James Patterson: Die 11. Stunde

Ich wollte mal wieder was lesen.. so unbeschwert… konnte ich seit vielen Monaten nicht mehr. Patterson war immer eine gute Wahl, es fehlte mir zudem der eine dazwischen, Nummer 11 (es sind wohl mittlerweile einige neue erschienen, ich habe das nicht mehr verfolgt), 12 hatte ich als Ersten der Reihe gelesen, er war super, die anderen mehr oder weniger auch… 11 lag Monate hier rum… und ja… lest selber:

Smith sah ihn verwirrt an – dann wusste er Bescheid. Er liess das Röhrchen mit dem Koks fallen und schob die Hand unter das Jackett. Zu spät.

Patterson11Lindsay Boxer ist endlich schwanger, die Freude darüber gross. Wer nun denkt, das lässt die engagierte Polizistin kürzer treten, der hat sich geirrt. Gleich zwei Fälle gilt es im vorliegenden 11. Band der Reihe um den Women’s Murder Club zu lösen: Im einen Fall geht es um den Mord am Millionär Chaz Smith. Wie sich herausstellt, sind mit der Tatwaffe auch vier der schlimmsten Verbrecher San Franciscos getötet worden. Dass besagte Tatwaffe für diesen neuen Mord aus dem Beweismitteltresor des Police Departments gestohlen worden war, weitet den Kreis der Verdächtigen auch auf Lindsays engsten Vertrauten aus.

Als wäre das nicht schon genug, muss sie sich auch noch mit zwei Totenköpfen auseinandersetzen, welche im Garten eines Schauspielers gefunden worden sind.

James Patterson bleibt seinem Stil treu, (zu?) routiniert entwickelt er seine Story Kurzkapiteln. Das Buch ist durchaus spannend, allerdings das wohl schwächste der Reihe.

Fazit
Ein kurzweiliger, souverän geschriebener Thriller, der aber hinter Pattersons anderen Büchern zurücksteht. Trotzdem empfehlenswert.

Zum Autor:
James Patterson, geboren 1947, war Kreativdirektor bei einer großen amerikanischen Werbeagentur. Seine Thriller um den Kriminalpsychologen Alex Cross machten ihn zu einem der erfolgreichsten Bestsellerautoren der Welt. Auch die Romane seiner packenden Thrillerserie um Detective Lindsay Boxer und den „Women´s Murder Club“ erreichen regelmäßig die Spitzenplätze der internationalen Bestsellerlisten. James Patterson lebt mit seiner Familie in Palm Beach und Westchester, N.Y.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (14. September 2015)
Übersetzung: Leo Strohm
ISBN: 978-3734100628
Preis: EUR: 8.99 ; CHF 13.90

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Vanna Vinci: Frida – Ein Leben zwischen Kunst und Liebe

Ein Leben in Bildern

Kahlo1Frida Kahlo hatte wohl alles andere als ein ruhiges Leben. Krankheit, ein schwerer Unfall und immer wieder Schmerzen begleiteten ihr Leben – ob sie ohne diese geworden wäre, wer sie war? Sie war immer ein eigenwilliges Kind, eines, das einen eigenen Kopf hatte und diesem folgte. Das tat sie mit ihrem Leben, mit ihren Liebschaften und auch mit ihrer Kunst. Die drei sind generell nicht voneinander zu trennen, befruchten sie sich doch gegenseitig immer wieder.

Vanna Vinci, Autorin und Illustratorin des vorliegenden Buchs, erzählt die Geschichte der faszinierenden Künstlerin als Graphic Novel und in Form eines Dialogs. Frida soll dem Tod ihr Leben erzählen. Wer war sie, wie lebte sie, bis er sie holte?

Frida…Frida….Komm erzähl mir….Erzähl mir von deinem Leben….

Du weißt bereits alles über mich mich… Du wusstest schon alles, bevor wir auch nur angefangen hatten…

Aber nun würde ich mich gerne erinnern…Ich kenne die Geschichten so vieler Leute….

In Ihren Zeichnungen greift Vinci Frida Kahlos Farbpalette und auch Figurensprache auf. Es gelingt ihr zudem in der Erzählung, eine Stimmung und Erzählhaltung aufrechtzuerhalten, die durchaus authentisch wirkt, die so von Frida selber stammen könnte.

Entstanden ist ein wunderbares Buch, das tiefe Eindrücke in das Leben und Schaffen einer beeindruckenden Frau und Künstlerin gewährt, das durch Bild und Text überzeugt und auch für Menschen, die sonst keine Graphic Novels lesen mögen, durchaus ein Gewinn sein kann. Die angenehme Haptik des etwas festeren Papiers sowie das geschmackvoll und passend gestaltete Cover machen das Buch zu einem kleinen Kunstwerk.

Fazit
Ein informatives, tiefgründiges und hochwertig gestaltetes Buch, das sich authentisch und stimmig mit Frida Kahlos Leben und Schaffen auseinandersetzt. Absolut empfehlenswert.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Prestel Verlag (28. August 2017)
ISBN: 978-3791383873
Preis: EUR: 22 ; CHF 33.90
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Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde (Rezension)

KlimtEs ist wohl nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, dass wohl jeder schon mal ein Bild von Gustav Klimt gesehen hat. Vor allem seine ganz berühmten Werke wie „Der Kuss“ oder „Adele Bloch-Bauer“, über welches auch ein sehr empfehlenswerter Film gedreht wurde (Die goldene Frau) sind noch heute sehr präsent. Klimt (14. Juli 1862 – 6. Februar 1918) war schon zu Lebzeiten bekannt, er genoss grosses Ansehen, vor allem auch bei anderen Künstlern (einer von Klimts grossen Verehrern war übrigens Egon Schiele, welcher in seiner Direktheit, den Finger auf die Tabus der Gesellschaft zu legen, noch über Klimt hinauswuchs.). Mit seinen oft provokativen und auch erotischen Bildern ebnete er den Weg in die Avantgarde, brachte er neuen Wind in die Wiener Malerei. Noch heute gilt er als bekanntester Vertreter des Wiener Jugendstils.

Der vorliegende Bildband präsentiert die Gemälde Gustav Klimts, angefangen bei der frühen Salonmalerei über die Frauenporträts bis hin zu den Landschaften der späteren Jahre. Auch dem landläufig weniger bekannten zeichnerischen Werk wird Rechnung getragen. Die sehr informativen und kompetenten Begleittexte helfen, die Bilder, ihre Entstehung und Wirkung zu verstehen, sie liefern Detailwissen und schärfen den Blick auf das grossartige Werk dieses Künstlers.

