Eigenes Universum

Ab und an denke ich, ich lebe in meinem eigenen Universum. Ich gehe durch den Tag, sehe viel, nehme alles wahr, denke mir meins dazu, und lasse es wieder ziehen, weil das Nächste da ist und meine Aufmerksamkeit fordert. Und die will ich ihm geben. Wobei, es ist nicht mal ein Wollen, es passiert einfach so.

Mir würde das nicht mal auffallen, würde ich nicht dann und wann mit Fragen konfrontiert wie: „Wie war das Wetter heute bei euch?“ „Stören die der Flugzeuglärm auch?“ „Wo geht denn hier die Sonne auf und unter?“ Und obwohl ich mich sicher über manchen Sonnenaufgang freute, Flugzeugbäuche bestaunte, schwitzte, fror oder vor dem Regen flüchtete – ich kann es nie sagen.

Ich würde das nun gerne so deuten, dass ich erleuchtet bin und es ganz und vollkommen schaffte, im Hier und Jetzt zu leben, den Ballast der Vergangenheit hinter mir zu lassen. Leider ist dem wohl nicht so, da

Dinge,
die mir wirklich
am Herzen liegen,
mich treffen,
in mir drehen,
nachhallen,
weiterdrehen,
sich winden,
nicht verschwinden.

Es sind eher die Geräusche des Alltags, mit denen wir überall und immer überflutet werden. Die fliessen durch mich hindurch. Sind schön (oder auch nicht) im Moment, dann vergessen.

9 Comments

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  1. In den letzten Tagen passierte es immer wieder in Phasen, daß ich solche Sensationen wie Brennen der Sonne auf meiner Haut, Berührtwerden durch einen Windhauch spürte – ohne es zu wollen. Das ergibt einen Frieden, so nahe an den Elementen zu sein.

    Lärm ist für mich ein arges Thema, da ich in einem Großraumbüro arbeite. Man verlangt von mir konzentrierte und zügige Arbeit, aus der mich aber immer wieder Lärmszenarien herausheben können.

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    • Grossraumbüros müssen schwierig sein, das kann ich mir vorstellen. Ich habe bislang nur in kleineren Büros aber mit sehr lauten Menschen gearbeitet. Das irritiert mich dann auch. Das ist irgendwie anders als Autos, die vorbeiziehen. Menschen, die sprechen, lenken mich ab. Ich konnte auch nie in der Bibliothek lernen während des Studiums. Ich hätte da nur geschaut, was die andern tun und zugehört, was sie erzählen.

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      • Ja, man sagt, daß das Gehirn versucht, zuzuhören und damit die Konzentration auf das Eigentliche verliert.
        Diesem Sog des Erfassens dessen, was gesprochen wird, kann man sich vielleicht durch Training entziehen?! Jedenfalls hat ein MA, der 7 Kinder hat, mir erzählt, daß er, wenn er von zuhause arbeitet, rein garnichts mitbekommt, was die Kinder so treiben. Das ist wie ausgeblendet.
        Für schlimme Phasen habe ich Ohrstöpsel, aber man kann die ja nicht ständig rein und rausnehmen. Besser wäre eine Maschine, die über meinen Kopf hängend, das für mich machen würde :-). In der Mittagspause könnte diese Maschine meine Stöpsel reinigen, sodaß auch der Nachmittag gesichert wäre 🙂

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    • Ich bin wohl schon immer irgendwie in Gedanken und irgendwas am tun. Es fiel mir einfach bei jedem Umzug auf, dass ich gefragt wurde, wo denn in der Wohnung die Sonne herkomme und ich hatte nie eine Ahnung. Teilweise konnte ich es dann dadurch in Erinnerung rufen, dass ich beim Hundespaziergang am Morgen in den Sonnenaufgang schaute und die Richtung dann auf die Wohnung anwenden konnte.

      Liebe Grüsse zu dir, Sandra

      Gefällt 2 Personen

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