Dummheit zahlt sich aus

Heute habe ich mich weitergebildet. Ich habe gelernt, dass eine Frau aus Korea sich dumm und dämlich verdient mit Youtube, indem sie mit totem Fisch schmust, eine Möhre mit den Zähnen raspelt, laut kreischend aus Parisern Farbe auf ein Bild kleckst und diese dann – immer noch kreischend – am Kleid reibt, um es einzusauen. Das ist eine Ausnahme? Bewahre.

Da ist die Frau, die ihr Gesicht in Brot drückt. Millionen Menschen klicken das an. Ein Mann flüstert. Nichts Besonderes, nichts Geistreiches, zu keinem speziellen Thema – aber: Alles, was er so sagt, flüstert er. Schweizerdeutsch. Vielleicht ist das toll für Ausländer (Deutsche finden unseren Akzent ja oft niedlich und lachen das laut raus), für mich eher normal. Die Reaktionen übertreffen alles (mit gesundem Menschenverstand zu erahnende): Von Hirnorgasmus ist die Rede. Die Klicks brechen die Millionengrenze.

Das sind nur ein paar Beispiele, es gäbe sicher noch mehr. Ich überlege, ob es wirklich sinnvoll ist, mein Kind in die Schule zu schicken, dass es was lernt: Dummheit zahlt sich aus, wie es aussieht.

8 Comments

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  1. Es ist die Geschichte vom Brot und den Spielen, eben eine Art der Unterhaltung die nichts vom Beobachter fordert, außer die Augen und Ohren zu öffnen. Die Auswahlkriterien der Superstars liegen verborgen in der jeweiligen Generation der Bildschirmvoyeure, die ihre Situationskomik von kleinen niedlichen Bildschirmen der Urzeit aufgeleckt und verinnerlicht haben. Weit entfernt scheint die Zeit als mein Liebling Emil Steiner mit einem Tisch und einem Stuhl sowie einem Telefon mit Wählscheibe geniale Kammerstücke aufgeführt hat, um mich vor Lachen in Trännen auszubrechen zu lassen. Da sagt mein Techniker neulich zu mir, ob ich beim Kochen mal ordentlich Sauerei machen könnte, es müsse auch nichts wirklich essbares dabei raus kommen, nur filmen, denn dies würde schon reichen um Klickzahlen zu erreichen. Ich antwortete, „Könnte ich, mache ich aber nicht, denn ich bin mit Respekt vor Lebensmitteln erzogen worden, weil diese nicht jedem Erdenbürger zur Verfügung stehen. So koche ich weiter leckere Sachen die nicht vorher auf dem Boden liegen mussten um Youtuber zu belustigen – Shame on me, ich hab eben nicht den „Flow“ 😉

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