Das Buch ist die etwas verkleinerte Version eines früheren Buches, welches damals 150 Euro kostete. Klein ist es aber immer noch nicht mit fast 26 cm Breite, 35 cm Höhe und 5 cm Dicke, was auch gewichtsmässig im wahrsten Sinne des Wortes zu Buche schlägt. Der Kraftakt lohnt sich aber: Eine überzeugende Gestaltung, ein sehr ansprechendes Layout und fantastische Reproduktionen machen das Buch zu einem wahren Kunstwerk.

Fazit
Ein grossartiges, tiefgründiges und sehr hochwertig gestaltetes Buch, das die Bilder des grossartigen Künstlers Gustav Klimt wunderbar präsentiert. Absolut empfehlenswert.

Zum Herausgeber:
Tobias G. Natter ist ein international geschätzter Fachmann für die Kunst in Wien um 1900. Er war lange Zeit an der Österreichischen Galerie Belvedere in Wien tätig, zuletzt als Chefkurator. Zudem arbeitete er als Gastkurator an der Tate Liverpool, der Neuen Galerie New York, der Hamburger Kunsthalle, der Schirn in Frankfurt am Main und dem Jüdischen Museum Wien. Von 2006 bis 2011 leitete er das Vorarlberger Landesmuseum in Bregenz und war von 2011 bis 2013 Direktor des Wiener Leopold Museums. Im Jahr 2014 gründete er das Unternehmen Natter Fine Arts, das sich auf die Schätzung von Kunstwerken und die Entwicklung von Ausstellungen spezialisiert hat. Bei TASCHEN sind von ihm Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Kunst für alle. Der Farbholzschnitt in Wien um 1900 und Egon Schiele. Sämtliche Gemälde 1909-1918 erschienen.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 604 Seiten
Verlag: Taschen Verlag (24. November 2017)
Herausgeber: Tobias G. Natter
ISBN: 978-3836566599
Preis: EUR: 50 ; CHF 68
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Jean-Francois Mallet: Das einfachste Kochbuch der Welt deluxe (Rezension)

Richtig gut kochen mit maximal 6 Zutaten

MalletdeluxeFesttage sind immer auch eine Gelegenheit, zusammenzusitzen, etwas Leckeres auf den Tisch zu stellen und gemeinsam zu essen. Gerade an Weihnachten darf es auch mal etwas Anspruchsvolleres sein, nur: Der zu erwartende Aufwand lässt einen schon vor dem Fest innerlich schwitzen.

Dass es auch anders geht, zeigt der französische Koch Jean-François Mallet. Nachdem er schon mit „Das einfachste Kochbuch der Welt“ zeigte, dass kochen nicht aufwändig sein muss, legt er mit der deluxe-Version nach und beweist, dass auch Festtagsmenues mit einfachen Mitteln gekocht werden kann.

Im Buch finden sich Rezepte für Aperitifs, Vorspeisen, Hauptgänge sowie Käse & Desserts, darunter sind so lecker klingende Sachen wie Blätterteigpasteten mit Antipasti, Sardinen-Clementinen-Tarteletts, Trüffel-Crostini mit Olivenöl, Caesar Salad mit Langusten, Sesam-Scampi mit Romanesco, Käsesoufflees, Kalbsröllchen mit Steinpilzen, Lammkarree mit Minze und Apfeltarten mit Mandelschnitten – um nur einige zu nennen.

Die Rezepte sind wirklich simpel, die Bandbreite riesig und: Kein Rezept hat mehr als 6 Zutaten und die Zubereitung ist einfach und wenig zeitintensiv. Es ist für jeden Geldbeutel was dabei, man muss, um die Gerichte zu kochen, kein Meisterkoch sein und bei einigen Rezepten gibt es auch Alternativen, mit denen sich die Gerichte verändern lassen. Um sich im Buch zurechtzufinden, gibt es ein Register, das nach Kategorie geordnet ist, und ein zweites, welches die Gerichte nach ihren Hauptzutaten auflistet.

Einem Weihnachtsessen deluxe ohne Stress steht also nichts mehr im Weg.

Fazit:
Ein tolles Buch für alle, die gerne mal etwas Ausgefallenes kochen, dabei aber nicht stundenlang in der Küche stehen wollen. Sehr empfehlenswert.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer; Auflage: 1 (14. September 2017)
ISBN-NR: 978-3863557829
Preis: EUR: 24.99 ; CHF 38.90
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Jens Hübner: Die Kunst des Weglassens im Urban Sketching

Motive erfassen – reduziert zeichnen

HübnerWeglassen2Urban Sketching ist ein Trend, der sich in den letzten Jahren etabliert hat und immer mehr anzieht. Oft steht man aber vor dem Problem, wie eine Situation erfassen, die einen mit vielen Details zu überfordern droht. Auch die Zeit ist ab und an knapp – kriegt man es trotzdem hin, eine Skizze ins Sketchbook zu machen?

Hier setzt Jens Hübner in seinem neusten Buch an. Er zeigt, wie man Situationen erfassen kann und durch das Weglassen „unnötiger“ Details eine Skizze in wenig Zeit aufs Papier bringt. Die vorgestellten Techniken sollen helfen, den Blick für das Wesentliche zu schärfen – etwas, das auch im Leben wichtig ist bei der zunehmenden Masse an Informationen, die auf uns einströmt.

Reduzieren kann man an verschiedenen Punkten:

  • beim verwendeten Material: Wenn man nicht erst eine Staffelei aufbauen, aus 20 Papiersorten auswählen und dann verschiedene Malutensilien auspacken muss, spart man schon viel Zeit. Anhand verschiedener Techniken erläutert Jens Hübner verschiedene Herangehensweisen an Skizzen und illustriert die immer auch mit eigenen Bild-Beispielen.
  • bei den eingesetzten Techniken: durch Reduktion auf Kontraste und den gezielten Einsatz von Farbe (einer vielleicht redzuierten Farbpalette) lassen sich Szenen schnell erfassen
  • bei den Motiven: Man muss von einer Szene nicht alles zeichnen, es reicht, sich auf wenige (zentrale) Motive zu beschränken, den Rest kann man weglassen oder gegebenenfalls auch andeuten.

