Die Jugend ist ja gar verdorben,
was wird nur noch aus unsrem Morgen.
Es ist ein Elend – merkt euch des,
das sagte schon der Sokrates.
©Sandra Matteotti
Denkzeiten – Philosophie in Theorie und Praxis
Dr. Sandra von Siebenthal
Die Jugend ist ja gar verdorben,
was wird nur noch aus unsrem Morgen.
Es ist ein Elend – merkt euch des,
das sagte schon der Sokrates.
©Sandra Matteotti
Ich stelle mir vor,
das Wasser wäre deine Hand,
die mich zärtlich berührt,
sanft über meine Haut gleitet,
jeden Winkel erkundet.
Ich stelle mir vor,
der Schaum wäre dein Kuss,
der prickelt auf meiner Haut,
mir einen Schauer über den Rücken jagt,
indem er über meinen Körper perlt.
Ich stelle mir vor,
die Hitze, die mich durchdringt,
käme von dir,
weil deine Hände
und deine Küsse
tun, was sie tun.
Er nannte sie ne dumme Kuh,
sie warf nach ihm den linken Schuh.
Wieso es nicht der rechte war?
Den trug sie noch – das ist doch klar.
©Sandra Matteotti
Ich denke mir
das Leben bunt,
ertrinke doch
im Grau.
Ich töte Herz,
vernicht’ Verstand,
schliesse Ohren,
mache zu.
Es dröhnen Stimmen,
Dunkles drückt,
immer enger
wird die Welt.
Da wär so viel,
es muss so sein,
allein es dringt nicht
zu mir durch.
Die Decke kommt
bedenklich nah,
von unten drückt
der Boden.
Ich bin dazwischen,
wie bei Stühlen,
fall durch Maschen,
unter Grund.
Keine Netze,
doppelt Boden,
fangen mich
noch auf.
Ich liege da
die Augen zu,
und halt mich
an den Farben.
Sie sass hinter Gittern,
und sah all die Stäbe,
dahinter nichts wäre,
wie einst in Paris.
Sie suchte die Lücken,
und sah doch nur Stäbe,
der Blick wurde trübe
und sie ach so müd’.
Sie suchte den Ausweg,
flog hoch und fiel nieder,
die Flügel, sie brachen,
das Herz gleich damit.
So lag sie darnieder,
mit Dreck im Gefieder,
die Augen ganz schwer,
sie hoffte kaum mehr.
Nur ab und an drang noch,
ein Sonnenstrahl nieder,
fiel zwischen die Stäbe,
und brachte ihr Ruh’.
Es war einmal ne Schnecke,
die blieb meist auf der Strecke,
weil alle bloss vorüber eilten,
und nie bei ihr verweilten.
©Sandra Matteotti
Er ist ein Mann mit Phantasie,
die er hegt, wie and’res nie.
So tanzt er stets durch alle Farben,
sieht den Alltag nur als graues Darben.
©Sandra Matteotti
Da war noch die Frau Leberwurst,
die trank oft einen übern Durst,
weil sie gar fürchterlich beleidigt war,
drum heisst sie so, das ist doch klar!
Suche nach Liebe,
die nirgends ich fühle.
Fülle die Leere,
die mich sonst verschlingt.
Träume die Zukunft,
die unerreicht daliegt.
Sehe die Bilder,
die keiner gemalt.
Vermisse den Halt,
ich lasse mich fallen.
Stosse auf Grund
und seh’ doch kein Ziel.
Lebe auf Zeit nur,
die manchmal zu lang scheint.
Fürchte das Ende
und weiss nicht wieso.
©Sandra Matteotti
Ich liege wach in meinem Bett,
solche Nächte sind nicht nett.
Ich zähle fleissig Schaf um Schaf,
doch wer nicht kommt, das ist der Schlaf.
©Sandra Matteotti
Ein Buddha sitzt in jedem Garten,
als würde er nur noch drauf warten,
dass Ruhe sei, dass sie einkehre,
wenn nur das wuchernd Gras nicht wäre.
©Sandra Matteotti
Auf dem Teller liegt ein Brot,
das liegt so da, als sei es tot,
Ich find das gut, denn wär’s nicht so,
wär das Brot schnell irgendwo.
©Sandra Matteotti
Haushaltspapier, das gute dicke,
machte Schluss mit einer Mücke.
Ich presst’ es drauf und drückte zu
und wurd’ zum Mörder so im Nu.
©Sandra Matteotti
Es ist nicht voll, es ist nicht leer,
nur noch so halb, sicher nicht mehr.
Wie ich nun werten möchte das,
hängt ab vom Inhalt dieses Glas’.
©Sandra Matteotti
Der Hund lag stlll in seiner Ecke
neben seiner zugedachten Decke.
Er zog ein Gesicht, es glich ner Fratze;
denn: Auf der Decke lag die Katze.
©Sandra Matteotti