Eine Mystik des Alltags
„Glaube ist nicht ein Wissen von etwas, das ich habe. Sondern die Gewissheit, die mich führt (…) Glaube ist der Grund vor aller Erkenntnis. Er wird im Erkennen heller, aber nie bewiesen.“ (Karl Jaspers, Der philosophische Glaube)
Frank Berzbach geht in diesem Buch eigene Wege. Statt einfach ein Buch über Gott und den Glauben daran zu schreiben, beruft er sich auf Zen, Kunst und Musik, um unterschiedliche Glaubenserfahrungen in einer poetischen mit Bildern versetzten Sprache darzulegen. Entstanden ist so kein Buch, das einfach schnell durchgelesen werden will, sondern eines, auf das man sich einlassen muss, um wirklich die tiefe Botschaft dahinter zu verstehen. Die Botschaft ist auch nicht als Monolog oder gar eine Lehre zu verstehen, die sagen will, wie es ist, sondern sie beinhaltet den Aufruf, selber in sich zu gehen und die eigenen Glaubensinhalte zu suchen und ans Licht zu holen.
Der Bezug auf die verschiedenen Bereiche der Kunst, der Literatur, der Musik und der Zen-Meditation tragen in sich den Gedanken: Gott ist überall. Wer ihn finden möchte, kann das tun, er braucht nirgends hinzugehen, keine besonderen Voraussetzungen zu erfüllen. Damit wird Glaube aus den Institutionen geholt und in eine mystische Tradition gesetzt. Glaube als Erfahrung im Alltag, im alltäglichen Tun.
Karl Rahner sagte mal, dass der Fromme der Zukunft ein Mystiker sein müsse, sonst gäbe es keinen Christen mehr. Dieses Buch hat mich an diesen Spruch erinnert und ihn für das Heute bestätigt.
Entdecke mehr von Denkzeiten - Sandra von Siebenthal
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Wo ist der göttliche Geist nicht?
Gibt es eine solche Stelle?
Wenn ja, wo?
Das ist keine Glaubensfrage. Glauben setzt voraus, dass mir jemand im Außen oder der Verstand mir sagen, was ich glauben soll.
In der Meditation braucht nichts geglaubt zu werden. Im Gegenteil: Meditierende öffnen sich für das was ist oder nicht ist – ohne jede Voreinstellung.
Eine interessante Arbeitswoche 🌾 wünscht Nirmalo
LikeLike
Ich sehe Glauben nicht von aussen auferlegt, sondern ein von innen her stattfindend. Auch das Buch auferlegt nichts noch sieht es Glaube so.
Auch dir eine schöne Woche, Sandra
LikeLike
Dankeschön, Sandra.
Alles Glauben ist Konstrukt – von wem auch immer erdacht. Auf der andren Seite stehen Klarheit, Ehrlichkeit, Wahrheit, Offenheit, Wirklichkeit.
Jede Voreinstellung verhindert, das zu sehen, was ist.
🌷
LikeLike
Damit sagst du selbst, dass es niemandem möglich ist, zu sehen, was ist (streng genommen), da jeder eine Voreingenommenheit mitbringt, nur schon dadurch, dass er ist, wie er ist, geprägt davon, wann und wo er dies tut.
Aber ein durchaus spannendes und wohl endlos zu diskutierendes Thema.
LikeLike
Glauben ist an Erwartung geknüpft.
Jedem Menschen ist es möglich, zu „sehen“ was ist. Eine Frage des Mutes.
In der Meditation gibt es keine Voreingenommenheit – oder man steckt noch im Ego-Verstand. Meditation ist …loslassen. Auch die Vorstellungen.
Glauben ist ein Zweig der Angst. Vertrauen ist einer der Liebe. 🌼
LikeLike
Das sehe ich komplett anders, was aber auch so stehen bleiben darf. Danke für deine Sicht!
LikeLike