Vorsätze umgesetzt

Sie: „Ich werde nun Vegetarier. Das habe ich beim Jahreswechsel beschlossen.“

Er: „Ach ja? Und, wie geht es dir bislang?“

Sie: „Ich bin noch immer voll überzeugt? Ich fühle mich auch schon viel besser!“

Er: „Was isst du denn da so?“

Sie: „Gestern gab es Lammnierstücke mit Kräuterbutter und Nudeln, heute nur kalte Küche mit Rohschinken, Salami. Und morgen werde Bratwurst mit Rösti kochen.“

Er: „Ich dachte, du bist nun Vegetarier?“

Sie: „Ich muss zuerst noch alles an Fleisch aufessen, das hier an Vorräten lagert. Ich meine, die Tiere sind ja schon tot….“

©Sandra Matteotti

Dankbarkeit

Ich wurde kürzlich gefragt, was ich im und vom Jahr 2015 erwarte. Ich habe überlegt und musste sagen:

Ich wünsche mir, dass alles genauso bleibt, wie es ist. Damit wäre ich glücklich.

Ich habe sehr viel, für das ich dankbar bin. Das Jahr 2014 war nicht nur einfach, es hatte viele Hochs und Tiefs, viele schwierige Situationen. Einiges ging zu Ende, einiges fing neu an, manches schien kaputt und war nachher schöner als je zuvor. Das Leben ging seinen Lauf und es ging ihn gut. Nun, am Ende des Jahres, blicke ich auf mein Leben, wie es heute ist und ich kann nur sagen: Es ist wundervoll.

Wofür ich dankbar bin?

  • Für meine wunderbare Familie, die mein Hafen ist
  • Für meine Eltern, auf die ich seit bald 42 Jahren zählen kann
  • Dass ich wunderbare Freunde habe, auf die ich bauen kann und die mir wichtig sind
  • Dass wir alle gesund sind
  • Dass ich beruflich das machen darf, was ich liebe – im 2015 erst recht
  • Dass ich ein Zuhause habe, in dem ich mich wohl fühle
  • Dass ich genug Zeit habe, auch meine Leidenschaft (Bücher) zu pflegen
  • Dass ich überhaupt eine solche Leidenschaft habe
  • Dass wir in einem wunderschönen und im Vergleich sicheren Land wohnen
  • Dass ich ein eigenes Zimmer habe
  • Dass ich klar denken kann
  • Dass ich meine Meinung frei äussern darf – und kann
  • Dass ich auch schweigen kann – und darf
  • Dass ich die Ausbildungen machen konnte, die ich wollte
  • Dass ich neue Ausbildungen machen darf und werde
  • Dass es immer wieder weiter geht
  • Dass ich lachen kann, bis mir die Tränen kommen
  • Dass ich Menschen habe, die mit mir lachen
  • Dass ich weinen kann
  • Dass ich Menschen habe, die mit mir weinen
  • Dass ich Menschen habe, die mir Taschentücher reichen
  • Dass immer helfende Engel da waren, wenn ich sie brauchte
  • Dass ich nicht alles nennen kann, weil es zu viel ist

Das Jahr 2015 steht vor der Tür. Es bringt neue Herausforderungen für mich, auf die ich mich freue. Der Blog hier wird weiter bestehen, ich bin dankbar dafür, dass er sich entwickelt, wie er es tut. Ich bin dankbar dafür, dass da draussen Menschen sitzen, die ihn lesen, die ab und an ihre Gedanken zu meinem Schreiben teilen. Ohne euch wäre der Blog nicht, was er ist. Drum an dieser Stelle ein ganz grosses Danke. Fürs neue Jahr wünsche euch alles nur erdenklich Gute, möge auch in eurem Leben ganz viel sein, wofür ihr dankbar seid. Manchmal muss man es nur sehen.