Hübnerweglassen3Die Kunst des Weglassens ist eine sehr gelungene Anleitung, wie man auch bei knapper Zeit etwas Schönes aufs Papier bringen kann. Dabei ist immer auch wichtig, so der Autor, nicht das Meisterwerk anzustreben, sondern eine Skizze, die das Wichtige an einem Augenblick festhält und auch später beim erneuten Betrachten Erinnerungen zurückbringt.

Fazit:
Ein gut durchdachtes, informatives und anschaulich illustriertes Buch, für alle, die gerne zeichnen und sich inspirieren lassen wollen. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Der in Berlin lebende Künstler und Diplom Designer Jens Hübner ist 1964 in Wittenburg/Mecklenburg geboren. Nach seinem Studium in Deutschland und Nordamerika war er 10 Jahre Mitinhaber einer Designagentur. Seit seiner Kindheit verarbeitet er seine Eindrücke in Form von spontanen Collagen, Reiseskizzen und Aquarellen in seinen visuellen Tagebüchern.
Während einer zweijährigen Weltumrundung per Fahrrad entwickelte er seine Methodik des Zeichnens und Aquarellierens auf Reisen. Diese vermittelt er als Dozent und Reiseleiter in verschiedenen Seminaren. In Deutschland, Indien, Ost Timor, Japan, Neuseeland, Brasilien, Südafrika und Äthiopien präsentierte er seine Arbeitsweise in Produktpräsentationen, Workshops, Ausstellungen oder Vorträgen. (zit. nach der Homepage des Autors: LINK)

Angaben zum Buch:
HübnerWeglassenGebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer; Auflage: 1 (17. August 2017)
ISBN-NR: 978-3863556877
Preis: EUR: 19.99 ; CHF 29.90

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Brad Wilson: Tiere vor der Kamera

Schau mir in die Augen

Immer schon habe ich mich für jene Präzision interessiert, aus der Schönheit erwächst – für genau diesen einen Moment, in dem eine bestimmte Stimmung und Ruhe und diese besondere Komposition aufeinandertreffen und aus etwas gewöhnlichem etwas Ungewöhnliches werden lassen, aus etwas Erwartbarem etwas Unerwartetes.

titelBrad Wilson hat sich im vorliegenden Buch dem Tierporträt gewidmet. Vor einem schlichten schwarzen Hintergrund porträtiert er Tiere wie Elefanten, Tiger, Löwen, Eulen und mehr. Er lässt sie durch ihre Persönlichkeit zum Betrachter sprechen und auf ihn wirken.

Ohne trennende Gitter einem Elefanten, Tiger oder Schimpansen nur wenige Meter entfernt gegenüberzustehen, lässt niemanden kalt. Irgendetwas Tiefes, Ursprüngliches schwingt in solchen Begegnungen machtvoll mit. Auf dieses ungewöhnliche und fragile Terrain wagte ich mich mit meinem Projekt.

tigerDie Wirkung, die Brad Wilson seiner Begegnung mit den Tieren zuschreibt, spricht auch aus den Bildern und überträgt sich auf den Betrachter. Aus Ihnen sprechen zudem die grosse Verbundenheit und der Respekt, die Wilson den Tieren entgegenbringt. Ohne diese wäre ein solches Projekt nicht möglich gewesen und schon gar nicht so wunderbar herausgekommen.

Das vorliegende Buch ist wohl mitunter eines der schönsten Tierbücher, das ich je gesehen habe. Man kann sich nie daran satt sehen, denn das Buch wirkt immer wieder neu.

Vielleicht können meine Bilder […] uns daran erinnern, dass wir – trotz des tiefen Gefühls der Isoliertheit, das unsere Gegenwart so oft bestimmt – nicht allein sind, dass wir nicht abseits stehen, sondern Teil einer wunderbar reichhaltigen und eng verbundenen Vielfalt des Lebens sind.

euleTiere haben eine Seele, sie sind Wesen wie wir und jedes hat seine eigene Persönlichkeit. Dies wird in diesem Buch offensichtlich. Die hochwertige Aufmachung, die brillianten Farben und das schöne Layout runden das Gesamtbild ab. Eingeleitet wird es zudem mit einem Vorwort von Desmond Morris.

Fazit:
Ein wunderschönes Buch, das die Persönlichkeit der Tiere sprechen lässt. Absolut empfehlenswert.

Autor und Mitwirkende
Brad Wilson begann seine Ausbildung in Visual Arts an der Universität von North Carolina in Chapel Hill, wo er Kunstgeschichte und Studio Art studierte – mit Schwerpunkten in Malerei, Skulptur, Zeichnung und Architektur. Von dort aus besuchte er Seminare in Santa Fe und Maine, um sich schließlich ganz auf die Fotografie zu konzentrieren. 1992 ging er nach New York, wo er mit einer ganzen Reihe angesehener Fotografen zusammenarbeitete und seine Karriere mit kommerzieller Fotografie begann.

Seine Arbeiten wurden weltweit publiziert und waren in zahlreichen Werbekampagnen, in Magazinen, auf Musikcovern und auf über 400 Büchern in den USA, Europa, Asien und Südamerika zu sehen. 2004 zog Brad Wilson nach Santa Fe, New Mexico, wo er, umgeben von der Schönheit und Stille der Wüste, seine Fotoarbeit fortsetzt. Brad Wilson wird vertreten von der Doinel Gallery in London.

Desmond Morris, Zoologe und Verhaltensforscher, wurde international berühmt durch seinen Bestseller „Der nackte Affe“. Es folgten weitere Welterfolge wie „Bodwatching/Körpersignale“, „Catwatching“, „Dogwatching“ und „Babywatching“ (alle bei Heyne).

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe:184 Seiten
Verlag: Prestel Verlag (29. April 2914)
ISBN-Nr.: 978-3791348971
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E. Hafke, M. Huszar, S. Malz: Makrofotografie (Rezension)

 Die Fotoschule in Bildern

Warum denn in die Ferne schweifen…? Der Garten vor der Haustür oder der Schrebergarten – und mag er noch so klein sein – ist nicht nur ein bequemes, sondern oft auch ein überaus lohnendes fotografisches Jagdrevier.

