James Patterson: Die 7 Sünden (Rezension)

Feuerteufel und Todesengel?

„Lasst uns nicht allein!“
Er sah, wie die Flammen an den Vorhängen emporzüngelten, und hörte die erstickten Schreie seiner geliebten Frau, während die Haustür krachend ins Schloss fiel.

patterson7Eine Reihe von Brandanschlägen fordert mehrere Menschenleben, immer reiche Ehepaare. Lindsay Boxer steht vor einem Rätsel und weiss nur, dass sie bald mehr wissen muss, damit nicht noch mehr Menschen sterben.

Zur gleichen Zeit gibt es neue Hinweise im Fall des verschwundenen Michael Campion, des herzkranken Sohnes eines ehemaligen Gouverneurs. Er soll das letzte Mal bei einer Prostituierten gesehen worden sein, aus deren Haus er nie mehr rausgekommen ist. Als die bildschöne und mädchenhaft unschuldig aussehende Prostituierte ihre Tat gesteht, scheint wenigstens dieser Fall gelöst – bis sie das Geständnis widerruft. Und irgendwo vermutet Lindsay Boxer einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen, nur: Wo?

Zum Glück hat sich Lindsays Privatleben ein wenig normalisiert, fast könnte man es glücklich nennen, wären da nicht Lindsays Zweifel und ihr Zögern. Zudem raubt ihr der berufliche Ehrgeiz jegliche Zeit für ein Privatleben, so dass sie ihren Liebsten, der ihretwegen einige Opfer gebracht hat, kaum sieht, was auf Dauer nicht gut gehen kann. Die wenige Zeit, welche die beiden haben, verbringen sie in detailreich beschriebenen Liebesaktivitäten – hätten sie mehr Zeit, müsste man wohl die Genrewahl überdenken.

Der siebte Fall des Women’s Murder Club ist wieder gewohnt spannend. Von der ersten Seite an zieht er einen in den Bann und lässt nicht los, bis alles restlos aufgeklärt ist. Dass das Ende ein wenig gar überraschend und wenig befriedigend ist, bleibt als kleiner Wermutstropfen zurück. Trotzdem ist das Buch ein wirklicher Pageturner und ein kurzweiliges Lesevergnügen.

Fazit:
Beim siebten Fall des Women’s Murder Club ist Patterson wieder gewohnt spannend und packend. Von der ersten Seite an ist man im Bann des Buches und legt dieses ungern wieder weg. Sehr empfehlenswert!

Der Autor
James Patterson, geboren 1947, sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“ (siehe auch Der 1. Mord, Die 2. Chance, Der 3. Grad, Die 4. Frau, Die 5. Plage, Die 6. Geisel und Die Tote Nr. 12). Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (15. November 2010)
Übersetzung: Leo Strohm
ISBN-Nr: 978-3442375851
Preis: EUR 8.99 / CHF 13.90
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James Patterson: Die 6. Geisel

Entführte Kinder, Psychopathen und Liebeschaos

Blut fliesst über die Planken, doch in seinem Kopf sieht Fred nur die blendend weissen Segel. Sein Blick schwenkt über das Deck. Die Stimme in seinem Kopf brüllt laut: Lauf. Verschwinde. Du hast das nicht gewollt.

patterson6Was eine vergnügliche Fahrt mit dem Katamaran durch die San Francisco Bay hätte werden sollen, endet in einem blutigen Massaker, als ein Passagier plötzlich eine Pistole zückt und um sich schiesst. Neben einer Mutter und ihrem kleinen Sohn trifft er auch Claire, Lindsay Boxers beste Freundin, welche zwar überlebt, aber in einem kritischen Zustand ist. Als sich kurz darauf der Täter bei Lindsay zu Hause stellt, scheint der Fall gelöst zu sein – doch dann geht es darum, ob er überhaupt zurechnungsfähig war bei der Tat. Ein spannender Gerichtskampf mit Yuki als Anklägerin der Staatsanwaltschaft steht bevor.

Dies ist aber nicht der einzige Fall, der Lindsay beschäftigt. Kinder und Nannys wohlhabender Eltern verschwinden, ohne dass eine Lösegeldforderung kommt. Werden Lindsay und ihre Freundinnen die Täter entlarven, bevor noch ein Kind verschwindet? Und: Leben die bislang entführten Kinder noch? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Als wäre das nicht genug, kommt es in Cindys Haus zu unschönen Vorfällen – ein toter Hund, eine zerstörte Wohnung und ein ermordeter Nachbar sind zu verbuchen. Dass Lindsay Boxer neben all dem sich auch noch von ihrer grossen Liebe trennt, lässt die gute Frau noch mehr leiden und so pendelt der Leser fortan zwischen Liebesschmerz, Entführerjagd, Gerichtsplädoyers und mehr hin und her.

Ab und an ist man lesend versucht, zu sagen, dass ab und an weniger mehr gewesen wäre. Durch die Vielzahl der erzählstränge büsst jeder einzelne an Tiefe ein. Die Figuren bleiben blass, die Schauplätze ebenso. Man kann sich in nichts einfühlen und auch nicht wirklich mitraten, da kaum Anhaltspunkte vorhanden sind und die Auflösungen schlussendlich etwas gar gesucht – oder zu offensichtlich. Wieder kommt die leise Frage auf, ob das wirklich Patterson war, der hier schrieb, oder ob dieser nur jeden zweiten Fall seiner Reihe schreibt, was auf den nächsten hoffen liesse.

Fazit:
Der sechste Fall des Women’s Murder Club schwächelt wieder ein wenig. Zwar gelingt es Patterson, den Leser zu packen, aber weniger verschiedene Fälle und mehr Tiefe wären wünschenswert gewesen. Trotzdem empfehlenswert.

Der Autor
James Patterson, geboren 1947, sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“ (siehe auch, Der 1. Mord, Die 2. Chance, Der 3. Grad, Die 4. Frau, Die 5. Plage und Die Tote Nr. 12). Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (8. März 2010)
Übersetzung: Andreas Jäger
ISBN-Nr: 978-3442372287
Preis: EUR 8.95 / CHF 12.90
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Stephen King: Das Leben und das Schreiben

Stephen King – Einblicke und Eindrücke

Meine Jugend ähnelt eher einer vernebelten Landschaft, in der gelegentlich Erinnerungen wie vereinzelte Bäume auftauchen… diese Art von Bäumen, die aussehen, als wollten sie einen packen und fressen.

