USA. Er arbeitete als Journalist und schrieb Kurzgeschichten für verschiedene Zeitungen. Als die Dschungelbücher 1894 und 1895 erschienen, war Kipling bereits einer der bekanntesten Schriftsteller Großbritanniens. 1907 erhielt er als erster Brite den Nobelpreis für Literatur.

Aljoscha Blau, 1972 in St. Petersburg geboren, studierte Illustration und Freie Grafik in Hamburg. Er stellte in Europa, Japan, Neuseeland und in den USA aus und hat zahlreiche Bücher illustriert. Gelegentlich unterrichtet er Illustration und Zeichnen an Kunsthochschulen in Dänemark und Deutschland. Der vielfach preisgekrönte Illustrator wurde unter anderem bereits je zweimal mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis und dem Troisdorfer Bilderbuchpreis ausgezeichnet und erhielt 2006 den Bologna Ragazzi Award. Aljoscha Blau lebt heute als freier Künstler in Berlin.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag (17. September 2015)
Übersetzer: Wolf Harranth
ISBN-Nr: 978-3314102929
Preis: EUR 26 / CHF 31.90
Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder online u.a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

Vitali Konstantinov: FMD (Rezension)

Leben und Werk von Dostojewski

Mit diesem Buch gehen mir zwei Träume in Erfüllung: meinen Lieblingsschriftsteller zu illustrieren und mich ausgiebig mit dem Genre Graphic Novel zu beschäftigen.

Fjodor Dostojewski, einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller, durchlebte ein bewegtes Leben, das sich selber wie ein Roman liest: Kindheitstrauma, Verlust der Mutter, vom Vater verordneter Beruf statt Schriftstellerlaufbahn, Verhaftung und Straflager, Spielsucht und Alkohol, Schulden, um nur einige Punkte daraus zu nennen. Eines aber verfolgte er trotz allem immer: Sein Schreiben. Entstanden sind so all die grossartigen Werke der Weltliteratur: Schuld und Sühne, Der Spieler, Der Idiot, Die Brüder Karamasow und viele mehr.

Vitali Konstantinov verbindet in seiner Graphic Novel FMD Leben und Werk des grossen Literaten auf eine wunderbare Weise. In dichten Tuschezeichnungen arbeitet er sich dem Leben Dostojewiskis entlang, illustriert die wichtigen Punkte in diesem und ordnet die einzelnen Werke mitsamt illustriertem Inhalt in dieses ein.

Ich entdecke Dostojewski immer wieder für mich, bewundere ihn als einen grossen Schriftsteller und Sprachkünstler, als einen Präparator der menschlichen Seele und auch als einen unbeirrt unbeugsamen Freiberufler.

Wer denkt, in nur 80 Seiten könne kaum viel drin stehen, täuscht sich. Durch die ineinander übergehenden und sich gegenseitig ergänzenden Bilder und Texte zum Leben und Werk Dostojewiskis entsteht eine grosse Dichte an Inhalten. Romanzitate, Stellen aus Briefen und Tagebüchern, die Konstantinov selber übersetzt und quasi als Collagen in die Bilderwelt integriert hat, liefern eine Fülle von Informationen und Einblicken. Entstanden ist so ein wahres Kunstwerk von einem Buch, das man mehr als einmal lesen kann und muss, um alles zu sehen und aufzunehmen.

Fazit:
Ein wunderbar dichtes und grossartig illustriertes Buch über das Leben und Schaffen Dostojewskis. Absolut empfehlenswert.

Vitali Konstantinov
Vitali Konstantinov, 1963 geboren bei Odessa, Ukraine, studierte Kunst und Architektur in Russland, Grafik, Malerei und Byzantinische Kunstgeschichte in Deutschland. Er unterrichtete Buch illustration u. a. an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Seine Bücher erhielten zahlreiche Preise, u. a. die Auszeichnung ‚Schönstes deutsches Buch‘ von der Stiftung Buchkunst für Seltsame Seiten.