Mit dieser Einleitung fängt das erste Kapitel des vorliegenden Fotokurses für Makrofotografie an. Es folgen einzelne Bilder von den drei Autoren, zu jedem Bild plaudert der jeweilige Fotograf aus dem Nähkästchen, erzählt, wie er auf das Motiv stiess und was er dabei beachten musste, um es genau so abzubilden.

Die einzelnen Kapitel lauten wie folgt:

  • Im eigenen Garten
  • Auf der Wiese
  • Im Wald
  • Am und im Wasser
  • Im Schmetterlingshaus
  • In den Morgenstunden
  • In der Abenddämmerung
  • Makromotive im Winter
  • Im Heimstudio

Zwischendurch gibt es immer wieder Exkurse, die sich ausgewählten Themen widmen wie Bildkomosition, fotografische Grundlagen, Bildbearbeitung und andere mehr.

Dieses Vorgehen mag den Leser irritieren, er vermisst vielleicht sogar den ansonsten typischen Lehrgangsaufbau, welcher vom Material über technische Grundlagen geht und – wenn übermakrofotografiehaupt – am Schluss noch praktische Übungen anhängt. Es lohnt sich aber, diesem ungewöhnlichen Ansatz eine Chance zu geben, denn erstens liest es sich sehr locker, zweitens erfährt man dabei ganz viel auf unterhaltsame Weise, das vielleicht in Theoriefluten untergegangen wäre, und drittens sieht man, wie unterschiedliche Fotografen mit unterschiedlichem Werkzeug, Blick und Anspruch unterschiedlich auf ihr Objekt zugehen. Zudem ist es interessant zu sehen, wie ein Foto mit gewissen Einstellungen aussieht, da man so ganz genau die einzelnen Einstellungen nachvollziehen kann und sieht, welche Effekte sie nach sich ziehen.

Was sicher wichtig ist für dieses Buch, sind Grundkenntnisse über die wichtigsten Begriffe in der Fotografie (Blende, Verlusszeit, ISO-Wert, Weissabgleich, Belichtung, Brennweite, Schärfentiefe, etc.), da man ansonsten wenig versteht. Zwar sind im Exkurs „Fotografische Grundlagen“ Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert kurz beschrieben, mehr Kenntnisse sind aber sicher besser. Auch vom Exkurs über die Bildbearbeitung sollte man sich nicht zu viel versprechen, er ist eher rudimentär und zeigt eher die Haltung der einzelnen Fotografen zum Thema Bildbearbeitung als eine praktische Anleitung. Dies allerdings nur als Hinweis, damit keine falschen Erwartungen an das Buch gestellt werden, denn weder die Grundkenntnisse noch die Bildbearbeitung sind eigentlich Thema dieses Buches und somit ist dieser Abschnitt auch nicht als Kritik zu verstehen.

Alles in allem besticht diese „Fotoschule in Bildern“ durch eine hochwertige Aufmachung, ansprechendes Layout, wunderschöne Bilder und kompetent und lesbar geschriebene Texte.

Fazit:
Eine informative, unterhaltsam zu lesende und hochwertig gestaltete Einführung in die Makrofotografie. Sehr empfehlenswert!

Die Autoren
Eileen Hafke fotografiert seit 2008. Zur Fotografie und gleichzeitig auch zur Makrofotografie kam sie durch den Kunstunterricht in der 12. Klasse. Ihr Schwerpunkt in der Fotografie befindet sich in der künstlerischen Umsetzung von natürlichen Motiven. Sie hat schon verschiedene Gastbeiträge für diverse Internetseiten für Makrofotografen (wie beispielsweise www.makro-treff.de) verfasst. Eileen Hafke ist gelernte Diplom-Juristin.

Manfred Huszar fotografiert seit 23 Jahren. Hauptberuflich arbeitet er in einem Weiterbildungsinstitut; hier war er auch Lehrgangsleiter für den Fachbereich »Berufsfotografie«. Er ist Autor des Fotografieblogs www.zoomyboy.com und hält Makro-Workshops für die LIK Akademie ab.

Sandra Malz ist Autodidaktin und hat sich in den letzten Jahren ein umfangreiches Wissen über die Makrofotografie angeeignet. Ihr fotografischer Schwerpunkt liegt auf der Makro-Tierwelt. Ihre Motive findet sie hauptsächlich direkt vor ihrer Haustür in der Lüneburger Heide. Wenn es die Zeit zulässt, gibt sie ihr Wissen auch in Makro-Workshops weiter. Hauptberuflich arbeitet sie als Hörgeräteakustikerin.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 330 Seiten
Verlag: Rheinwerk Verlag (27. Dezember 2016            )
ISBN-Nr: 978-3836242844
Preis: EUR 34.90 / CHF 47.90
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E.T.A. Hoffmann, Lisbeth Zwerger: Der Nussknacker

ZwergerNussknackerHeilig Abend steht vor der Tür, die Kinder sind voller Erwartungen, was für sie auf dem Gabentisch liegt. Sie werden nicht enttäuscht; Bilderbbücher, Süssigkeiten und Spielzeug warten auf sie. Plötzlich entdeckt Marie einen kleinen Mann mit grossem Kopf und kleinem Körper: Ein Nussknacker. Weil er Marie so gut gefällt, darf sie ihn behalten. Bis alle ins Bett gehen, hat der arme Nussknacker allerdings alle Zähne verloren vom vielen Knacken der Nüsse. Marie will ihn drum besonders weich betten, damit er sich erholen kann.

Die Nacht bricht ein und plötzlich regt sich was, es wispert und flüstert und raschelt. bald sieht sich Marie umgeben von einem Mäuseheer, angeführt vom siebenköpfigen Mausekönig. Der Nussknacker ruft die anderen im Zimmer zu Hilfe – die Mäuse müssen bekämpft werden.

Am nächsten Morgen ist Marie krank. War alles nur ein Fiebertraum? Steckt doch mehr dahinter? Ein wunderbares Märchen für Gross und Klein!

E.T.A. Hoffmann erfand die Geschichte vom Nussknacker ursprünglich für die Tochter eines Freundes: Marie Hitzig. Realität und Phantasie gehen eine wunderbare Verbindung ein, indem Marie, selber mit einer reichen Phantasie ausgestattet, zur Protagonistin eines Märchens wird, das voller Magie ist, dabei aber auch immer eine Spur Witz mit sich trägt.

