ich und du

ich bin ich
und du bist du.
und ich bin ich
nur weil du bist.

ohne dich
bin ich schlicht nicht,
nicht nur nicht ich.
gilt auch für dich.

denn erst das du
macht mich zum ich.
und ich mach dich
zum du durch mich.

drum einer nur
ist keiner denn
ein jemand ist
nur der zu zweit.

Zu zweien ist
ein jeder ich
und zeugt das du
durch dieses ich.

Christoph Quarch: Platon und die Folgen

Platon ist der folgenreichste Denker unserer Geschichte. Er hat die abendländische Zivilisation und die Kultur Europas geprägt wie kein zweiter. Die Weise, wie wir heute denken, fühlen, handeln, leben, wäre ohne Platon gar nicht vorstellbar.

QuarchPlatonChristoph Quarch ermöglicht im vorliegenden Buch einen kurzen, gut lesbaren und informativen Überblick über Platons Denken. Ausgehend von der Aussage, dass Platon nicht nur der einflussreichste, sondern auch der am meisten missverstandene Philosoph unserer Kultur ist, zeigt er die Missverständnisse auf, die über die Jahrtausende – angefangen ei Aristoteles – in den Interpretationen Platons zu Tage traten, und zeigt die richtige Lesart auf.

Er behandelt dabei die grossen Themen Platons, schreibt über das Mass aller Dinge, das Wunder des Werdens und den Sinn des Lebens. Er beleuchtet die Idee des Guten und wie wir diese verwirklichen können nach Platon. Das Ringen um Gerechtigkeit ist genauso Thema wie die Unsterblichkeit der Seele, Eros und Schönheit finden ebenso ihr Gehör wie das Göttliche.

Es gelingt Quarch, auf gut lesbare und kompetente Weise die Gedanken Platons darzulegen und ihre Folgen in der heutigen Zeit und die Einflüsse auf diese darzulegen. Er geht dabei auf die Quantenphysik ebenso ein wie auf die wünschenswerte Ordnung in Gemeinwesen oder eine sinnvolle Bildungspolitik.

Das Buch zeigt deutlich, dass Platon noch immer aktuell und zeitgemäss ist, dass wir bei der genauen Lektüre des alten Griechen viel über unser Leben und Miteinander erfahren könnten, dass wir Einsichten gewinnen könnten, was ein gutes Leben ist und wie Glück entsteht. Es ist ein Buch, das Lust darauf macht, Platons Werk in die Hand zu nehmen und es zu lesen.

Fazit:
Die zeitlosen Gedanken eines grossen und prägenden Philosophen auf gut lesbare Weise kompetent vermittelt. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Christoph Quarch
Dr. phil. Christoph Quarch (*1964 in Düsseldorf) ist Philosoph, Bestsellerautor, und Reiseleiter/-veranstalter für Philosophiereisen in Zusammenarbeit mit ZEIT-REISEN.

Er ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in Fulda. Seine Lebensmotti lauten: „Erkenne dich selbst“ und „Nichts im Übermaß“. Mehr Infos erhalten Sie unter www.christophquarch.de

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 186 Seiten
Verlag: J.B. Metzler; Auflage: 1. Aufl. 2018 (20. September 2018)
ISBN-Nr.: 978-3476046352
Preis: EUR 19.99 / CHF 36,90

Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online unter anderem bei AMAZON.DEund BOOKS.CH

 

Haemin Sunim: Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst

Ist unser Geist fröhlich und mitfühlend, ist es auch die Welt; ist er voller negativer Gedanken, wirkt auch die Welt negativ. Wenn du also überlastet und hektisch bist, ruf dir in Erinnerung, dass du nicht machtlos bist. Wenn dein Geist innehält, kommt auch die Welt zur Ruhe.