Ein Interview mit Vitali Konstantinov: HIER

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 80 Seiten
Verlag: Knesebeck Verlag (12. Oktober 2016)
ISBN-Nr: 978-3868738506
Preis: EUR 22 / CHF 31.90
Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder online u.a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

Freitagsfüller – Klappe, die achte

Es ist wieder soweit: Der Freitag ist da und damit auch der Freitagsfüller. Es war eine sehr bewegte Woche mit vielen Tiefschlägen, aber auch dem wunderbaren Gefühl, Menschen um mich zu haben, die da sind, denen ich nicht egal sind. Die vielen aufbauenden Worte, die mich erreicht haben, taten mir sehr gut. Dafür bin ich sehr dankbar. Und los geht es:

  1. Heute könnte mal wieder raus zum Zeichnen – es ist wunderbares Wetter, noch ist alles grün und die umliegenden Gärten sind voller wundervoller Blumen.
  2. Es heißt, am Ende wird alles gut. Darauf hoffe ich nun in ganz verschiedenen Bereichen in meinem Leben, die gerade schwierig sind. Ich dachte schon vor einiger Zeit, ich sei am Rand meiner Kräfte, mehr ginge nicht. Aber es kommt immer noch was dazu und es geht trotzdem weiter. Es muss ja auch. Eine Alternative gibt es nicht.
  3. Bald können wir die Sommerkleider wieder versorgen, heute Morgen sah es schon sehr herbstlich aus draussen. Nebel hing über dem Boden, es war eher kühl. Nun scheint aber die Sonne, es wird ein schöner Tag!
  4. Es ist nicht immer alles Gold, was glänzt. Wie oft sieht man – vor allem auf Facebook und Instagram – Bilder von schönen Menschen mit schönen Häusern und schönen Autos und schönen Leben und schönen… was auch immer. Und dann denkt man sich: Wow, die stehen auf der Sonnenseite des Lebens. Bis man mal per Zufall hinter die Fassade sieht. Das sollte man sich immer vor Augen halten, wenn es einem mal nicht gut geht: Bei anderen sieht man die schwierigen Dinge oft nicht, bei sich kennt man sie. Es ist nicht gesagt, dass nichts ist, nur weil man nichts sieht. Das soll nicht dazu gedacht sein, Schadenfreude zu empfinden oder ähnlich negative Gefühle, sondern es hilft vielleicht, zu sehen, dass man nicht alleine ist mit Problemen.
  5. Berlin steht schon lange auf meiner Wunschliste der zu besuchenden Städte. Ich war vor einigen Jahren mal da und habe die Stadt geliebt mit ihrer Atmosphäre, ihrer Kultur, ihren vielen unterschiedlichen Gesichtern.
  6. Vor langer Zeit habe ich mal begonnen, vermehrt zu zeichnen und malen und hatte viel Freude daran. Zu der Zeit verlagerten sich meine Interessen etwas weg von der Literatur und mehr hin zur Kunst. Ich habe dann irgendwann aufgehört, weil ich mir selber mit meinen Selbstzweifeln im Weg stand. Als es mir in letzter Zeit immer schlechter ging, merkte ich, wie mir das Zeichnen fehlt. Und ich habe wieder angefangen. Es tat/tut mir gut. Ich will nun wieder vermehrt in die Richtung gehen und freue mich auf den Weg. Lesen werde ich immer gerne und auch sicher weiter drüber schreiben dann und wann, aber ich möchte da den Druck rausnehmen von „du musst nun eine Rezension schreiben“, „du musst nun ein Bücherbild auf Instagram stellen“ und dergleichen, denn das hätte mir fast die Lust am Lesen genommen.

Die Nummer sieben kann ich eigentlich meistens übernehmen:

  1. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen ruhigen Abend mit einem Glas Wein, morgen habe ich geplant, neben allen Wochenenderledigungen wie putzen, einkaufen und dergleichen mit dem Hund spazieren zu gehen, viel zu zeichnen, zu lesen und dann den Tag ausklingen zu lassen. Am Sonntag möchte ich wieder viel zeichnen, lesen, meinen Sonntagsfilm schauen (vermutlich „Meine Zeit mit Cezanne“) und hoffentlich viel Ruhe haben.