Lisbeth Zwerger hat die Geschichte mit ihren Illustrationen grossartig eingefangen. Mit klaren Linien, einer gedämpften Farbpalette und dem feinen Sinn für die Details entwickeln sich ihre Bilderwelten. Man kann sich nicht satt sehen an den Zeichnungen, die viel mehr sind als blosse Wiedergabe des Textes, sondern immer tiefer gehen.

Fazit:
E.T.A. Hoffmanns wunderbare Geschichte wurde gekonnt gekürzt und grossartig illustriert – ein Genuss für alle Sinne, für Gross und Klein. Sehr empfehlenswert.

Der Autor und die Mitwirkenden
E.T. A. Hoffmann kam am 24. Januar 1776 als Sohn eines Hofgerichtsadvokaten in Königsberg zur Welt. Der Jurist und Richter war ein künstlerisches Multitalent: Er arbeitete unter anderem als Komponist und Kapellmeister, Zeichner und Literat. Hoffmann starb am 25. Juni 1822 an einer schweren Krankheit in Berlin. Er hat mit seinen tiefenpsychologisch geprägten Erzählungen der deutschen Romantik Weltgeltung verschafft.

Susanne Koppe studierte Germanistik, Pädagogik und Psychologie in München sowie Children’s Literature am Simmons College in Boston. Sie leitet eine Agentur für Autoren und Illustratoren. Susanne Koppe lebt und arbeitet in Hamburg und Wien.

Lisbeth Zwerger, geboren 1954 in Wien. Sie gewann mit ihren zahlreichen Werken unter anderem zweimal den Goldenen Apfel der Internationalen Biennale für Illustration in Bratislava und dreimal den Preis der ‚New York Times‘ für die zehn bestillustrierten Bücher. Für ihr Lebenswerk wurde sie mit dem H. C. Andersen Preis ausgezeichnet, der als Nobelpreis der Kinder- und Jugendliteratur bezeichnet wird.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 40 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag (26. September 2016)
Empfohlenes Alter: 4 – 6 Jahre
ISBN-Nr.: 978-3-314-10413-8
Preis: EUR 16.99 / CHF 23.90
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Georg Kleber: Mit Skizzenbuch und Bleistift unterwegs.

Anleitungen, Techniken und Tipps zum erfolgreichen Zeichnen

Matthias Claudius dichtete einst:

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.

Georg Kleber zeigt in seinem Buch, was man auf Reisen noch tun kann: Nämlich das, was man antrifft, mit Bleistift im Skizzenbuch festhalten. Er gewährt dem Leser dabei einen Blick in seine eigenen Skizzenbücher und erklärt genau, was er wie getan hat, um den Moment festzuhalten.

Skizzenbücher werden spontan gefüllt. Sie sind das Sammelbecken von allem, was man sieht, erlebt und festhalten will.

KleberSkizzenbuchEs gibt eigentlich keine Regeln, was in ein Skizzenbuch gehört, das kann von der Tasse Kaffee vor einem über einzelne Bäume und Blumen bis hin zu ganzen Landschaften alles sein. Es muss auch nicht beim Zeichnen bleiben, ergänzende Notizen können dazu beitragen, beim Wiederbetrachten den gezeichneten Moment noch genauer wieder vor Augen zu führen.

Bei all dem geht es nicht darum, Museumskunst zu schaffen, so dass das Argument „ich kann aber doch gar nicht zeichnen“ hinfällig wird. Zeichnend wird man die Reise mit ganz neuen Augen wahrnehmen, sie bewusster wahrnehmen – und für sich persönliche Erinnerungen schaffen, wie es eine Kamera nie könnte. Damit der Einstieg ins Führen eines eigenen Skizzenbuchs leichter fällt, gibt Georg Kleber hilfreiche Tipps. nach einer kurzen Einführung ins benötigte Material (das mehr als überschaubar ist, schlussendlich lässt sich alles auf Papier und Bleistift reduzieren), wendet er sich den möglichen Motiven zu. Diese finden sich nicht nur auf Reisen, auch im Alltag gibt es eine Unmenge an Dingen, die man skizzieren könnte. Er geht weiter darauf ein, wie man Seiten komponieren kann, dass sie ausgewogen aussehen und wie man Schrift integrieren kann, so dass sie ins Bild passt und eine zusätzliche Information liefert. Auch technische Anleitungen zum Zeichnen liefert er auf eine verständliche Art, zum Beispiel, wie man die Perspektive richtig erfasst.

Das Buch macht Lust und Mut, Bleistift und Skizzenbuch zu schnappen und loszulegen. Durch die vielen Beispiele, Anleitungen und Erklärungen abgebildeter Skizzen gibt einem Georg Kleber alles mit auf den Weg, was man dazu wissen muss.

Fazit:
Ein informatives und inspirierendes Buch, für alle, die gerne zeichnen und die Welt fortan mit Bleistift und Skizzenbuch erobern wollen. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Georg Kleber, geb. 1956, studierte Kunstpädagogik an der Universität Augsburg. Seit 1989 ist er als freischaffender Künstler tätig, als Dozent gibt er u.a. Kurse an der Universität Augsburg, der Schwaben-Akademie Irsee und der Kunstakademie Bad Reichenhall.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer; Auflage: 1 (21. September 2017)
ISBN-NR: 978-3863558048
Preis: EUR: 19.99 ; CHF 28.90
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L. Heil, J. Poker, J. Wimmer: Tierfotografie (Rezension)

Die Fotoschule in Bildern

Tiere richtig ins Bild gesetzt

182_2-fold_2Wer hat nicht schon versucht, das eigene Haustier zu fotografieren, während dieses sich gar nicht modellike verhielt und sich meist just dann bewegte, wenn man den Auslöser drückte? Entstanden sind dann oft Fotos mit Katzen, die aus dem Bild laufen oder verwackelte Hundeköpfe. Damit ist nun Schluss.

50_2-fold_2Im vorliegenden Buch nehmen drei Tierfotografen den Leser mit auf eine Reise durch die Tierfotografie. Sie erklären anhand eigener Fotos, wie es zu den Aufnahmen kam und worauf man achten muss, um ein gutes Bild zu erhalten. Dabei erfährt man, dass es nicht immer nur auf das Hauptmotiv – das Tier – ankommt, sondern auch die Umgebung wichtig ist. Man lernt, dass manchmal eine kleine Änderung der Perspektive eine grosse Auswirkung auf das Gelingen haben kann oder wie man Licht gezielt einsetzt, um Wirkung zu erzielen.