SunimDingeDer ehemalige Professor und nun als Zen-Mönch wurde Haemin Sunim oft nach seinem Rat gebeten bei Lebensfragen. Bald ging er dazu über, diese Ratschläge nicht nur in Mails oder persönlichen Gesprächen zu geben, sondern auch in den sozialen Medien verschiedene Aspekte des Lebens und seiner Sicht darauf zu vermitteln. Die Themen waren vielfältig, sie reichten von der Entschleunigung in der heutigen hektischen Welt über die Möglichkeiten, gute Beziehungen zu führen bis hin zu Achtsamkeit und Mitgefühl im Umgang mit sich und anderen.

Mit seinen Gedanken traf er viele Menschen mitten ins Herz, und so wurde bald auch ein Verlag auf ihn aufmerksam, der seine Gedanken in Buchform zusammenfassen wollte. Was für ein Glück! „Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst“ ist ein Geschenk. In einführenden Texten und nachfolgenden kurzen Gedanken werden verschiedene Themen aufgegriffen. Es ist kein Buch, das man schnell so nebenbei liest, sondern eines, das einen immer wieder zum Innehalten und Nachdenken aufruft.

Liebe kann das Leben der Menschen ändern.

Das Buch ist sehr liebevoll illustriert, so dass es nicht nur ein wunderbarer Begleiter und Ratgeber, sondern auch eine Freude zum Anschauen ist.

Fazit
Ein wunderbar inspirierendes, liebevoll illustriertes Buch, das zum Nachdenken anregt. Prädikat: Absolut empfehlenswert.

Haemin Sunim
Haemin Sunim, geboren in Korea, ging in die USA, um in Berkeley, Harvard und Princeton Film zu studieren, nur um zu erkennen, dass er sein Leben dem Buddhismus und spirituellen Leben widmen möchte. Er kehrte nach Korea zurück, wurde Mönch und wurde einer der meistgelesenen spirituellen Autoren. Sein Buch „Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst“ verkaufte sich mehr als drei Millionen Mal, und er hat über eine Million Follower auf Twitter und Facebook. Wenn Hamin Sunim nicht auf Reisen ist, um Vorträge in der ganzen Welt zu halten, lebt er in Seoul.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Scorpio Verlag (4. August 2017)
Übersetzung: Claudia Seele-Nyima
ISBN: 978-3958031340
Preis: EUR: 18 ; CHF 28.90
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Wunder geschehen

Es war einmal ein kleines Kind,
das fragte viel, wie Kinder sind.
Wieso ist die Banane krumm?
Wer ist gescheit und wer schlicht dumm?

Wo kommt die Liebe her, wo geht sie hin?
Will ich da sein, wo ich jetzt bin?
Haben Tiere auch Gefühle,
gibt’s in Jerusalem genügend Stühle?

Was sehe ich, was du nicht siehst,
Wer ist nun schön und wer das Biest?
Wer muss gehorchen, wer hat Macht?
Was ist ein Krieg, was nur ne Schlacht?

Wieso sind Früchte so gesund,
was macht den Mond oft kugelrund?
Wie melkt man eigentlich die Mäuse
und wie kriegt man schlussendlich Läuse?

Was macht im Sommer Blumen bunt,
und wer bestimmt die letzte Stund’?
In welchem Alter ist man wirklich alt
und wie viel Grad sind bitterkalt?

So fragt das Kind ganz munter weiter,
von bewölkt bis richtig heiter.
Man sitzt so da und staunt gar gross,
woher nimmt es die Fragen bloss?

Es sind die Fragen schlichtes Streben,
zu verstehen, ganz zu leben,
mit jeder Blume, allem Schönen,
der Lebensfreude neu zu frönen.

Drum seid euch sicher, eins ist klar:
Was richtig ist, und was ist wahr,
das findet nur, wer Fragen stellt,
weil sich dann die Welt erhellt.

Bewahre drum das Staunen dir:
Sind zwei mal zwei auch wirklich vier?
Denn was wir glauben oder sehen,
eines bleibt: Wunder geschehen!

