Manchmal muss das Leben erst schwierig werden, damit man seine guten Seiten erkennt.
©Sandra Matteotti
Denkzeiten – Philosophie in Theorie und Praxis
Dr. Sandra von Siebenthal
Manchmal muss das Leben erst schwierig werden, damit man seine guten Seiten erkennt.
©Sandra Matteotti
Wenn man nur tut, was andere gut finden, tut man bald gar nichts mehr.
©Sandra Matteotti
Paul Cezanne ist vor allem für seine Malerei bekannt, die sich über die Jahre verschiedenen Stilrichtungen zurechnen liess: Ausgehend von der Romantik und dem Realismus wandte er sich dem Impressionismus zu, von welchem er sich später wieder distanzierte, um später, in der „Periode der Synthese“ auf Flächen und Perspektiven zu setzen.
„Die farbigen Flächen, immer die Flächen! Der farbige Ort, wo die Seele der Flächen bebt, die prismatische Wärme, die Begegnung der Flächen im Sonnenlicht. Ich entwerfe meine Flächen mit meinen Farbabstufungen auf der Palette, verstehen Sie mich! […] Die Flächen müssen deutlich in Erscheinung treten. Deutlich […] aber sie müssen richtig verteilt sein, ineinander übergehen. Alles muss zusammenspielen und doch wieder Kontraste bilden. Auf die Volumen allein kommt es an!“
Dass Cezanne auch ein hervorragender Zeichner war, zeigt der vorliegende Kunstband. Er ist zugleich der Katalog zur Ausstellung im Kunstmuseum Basel, welche vom 10. Juni bis am 24. September 2017 unter dem Titel „Vom Skizzenbuch zur Leinwand“ läuft. Mit rund 154 Blättern (zählt man die 75 Zeichnungen der Rückseiten dazu, welche nicht alle sichtbar sind in der Ausstellung, sind es insgesamt 229 Zeichnungen) verfügt das Kunstmuseum Basel über den weltweit grössten Bestand an Zeichnungen Cezannes. In der Ausstellung werden erstmals sämtliche Zeichnungen der Sammlung gezeigt, welche sonst wegen ihrer Empfindlichkeit in Depots ruhen.
Zu Lebzeiten hatte Cezanne seine Zeichnungen, die man erst im Nachlass fand, nie ausgestellt. Kein Wunder also, dachte man lange, er könne gar nicht zeichnen. Umso beeindruckender ist es nun, seine Zeichnungen zu sehen und eines Besseren belehrt zu werden. Der vorliegende Band zeigt einerseits die Zeichnungen, weist sie andererseits auch teilweise als Vorstudien zu seiner Malerei auf der Leinwand aus, so dass man als Betrachter den Schaffensprozess nachvollziehen kann.
Die gut lesbaren, kompetenten und informativen Artikel zu Cezannes zeichnerischem Schaffen und dem daraus entstandenen zeichnerischen Werk runden das Buch ab, das hochwertig gestaltet ist und durch ein ansprechendes Layout verfügt.
Fazit
Ein informatives, tiefgründiges und hochwertig gestaltetes Buch, das sich fundiert mit Cezannes zeichnerischem Schaffen und seinen Zeichnungen auseinandersetzt. Absolut empfehlenswert.
Link zur Ausstellung: HIER
Link zum Kunstmuseum Basel: HIER
Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Prestel Verlag (19. Juni 2017)
ISBN: 978-3791356518
Preis: EUR: 49.95 ; CHF 69.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH
Was du mir willst, ehrt dich. Was du mir tust, trifft mich.
©Sandra Matteotti
Wer darauf schielt, anderen zu gefallen, verfälscht den Blick.
©Sandra Matteotti
Es war einmal ein Scheinheiliger, der trug zum Schein einen Heiligenschein. Er dachte, wenn er diesen nur offensichtlich genug trüge, glaubten alle dem Schein und hielten ihn für einen Heiligen. So ging er durchs Leben und schien heilig, bis er merkte, dass selbst die grösste Frequenz derer, die dem Schein auf dem Leim gingen, ihm kein Glück verschafften.