Egal ob im Zoo, auf einer Safari in Afrika oder auf dem nächsten Bauernhof: Mit dem Wissen aus diesem Buch gelingen Tierfotos in Zukunft sicher besser. Gegliedert ist das Buch in folgende Kapitel:

  • Im Gehege oder Zoo
  • Wild und ungezähmt
  • In der Dämmerung und Nacht
  • Klein und flink
  • In der Kinderstube
  • Action
  • Beste Freunde
  • Abstraktionen

Zwischendurch gibt es immer wieder Exkurse, die sich ausgewählten Themen widmen wie Tieraufnahmen in Schwarz-Weiss, Ansitzfotografie, Vogelfotografie, ethische und rechtliche Aspekte bei der Tierfotografie und andere mehr.

TierfotografieWer Fotoschulen kennt, die mit viel technischen Begriffen daherkommen und am Schluss ein paar Übungen anhängen, der mag zuerst irritiert sein. Aber: Es lohnt sich, diesem ungewöhnlichen Ansatz eine Chance zu geben, denn erstens liest es sich sehr locker, zweitens erfährt man dabei ganz viel auf unterhaltsame Weise, das vielleicht in Theoriefluten untergegangen wäre, und drittens sieht man, wie unterschiedliche Fotografen mit unterschiedlichem Werkzeug, Blick und Anspruch unterschiedlich auf ihr Objekt zugehen. Zudem ist es interessant zu sehen, wie ein Foto mit gewissen Einstellungen aussieht, da man so ganz genau die einzelnen Einstellungen nachvollziehen kann und sieht, welche Effekte sie nach sich ziehen.

Was sicher wichtig ist für dieses Buch, sind Grundkenntnisse über die wichtigsten Begriffe in der Fotografie (Blende, Verlusszeit, ISO-Wert, Weissabgleich, Belichtung, Brennweite, Schärfentiefe, etc.), da diese hier nicht behandelt werden. Dies allerdings nur als Hinweis, damit keine falschen Erwartungen an das Buch gestellt werden, denn weder die Grundkenntnisse noch die Bildbearbeitung sind eigentlich Thema dieses Buches und somit ist dieser Abschnitt auch nicht als Kritik zu verstehen.

Alles in allem besticht diese „Fotoschule in Bildern“ durch eine hochwertige Aufmachung, ansprechendes Layout, wunderschöne Bilder und kompetent und lesbar geschriebene Texte.

Fazit:
Eine informative, unterhaltsam zu lesende und hochwertig gestaltete Einführung in die Tierfotografie. Sehr empfehlenswert!

Die Autoren
Lambert Heil fotografiert seit vielen Jahren Natur und Wildlife. Als Zoopädagoge im Münchner Tierpark Hellabrunn und Reiseveranstalter von Naturreisen kennt er sich bestens mit der Tierwelt aus. Im Rahmen vieler Fotokurse in Tierparks und Wildgehegen, aber auch auf Fotoreisen gibt er praktisches Wissen an Hobbyfotografen weiter. Als leidenschaftlicher Tierfotograf reist er deshalb mehrmals im Jahr mit Interessierten nach Afrika. Er hält darüber hinaus Vorträge zur Natur im Allgemeinen und zu Afrika im Besonderen.
www.lambo-ansichten.de
www.lambo-expeditionen.de

Julia Poker ist gelernte Mediengestalterin und fotografiert seit vielen Jahren Haustiere, vor allem Katzen, Hunde und Pferde. Authentische Aufnahmen, die den Charakter des einzelnen Tieres widerspiegeln, stehen im Mittelpunkt ihres fotografischen Arbeitens. Auf die Fotografie selbst ist sie durch ihren Hund gekommen – die Liebe zu Tieren im Allgemeinen ist auch die treibende Kraft für ihren Beruf. Neben Shootings im Studio und on location bietet sie auch Foto-Workshops an.
www.julia-poker.de

Joachim Wimmer zog es schon als Kind regelmäßig nach draußen in die Natur, wo er in seiner bayerischen Heimat die Wälder durchstreifte und Vögel beobachtete. Der gelernte Umweltingenieur betätigt sich heute auf allen Feldern der Naturfotografie. Das Draußensein und die Tatsache, immer flexibel auf das reagieren zu können, was sich fotografisch gerade anbietet, macht für ihn den Reiz der Tier- und Naturfotografie aus. Joachim Wimmer ist Vollmitglied der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT).
www.wimmer-naturfoto.de

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 318 Seiten
Verlag: Rheinwerk Verlag (27. März 2017)
ISBN-Nr: 978-3836242509
Preis: EUR 34.90 / CHF 47.90
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Dietmar Spehr: Digital fotografieren lernen

Schritt für Schritt zu perfekten Fotos

Schritt für Schritt bekommen Sie neue Einblicke in Faktoren wie Blende und Belichtungszeit und erfahren, wie sich diese auf das Bildergebnis auswirken. Dabei entdecken Sie, wie Sie die Möglichkeiten der Kamera für ihre kreativen Bildideen am besten nutzen können.

DigtalMit diesem Versprechen leitet Dietmar Spehr seine Einführung in die digitale Fotografie ein. Wer dabei nur Bahnhof versteht, weil er keine Ahnung hat, was eine Blende oder Belichtungszeit ist, der hat das richtige Buch in den Händen, denn der Autor hält, was er verspricht.

Jeder fängt mal an, keiner fällt als Meister vom Himmel. Am Anfang des Wunsches, gute Bilder zu schiessen, steht meist der Kamerakauf. Man schafft sich eine teure Digitalkamera an und merkt dann: Von selber werden auch damit die Fotos oft nicht so, wie man sie gerne hätte. Zwar hilft der Auto-Modus, keine groben Fehler zu machen, indem die Kamera selber die nötigen Einstellungen vornimmt und man nur noch auf den Auslöser drücken muss, man ahnt es aber bereits: Man könnte mit der Kamera viel mehr erreichen – wenn man sie verstehen würde. Da setzt das Buch an.

Zuerst erklärt Dietmar Spehr die technische Seite, die Kamera. Verschiedene Modelle werden vorgestellt und einzelne Bedienelemente erklärt. Danach geht es Schritt für Schritt durch die relevanten Themen der Fotografie, um schliesslich deren Anwendungsbereiche zu beleuchten.