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Danke für die Inspiration an Barbara, die diese tolle Aktion gestartet hat. Ihr Ursprungspost: HIER

„Zeitungen, vereinigt euch…“

Immer mehr Schweizer Zeitungen fallen unter immer weniger Hände. Sprich: Immer mehr Zeitungen präsentieren die gleichen Inhalte. Geschrieben in denselben Redaktionen. Ein Thema, das ich gerade heute mit meinem Papa diskutierte, seines Zeichens eifriger Zeitungsleser und dazumal Mitarbeiter des Winterthurer Landboten. Lange ist’s her.

Wir haben heute eine Situation, in welcher xxx Zeitungen dieselben Inhalte teilen. Man kann sagen, die internationale Politik ist für alle die gleiche – ja, aber: Die Sicht kann unterschiedlich sein. Und es wäre wichtig und sinnvoll in einer Demokratie, dass verschiedene Sichtweisen portiert würden. Nur so sähe man unterschiedliche Perspektiven, aufgrund derer man dann eine Meinung bilden könnte. Das fällt mehr und mehr weg.

Man müsste sich hier fragen: Wozu sind Zeitungen da? Sie sollen informieren. Sie sollen zeigen, was in der Welt abgeht. Da jede Information geprägt ist von dem, der sie vermittelt, liest der Leser immer nur eine selektive Sichtweise. Das mag man anprangern und für journalistische Objektivität plädieren – die ist nie zu erreichen. Aus dem Grund ist es wichtig, dass da eine Pluralität herrscht, dass es verschiedene Medien mit unterschiedlichen Ausrichtungen gibt. Wer wirklich interessiert ist, kann so verschiedene Blickwinkel kennenlernen. Sie verinnerlichen. Eine Meinung bilden. Und demokratisch tätig werden.

Das hebeln wir aktuell aus. Wir monopolisieren Meinungen und Sichtweisen, unterstellen Informationen einzelnen Meinungsträgern und höhlen damit eigentlich den Journalismus aus. Die Stellen sind knapp, wer nicht genehm schreibt im Haus, dem wird gesagt:

Vielleicht wäre es Ihnen an einem anderen Ort wohler.

Wohl wissend, dass es andere Orte (bezahlte) kaum gibt. Entweder der Journalist passt sich an oder er wird brotloser Poet. Das kann sich nicht jeder leisten. Und Reim und Rhythmus sind auch eher bemühend.

Quo vadis?

Demokratie funktioniert nicht ohne Meinungspluralität und Diskurs. wenn man die einschränkt, unterhöhlt man das System. Was ist die Alternative? Was kommt? Es geht nicht um verlorene Arbeitsstellen, die sind traurig genug, es geht darum, dass hier eine Richtung eingenommen wurde, welche die Grundfesten unserer Verfassung tangiert. Ich bin zu pathetisch? Geht ja nur um ein paar Blättchen (die ich, ich gebe es zu, nicht mal lese)? Informationsbeschaffung ist aufwändig. Zeitungen wurden eingerichtet, das dem arbeitstätigen Bürger abzunehmen, dass er informiert ist und weiss, was im Land vor sich geht. Fallen nun immer mehr dieser Medien unter eine Hand, kriegt der Bürger keine Informationen mehr, sondern er wird ungefiltert mit den Ideen der Eigner der gelesenen Blätter bombardiert. Hiess es früher, dass man für eine umfassende Sicht verschiedene Zeitungen lesen soll, kann er heute 10 kaufen und es steht in allen dasselbe drin. Das, was der Eigentümer darin stehen haben will.

Dann sind wir eigentlich an dem Punkt angelangt, an dem man sagen könnte: Es lohnt nicht mehr, Zeitungen zu lesen. Man liest nicht mehr, was ist, man liest nur noch, was einer will, dass es gelesen wird.