@Sandra Matteotti

Lügen und Wahrheit

 Eine schmerzliche Wahrheit ist besser als eine Lüge.

Dieses Zitat geht vermeintlich auf Thomas Mann zurück, doch es scheint, wer es auch sagte, er steht mit der Ansicht ziemlich alleine. Zwar würde wohl jeder theoretisch der Wahrheit den Vorrang vor einer Lüge geben, allerdings oft mit kleinen Einschränkungen. Man findet Lügen dann landläufig angebracht, wenn sie nicht schaden, nur nützen, gar schützen. Nur: Ist dem wirklich so oder sind das nur Ausreden dafür, selber nicht die Wahrheit sagen zu wollen? Und wieso würde man das nicht tun wollen?

Lügen kommen wohl immer dann zum Einsatz, wenn das, was passieren würde aufgrund der Wahrheit, nicht gewünscht ist. Man fürchtet eine Reaktion, will diese möglichst nicht erleben und verstrickt sich in Lügen. Die können klein sein, wie dass das Kleid wirklich wunderprächtig ist, können wachsen bis hin zu fundamentalen Dingen wie Lebensumstände, Verbindlichkeiten und Gefühlsspielereien.

Es mag wohl angehen, dass die Wahrheit mitunter schmerzhaft ist. Keiner hört gerne, dass er in einem Kleid unvorteilhaft aussieht, auch sonst kann Kritik schmerzen – vor allem im ersten Moment, später sieht man vielleicht den Sinn und Wert darin, hilft sie doch, sich zum Besseren zu verändern.

Betrachtet man nun die Lüge unter diesem Gesichtspunkt, nimmt sie dem Gegenüber eigentlich die Möglichkeit des Wachsens. Ganz sicher aber nimmt sie ihm die Möglichkeit, frei zu entscheiden. Selbst wenn jemandem das Kleid nicht gefällt, könnte der Tragende es trotzdem schön finden. Die betrogene Ehefrau würde vielleicht bleiben wollen, obwohl der Mann untreu war, weil sie nun zusammen die Möglichkeit hätten, den Gründen auf den Grund zu gehen. Der zu füllige Mann könnte finden, sich so wohl zu fühlen oder aber Sport zu treiben. Sie alle hätten die freie Wahl. Nun kann man sagen, die haben sie immer noch, auch wenn der andere lügt, nur: Sie fusst dann auf falschen Grundvoraussetzungen.

Lügen sind respektlos. Der Lügende spricht dem Belogenen die Fähigkeit ab, mit der Wahrheit umzugehen, womit er ihn herabsetzt. Und ja, vielleicht kann dieser das wirklich nicht gut, nur: Wie sollte er es lernen? Zudem: Wenn die Lüge dann auffliegt, bekommt der Gegenstand, weswegen gelogen wurde, eine viel grössere Tragweite, ein grösseres Gewicht, war es doch so gravierend, dass man deswegen lügen musste.

Lügen sind feige. Der Lügende will sich selber nicht der Reaktion des anderen aussetzen und versteckt sich drum lieber hinter einer Lüge. Dass man den anderen schützen wollte mit der Lüge wegen des Kleides, ist kaum vorstellbar und vermutlich nur vorgeschoben, um sich nicht der  Reaktion aussetzen zu müssen, die je nach Kritikfähigkeit des Angesprochenen durchaus unangenehm sein kann – von der Reaktion eines gehörnten Ehemannes oder einer fülligen Frau ganz zu schweigen (die Rollen wurden absichtlich vertauscht, der gerechten Verteilung wegen).