Die einzelnen Kapitel lauten wie folgt:
1) Die digitale Kamera von A-Z erklärt
2) Ohne Licht kein Bild: Die richtige Belichtung
3) Scharfe Bilder: den Fokus gezielt setzen
4) Schwierige Lichtsituationen meistern
5) Klares Weiss und schöne Farben
6)Objektiv – so wichtig wie die Kamera
7) Sinnvolles Zubehör und Kamerapflege
8) Motive sehen und Bilder gestalten
9) Menschen fotografieren
10) Action- und Veranstaltungsfotos
11) Natur- und Landschaftsbilder
12) Mit der Kamera in der Stadt unterwegs
13) Tiere fotografieren
14) Nah- und Makrofotografie
15) Panorama und HDR
16) Die digitale Dunkelkammer

Im anschliessenden Glossar finden sich die wichtigsten Begriffe nochmals kurz erklärt und ein Stichwortverzeichnis lässt einen alles finden, was man kurz nachschlagen möchte.

Alles in allem besticht dieses Buch durch eine hochwertige Aufmachung, ansprechendes Layout, wunderschöne Bilder und kompetent und lesbar geschriebene Texte. Damit macht das Lernen Spass und gute Ergebnisse in der eigenen Fotografie werden sich bestimmt einstellen.

Fazit:
Eine informative, unterhaltsam zu lesende und hochwertig gestaltete Einführung in die digitale Fotografie. Sehr empfehlenswert!

Der Autor
Dietmar Spehr arbeitet als Journalist, Texter und Berater in München. Wichtig ist ihm dabei die klare und leicht verständliche Vermittlung von komplexen Zusammenhängen. Seit vielen Jahren ist Fotografie seine Leidenschaft. Die Technik versteht er dabei nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel zur Umsetzung von kreativen Bildideen. www.dietmarspehr.de

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 423 Seiten
Verlag: Rheinwerk Verlag (28. April 2017)
ISBN-Nr: 978-3842102316
Preis: EUR 19.90 / CHF 29.90
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Antje Herzog: Lampe und sein Meister Immanuel Kant

 Ein grosser Denker ganz privat

HerzogKantWenn man an Immanuel Kant denkt, denkt man an Philosophie. Man hat Begriffe wir Kritik, Kategorischer Imperativ, Vernunft im Sinn und denkt an einen der grössten deutschen Denker. Immanuel Kant, der nie sein Königsberg verliess, ein Philosoph, der wohl selten als Mensch wahrgenommen wird, mehr durch seine Schriften.

Antje Herzog ist neue Wege gegangen. Sie forschte dem privaten Immanuel Kant nach und beleuchtete diesen durch sein Verhältnis zu seinem Diener Lampe – eine Verbindung, die über vierzig Jahre gedauert hat und von einem Tag auf den anderen aufhörte.

In dieser Graphic Novel ist Antje Herzog mehreres gelungen: Sie lässt uns hinter die Kulissen des irgendwie unnahbar scheinenden Philosophen schauen. Sie präsentiert skurrile Eigenheiten Kants und lässt ihn durch Alltagsgeschichten menschlich werden. Wir sehen Immanuel Kant mit Nachtmütze und Leselicht, lesen zwischendurch immer auch wieder Sätze, die aus Schriften oder Briefen stammen, die aus den Philosophiebüchern bekannt sind und nun in ein Leben eingebettet werden. Mit viel Humor und doch auch Tiefgang und Hintergrundwissen lässt Antje Herzog Immanuel Kant lebendig werden.

Vollendet wird alles durch ihren wirklich wunderbaren Zeichnstil mit Tusche und Feder, detailliert und fein schraffiert. Akzente setzt die Zugabe der Farbe Gelb in die sonst schwarz-weiss gehaltenen Zeichnungen.

Fazit:
Ein wunderbar illustriertes Buch mit viel Tiefgang, Witz und Hintergrundwissen. Eine absolute Leseempfehlung!

Antje Herzog
Antje Herzog, geboren 1981, studierte Design und Illustration an der Hochschule Düsseldorf sowie Animation und Animationsfilm an der Konstfack-Universität in Stockholm. Sie ist stellvertretende Vorsitzende der Illustratoren Organisation e.V. Seit 2008 lebt und arbeitet Antje Herzog als Illustratorin in Köln.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 152 Seiten
Verlag: Edition Büchergilde (16. März 2017)
ISBN-Nr: 978-3864060687
Preis: EUR 26 / CHF 36.90
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Jean-Vincent Sénac: How to Draw a Chicken

(Hühner Zeichnen)

Du brauchst: eine Zeichenfeder, einen Federhalter, gute Augen

9783791372471_CoverWer möchte nicht auch gut zeichnen können und sagt sich immer wieder: Ich kann nicht zeichnen, ich lass es sein. Jean-Vincent Sénac zeigt, dass es ganz einfach ist, ein Huhn zu zeichnen:

Man zeichne ein Dreieck, darunter eine senkrechte Linie, noch eine, und dann noch ein paar Striche dran… und merkt: Da fehlt was. Neuer Versuch.

Man merkt es wohl schon: Das vorliegende Buch ist keine Zeichenschule, auch wenn Jean-Vincent Sénac durchaus zeigt, wie man ein einfaches Huhn zeichnen kann. Dabei beschreibt er, was er tut, und zeigt es anhand kleiner Illustrationen. Das Ganze macht er mit viel Witz, Charme und Ironie. Ein Buch, das einen oft schmunzeln lässt, ein Buch, das eigentlich nur aus wenigen handgeschriebenen Worten und wenigen Tintenstrichen besteht, aber ganz viel Freude beinhaltet, so dass man es immer wieder anschauen möchte – und ja, man versucht das mit dem Hühnerzeichnen, ganz bestimmt. Man wird angeregt, kreativ zu werden, neue Wege zu gehen, mit Formen zu spielen. Und dann sieht man, was auch Jean-Vincent Sénac sagt: Es ist ganz einfach, ein Huhn zu zeichnen – und vieles mehr. Und: Es macht Spass.

Da ich Hühner sehr liebe, war dieses Buch natürlich ein Muss für mich.

Fazit:
Ein wunderbares, witziges kleines Buch für Kinder und Erwachsene. Absolut empfehlenswert.