Stephen King ist wohl einer der bekanntesten und erfolgreichsten Autoren der heutigen Zeit. Sein Name auf dem Buchcover ist schon fast ein Versprechen: Das wird ein gutes Buch. Doch wie kam Stephen King an den Punkt? Wie wurde er zu dem Schriftsteller, der er heute ist?

Dies ist keine Autobiografie. Es ist eher eine Art Lebenslauf, mein Versuch, die Entwicklung zum Schriftsteller nachzuzeichnen.

Im vorliegenden Buch versucht Stephen King, diese Fragen zu beantworten. Er tut dies auf eine sehr offene, ironische, humorvolle Weise, so dass sich dieser Lebenslauf, wie er den Teil selber nennt, genauso spannend liest wie seine Bücher. In zweiten Teil geht Stephen King auf verschiedene Themen rund ums Schreiben ein. Er legt dar, was man als angehender Schriftsteller beherrschen muss, worauf man achten soll. Zentral dabei ist immer die Sprache – das Werkzeug des Schriftstellers.

Dieses Buch handelt von der alltäglichen Arbeit – von der Sprache.

Im letzen Teil berichtet Stephen King über seinen schweren Unfall, der ihn für viele Monate lahmlegte. Er sagt, das Schreiben hätte ihn da gerettet. King-Fans sind dankbar dafür.

Das Leben und das Schreiben ist kein Schreibratgeber im üblichen Sinn, es ist viel mehr. Es ist die Autobiographie von Stephen Kings eigenem Schreibprozess. Als Leser steht man quasi hinter ihm und schaut ihm über die Schulter, erfährt sein Vorgehen beim Verfassen eines Buches, schaut ihm beim Leben und beim Schreiben zu – was irgendwie fast dasselbe ist oft.

Fazit:
Ein wundervolles, offenes, persönliches Buch, das zeigt, dass der, welcher hier über das Schreiben berichtet, sein Handwerk versteht. Absolute Leseempfehlung.

Zum Autor
„Carrie“, „The Shining“, „Misery“ – es gibt wohl nur wenige Leser oder Kinogänger, die nicht zumindest eine dieser drei Horrorgeschichten von Stephen King kennen. Einen internationalen Bestseller nach dem anderen legt der 1947 in Maine geborene Autor vor. Und nicht wenige davon wurden auch erfolgreich verfilmt. So spektakulär die Geschichten sind, so bürgerlich klingt Kings Werdegang. Nach Schule, Universität und früher Heirat arbeitete er zunächst als Englischlehrer. Seiner Passion fürs Schreiben ging er abends und am Wochenende nach, bis ihm der Erfolg seiner ersten großen Geschichte, „Carrie“, erlaubte, ausschließlich als Schriftsteller zu leben. Der Rest ist Legende. King hat drei Kinder und bereits mehrere Enkelkinder und lebt mit seiner Frau Tabitha in Maine und Florida.

Angaben zum Buch:
kinglebenTaschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (8. Februar 2011)
Übersetzung: Andrea Fischer
ISBN-Nr.: 978-3453435742
Preis: EUR 10.99/ CHF 16.90
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Delia Fischer: Das grosse Buch der Wohnstile

Puristisch, klassisch oder glamourös?

fischerwohnstileWenn es draussen grau und unwirtlich ist, wird der Wunsch gross, sich drinnen schön einzurichten. Wer das gerne mit System machen möchte, so, dass das Bett auch zum Schrank und die Kissen drauf zum Teppich passen, der ist bei diesem Buch richtig. Auf über 200 Seiten lernt man verschiedene Wohnstile kennen, kann man sich in fremden Wohnungen umsehen und für sich heraussuchen, was einem gefällt.

 

Vorgestellt werden die Wohnstile

  • Boho
  • Puristisch
  • Country
  • Glamour
  • Girly
  • Klassisch
  • Scandi
  • Exzentrisch

Jedes Kapitel wird eingeleitet mit Stichworten, die den Stil beschreiben, mit Bildern, die als Moodboard fungieren und mit Farbpaletten, Mustern und Materialien, die diesen Stil ausmachen. In der Folge geht es zu einem Hausbesuch bei jemandem, der seine Wohnung in genau diesem Stil eingerichtet hat, so dass man einen guten Eindruck erhält, wie das Ganze umgesetzt aussehen könnte.

Im Anschluss zeigt Delia Fischer anhand eines Flurs, wie man diesen mit einfachen Mitteln in den verschiedenen Stilen gestalten kann. Dasselbe wiederholt sie mit einem Wohnzimmer und einem Schlafzimmer. Wem ein Stil nicht genug ist, der erhält auch noch Tipps, wie Stile gemixt werden können, ohne dass die Wohnung nach einem Sammelsurium aussieht.

Ein wunderbar buntes und informatives Buch, hochwertig gestaltet und mit sehr schönen Fotografien. Genau das Richtige, um an einem trüben Wintertag neue Pläne für das eigene Zuhause zu fassen.

Fazit:
Ein sehr inspirierendes Buch, das verschiedene Wohnstile gut erklärt und aufzeigt, wie man sie selber umsetzen kann. Wunderschön aufgemacht, eine wahre Augenfreude. Sehr empfehlenswert.

Autorin und Ko-Autorin
Delia Fischer ist Gründerin und Geschäftsführerin von Westwing Home & Living. Sie war lange Redakteurin bei Elle und Elle Decoration und gründete das Unternehmen aus reinem Eigennutz: Sie wohnte gern schön und hatte kein endloses Budget. Heute zählt sie zu den erfolgreichsten Start-up-Unternehmerinnen in Deutschland und Visionärin in der Home un- und Living-Branche.

Ko-Autorin Nora von Westphalen studierte Modejournalismus. Nach einigen Jahren als freie Autorin ist sie seit 2005 als Redakteurin bei Elle und Elle Decoration. In dieser Zeit avancierte sie zu einer der Stil-Instanzen im deutschen Lifestyle-Bereich. Nora von Westphalen lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in München.

