Eine Mystik des Alltags
„Glaube ist nicht ein Wissen von etwas, das ich habe. Sondern die Gewissheit, die mich führt (…) Glaube ist der Grund vor aller Erkenntnis. Er wird im Erkennen heller, aber nie bewiesen.“ (Karl Jaspers, Der philosophische Glaube)
Frank Berzbach geht in diesem Buch eigene Wege. Statt einfach ein Buch über Gott und den Glauben daran zu schreiben, beruft er sich auf Zen, Kunst und Musik, um unterschiedliche Glaubenserfahrungen in einer poetischen mit Bildern versetzten Sprache darzulegen. Entstanden ist so kein Buch, das einfach schnell durchgelesen werden will, sondern eines, auf das man sich einlassen muss, um wirklich die tiefe Botschaft dahinter zu verstehen. Die Botschaft ist auch nicht als Monolog oder gar eine Lehre zu verstehen, die sagen will, wie es ist, sondern sie beinhaltet den Aufruf, selber in sich zu gehen und die eigenen Glaubensinhalte zu suchen und ans Licht zu holen.
Der Bezug auf die verschiedenen Bereiche der Kunst, der Literatur, der Musik und der Zen-Meditation tragen in sich den Gedanken: Gott ist überall. Wer ihn finden möchte, kann das tun, er braucht nirgends hinzugehen, keine besonderen Voraussetzungen zu erfüllen. Damit wird Glaube aus den Institutionen geholt und in eine mystische Tradition gesetzt. Glaube als Erfahrung im Alltag, im alltäglichen Tun.
Karl Rahner sagte mal, dass der Fromme der Zukunft ein Mystiker sein müsse, sonst gäbe es keinen Christen mehr. Dieses Buch hat mich an diesen Spruch erinnert und ihn für das Heute bestätigt.
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