In Augsburg kam es am Samstag Nachmittag in der Annastrasse zu einem Aufmarsch einer Gruppe von ca. 20 Neonazis. Mit Parolen wie „Unser Volk stirbt aus“ liefen sie durch die Strassen. Dazu kommen konnte es nur, weil die Demonstration unter falschem Thema angemeldet worden war. Die Stadt ging davon aus, dass gegen die Macht der Finanzwelt demonstriert, nicht rechtsgerichtete Parolen propagiert würden.
Bedauerlich, dass es so weit kommen konnte. Wen trifft die Schuld? Was könnte man tun, solche Vorkommnisse in Zukunft zu vermeiden? Ist es zulässig, Menschen, die sich in irgendeiner Weise mit der rechtsradikalen Szene in Verbindung zeigen, zu erfassen, um bei Anfragen vorsichtiger agieren zu können? Hinkt man damit nicht so oder so immer einen Schritt hinterher? Ist man diesem Gedankengut einfach hilflos ausgeliefert, weil man mit jeglichen Massnahmen immer erst dann eingreifen kann, wenn etwas passiert ist?
Ausser den Parolen ist nichts passiert. Es liesse sich natürlich auch fragen: Wem schadet das? Ist ja nichts passiert. Bloss verfährt man dabei besser dem Motto „wehret den Anfängen“, denn, was mit Worten anfängt, setzt sich tief und tiefer fest und führt zu Taten, die durch Worte gebildeten Ideologien durchzusetzen. Und dann fängt es an, gefährlich zu werden. Für alle, die den ausgebildeten Ideologien nicht entsprechen.
Quelle: http://www.daz-augsburg.de/?p=27190
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