Angaben zum Buch:
Broschiert:224 Seiten
Verlag: Verlag Georg D.W. Callwey (2. Auflage, 2016)
ISBN-Nr.: 978-3766721105
Preis: EUR 36 / CHF 41.50

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Rezension: Guillaume Musso: Vierundzwanzig Stunden

Pendeln zwischen dem Leben und dem Nichts

Nach dem Hauch der 24 Winde bleibt nichts mehr übrig.

mussovierundzwanzigAls Arthur Castellos Vater plötzlich bei diesem auf der Matte steht, wundert sich Arthur erst. Frank will mit ihm Angeln gehen, etwas, das sie schon Jahre nicht mehr machten. Ziel ist ein alter Leuchtturm, der seit vielen Jahren im Besitz der Familie ist. Dort angekommen erklärt Frank seinem Sohn, was es mit dem Ausflug auf sich hat: Er will Arthur enterben, alles, was er kriegt, ist dieser Leuchtturm. Einzige Bedingung: Er darf die im Keller einbetonierte Falltür nicht öffnen, ansonsten sei er verloren.

Ich spürte, wie die Falle zuschnappte.

Natürlich hält sich Arthur nicht an die Bedinung, öffnet die Tür, steigt hinab. Die Tür schlägt zu und Arthur ist gefangen. Bis er sich plötzlich auflöst. Von da an kommt er nur noch jedes Jahr für einen Tag zurück in sein Leben. Er weiss nie, wo er genau auftaucht, wann er auftaucht und was an dem Tag passieren wird. Keine gute Voraussetzung dafür, sich zu verlieben. Und genau das tut er.

Guillaume Musso bleibt sich treu. Wieder reist er in den Zeiten, wieder vermischt er eine reale Geschichte und reale Figuren mit einem surrealen Element. Er schafft es, die Figuren und ihre Probleme so plastisch und authentisch zu gestalten, dass man als Leser unbedingt wissen will, wie das alles endet. Man möchte erfahren, ob und wie eine Liebe, die nur einen Tag im Jahr gelebt werden kann, bestehen kann. Und man möchte natürlich wissen, wie das alles ausgeht.

An dieser Stelle wird diese Rezension persönlich und enthält auch einen Blick aufs Ende. Wer das Buch nicht gelesen hat und es noch tun will, soll den Abschnitt überspringen und beim Fazit weiterlesen. Mich hat dieses Buch von Seite zu Seite mehr genervt. Die Geschichte wurde durch die unglaublich vielen Wiederholungen der ewig ähnlichen Situation, langatmig und langweilig. Dass ich weiter gelesen habe, war nur wegen der oben genannten Figuren, die mich durchaus gepackt hatten. Gegen das Ende erfährt man, dass nach 24 Jahren der Spuk vorbei ist – es wird aber geunkt, dann sei alles aus, quasi der Supergau wird prophezeit. Nach diesen 24 Jahren kommt also Arthur zurück und dann wurde die Geschichte absolut verschwurbelt. Zu dem Zeitpunkt war ich schon so genervt, dass ich nur noch überflogen habe und vermutlich darum nicht mehr verstanden, worum es nun wirklich ging, was nun wirklich passiert war, was erfunden, wer nun wer ist und überhaupt. Ich befürchte, dank diesem Buch wird das mein letzter Musso gewesen sein. Das Buch ist wohl – wie jedes – Geschmacksache. Meinen Geschmack traf es nicht.

Fazit:
Das Buch überzeugt durch eine spannende Idee und authentische Figuren und Schauplätze. Wieder mischt Musso Realistisches mit Surrealem.

Zum Autor
Guillaume Musso
Guillaume Musso wurde 1974 in Antibes geboren. Er arbeitete als Gymnasiallehrer und Universitätsdozent, bis er 2001 seinen von der Kritik hoch gelobten Debütroman veröffentlichte. Der große Durchbruch gelang ihm mit seinem zweiten Roman Ein Engel im Winter, den er nach einem schweren Autounfall geschrieben hatte. Auch seine Roman Eine himmlische Begegnung und Vielleicht morgen stürmten auf Anhieb die französischen Bestsellerlisten. Auch von ihm erschienen ist Nacht im Central Park und Weil ich dich liebe.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Pendo Verlag (1. Juni 2016)
Übersetzung: Eliane Hagedorn, Bettina Runge
ISBN-Nr.: 978-3866124011
Preis: EUR 16.99 / CHF 14.90

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James Patterson: Die 5. Plage

Vier Frauen und noch mehr Todesfälle

Plötzlich verengte sich ihr Gesichtsfeld zu einem Tunnel aus weissem Licht.
„Bitte, helfen Sie mir. Ich glaube, ich…“
„Ja“, sagte die Gestalt in der dunklen Ecke, „du stirbst, Jessie. Es ist eine Wonne, dir zuzusehen, wie du hinübergehst.“

patterson5In einem Krankenhaus sterben immer wieder Menschen, die zwar über die Notaufnahme reinkamen, sich dann aber eigentlich erholt hatten. Die Staranwältin Maureen O’Mara nimmt sich dem Fall an und verklagt das Krankenhaus für die Hinterbliebenen der Opfer in Millionenhöhe. Ausgerechnet in dieses Krankenhaus wird Yuki Castellanos Mutter nach einem Schwächeanfall eingeliefert. Als auch sie eines Morgens plötzlich tot ist, nimmt sich Lindsay Boxer dem Fall an – anfänglich noch auf eigene Faust, da sie offiziell an einem Fall ermittelt, bei dem junge Frauen ermordet, vergewaltigt und puppenhaft drapiert werden. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt: Wann schlägt der Frauenmörder wieder zu und wann der Todesengel im Krankenhaus?

Patterson ist im fünften Fall seiner Reihe um den Women’s Murder Club wieder voll auf seiner Höhe, nachdem er im vierten Fall etwas schwächelte. Gleich zwei Fälle müssen gelöst werden, in beiden eilt die Zeit, weil neue Tote zu befürchten sind – und in beiden findet sich kein Anhaltspunkt, der weiterhelfen könnte. Wie viele Menschen müssen noch sterben, bis Lindsay Boxer die Täter findet?