Die Wahrheit kann schmerzen. Es gilt drum in der Tat, zu versuchen, sie so vorzubringen, dass sie möglichst rücksichtsvoll und mitfühlend vermittelt wird. Man kann Menschen mit der Wahrheit erschlagen, man kann ihnen aber auch helfen, durch den Blick von aussen sich selber besser zu verstehen – indem sie die Fähigkeit trainieren können, mit (auch unbequemen) Wahrheiten umzugehen. Und sie können vor allem die Fähigkeit trainieren, zu beurteilen, ob das Ausgesprochene wirklich eine Wahrheit oder aber nur eine subjektive Meinung eines anderen ist – und zu entdecken, wie sie dazu stehen.

Die Würde des Menschen besteht in seiner Wahl.

Dieser Ausspruch geht auf Max Frisch zurück. Lügen nehmen dem Menschen seine Wahl und damit auch einen Teil seiner Würde. Ob das eine gute Basis für ein Miteinander ist? Nun weiss man, dass jeder Mensch lügt, wer behauptet, nie zu lügen, lügt bereits. Vielleicht sollte man sich aber bewusster werden, dass man es tut und schauen, wann man es tut. Und dann könnte man sich fragen, wieso man es tut und ob es wirklich sinnvoll ist und gut. Und vielleicht kommt man dabei auch sich selber ein wenig mehr auf die Schliche, sieht die eigenen Schwächen, Ängste, Unsicherheiten, um derentwillen man lügt. Wie so vieles im Leben führt uns auch die Frage nach der Lüge zu dem zurück, was die Basis von allem ist:

Erkenne dich selbst.

Nur wenn wir wissen, wer wir sind, es immer wieder neu entdecken, können wir wissen, was wir wollen – und was nicht. Selbsterkenntnis hilft, das Leben so zu führen, dass es ein gutes und sinnvolles Leben ist. Das heisst nicht, dass es immer angenehm ist, zum Beispiel, wenn man Menschen mit Wahrheiten konfrontieren muss, die unangenehm sind, aber: Es ist die einzige Möglichkeit, ein freies, würdevolles und aufrichtiges Leben zu führen. Und was könnte man sich mehr wünschen? Und wenn man es sich wünscht, sollte man es anderen dann nicht auch wünschen?

Die kleinen Illusionen des Lebens

Ich lebte über viele Jahre mit diesem so schon alten Vater, bei dem man immer denken musste, dass er bald mal sterben würde. Klingelte das Telefon zu Zeiten, die ungewohnt waren, malte ich mir die Hiobsbotschaft aus. Aber er war fit. Und munter. So viele Jahre. Sah auch so aus, übertraf im Aussehen gar alle die, welche 20 Jahre weniger auf dem Buckel hatten.

Und dann war es soweit. Er starb so wirklich. Nicht ganz unterwartet, aus heiterem Himmel war neun Monate vorher die Krebsdiagnose gekommen, der Abstieg war kontinuierlich. Anfangs noch Hoffnung und Lebensmut bei ihm (ich wusste es schon da aufgrund der Diagnose, die ich schon mal genauso erlebt hatte), wurde beides immer weniger, die Energie in der Stimme weniger. Ich hätte gerne mit ihm darüber gesprochen, was nun kommt, hätte gerne gewusst, was er fühlt. Ich kannte ihn zu gut. Ich wusste, er will es nicht. Ich habe ihm ab und an Angebote gemacht, dass er sprechen kann. Er zeigte mir, dass er nicht will. Ich liess ihm diesen Willen. Denn: Es ging um ihn. Ich plauderte also im leichten Ton, liess den Humor sprechen. Streute hier und da eine ernste Frage ein, so dass er mir sagen musste, was er sich wünscht. Das war mir wichtig. Es war sein Weg. Ich habe ihn nur begleitet. Wenn auch sehr betroffen.

