Tagesgedanken: Die Verantwortung der Freiheit

„Die wirtschaftliche und politische Szene ist komplizierter und umfangreicher geworden, als sie früher war, der einzelne ist daher weniger in der Lage, die Dinge zu durchschauen. Auch die Bedrohung, der er sich ausgesetzt sieht, hat zugenommen… Das Gefühl der Ohnmacht wird beim einzelnen auch noch durch das Gespenst eines drohenden Krieges verstärkt.“

Das schrieb Erich Fromm 1941 in seiner Schrift „Die Furcht vor der Freiheit“. Es ist erschreckend, wie aktuell diese Gedanken sind. Seine Analysen des modernen Menschen gelten heute noch wie damals. Viele flüchten sich in Ideologien und unterwerfen sich Autoritäten, um die Verantwortung der Freiheit nicht tragen zu müssen.


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5 Kommentare zu „Tagesgedanken: Die Verantwortung der Freiheit

  1. Also ich finde dass Freiheit eines der höchsten Güter ist die wir haben, wenn wir auch weitaus unfreier sind, als wir denken. Zumindest sollte uns die Politik die freie Meinung und Persönlichkeitsentwicklung lassen. Simon Bolivar kam nach der Befreiung halb Südamerikas zu folgendem Schluss: „Schwieriger ist es, das Gleichgewicht der Freiheit zu erhalten, als die Last der Tyrannei zu ertragen“.

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  2. die Möglichkeit der Freiheit ist das eigentlich Menschliche. Sie ist keine Illusion. Da sie aber so gefährlich aussieht und angesichts der moralischen Schwäche des Menschen auch tatsächlich gefährlich ist, hat es wohl einiger einschränkender gesellschaftlicher Konstruktionen (des zwischenmenschlichen und des Völkerrechts) bedurft. Die nun sind mal wieder dabei zusammenzubrechen. Unter den Trümmern kämpfen wir erneut um kleinste Freiheiten zur Selbstentwicklung.

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    1. Das ist ja in den verschiedenen Theorien des Gesellschaftsvertrages schön abgebildet. Jede geht dabei aber von einem bestimmten Menschenbild aus, welches dann die Art des Vertrages begründet. Ist der Mensch gut, ist er schlecht, ist Moral angeboren, anerzogen? Wie steht es um die Ethik. Ein weites Feld.

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