Ein Pageturner von der ersten bis zur letzten Seite, einmal angefangen, will man ihn nicht mehr aus der Hand legen. Es empfiehlt sich – wie immer bei Patterson – den nächsten Band schon zur Hand zu haben, um gleich neu eintauchen zu können. Dies umso mehr, als auch zwischen Lindsay Boxer und Joe Molinari offene Fragen sind, auf die man gerne eine Antwort hätte.

Fazit:
Der fünfte Fall des Women’s Murder Club ist ein Pageturner auf höchstem Niveau. Zwei spannende Fälle, in beiden ein Wettlauf mit der Zeit, eine noch nebenherlaufende Liebesgeschichte – absolute Leseempfehlung.

Der Autor
James Patterson, geboren 1947, sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“ (siehe auch, Der 1. Mord, Die 2. Chance, Der 3. Grad, Die 4. Frau und Die Tote Nr. 12). Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (9, Juni 2008)
Übersetzung: Andreas Jäger
ISBN-Nr: 978-3442370375
Preis: EUR 8.99 / CHF 13.90
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Martin Suter: Elefant

Gut und Böse klar verteilt

Eine Entzugserscheinung konnte es nicht sein, er hatte genug getrunken. Schoch versuchte, das Ding zu fokussieren, das tief in der Unterspülung des Uferwegs stand, dort, wo die Höhlendecke auf den sandigen Boden traf. Ein Kinderspielzeug. Ein Elefäntchen, rosarot, wie ein Marzipanschweinchen, aber intensiver. Und es leuchtete wie ein rosarotes Glühwürmchen.

suterelefantSchoch, ein obdachloser Alkoholiker, der in einer Höhle über der Limmat wohnt, sieht eines Tages ein rosa Elefäntchen in seiner Höhle. Er ist sich erst nicht sicher, ob es sich dabei um eine Halluzination oder ein verirrtes Kinderspielzeug handelt, dies umso mehr, als sich das leuchtende Wesen auch noch bewegt.

Der Genforscher Roux hätte Schoch sofort sagen können, worum es sich dabei handelt. Der rosa Elefant soll eine weltweite Sensation werden, nur ist er ihm abhanden gekommen und er sucht ihn händeringend.

Martin Suters neustes Buch vereint die moderne Gentechnik und das Machbarkeitsstreben der Forschung und der Wirtschaftswelt mit Phantasie und Mystik, packt gesellschaftspolitische Probleme wie Randständigkeit und Alkoholismus hinein und garniert mit einer Liebesgeschichte. Die Figuren sind (gewollt?) klischeehaft: Wir haben einen durch das Leben ernüchterten – dafür sonst kaum je nüchternen – Ex-Banker als Obdachlosen, eine idealistische Tierärztin mit ererbtem Millionenvermögen und praktischerweise einer grossen leeren Villa, die sich als Versteck für den frischgebackenen Elfenatenpapa Schoch eignet, einen skrupellosen Forscher, machtgierige Chinesen, die vor nichts zurückschrecken, etc.

Die Welt ist klar in schwarz und weiss aufgeteilt und bietet sich dem Leser in Form von sich abwechselnden Erzählsträngen aus den zwei Welten dar. Martin Suter selber beschreibt sich als Schriftsteller, welcher sich an klare Strukturen hält, die er vorgängig aufzeichnet und dann als Geschichte umsetzt. Das merkt man den Geschichten an. Das ist nicht nur Kritikpunkt, das hat durchaus seine Berechtigung und dadurch nimmt die Geschichte auch sicher einen Lauf, welcher stimmig ist. Auch das Erzähltempo ist durchaus positiv, die kurzen Kapitel ziehen den Leser rasant durch die Geschichte, verleihen dieser eine packende Dynamik.

Mit dem Erzählstrang um Schoch und de kleinen Elefanten ist Martin Suter eine herzige, mitreissende Geschichte gelungen, die beiden wachsen einem ans Herz, man schmunzelt mit, verliebt sich ein wenig und leidet auch mit. Die Tierärztin bleibt eher blass und wenig plastisch.

Der zweite Erzählstrang um die Forscher und die Jagd nach dem verloren gegangenen Elefanten liess mich mehrheitlich kalt. Die Figuren waren weder sympathisch, um sich damit zu identifizieren, noch waren sie schlimm genug, um sie als wirkliche starke Gegner wahrnehmen zu können. Ich ertappte mich beim Lesen dabei, die Stellen eher zu überfliegen, um wieder zur Geschichte mit dem Elefanten zurückzukommen.

Fazit:
Eine schöne, packende, wenn auch etwas einfach gestrickte Geschichte mit stereotypen Figuren und einigen Klischees. Empfehlenswert.

Der Autor
Martin Suter, geboren 1948 in Zürich, arbeitete bis 1991 als Werbetexter und Creative Director, bis er sich ausschließlich fürs Schreiben entschied. Seine Romane – zuletzt erschien ›Montecristo‹ – und ›Business Class‹-Geschichten sowie seine ›Allmen‹- Krimiserie sind auch international große Erfolge. Martin Suter lebt mit seiner Familie in Zürich.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag (18. Januar 2017)
ISBN-Nr: 978-3257069709
Preis: EUR 24 / CHF 26.90
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James Patterson: Die 4. Frau

Lindsay Boxer und die Fälle von Schuld und Sühne

Jacobi rief gerade einen Krankenwagen, als das junge Mädchen in die Innentasche ihrer Jacke griff und einen Gegenstand hervorzog, mit dem ich niemals gerechnet hätte. Bei dem Anblick gefror mir das Blut in den Adern. „WAFFE!“, schrie ich einen Sekundenbruchteil, bevor sie auf mich schoss.

patterson4Lindsay Boxer kämpft an allen Fronten. Weil sie im Zuge einer Ermittlung zwei Kinder angeschossen hat, eines starb, das andere ist sein Leben lang an den Rollstuhl gebunden. muss sie sich nun vor Gericht verantworten. Lindsay bangt um ihre Stelle und flieht für die Zeit der Verhandlungen ins Haus ihrer Schwester, wo sie schon bald mit ungeklärten Mordfällen konfrontiert ist, welche sie an ihren eigenen ersten Mordfall erinnern, welcher bis heute ungeklärt ist. Auf eigene Faust nimmt sie die Ermittlungen auf und sieht sich bald selber im Visier des Mörders.