In jüngerer Zeit gab es Vorstösse von alternativen Projekten. Sie wollten den Journalismus rehabilitieren, waren quasi das schwarze Schaf im Journalistenzirkus. Passend dazu mein Aphorismus von gestern HIER). Nur: Ausser grossen Worten kam da nichts. Sie setzten auf alte Namen, laute Stimmen und plakative Ansagen. Der Frust der Medienmüden spielte ihnen in die Hände, die Chose wurde finanziert durch Förderer. Nur: Da muss was kommen. Und sie unterlaufen die eigenen Maximen jetzt schon.

Woraus bilden wir unsere Meinungen? Zeitungen fallen weg. Immer weniger lesen sie – sie sind auch immer weniger lesenswert. Den Stammtisch gibt es nicht mehr, nicht in grösseren Orten. Auf Facebook und Konsorten umgibt man sich nur mit Seinesgleichen. Demokratie KANN so nicht funktionieren. Wo aber setzen wir an?

Wo noch halten

Und wieder sitze ich da. Und weiss nicht, was kommt. Denke an die Zeit zurück. An die Erzählungen, wie er sich freute, als er erfuhr, dass ich zur Welt gekommen und ein Mädchen bin. Durch ganz Winterthur sei er gelaufen, hätte alle auf alles eingeladen in seiner Freude. Ein Mädchen. Seine Tochter. Und ich war/bin seine Tochter. Ich bin ein Papakind. Er ist mir ein wunderbarer Papa. Als Kind baute er mit mir, balgte mit mir, zeigte mir die Welt. Oft seine, die er für die einzig richtige hielt, aber wer tut das nicht ab und an.

Ich erinnere mich, wie ich später in die Stadt ging, Kieselsteine an sein Fenster schoss. Er zeigte mir die neue Ausgabe des Landboten, an der er bastelte. Erklärte mir die Welt von Layout und Typografie. Und kam mit mir zum Plattenladen, wo ein Album darauf wartete, von mir besessen zu werden.

Er fuhr mich zu Verabredungen, holte mich von Parties. Ein Anruf genügte, er holte mich von der Schule ab – samt Veloverlad für die faule Tochter. Er half mir beim Auszug und bei vielen Umzügen danach. Er kam mich besuchen und war immer da. Er ist der Mensch, auf den ich bau. Immer baute. Bauen konnte. Sonst auf wenige im Leben.

Heute Morgen der Anruf.

Papa liegt im Spital.

Der Boden rutschte unter den Füssen weg, das Herz fiel in die Magengrube. Da sitzt es noch. Untersuchungen, Ungewissheit. Warten. Aus einem Tag bleiben sind 4 geworden. Biopsie ist das Damoklesschwert, das am Himmel hängt.

Ich schiebe hartnäckig die Gedanken weg, die kommen. Sie scheinen mir den Meister zeigen zu wollen. Angst macht sich breit. Ja, ich bin schon gross. Ich lebe seit 22 Jahren mein eigenes Leben. Und doch ist er der, der da ist. Er ist die Institution für mich. Ich habe ihn schon mal fast verloren. Das darf nicht sein. Nicht jetzt.

Verstummt

Ich wollte es
in Gedichten schreiben,
eine Geschichte spinnen.

Wollte Worte reihen,
dass sie Bilder werden –
sie in Farbe tauchen.

Allein: es schweigt.

Wenn die Sonne ins Leben schwimmt

Ich fände gerne eine Flaschenpost. Sie sollte bei mir ankommen, wenn ich Trübsal blase, mir den Tag versüssen. Ich stelle mir vor, wie jemand am Tisch sass und den Brief schrieb, den ich nun lese. Ich würde all die Worte lesen, als ob sie für mich geschrieben worden wären.

Nach dem Lesen liefe ich aus dem Haus, holte eine Sonnenblume und würde sie in die Flasche stellen. Und so hätte mir jemand geholfen, die Sonne ins Haus zu holen, wenn ich es selber nicht mehr kann.

Wäre das nicht schön, wenn bei jedem, der Trübsal bläst, eine Flaschenpost angeschwommen käme?

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Ein Drabble für das Etüdensommerpausenintermezzo – Originalpost HIER

Die Aufgabe: Drabble: Bringt diese 3 Wörter in 100 Wörtern (gezählt ohne Überschrift) unter. 100 Wörter, keins mehr, keins weniger. Flaschenpost, Trübsal, Sonnenblume.

