Jakob Arjouni: Bruder Kemal. Kayankayas fünfter Fall

Marieke war sechzehn und nach den Worten ihrer Mutter „sehr talentiert, belesen, politisch engagiert, neugierig und voller Humor…

Bei Mariekes Verschwinden wendet sich ihre Mutter, Valerie de Chavanes an den Privatdetektiven Kayankaya. Was zuerst nach dem Verschwinden eines Teenagers aussieht, welcher sich für zwielichtigen Freund statt für das eigene Elternhaus entscheidet, konfrontiert Kayankaya bald mit Drogen, Vergewaltigung und Mord. Während der vermisste Teenager bald wieder zu Hause ist, haben für Kayankaya die Probleme erst begonnen.

Die Geschichte zieht ihre Kreise, breitet sich über seinen zweiten Fall, in dem er den muslimischen Schriftsteller Malik Rashid vor Übergriffen schützen soll. Rashid hat mit  seinem neusten Roman, welcher Homosexualität in der arabischen Welt thematisiert, die Wut muslimischer Gruppierungen auf  sich gezogen und befindet sich in Gefahr. Diese blüht ihm auch wirklich.

 „Hören Sie mir gut zu: Die Lage hat sich verändert, wir haben eine Geisel. […] Wenn Sie die Polizei verständigen, verschwindet die Geisel für immer.

Kayankaya sieht sich vor dem Problem, wie er seinen Schützling und sich selber aus dieser Situation heil herausbringt.

Mit viel Humor erzählt Jakob Arjouni Kayankayas neusten Fall. Dabei kriegt auch die Bücher- und Verlegerbranche ihr Fett weg, wird sie doch unbarmherzig und nicht ohne Zynismus portraitiert. Der neuste Fall des türkischstämmigen Kayankaya verliert ab und an den Spannungsbogen und weicht zu stark auf persönliche Erinnerungen und die private Geschichte des Ermittlers ab, macht dies aber durch viel Witz wieder wett. Die eingestreuten Rassenprobleme und Vorurteile wirken nie belehrend oder moralisierend, sondern immer angemessen und in die Erzählung passend.

Fazit:

Der fünfte Fall von Kemal Kayankaya führt durch die ganze kriminelle Palette von Drogen, religiösem Wahn, Vergewaltigung bis hin zu Mord. Der Kriminalroman besticht durch Witz und Leichtigkeit, ein Lesevergnügen auf der ganzen Linie.

(Jakob Arjouni: Bruder Kemal. Kayankayas fünfter Fall, Diogenes Verlag, Zürich 2012.)

Bild Angaben zum Buch:

Taschenbuch: 225 Seiten

Verlag: Diogenes Verlag (28. August 2012)

Preis: EUR: 19.90 ; CHF 29.90

 

 

 

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