James Patterson verknüpft verschiedene Handlungsstränge und Spannungsbogen und lässt seine Protagonistin an allen Fronten kämpfen. Auch wenn es ein Fall für den Women’s Murder Club ist, sind die beiden anderen Mitglieder desselben kaum vorhanden in diesem Buch, welches fast ausschliesslich auf Lindsay ausgerichtet ist. Überhaupt lässt der vierte Fall der Reihe viel vermissen von dem, was Pattersons Bücher ausmachen. Hätte nicht Patterson draufgestanden, hätte ich das Buch wohl weggelegt und vor allem geschworen, dass es nicht von ihm geschrieben wurde. Die Sprache ist anders als sonst, ebenso der Spannungsaufbau und die Handlungsführung.

Das Buch ist nicht schlecht, es kommt durchaus Spannung auf und man will wissen, wie der Gerichtsfall ausgeht, ob die Mordfälle gelöst werden können und vor allem, wer der Täter ist. Die Auflösung der letzten Frage ist schlussendlich etwas sehr gesucht. Alles in allem sicher nicht Patterson in seiner Höchstform, trotzdem freue ich mich nun auf den 5. Fall und hoffe, er findet da wieder zu seiner alten Form zurück.

Fazit:
Der vierte Fall des Women’s Murder Club ist zwar durchaus spannend, kann aber nicht mit dem mithalten, was man von Patterson gewohnt ist und erwartet.

Der Autor
James Patterson, geboren 1947, sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“ (siehe auch, Der 1. Mord, Die 2. Chance, Der 3. Grad und Die Tote Nr. 12). Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (Oktober 2007)
Übersetzung: Andreas Jäger
ISBN-Nr: 978-3442367566
Preis: EUR 8.99 / CHF 13.90
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Rezension: Elisabeth Hermann – Der Schneegänger

Tanz mit Wölfen und im Kreis herum

Ich finde dich. Verlass dich drauf, ich finde dich.

hermannder_schneegaengerEin Jäger findet im kalten Winter das Skelett eines vergrabenen Jungen. Bald ist klar, dass es sich dabei um den vor vier Jahren verschwundenen Darijo handelt, ein Fall, der niemals geklärt werden konnte und bei dem sich Lutz Gehring nicht mit Ruhm bekleckert hatte. Da Darios Eltern Kroaten sind, in den Ermittlungen damals keiner vor Ort war, der diese Sprache beherrschte, soll dieses Mal Sanela Beara mithelfen, Licht ins Dunkel zu bringen. Ihres Zeichens ehemalige Streifenpolizistin, aktuell Studentin für den Kriminaldienst und schon mal in einem Fall mit Lutz Gehring verwickelt, welche die beiden nicht zu besten Freunden hatte werden lassen, ist sie schon bald tiefer in der Geschichte drin, als allen lieb ist.

Sanela ermittelt mit Mitteln, die sich immer am Rande des gesetzlich machbaren bewegen – meist auf eigene Faust. Aber schliesslich und endlich ist es kompliziert und es geht darum, den Tod des kleinen Jungen zu klären. Verdächtige gibt es genug: Den eigenbrötlerischen, aufbrausenden und doch charmanten Vater, die zu höherem berufene Mutter, die schon während der Ehe eine Verhältnis mit ihrem Arbeitgeber hatte, diesen später geheiratet hat. Derselbe Arbeitgeber wäre auch noch auf der Liste der Verdächtigen, genauso wie seine Söhne und diese verehrende modelhafte Nachbarstöchter.

Die Figurenaufstellung macht es schon offensichtlich: Es gibt Platz für viele Klischees und der Roman greift sie alle auf. Als Leser will man wissen, wer es nun war, keine Frage, allein der Weg dahin ist lang und steinig. Man weiss als geübter Krimileser schon von der ersten Seite an, wer es nicht gewesen ist, möchte aber wissen, wie sich seine Wege erklären lassen. Auch Ahnungen, wie alles zusammen hängen könnte, sind bald mal da, man möchte sie verifiziert haben. Und so liest man durch blumige Ausschweifungen, psychologische Charakterstudien, ausführliche Background Stories hindurch, die alle wunderbar sind, damit der Autor seine Figuren kennenlernt, die im Buch selber aber nicht mehr nötig oder sinnvoll sind. Positiv ausgedrückt steigern sie die Spannung durch das Herauszögern der Antworten, negativ ausgedrückt sind sie schlicht zu kürzender Ballast – gut geschrieben, bringen die Geschichte aber nicht weiter.

Und irgendwann kommt dann das Ende. Es passiert nochmals viel, alles löst sich auf. Es ist irgendwie das einzig mögliche Ende, und doch befriedigt es nicht. Nicht mich. Wer gerne ausführliche Charakterstudien, blumige Figurenbeschreibungen, endlose Flashbacks, klischeebehaftete Beziehungsmuster und Gesellschaftsstudien hat, der kommt in dem Buch auf seine Kosten. Wer es gern knackig spannend mag, wird sich wohl eher ärgern. Was Elisabeth Hermann gelungen ist: Weglegen konnte ich das Buch nicht, ich wollte das Ende wissen. Auch die Sprache, die Schreibweise waren durchaus passend, sie versteht das Handwerk. Es war für mich persönlich das falsche Tempo und zu viel Ballast.

Fazit:
Die klassische Frage „whodunit“, auf die man eine Antwort haben will – trotz (zu?) vielen Klischees und Verzögerungen.

Der Autor
Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman „Das Kindermädchen“ ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Vernau sehr erfolgreich mit Jan Josef Liefers vom ZDF. Elisabeth Herrmann erhielt den Radio-Bremen-Krimipreis und den Deutschen Krimipreis 2012. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (21. November 2016)
ISBN-Nr: 978-3442485260
Preis: EUR 9.99 / CHF 14.90
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Rezension: Raymond Chandler – Die simple Kunst des Mordes

„Ich gelte als ziemlich ausgekochter Schriftsteller, aber das besagt nichts“

chandlermordesIn Briefen, Essays und Notizen beschreibt sich Raymond Chandler selber, schreibt über den Kriminalroman und dessen Stellung in der Literaturwelt und referiert über das Handwerk des Schreibens allgemein und sein eigenes im Speziellen.