So nahm er den Heiligenschein ab und siehe da: Er realisierte, dass dieser Schein, so heilig er erschienen, nur Last gewesen war. Plötzlich fühlte er sich frei. Nun musste er nicht mehr heilig scheinen, nun konnte er sein, was und wer er war.
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Für die abc.etüden, Woche 36.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Christiane von „365tageasatzaday“ (https://365tageasatzaday.wordpress.com) und lauten: Heiligenschein, Frequenz, erleichtert.
Der Ursprungspost: HIER
Es gibt immer mehr, die wissen, wie man richtig leben sollte, als solche, die es wirklich leben.
©Sandra Matteotti
Es war eine gute Woche, eine kreative Woche. Ich habe experimentiert, geübt, mich entschlossen, bei verschiedenen kreativen Challenges mitzumachen – schön! Einige gingen dabei ein wenig unter, aber auch mein Tag hat ja nur 24 Stunden und ein paar davon sollte ich ab und an schlafen 😉
Die grösste Herausforderung sind für mich immer Menschen. Da es immer heisst, Übung mache den Meister, habe ich geübt:
Auch gelettert habe ich wieder:
Zu Ehren von Mary Shelleys Geburtstag entstand Frankensteins Monster:

Die Blumenliebe fand ihren Ansporn in einer Instagram-Aktion – unter dem Hashtag #floralsyourway gab es alle zwei Tage eine Blume zu zeichnen:
Ein neuer Challenge ist die #blumenkranzliebe auf Instagram:
Und von Sketchbookskool #sbsadrawingaday – Sinn dahinter ist einfach, jeden Tag etwas zu zeichnen, und wenn es nur eine schnelle Skizze ist.
Ich habe experimentiert und mit Farben gespielt – das Bild entstand ja für #floralsyourway aber ich habe mich zurückbesonnen an früher, als ich mit Lagen gearbeitet habe und jeden Tag farbige Blumenbilder entstehen liess. Mir liegen sonst freie Formen nicht so, aber ich merke immer mehr, wie viel Spass es macht, nicht immer nur akkurat zu zeichnen, sondern frei zu spielen.

Hier habe ich mit einem nicht wasserfesten Füller gespielt, versucht, das Auslaufen der Tinte für den Bildeffekt zu nutzen. Die Skizzen sind teilweise abgezeichnet von Skizzen, die ich irgendwo in Büchern oder im Netz fand, die Spielerei ist dann meine.
Unterwegs hatte ich mein kleines Sketchbook dabei und überbrückte Busfahrten oder Wartezeiten:
Ich habe beschlossen, wieder grösser zu malen, auch mal aus dem Sketchbook raus auf Blätter oder gar Leinwände zu gehen. Ich bin gespannt. Eigentlich sollte ich ja mal ein wenig bei einem bleiben und das üben, aber ich mag die Vielfalt eben auch.
Nun freue ich mich auf die neue kreative Woche!
Es ist wieder Samstag und ich möchte weitere 10 Artikel vorstellen, über die ich die Woche durch im Netz gestolpert bin. Allen gemeinsam ist, dass sie sich um Literatur im weitesten Sinne drehen.
Lesen bildet und da man nie genug Bildung haben kann, sollte man möglichst viel lesen. Oder wäre weniger doch mehr? Was wollen Verlage und was Buchblogger? Wer schreibt und wieso? Welche Literatur soll man lesen?
Der Artikel: HIER
Wie definiert man eigentlich „Krimi“ und welche Unterkategorien gibt es?
Der Artikel: HIER
Nach Käpt’n Blaubär und den anderen Figuren, die wir nicht mehr missen möchten, kommt nun Prinzessin Insomnia und bringt einen alptraumfarbenen Nachtmahr mit sich. Walter Moers plaudert aus der Werkstatt.
Der Artikel: HIER
Der französische Newcomer sieht Literatur da, wo Politik versagt. Sie soll ein Mittel gegen die Gewalt sein, weswegen er sich in der Pflicht sieht, dieses zu nutzen und zu schreiben – obwohl er das Schreiben gar nicht liebt.
Der Artikel: HIER
Wie steht es um die Weltliteratur in einer globalen Welt? Gibt es noch den Blick von aussen, wenn die Welt immer mehr zusammenwächst?