Zum Autor
Jean-Vincent Sénac ist ein in Frankreich lebender Illustrator. Er produzierte bereits Bücher, Daumenkinos und Spielzeuge und gibt Kunstworkshops für Kinder.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 70 Seiten
Verlag: Prestel Verlag (21. März 2016)
ISBN-Nr: 978-3791372471
Preis: EUR 9.99 / CHF 14.90
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Piotr Sonnewend: Monochrom zeichnen

Wege zu einer besonderen Kunstform

Der Anlass zum Zeichnen ist komplex und lässt sich in Worten nur schwer beschreiben. Oft ist es ein interessanter Moment, ein Höhepunkt beim beobachten, der festgehalten werden will. Dabei muss einem klar sein, dass dieser augenblickliche Vorgang niemals in der gleichen Form wiederkommt. Das Gesehene soll deshalb in der Zeichnung gesichert werden.

SonnewendMonochromDas Festhalten eines Augenblicks ist immer subjektiv. Man entscheidet sich als Zeichner dafür, was man zeichnet und was man weglässt, sowie auch für die Art der Zeichnung. Piotr Sonnewend widmet sich in diesem Buch dem Monochromen Zeichnen. Er führt ein in die verschiedenen Papiere, die zum Zeichnen geeignet sind und wie man damit die Welt darstellen kann. Auch stellt er das geeignete Zeichenmaterial vor, indem er bei jedem aufzeigt, wie man damit arbeitet und wozu es am besten eingesetzt wird. Auch dem zeichnerischen Konzept und der Komposition widmet er sich, um aufzuzeigen, wie solche Vorüberlegungen das fertige Bild beeinflussen können.

Nach all der Technik geht Sonnewend in die Praxis und zeigt anhand von verschiedenen Motiven die jeweiligen Abläufe seines Zeichenprozesses vom weissen Blatt hin zu einem fertigen Bild. Dadurch lässt sich dieser Arbeitsprozess gut nachvollziehen und auch selber ausprobieren.

Fazit:
Ein sehr informatives Buch, das zum monochronen Zeichnen anregt und dieses auch gut anleitet. Sehr empfehlenswert!

Zum Autor
Piotr Sonnewend, 1953 in Poznan (Polen) geboren, absolvierte ein Studium in den Fachrichtungen Malerei, Grafik und Bildhauerei an der Kunstakademie Poznan und ist seit seiner Umsiedlung nach Deutschland 1981 als freischaffender Künstler, Bühnenbildner und Performer tätig. Der Preisträger in vielen Zeichen und Grafikwettbewerben hat eine Dauergastprofessur für Zeichnung, Lithographie und Bühnenbild an der Kunstakademie Posen, Danzig und Breslau sowie Lehraufträge an der Universitäts-Gesamthochschule Paderborn, an der Freien Kunstakademie Essen, Kunststudentenprojekte an der Kunstakademie Enschede/Niederlande.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 72 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer     (20. Juli 2017)
ISBN-Nr.: 978-3863558185
Preis: EUR 14.99 / CHF 21.90
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Walter Moers: Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Keine Frage: SIe führte ein anstrengendes und entbehrungsreiches, aber auch ein aussergewöhnliches und interressantes Leben. „Meine Gedanken sind meine Freunde“, dachte die Prinzessin. „Desegen bin ich niemals allein.“

MoersInsomniaPrinzessin Insomnia leidet unter einer schweren Schlafkrankheit. Teilweise kann sie ganze Wochen nicht schlafen, kein Mittel hilft. Zwar war diese Schlaflosigkeit sehr anstrengend und die Prinzessin litt auch dann und wann darunter, sie brachte aber auch Vorteile mit sich: Ihre Sinne wurden geschärft. So konnte sie nach drei schlaflosen Nächten das Gras wachsen hören, nach vier Musik riechen, nach neun Tagen Farben schmecken – und noch vieles mehr. Sie sah auch Gestalten, die nur für sie sichtbar waren und auch das nur nach einer bestimmten Anzahl schlafloser Nächte. Gerne hätte sie darüber eine wissenschaftliche Arbeit verfasst, nur: Wer sollte ihr glauben?

So geht das Leben der Prinzessin dahin, meist schläft sie nicht und erlebt die märchenhaftesten Dinge, hat die speziellsten Begegnungen, dann wieder schläft und träumt sie und erlebt ebensolches. Als Leser blättert man sich so durch die Seiten und fragt sich, wo eigentlich die Geschichte ist? Prinzessin Insomnia mutet ein wenig an wie die Aneinanderreihung sehr phantasievoller Gegebenheiten und auch wirklich zauberhafter Ideen, aber es fehlt das packende Element, ein Motiv, das zu einem Ziel hinführen würde.

Prinzession Insomnia ist der siebte Zamonienroman. Dabei verzichtet er aber auf alles, was ihn mit den vorhergehenden Bänden verknüpfen würde. Zamonien ist – würde es am Anfang nicht erwähnt – nicht existent, die Geschichte spielt sich mehr oder weniger in Prinzessin Dylias Innern ab. Das hat allerdings den Vorteil, dass man für dieses Buch die sechs Vorgänger nicht kennen muss.

Was an dem Buch bezaubert, sind die schönen Illustrationen von Lydia Rode. Die farbenfrohen, märchenhaften, filigranen und phantasievollen Zeichnungen sind wunderbar.

Fazit:
Eine etwas langweilige, aber durchaus phantasievolle Geschichte, welche wunderbar illustriert ist.

Der Autor und die Illustratorin
Walter Moers ist der Schöpfer vieler erfolgreicher Welten und Charaktere. Von ihm stammen unter anderem die Comicwelten um „Das kleine Arschloch“ und dem „Alten Sack“, „Adolf, die Nazisau“ und die Figur des Käpt`n Blaubär. Seit fast 20 Jahren schreibt er fantastische Romane, die auf dem Kontinent Zamonien spielen. Dazu gehören unter anderem die internationalen Bestseller „Die 13 ½ Leben des Käpt`n Blaubär“, „Die Stadt der Träumenden Bücher“ und zuletzt „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“. „Prinzessin Insomnia“ ist der siebte Zamonienroman.
Lydia Rode lebt, malt und zeichnet in Berlin. Ihre Aquarelle für „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“ sind ihre ersten veröffentlichten Illustrationen.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 344 Seiten
Verlag: Albrecht Knaus Verlag (28. August 2017)
ISBN-Nr: 978-3813507850
Preis: EUR 24.99 / CHF 36.90
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