Ich arbeite ziemlich sprunghaft, ohne feste Zeiten, was heissen soll, dass ich überhaupt nur arbeite, wenn mir danach ist.

Er zeigt dem Leser auf, wie es in der Filmwelt und im Verlagswesen abläuft, äussert sich über Katzen und berühmte Verbrechen sowie über seine eigenen Romane und Kurzgeschichten. Er tut dies auf eine humorvolle Weise, so dass man immer denkt, ihn vor sich zu sehen, wie er sein Gesicht zu einem Lächeln verzieht beim Schreiben.

Abgerundet wird das Buch durch den Essay Die simple Kunst des Mordes sowie das Romanfragment Die Poodle Springs Story. Wer Raymond Chandlers Krimis liebt, der wird von diesem Buch begeistert sein: Chandler so privat und persönlich wie selten. In seinem unzähligen Briefen zeigt er sich von allen Seiten, beleuchtet dabei auch die eigenen Schwächen.

Wenn eine Sammlung von Briefen überhaupt einen Wert haben soll, dann muss sie alle Seiten im Charakter eines Menschen enthüllen, nicht nur die liebenswürdigen und hellen.

Seine Briefe sind durchdrungen von polemischen Äusserungen – Chandler bezeichnete sich selber als „streitlustigen Burschen“, legen Abneigungen wie zum Beispiel gegen Agenten, Berufskritiker und Plagiatoren offen, zeigen ihn aber auch als belesenen und gebildeten Menschen, der die Literatur, die Welt und sich selber messerscharf beobachtet und analysiert.

Fazit:
Ein sehr persönliches, humorvolles, mitreissendes Buch – Raymond Chandler, wie er denkt, schreibt und lebt. Sehr empfehlenswert.

Der Autor
Raymond Chandler, geboren 1888 in Chicago, wuchs in England auf. Er arbeitete zwei Jahre im britischen Marineministerium, war dann freier Journalist, Buchhalter in einer Molkerei, Soldat im Ersten Weltkrieg und schließlich Direktor einer kalifornischen Ölgesellschaft. 1932 wurde er entlassen und begann ernsthaft zu schreiben. Mit seinen Romanen um den Privatdetektiv Philip Marlowe in Los Angeles wurde Chandler zum Klassiker der Kriminalliteratur. Er starb 1959 in La Jolla, Kalifornien.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag (14. Auflage, 24. Februar 2009)
Übersetzung: Hans Wollschläger
ISBN-Nr: 978-3257202090
Preis: EUR 9.90 / CHF 15.90
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Rezension: James Patterson – Der 3. Grad

Lindsay Boxers Welt steht Kopf

Es begann als wolkenloser, windstiller, träger Aprilmorgen – und wurde der erste Tag der schlimmsten Woche meines Lebens.

patterson3Lindsay Boxer joggt wie jeden Sonntagmorgen mit ihrer Hündin Martha, als vor ihren Augen ein Haus durch eine Explosion in die Luft fliegt. Die Bewohner, eine junge Familie, waren zu Hause gewesen. Es gelingt Lindsay, den älteren Jungen aus dem brennenden Haus zu retten, für die Eltern kommt jede Hilfe zu spät und das Baby der Familie ist verschwunden. Als Lindsay vor dem Haus einen herrenlosen roten Rucksack sieht, befürchtet sie Böses. Der Inhalt entpuppt sich aber nicht als weitere Bombe, sondern als Bekennerschreiben – das war nicht nur ein Mord gewesen, sondern eine regelrechte Hinrichtung. Schon bald wird klar: Das war erst der Anfang, es geht weiter.

Die nationale Sicherheit steht auf dem Spiel, weswegen Joe Molinari vom Ministerium für Innere Sicherheit in die Ermittlungen miteinbezogen wird. Joe macht auf Lindsay nicht nur durch berufliche Kompetenz Eindruck, doch diese hat keine Zeit für solche Gefühle, zumal ihre Welt schon bald in den Grundfesten erschüttert wird.

Der dritte Fall des Women’s Murder Club spinnt die Geschichte um das Ermittlerquartett weiter: Wieder ist ein brisanter Fall zu klären, wieder tappen die Behörden im Dunkeln, verläuft jeder Hinweis im Sand. James Patterson gelingt es, die persönlichen Geschichten der einzelnen Protagonistinnen gekonnt als Nebenhandlungen einzubauen, so dass diese den Spannungsbogen des zu lösenden Falls nicht behindern oder unterbrechen, sondern noch einen weiteren dazu geben. So fiebert man auf verschiedenen Ebenen mit und legt das Buch kaum freiwillig weg, bevor sich nicht alles geklärt hat.

Es empfiehlt sich, den vierten Fall schon bereit zu halten, denn nach dem Buch ist die Erwartungshaltung gross, wie es weiter geht mit Lindsay Boxer und ihren Freundinnen.

Fazit:
Auch beim dritten Fall des Women’s Murderclub herrscht Spannung pur von der ersten bis zur letzten Seite. Absolute Leseempfehlung!

Der Autor
James Patterson, geboren 1947, sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“ (siehe auch Der 1. Mord, Die 2. Chance und Die Tote Nr. 12). Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (11. Juni 2007)
Übersetzung: Andreas Jäger
ISBN-Nr: 978-3442369218
Preis: EUR 8.99 / CHF 13.90
Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder online u.a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

Rezension: James Patterson – Die 2. Chance

Wenn die Vergangenheit an die Tür klopft

Finden Sie den Mörder. Dann möge das Gericht über ihn urteilen. Es geht nicht um Politik, Religion oder Rasse. Es geht um das Recht, frei von Hass zu leben. Ich bin überzeugt, dass die Welt selbst angesichts des schrecklichsten Verbrechens nicht zerbricht. Die Welt heilt sich selbst.

patterson2Die Chorprobe in der La-Salle-Heights-Kirche ist zu Ende. Als die Kinder ins Freie treten, empfängt sie ein Kugelhagel, in welchem die kleine Tasha Catchings stirbt. Schon bald ist klar, dass es sich bei dem kleinen Mädchen nicht um ein Zufallsopfer handelt, sie starb durch einen gezielten Schuss. Als sich Verbindungen zu einem Mord an einer älteren Frau feststellen lassen, stellt sich die Frage, ob der Täter rassistische Motive hat. Doch ist das wirklich schon alles? Steckt noch mehr dahinter? Und: Wann schlägt der Täter wieder zu?