Mein Vater ist gestorben. Es ist nun über einen Monat her. Und ich sitze hier und schaue zurück. Was ist passiert? Es gibt ein Davor und ein Danach. Aber das gab es schon vorher. Ein Davor und Danach bei der Krebsdiagnose. Nachher war nie mehr wie vorher. Er war noch da, aber nicht mehr als Mensch, wie man ihn kannte, sondern als einer, für den man plötzlich da war. Vorher war er es. So als Vater für das Papakind – egal, wie alt es war. Klar habe ich seine Sorgen immer angehört, war seine erste Ansprechperson, wir hatten einen speziellen Draht. Und doch… nach der Diagnose wurde es zur Einbahnstrasse.

Der zweite Schnitt war der Tod. Es kam gar nichts mehr zurück. Dachte ich früher, ich würde diesen Tod nicht überleben, wurde ich eines Besseren belehrt: Ich habe überlebt. Anfangs mehr schlecht als recht. Es brach auch bei mir alles zusammen. Körperlich, psychisch, medizinisch. Aber ja, ich sitze hier und schreibe. Mein Leben ging weiter. Weil es musste. Wohl auch, weil es sollte.

Wenn ich mit dem Hund spazieren gehe, geht mein erster Blick vor der Tür zum Himmel. Und immer mal wieder auf dem Weg schaue ich hoch. Und denke, da sitzt er nun und schaut runter. Ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod. ich würde es mir auch nicht wünschen. Könnte ich wünschen, sollte es dann fertig sein. So das Nichts nach dem Sein. Das wäre mein Ideal und daran glaube ich auch. Und hole mir da meinen Trost. Und doch schaue ich zum Himmel. Und finde auch darin was Tröstliches. Es ist so meine Illusion, die ich ganz bewusst pflege. Als vor kurzem mein Hund starb, der die letzten Jahre bei meinen Eltern lebte und immer SEIN Hund war, war mein erster Gedanke: „Nun sind sie zusammen.“

Dies trotz meines wirklich tiefen Glaubens, dass es ein „Nun“ nicht mehr gibt nach dem Tod. Wir alle haben unsere Illusionen. Sie geben uns Kraft. Sie bringen was Tröstliches ins Leben. Sie müssen nicht immer wohl durchdacht sein. Es reicht, wenn sie Kraft geben. Und so dieses kleine „SO ist es gut, so darf es sein.“

Nachdenken tue ich dann über andere Dinge, Quantenphysik, den Satz vom Grund, den kategorischen Imperativ und ab und an über Off Side im Fussball. Ich kann sie alle erklären, aber: Ab und an mag ich meine kleinen Illusionen – im Wissen, dass sie welche sind.

Toleranz auf dem Prüfstand

Immer wieder schön finde ich Diskussionen, wo es drum geht, dass man die Intoleranz anderer anklagt.

Menschen mit mehr Kilos als der BMI erlaubt, finden, dass sie diskriminiert werden, dass sie verspottet werden. Um ihre Sicht zu unterstützen, schiessen sie gegen Menschen, die schlank oder gar dünn sind. Bei sich machen sie geltend, dass sie sich so wohl fühlen oder aber an einer Krankheit leiden. Das gestehen sie den Dünnen nicht zu.

Menschen, die keinen Alkohol trinken. Sie regen sich auf, dass sie sich erklären müssen oder gar als Alkoholiker abgestempelt werden. Wenn Menschen ihnen Alkohol bringen als Gastgeschenk, sehen sie das als Fettnäpfchen. Verteidigt man als Weintrinker den Weinkonsum, kriegt man Studien um die Ohren geworfen, wie viele Alkoholiker es gäbe, was Alkohol alles anrichtet und überhaupt.

Wenn Väter nach einer Scheidung klagen, dass sie ihre Kinder nicht mehr sehen dürfen. Weil Männer per se diskriminiert werden bei Trennungen. Man darf nicht sagen, dass es auch andersrum geht, dass Väter sich nicht kümmern, nur immer drohen, sich aufspielen, Steine in den Weg werfen, sie nicht bereit sind, zu zahlen dafür, dass jemand zum Kind schaut, weil das ja immer nur der Frau, nie dem Kind zu Gute kommt. Besser, sie zahlte, man hätte aber alle Rechte.