Dem Leben entlang – mein Buch

lebensatem
leben als dichten
wenn rhythmus und reim atmen
im sein

welten bestehen
als verse nur, zeilen in moll und
in dur

dasein in worten
und bildern aus klang von innen
heraus

Letzten Donnerstag klingelte es an der Tür: Der Postbote brachte ein Paket. Nichts ahnend packte ich auf und dann hatte ich es in der Hand: Mein Buch.

Ich habe lange überlegt, ob ich es bei einem Verlag publizieren will oder als Selfpublisher. Ich hatte auch zwei Zusagen von kleinen Verlagen, habe mich dann aber doch fürs Selfpublishing entschieden. Und da war es also: Meine Gedichte zwischen zwei Buchdeckeln, alles selber gestaltet mit einer meiner Zeichnungen als Titelbild. Ein wunderbares Gefühl, das eigene Buch in den Händen zu halten.

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Sonst stelle ich immer andere Bücher vor, dieses Mal mein eigenes.

Meine Gedichte fangen da an, wo das rationale Denken anstösst, weil es die richtigen Wörter nicht mehr findet. Sie hangeln sich dem Leben entlang und tragen nach aussen, was innen passiert, was vorgeht, sich dreht, weiter geht, einen auch zurück lässt: Ahnungslos, haltlos, hilflos, aber immer suchend, staunend, zweifelnd, sich freuend oder auch trauernd.

Meine Gedichte sind Bilder des Lebens in Klänge gepackt, sie sind der pulsierende Atem des Lebens im Rhythmus der Sprache.

Ich bewege mich in der Sprache durchs Leben, schaue hin, gehe tief, suche, finde, schreibe. Zuerst ist die Idee, dann der Rhythmus, es finden sich die Worte. Die Form folgt dem Inhalt, sie ist nie beliebig, sondern die passende Vase für die Blumen der Sprache.

Ich will verstanden werden, weswegen ich nie die Sprache in möglichst gesuchte Wendungen presse. Ich gehe durchs Leben, immer mit einem Fuss auf dem Boden und einer Hand zum Himmel gestreckt. So sind auch meine Gedichte.

Nacht
Aufgewacht,
an dich gedacht
Kaffee gemacht
die Nacht bedacht
vor Glück gelacht
den Tag verbracht
die Sehnsucht wacht
nach dieser Nacht

Das Buch kann man hier kaufen:

Bei mir – wenn gewünscht mit Widmung – via Mail: HIER
Bei Epubli: HIER
Bei Amazon: HIER

Wochenthema: Selbstzweifel

Du kannst das nicht.

Sagt leise eine Stimme. In dir.

Du bist nicht gut genug.

Spricht sie weiter. Du würdest sie gerne stoppen, aber du denkst: Irgendwo hat sie recht. Es reicht wirklich nicht. Du siehst so viel um dich, das du nicht kannst. Wie sollte das, was du tust (und du redest noch nicht mal von Können) irgendwohin reichen?

Das ist toll!

Sagt einer. Du reisst die Augen auf und denkst:

Was sieht er?

Du glaubst ihm nicht. Aber du glaubst jedem, der etwas sagt, das man nur im entferntesten Sinne als Kritik auffassen könnte. Oder notfalls was hinein interpretieren.

Wieso eigentlich?

Zeichnen jeden Tag – Woche 2

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Das Wetter war etwas besser als zuvor, an einigen Tagen war es richtig heiss. Ich habe weiter gemacht mit meinen täglichen Zeichnungen. Leider habe ich nicht ganz so viel geschafft, wie ich wollte, aber doch.

Der Challenge bei Facebook ging weiter, entstanden sind dafür unter anderem diese Skizzen:

Dann und wann hatte ich auch unterwegs Zeit zum Zeichnen, ich habe ja, wenn immer möglich, mein kleines Sketchbook dabei:

Meine Blumenliebe:

Meistens zeichne ich gleich mit Tinte, ab und an darf auch der Bleistift ran:

Ich habe ein wenig experimentiert aus Ideen heraus, die ich hatte:

Und dann habe ich mal wieder gelettert. Das habe ich seit Monaten nicht mehr gemacht. Leider war das Papier nicht ideal, die Tinte ist etwas ausgeblutet.