Auch der zweite Fall des Women’s Murder Club ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend. In einem atemlosen Tempo führt Patterson den Leser durch die Ermittlungen von Lindsay Boxer und ihren Freundinnen, bringt Cliffhanger an, baut Kniffs und Wendungen ein, die immer wieder überraschen, lässt verschiedene Möglichkeiten in der Luft hängen, so dass man das Buch kaum weglegen kann, bis man den Mörder ganz sicher hat.

Neben dem packenden Fall findet auch wieder viel Persönliches von den vier Frauen Eingang in die Geschichte und auch eine Prise Liebe ist wieder mit drin. Zudem blickt der aktuelle Roman in Lindsay Boxers Vergangenheit, rollt die Geschichte mit ihrem Vater auf und führt so zusätzlich zu einer Verwirrung der Gefühle. Die 2. Chance bringt die vier Protagonisten mehr als einmal in Gefahr, und es ist nicht sicher, ob sie heil raus kommen. Ein rundum gelungener Thriller.

Fazit:
Einnehmende Charaktere, guter Plot, Spannung pur von der ersten bis zur letzten Seite! Absolute Leseempfehlung!

Der Autor
James Patterson, geboren 1947, sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“ (siehe auch Die Tote Nr. 12). Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (11. Juni 2007)
Übersetzung: Edda Petri
ISBN-Nr: 978-3442369201
Preis: EUR 8.95 / CHF 12.90
Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder online u.a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

 

Rezension: Kathrin Lange – Ohne Ausweg

Undercover gegen den Terror

Du bist nicht mehr Amira.
Du bist jetzt eine Soldatin des Herrn.
Sei ohne Furcht.

langeohne-auswegMuhammed al-Sadiq plant mit seiner Terrororganisation einen grossen Giftanschlag auf Berlin. Da die SERV, die Sondereinheit für die Ermittlung bei religiös motivierten Verbrechen nicht weiss, wann und wo das Ganze passiert, soll der Ermittler Faris Iskander in die Gruppierung eingeschleust werden – eine gefährliche Angelegenheit. Umso gefährlicher ist das Unterfangen, weil al-Sadiq, der einzige, der die nötigen Informationen hat, aktuell im Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses sitzt, in welchem es für Faris gefährlich werden kann, wenn er auffliegt.

Kathrin Lange erzählt die Geschichte mit einem auktorialen Erzähler aus zwei Perspektiven: Einerseits folgt man Faris Iskander, andererseits der terroristischen Organisation. Die beiden Erzählstränge laufen langsam zueinander, dem Leser wird dadurch immer mehr klar – aber nie so klar, dass man weiss, wie wirklich alles zusammen passt. Dadurch wird ein Spannungsbogen gespannt, der nie abbricht, man liest Seite für Seite weiter, um ans Ziel zu kommen.

Das neue Buch von Kathrin Lange ist an Aktualität nicht zu überbieten, was einerseits reizvoll ist, andererseits auch eine Gefahr sein kann. Die ganz klare Verteilung von Gut und Böse, die von der ersten Seite an offensichtlich ist, könnte leicht ins Plakative verkehren. Kathrin Lange ist dieser Gefahr gekonnt ausgewichen. Ihr sehr schönes Nachwort rundet das Buch wunderbar ab und ist gerade bei der Geschichte wichtig, wie ich finde.

Fazit:
Eine spannende, an Aktualität kaum zu überbietende Geschichte mit geschickt gesetzten Cliffhangern, plastischen Figuren und einem fulminanten Tempo. Empfehlenswert.

Zum Autor  
Kathrin Lange wurde 1969 in Goslar am Harz geboren. Obwohl sie sich beruflich der Hundestaffel der Polizei anschließen wollte, siegte am Ende ihre Liebe zu Büchern, und sie wurde zuerst Buchhändlerin und dann Schriftstellerin. Heute ist sie Mitglied bei den International Thriller Writers und schreibt sehr erfolgreich Romane für Erwachsene und Jugendliche. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in einem kleinen Dorf bei Hildesheim in Niedersachsen.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (19. Dezember 2016)
ISBN-Nr.: 978-3734102653
Preis: EUR 9.99/ CHF 14.90
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Rezension: Hakan Nesser – Die Lebenden und die Toten von Winsford

Viele Andeutungen und nichts passiert

Eine einsame fremde Frau reiferen Alters, die nachmittags hereinschaut und ein grosses Glas Wein trinkt, hinterlässt in eine kleinen Dorf zweifellos Spuren. So lauten die Bedingungen, und wenn man keine Dichterin oder Künstlerin ist, macht es wenig Sinn, blind dagegen anzurennen. Ich bin weder das eine noch das andere.

nesserlebendenMaria Anderson mietet im kleinen Ort Winsford eine kleine und eher heruntergekommene Wohnung, in die sie mit ihrem Hund Castor für ein halbes Jahr einziehen will. Gemeinsam unternehmen die beiden ausgedehnte Spaziergänge, lernen die verschiedenen Bewohner des Ortes kennen, unterhalten sich mit ihnen.

Maria Anderson heisst eigetlich nicht so, zudem hat sie eine Vergangenheit, die sie dazu brachte, nun in Winsford zu sein. Von dieser Vergangenheit erzählt sie in Andeutungen – mal mehr mal weniger präzis, immer etwas offenlassend, das sie später noch erzählen will.