Der Artikel: HIER
Und wieder einmal haben Forscher herausgefunden, dass Lesen gesund ist – also: Ran an die Bücher und los!
Der Artikel: HIER
Die Rede ist nicht neu, aber ich habe mich kürzlich wieder an sie erinnert. Friedrich Dürrenmatt zeigt sich (einmal mehr) als brillanter und huorvoller Denker und Redner. Was er sagt, gilt wohl nicht nur für die Schweiz: Sind wir nicht alle dann und wann unsere eigenen Gefängniswärter?
Der Artikel: HIER
117 Buchhandlungen sind nominiert, wer wird das Rennen machen?
Der Artikel: HIER
Auch die Selfpublisher wurden nominiert und steuern einem Preis entgegen. Im Artikel findet ihr die Jury und einen Link zur Longlist.
Der Artikel: HIER
Ich bin im Netz über einen Rezensionsgenerator gestolpert. Damit könne man – so das Versprechen – in wenigen Augenblicken eine professionell wirkende Rezension erstellen. Quasi auf Knopfdruck. Ganz unten steht dann noch, man benutze ihn auf eigene Gefahr. Das Risiko bin ich nicht eingegangen, habe ihn also nicht ausprobiert. Vielleicht möchte das sonst jemand tun?
Der Artikel: HIER
Ich erinnere mich noch gut an meine Zeit in der Primarschule, als Handarbeitsunterricht fix im Stundenplan war. Es war ein Graus. Ich langweilte mich fürchterlich, wäre lieber ins Werken gegangen, das damals den Buben vorbehalten war. So kämpfte ich mich durch Häkeltierchen und Strickschals, nähte fluchend vor mich hin und sah nur eine Lösung gegen die Langeweile: Schwatzen. Aus mir noch heute unerfindlichen Gründen durfte man das aber nicht im Handarbeitsunterricht. Schweigend mussten wir an unseren Tischen sitzen und vor uns hin arbeiten. Dass ich mich nicht daran gehalten habe, versteht sich von selber, ich hatte zum Glück eine wirklich gutmütige Lehrerin, welche jeweils in der letzten Stunde vor Zeugnisvergabe fand: Wenn ich in dieser Stunde wenigstens nur flüstern statt raut reden würde, gäbe es beim Betragen trotz allem noch ein „gut“. Ich habe es mehrheitlich geschafft.
In letzter Zeit wurmte mich der mangelnde Einsatz in den Handarbeitsstunden ein wenig, vor allem, wenn ich im Netz selber genähte Dinge sah, die mir wirklich gefielen. Da ich auch immer auf der Suche nach dem perfekten Etui für meine Zeichenstifte bin, es aber nie finde, kam mir das einfachste Nähbuch wie gerufen. Damit könnte vielleicht sogar ich es schaffen, etwas zu nähen. Ich wurde nicht enttäuscht.
Das Buch ist wirklich gut aufgebaut für einen ungeübten Näher. Zuerst wird das nötige Material abgebildet und sein Einsatz erklärt, dann werden verschiedene grundlegende Nähtechniken in Bild und Text gut nachvollziehbar vorgestelltund schon geht es an die ersten Nähprojekte.
Die Projekte sind mehr als simpel und in maximal 5 Schritten zu nähen. Am Anfang steht das jeweils benötigte Material sowie ein Verweis auf die jeweilige anfangs vorgestellte Nähtechnik, dann kommt Schritt für Schritt die Anleitung – wieder in Text und Bild. Von Kleidern über Etuis hin zu Notizbuchumschlägen ist alles dabei. Am Ende des Buches finden sich noch einige Vorlagen wie zum Beispiel für einen Bären oder eine Puppe, die man leicht durchpausen und dann im jeweiligen Projekt mit Stoff umsetzen kann.
Meine Stifte kriegen wohl bald ein neues Zuhause.
Fazit:
Ein wirklich tolles Nähbuch für Anfänger – Schritt für Schritt werden einfach zu realisierende Projekte erklärt und die Resultate lassen sich sehen. Sehr empfehlenswert.
Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer; Auflage: 1 (20. Juli 2017)
ISBN-NR: 978-3863557942
Preis: EUR: 24.99 ; CHF 36.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH
Schon wieder ein Monat vorbei – mein Monatsbild steht an. Ein Jahr lang soll man jeden Monat vom selben Ort/Gegenstand ein Bild machen und damit den Lauf der Zeit dokumentieren. Darum nun hier:
Die Tischsituation am 1. September
Die Platzbelegung durch die Bücher hat einige Male geändert über die Tage/Wochen, neue Schwerpunkte kamen dazu, Rezensionen wurden geschrieben, Bücher gelesen und gingen zurück ins Regal – andere gingen ungelesen oder nur angelesen zurück.
Was liegt aktuell da und wieso? (um nicht auszuufern werde ich nicht zu allem etwas schreiben)
Beginnen wir links unten:
Darüber liegen von unten nach oben:
Der Stapel darüber besteht aus:
Rücken wir eine Position nach rechts:
Und noch eins nach rechts:
Wir gehen weiter nach rechts:
Und zu guter Letzt:
Fast hätte ich die Mitte vergessen:

Das war meine Tischsituation für den September – ich bin gespannt, wie das alles im Oktober aussieht.
Es ist wieder soweit: Der Freitag ist da und damit auch der Freitagsfüller. Es war eine sehr anstrengende Woche – vor allem emotional. Ich bin froh, ist Freitag, auch wenn der nochmals ein paar schwierige Situationen mit sich bringt. Aber danach ist Wochenende und das sieht diese Woche noch mehr so aus, wie sonst schon immer: ruhig. Und los geht es:
Die Nummer sieben kann ich eigentlich meistens übernehmen:
Danke für die Inspiration an Barbara, die diese tolle Aktion gestartet hat. Ihr Ursprungspost: HIER
Alle wollen Qualität, aber keiner will sie bezahlen.
©Sandra Matteotti
Ich atme
Ich atme aus,
ich atme ein.
Nehme mich mit,
einfach zu sein.Ich atme ein,
ich atme aus.
Halte nichts fest,
lass alles raus.Ich atme aus,
ich atme ein.
Lasse die Ruhe in
mich hineinIch atme ein,
Ich atme aus.
Fühle mich in mir
ganz zuhaus’.©Sandra Matteotti
Ab und an ist das Leben nicht einfach. Ab und an bürdet es uns mehr auf, als wir tragen können. Ab und an sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr und was man sieht, ist doch nur die Spitze des Eisbergs. Ab und an… bleibt nur noch eines: Tief durchzuatmen. Innezuhalten. Bei sich zu sein.
Wozu Lyrik? Jeder kennt wohl die meist holprigen Gedichte zu Geburtstagen und anderen Festlichkeiten. Mit Lyrik verbindet man daneben sonst nur die öden Stunden in der Schule oder aber das tödliche Auswendiglernen – alles dazu tauglich, sich die Lyrik ein für alle Mal zu verderben.
Wozu also Lyrik? Wir haben so viele Probleme auf der Welt, es gibt so viel Wichtiges. Gedichte gehören da sicher nicht dazu. Gedichte bringen nicht den Frieden auf die Welt. Sie bekämpfen kein gefährliches Regime. Sie bringen die geliebten Verstorbenen nicht zurück und lösen nicht die Alltagsprobleme. Sie sind – so bei Licht betrachtet – zu nichts gut. Und das ist gut so. Und doch sind sie zu was gut. Und das ist noch besser.
Gedichte lassen innehalten. Sie halten für einen Moment die Zeit an und lassen uns eintauchen. Sie nehmen uns mit auf eine Reise hinein in Worte und Bilder. Sie lassen uns fühlen und erkennen. Sie geben Ruhe. Für diesen Moment. Und damit ein Aufatmen. Ein Durchatmen.
Deshalb lese ich gerne Gedichte. Und deswegen schreibe ich sie. Immer dem Leben entlang. So heisst auch mein Gedichtband (HIER). Verglichen mit Jazzmusik bin ich wohl nicht der improvisierte Wildjazzer, eher so der Swinger, Easy Jazzer oder dem Dixieland Zugewandte. Drum ende ich mit einem Lied.
Wenn es kommt, wie es kommt, ist es halt, wie es ist.
©Sandra Matteotti