Über allem steht immer wieder die Frage, welche Malgründe ich nutzen will. Nur Sketchbücher – und welche? Verschiedene für verschiedene Themen? Loses Papier? Ein Frage, die mich wohl noch lange begleiten wird. Dessen ungeachtet: Ich merke, wieder auf einem guten Weg für mich zu sein, wieder auf MEINEM Weg zu sein. Ganz viele Ideen nehmen in meinem Kopf Gestalt an, mit der Kreativität ist es wohl so:

Sie vermehrt sich, sobald man sie freilässt.

Ich freue mich auf die neue kreative Woche!

Freitagsfüller – Klappe, die siebte

Eine sonnige Woche liegt hinter uns, eine, die verging wie im Flug – das schreibe irgendwie jeden Freitag, aber es ist einfach so. Ist das mein Alter oder laufen die Uhren wirklich immer schneller?

  1. IMG_3054Nach welchen Kriterien suche ich meine Zeichenmaterialien: Eine Frage, die ich mir immer wieder stelle. Natürlich schaue ich, was empfohlen wird, probiere Dinge aus. Sehr gerne zeichne meist in Sketchbooks, selten auf loses Papier. Da benutze ich am liebsten Moleskine-Bücher, sowohl die Sketchbooks wie auch die Aquarell-Bücher. Leider sind die nicht ganz günstig und so probiere ich auch Alternativen. Mehr als nicht griff ich dabei daneben, so dass ich die Bücher schliesslich nicht füllte oder gar wegwarf. Also doch nicht wirklich was gespart. Neuerdings überlege ich, ob ich mal versuchen soll, Bücher selber zu binden. Bei meinen Bastelqualitäten wird das wohl eher schwer. Aber probieren werde ich es vielleicht mal.
    Ansonsten muss ich gestehen: Ich kann Zeichenmaterial kaum widerstehen. Ich neige zum Hamstern und freue mich wie ein kleines Kind an jedem neuen Stift oder Buch.
  2.  Endlich ist es soweit und ich habe mein erstes Gedicht-Buch veröffentlicht. Als ich gestern die ersten Exemplare in den Händen hielt, war das ein wunderbares Gefühl.
  3. FullSizeRender In meinem Bett liegt gerade ein Hundetier. Zuerst hat er alle Kissen durcheinandergebracht, um alles so hinzulegen, wie es dem Herrn genehm ist, dann hat er sich hineingebettet und liegt nun da. Selig schlafend
  4. Heute rauszugehen hat sich wieder mal richtig gelohnt.Mit einer guten Tasse Kaffee und einem sehr schönen Gespräch fing der Tag heute wirklich schön an.
  5. Anstatt sich auf das Schöne, Positive zu konzentrieren, sehen wir oft das, was nicht passt, das, was nicht klappt. Wir haben die Mängel im Blick und ignorieren, wie viel Gutes da wäre. .
  6. Ich esse selten im Restaurant. In der Schweiz ist dass immer so teuer, zudem tendiere ich aktuell sehr zum Stubenhocker. Mich mal rauszukriegen ist schon eher schwierig.

Die Nummer sieben kann ich eigentlich meistens übernehmen:

  1. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen ruhigen Abend mit einem Glas Wein, morgen habe ich geplant, neben allen Wochenenderledigungen wie putzen, einkaufen und dergleichen mit dem Hund spazieren zu gehen, zu zeichnen, zu lesen, Bücher für ein neues Thema zusammenzusuchen und dann den Tag ausklingen zu lassen. Am Sonntag möchte ich lesen, zeichnen und hoffentlich viel Ruhe haben.

Danke für die Inspiration an Barbara, die diese tolle Aktion gestartet hat. Ihr Ursprungspost: HIER http://scrap-impulse.typepad.com/scrapimpulse/2017/08/-435.html