Und so blättert man als Leser Seite um Seite um, fragt sich, wann denn nun endlich was passiert und was überhaupt wirklich passiert ist – und sitzt bei beidem auf dem Trockenen. Was spannend sein könnte, wirkt mit der Zeit schlicht sehr lange, um nicht zu sagen langweilig. Immer wieder scheint Håkan Nessers philosophisches Gespür durch, gibt es kleine wunderbare und tiefgründige Stellen, mehrheitlich juckte es zumindest mir in den Fingern, die Seiten einfach zu überblättern, in der Hoffnung, dass dann endlich mal etwas passiert.

Håkan Nesser ist ein grossartiger Erzähler, darum entschied ich mich für dieses Buch. Allerdings kannte ich ihn bisher vor allem als Autor wirklich spannungsgeladener, grossartiger Thriller und aufgrund des Titels und des Klappentextes erwartete ich auch hier einen. Mit dieser Erwartungshaltung konnte der Roman nicht gefallen, denn er ist weit davon entfernt.

Fazit:
Eine Erzählung im wahrsten Sinne des Wortes: Es passiert kaum was, die Protagonistin erzählt über ihr Leben damals und heute.

Zum Autor und zum Übersetzer 
Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der beliebtesten Schriftsteller Schwedens. Für seine Kriminalromane erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in über zwanzig Sprachen übersetzt und mehrmals erfolgreich verfilmt worden. Håkan Nesser lebt abwechselnd in Stockholm und auf Gotland.
Paul Berf, geboren 1963 in Frechen bei Köln, lebt nach seinem Skandinavistikstudium als freier Übersetzer in Köln. Er übertrug u. a. Henning Mankell, KjellWestö, Aris Fioretos und Selma Lagerlöf ins Deutsche. 2005 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie ausgezeichnet.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: btb Verlag (9. Mai 2016)
Übersetzung: Paul Berf
ISBN-Nr.: 978-3442713899
Preis: EUR 9.99/ CHF 14.90
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Rezension: Harper Lee – Wer die Nachtigall stört

Wenn bloss alle Menschen wie Atticus Finch wären

Atticus, Jem und ich sowie Calpurnia, unsere Köchin, lebten in der Hauptstrasse des Wohnviertels. Jem und ich waren mit unserem Vater zufrieden: Er spielte mit uns, las uns vor und behandelte uns im Übrigen mit höflicher Zurückhaltung.

leenachtigallAtticus Finch lebt als alleinerziehender Vater mit seinen beiden Kindern Scout und Jem sowie der Köchin Calpurnia in der Kleinstadt Monroeville im tiefen Süden der USA. Die kleine Familie ist im ganzen Ort beliebt, bis Atticus in seiner Rolle als Rechtsanwalt die Verteidigung des schwarzen Landarbeiters Tom Robinson übernehmen soll, welcher wegen Vergewaltigung eines weissen Mädchens angeklagt ist. Atticus ist von der Unschuld seines Mandanten überzeugt, was ihm den Hass seiner Mitbürger einbringt.

Atticus Finch ist der wohl liebenswürdigste, warmherzigste und mitfühlendste Mensch, den man sich vorstellen kann. Er ist für seine Kinder da, ohne sie zu erdrücken, lässt sie die Welt entdecken und bringt ihnen bei, was wichtig ist, was Werte sind, was Menschlichkeit, Offenheit, Toleranz und Mitgefühl sind. Atticus hat ein Herz für die, welche nichts haben, und er setzt sich für die ein, denen Unrecht widerfährt. Gäbe es in dieser Welt mehr Menschen wie Atticus, wäre die Welt ein schönerer Platz.

Gerade diese Offenheit und Toleranz wird ihm allerdings fast zum Verhängnis, da er in einem rassistischen Umfeld lebt, wo Schwarze die Untertanen, die Weissen die herrschende Rasse sind. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Harper Lee greift in ihrem Roman die Rassendiskriminierung im Süden Amerikas auf. Sie zeigt auf, welche Dynamik falsche Verdächtigungen annehmen können. Wer die Nachtigall stört ist ein Blick in die Abgründe der menschlichen Seele. Das Buch zeigt auf, dass Vorurteile oft nicht mehr sind als zu Unrecht vertretene Meinungen, es zeigt weiter auf, dass es nicht immer einfach ist, zwischen gut und böse zu unterscheiden. Menschen werden verteufelt und stellen sich als liebenswürdig und ehrlich heraus, andere werden verteidigt und sind eigentlich zu verurteilen.

„Sie haben ihn verfolgt und konnten ihn nie erwischen…- du Atticus, der hatte das alles gar nicht getan… Er war nett, Atticus, so nett…“ […]
„Das sind die meisten Menschen, Scout, wenn man sie endlich zu Gesicht bekommt.“

Fazit:
Ein hervorragendes Buch voller Philosophie, Menschlichkeit und Herzenswärme.
Absolute Leseempfehlung!

Zum Autor
Harper Lee, geboren 1926 in Monroeville, studierte Jura an der University of Alabama, zog nach New York und begann zu schreiben. Sie war befreundet mit Truman Capote, der ihr Kindheitsfreund war und dem sie bei den Recherchen für «Kaltblütig» half. Nach dem Welterfolg ihres in 40 Sprachen übersetzten Romans «Wer die Nachtigall stört…», für den sie 1961 den Pulitzerpreis erhielt, zog sie sich aus dem literarischen Leben und weitgehend auch aus der Öffentlichkeit zurück. 2015 wurde eine frühe Manuskriptfassung von «Wer die Nachtigall stört …» gefunden und publiziert, die 50 Jahre lang als verschollen galt. Harper Lee starb 2016 in ihrer Heimatstadt Monroeville in Alabama.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag (22. Juli 2016)
Übersetzung: Claire Malignon
ISBN-Nr.: 978-3499217548
Preis: EUR 9.99/ CHF 14.90
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Wer die Nachtigall stört wurde mit Gregory Peck als Atticus Finch verfilmt. Ein wunderbarer Film mit einem grossartigen Hauptdarsteller. Gregory Peck sagte selber, dass dieser Film sein Lieblingsfilm gewesen sei (nachzusehen in der Dokumentation A conversation with Gregory Peck:

Die ganze Sendung ist auf Netflix abrufbar)

Trailer zum Film To Kill A Mockingbird