Wasserngrat – 24. Mai 2014

DSCF0003DSCF0017Der Weg startete in Gstaad, zuerst noch harmlos am Bach entlang, durch ein lauschiges Wäldchen, später dann an Bauernhöfen und Chalets vorbei. Bald wurden die Häuser weniger, die Wiesen grüner, vor uns lag der steile Hang. Forschen Schrittes stiegen wir auf, bis wir merkten, dass der verfolgte Weg nicht dem auf der Karte verzeichneten Weg entsprach, worauf wir beschlossen, das Bord gerade hinauf zu kraxeln. Schnell hatte ich meinen Rhythmus gefunden und damit floss der Aufstieg wie von selber.


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Die Gedanken folgten ihm, ich sinnierte über die Zeit. Fragte mich, ob alles seine Zeit habe im Leben (und auch sonst), ob Zeit wirklich Rat bringt oder man ihn sich selber beschaffen muss. Zeit ist grundsätzlich gegeben, wir haben sie und sie fliesst gemächlich dahin. Ab und an wollen wir sie anhalten, dann wieder beschleunigen, wir klagen über Dinge, die unsere Zeit stehlen und verschwenden sie an anderen Ecken und Enden. Haben zu wenig davon und doch dauert manches zu lange, weil zu viel Zeit bis zum Ersehnten liegt. Wenn wir keine Zeit haben – wer hat sie dann? Wenn wir uns Zeit lassen – fliesst sie dann langsamer? Wenn die Zeit vergeht – wo geht sie hin?

DSCF0021 Und mit diesen Gedanken im Kopf stieg ich Meter für Meter den Berg hinauf, nicht ohne immer wieder den Blick in die Ferne schweifen zu lassen und die wunderbare Aussicht zu geniessen. Irgendwann landeten wir bei der stillgelegten Bergstation des Lifts, das Bergrestaurant war geschlossen und wir hatten die Terrasse für uns. Ich genoss ein Sonnenbad auf einer Holzbank, welches wohl für meinen doch sehr ausgeprägt roten Kopf verantwortlich gewesen sein dürfte. Das Panorama vom Wasserngrat ist bombastisch. Gstaad, Saanen – alle liegen sie ganz klein unten im Tal, mitten in stolz sich erhebenden Bergen, die noch mit Schnee bedeckt sind. Es klingt kitschig zu sagen, dass die Weite des Blicks Herz und Geist sich weiten lässt, aber genau so fühlte es sich an.

DSCF0031 Wir packten unsere sieben Sachen und stiegen weiter hoch. Es folgten Schneefelder und mörderisch rutschige und steile Hänge. Wegweiser waren nicht zu finden, die lagen wohl unter Schneedecken, das einzige, was zu lesen war, war eine Absturz- und Todesnachricht eines an dieser Stelle Verunglückten. Wir beschlossen, dies nicht zu wagen, kehrten um und wanderten wieder ins Tal runter. Der Abstieg führte zuerst wieder über die mit Krokussen übersäten Wiesen, später stiessen wir dann auf den Weg, welchem wir zurück nach Gstaad folgten.

Im Bernerhof (übrigens als Wanderhotel sehr zu empfehlen, stellt es doch am Morgen Reiseproviant für hungrige Wanderer zur Verfügung, ist zentral beim Bahnhof gelegen und überzeugt durch sehr nettes und zuvorkommendes Personal, einladende Zimmer und vieles mehr) in Gstaad gelandet, genossen wir, in die Lounge gelümmelt, eine eiskalte Erfrischung und liessen den wunderbaren Tag nochmals Revue passieren.

 

Fazit:
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Eine wunderbare Wanderung, nicht wirklich schwierig, von Gstaad bis zur Bergstation und zurück in 3,5 Stunden gut machbar – flinke Wanderer schaffen es wohl schneller. Das Bergpanorama ist eine Wucht, die Gegend wunderbar. Absolut empfehlenswert.

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