Liebe Leute. Wenn ihr Toleranz wollt, lebt sie. Dicke sind Menschen wie Dünne. Alle haben Gefühle. Keiner kann riechen, ob ihr trinkt oder nicht. Egal, welche Religion oder welchen Hintergrund ihr habt. Es sind weder Männer noch Frauen schlecht.

Schlimm sind die, welche denken, dass andere ahnen müssten, was sie sich aufs Tapet geschrieben haben. Und die, die dann die verurteilen, die es nicht rochen. Schlecht sind die, welche für sich Dinge einfordern, die sie anderen nicht zugestehen. Schlecht sind all die, welche mit ungleichen Massstäben messen. Dafür muss man aber erst mal hinsehen. Was ist mein Massstab? Woran messe ich andere? Bin ich fair?

„Erkenne dich selbst“

Wurde bei vielen Philosophen als Maxime genannt. Es ist wohl immer angebracht, zuerst bei sich zu schauen, bevor man auf andere zeigt und gegen sie schiesst.

Matthieu Ricard: Glück

Glück als Geisteshaltung

RicardGlückWas Glück ist und wie man es finden kann, darüber haben die Menschen über Jahrtausende nachgedacht, Thesen aufgestellt, Definitionen verfasst. Dass die Fragen nach dem Glück nicht leicht zu beantworten seien, glaubt man darin zu sehen, dass die Literatur ganze Regale füllt und doch nicht alle Menschen glücklich sind. Die Anleitungen scheinen also nicht zu fruchten – oder die Menschen halten sich nicht an die Anleitungen.

Auch Matthieu Ricard beschäftigt sich im vorliegenden Buch mit dem Glück. Aus buddhistischer Sicht versucht er darzulegen, was Glück ist und wie man es nach buddhistischer Auffassung erlangt. Das Fazit ist eigentlich ein einfaches:

Glück ist in uns allen angelegt, wir erlangen es nicht, indem wir den Dingen im Aussen nachrennen.

Glück ist ein Zustand innerer Erfüllung, nicht die Befriedigung des unerschöpflichen Verlangens nach äusseren Dingen.

Will man sich also auf die Suche nach dem Glück machen, gilt es, die Sicht von aussen nach innen zu verlagern und den eigenen Geist zu schulen. Wir müssen erkennen, wie der Geist funktioniert und vor allem, was uns gut tut und was nicht. Das klingt einfach, ist aber eine langwierige Angelegenheit.

Eine Lebensweise zu pflegen, durch die man dauerhaftes Glück erreicht, ist eine Kunst. Es erfordert ständiges Bemühen, eine unablässige Schulung des Geistes und die Entwicklung einer Reihe von menschlichen Qualitäten wie etwa Geistesruhe, Achtsamkeit und selbstlose Liebe.

Ricard greift bei seinen Darlegungen auf ein immenses Wissen westlicher und östlicher Philosophie zurück, er zitiert die neue wissenschaftliche Forschung und legt die buddhistische Sicht dar, die sich in vielen Punkten mit wissenschaftlichen Erkenntnissen deckt. Dabei bleibt er nicht in der trockenen Theorie, sondern erläutert diese mit anschaulichen persönlichen Erlebnissen.

Neben den theoretischen Erklärungen finden sich auch Anleitungen für die eigene Meditation zu Hause, so dass man sich gleich hier und jetzt auf den Weg zum eigenen Glück machen kann. Ricard versteht es, ein grosses Thema auf eine verständliche, tiefgründige und gut lesbare Art zu vermitteln. Ein wahrlich wunderbares Buch, das in keinem Regal fehlen sollte!

Fazit
Ein wunderbares, reiches und inspirierendes Buch, das ich nur ans Herz legen kann. Absolut empfehlenswert.

Zum Autor
Matthieu Ricard
Matthieu Ricard arbeitete als Forscher auf dem Gebiet der Molekularbiologie, ehe er seine Berufung zum Buddhismus erkannte. Seit 25 Jahren lebt er als buddhistischer Mönch in den tibetischen Klöstern des Himalaya. Er übersetzt Werke aus dem Tibetischen und ist der offizielle Französischübersetzer des Dalai Lama.

 
Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Knaur MensSana TB (1. Februar 2009)
ISBN-Nr.: 978-3426874134
Preis: EUR 9.99 / CHF 14.90
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Martin F. Meyer: Illustrierte Geschichte der Philosophie

Eine Reise durch die Philosophie von der Antike bis in die Neuzeit

Epochen – Autoren – Werke, so heisst der Untertitel dieses reich bebilderten Übersichtswerk über die Geschichte der Philosophie. Martin F. Meyer startet bei den Vorsokratikern und führt den Leser in einer gut verständlichen Sprache durch die Zeit bis hin in die Neuzeit. Dabei bettet er die einzelnen Philosophen immer in ihre Zeit ein, gibt einen kurzen Einblick in ihre persönliche Herkunft und den Werdegang und geht dann auf die zentralen Werke und deren grundlegenden Aussagen ein.

Die Illustrierte Geschichte der Philosophie ist sehr geschmackvoll aufgemacht, das Layout ist schlicht, übersichtlich und überzeugt ästhetisch. Kleine Infoblöcke (in Kreisform, was dem Layout ein gewisses Etwas gibt) bieten schnell erfassbare Überblicke über die vorherrschenden Denker einer Zeit oder aber erläutern deren wichtigsten Theorien. Eine schöne Auswahl an Bildern rundet den Gesamteindruck ab.

Philosophie hat mitunter nicht den Ruf, sehr unterhaltsam und prickelnd zu sein, dieses Buch hat aber Suchtcharakter und es birgt die Gefahr, zur nächsten Buchhandlung rennen zu wollen und alle vorgestellten Bücher gleich auch noch lesen zu wollen. Ich kann es jedem, der sich mal einen Überblick über die Geschichte der Philosophie verschaffen will, nur ans Herz legen. Aber: Nicht nur denen, das Buch ist wirklich einfach eine wunderbare Unterhaltung und man entdeckt ja auch als alter Hase immer wieder etwas Neues oder findet etwas wieder, das in Vergessenheit geriet.

Fazit
Ein sehr fundiertes, umfassendes, lesbares und schön aufbereitetes Buch, das eine breite Übersicht über die Geschichte der Philosophie bietet und zu weiterer Lektüre verleitet. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor:
Martin F. Meyer ist Privatdozent am Philosophie-Seminar der Universität Koblenz-Landau

Angaben zum Buch:
MeyerIlluPhiloTaschenbuch: 186 Seiten
Verlag: J. B. Metzler Verlag (16. März 2016)
ISBN: 978-3476026484
Preis: EUR: 24.95 ; CHF 31.90

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Essen – die neue Religion

Was mich ab und an nervt im Leben – vor allem in den sozialen Medien? Man muss sich entscheiden. Esse ich Fleisch, sind die Veganer empört, überfluten mich mit Bildern von gequälten Tieren und fühlen sich ethisch moralisch korrekt. Esse ich keines, spotten die Fleischesser und finden sich witzig.

Ich kann also essen, was ich will, ich trete damit immer wem auf die Füsse… und werde aufgrund dessen ver-/beurteilt. Ich bin Unmensch oder Esoteriker, grausam oder lebensfremd.

Da die Religionen um Gott so langsam nicht mehr in sind – man führt da die verbohrten Sichten und das Verurteilen Andersgläubiger ins Feld, musste man eine neue Religion schaffen. Man fand sie in der Ernährung.

Achte also gut darauf, was du isst, es könnte dich Freundschaften kosten….