Kein Jahresrückblick

Ich wollte einen Jahresrückblick schreiben. So richtig mit allem drum und dran: Was schwer war, was noch schwerer war, was ganz erschreckend schwer war. Und natürlich auch, was gut war. Keine Frage, das hätte auch Platz gefunden. Ich hatte auch schon angefangen mit all dem Schweren. Irgendwie lang das zuvorderst, ich hatte ja auch genug davon. Und so schrieb ich und schrieb ich und schrieb – und dachte, je länger ich schrieb, wie öde das eigentlich sei, all dieses Durchgemachte nun neu wiederzukäuen und auszuspucken.

Nicht dass es belanglos gewesen wäre, nicht dass es nichts mehr zählte, vergessen war es eh nicht, wie könnte es. Und doch: Who cares? Und: Was bringt’s? Schlussendlich war es das ganz normale Leben mit Ups und Downs. Ab und an hätte ich ein paar Tiefen gerne ausgelassen, überhaupt, man liesse sie eigentlich alle gerne aus, versucht dann aber – der Mensch tickt so – Sinn hineinzuinterpretieren, indem man zusammenbastelt, wozu sie gut gewesen sein könnten, und dass man ganz bestimmt nicht der wäre, der man heute ist, hätte man nicht erlebt, was einen so formte. Tiefs müssen zu was gut sein. Sonst wären sie ja grausam grässlich.

Ich habe den Jahresrückblick, der noch ganz am Anfang und dabei schon Unheil bepackt war, gelöscht. Er passte nicht in meine aktuelle Laune, die eigentlich (und uneigentlich) wunderprächtig ist. Klar, mit kleinen Wölkchen dann und wann, die ich mir teilweise selber kredenze, teilweise fliegen sie mir so zu. Aber auch mit viel Tollem und Gutem und Wunderbarem und so unverhofft Grossartigem (Das musste nun sein nach all dem Unheil, all dem Schweren, all dem Leid, das ungeschrieben, aber viel beschrieben da steht).

Und so wird dieses Jahr enden und das ohne einen Jahresrückblick meinerseits. Was war, das war, auf das, was kommt, freue ich mich (ok, die Tiefen, die sicher kommen werden, könnte ich auslassen, aber ich werde bestimmt für jede einzelne verdammte Tiefe einen ganz tiefen Sinn finden).

Und nun stürze ich mich voll und ganz in die Vorweihnachtszeit, Kerzen, Lichter, Musik inklusive. Allen Lesern da draussen danke ich von Herzen für jeden Stern, für jedes „gefällt mir“ und jeden Kommentar. Der Blog wäre nicht, was er ist, gäbe es euch nicht. Von Herzen: Danke!

Frohe Weihnachten und lasst uns nächstes Jahr genauso weitermachen.

Macht der Gewohnheit

Wie oft verharrt man in Situationen, die einem nicht gefallen, die einen leiden lassen, die weh tun. Wie oft versagt man sich ein Glück, das eigentlich zum Greifen nah sein könnte, das man sich aber nicht zu greifen getraut. Wieso? Weil man dafür etwas aufgeben müsste. Etwas, das da ist, das man kennt. Man kennt es mit all seinen negativen Seiten, all seinem Schmerz, all seinen Schwierigkeiten. Aber man kennt es.

Das Neue klingt toll, aber was, wenn es nicht hält?Was, wenn es auch schwierige Seiten hat, die man nicht kennt? Solche, die man erst erfahren muss, damit umgehen lernen muss? Mit den alten Schwierigkeiten hat man sich – mehr schlecht als recht, aber doch – arrangiert. Drum bleibt man dabei, leidet vor sich hin, sucht weiter nach dem Glück, um es jedes Mal wieder gehen zu lassen, wenn man nur eine blasse Ahnung davon hat. 

Lebe deine Träume, träume nicht dein Leben.

Es klingt so gut, es klingt so wahr und vor allem klingt es einfach. Aber alles andere als das ist es. Man wünscht sich ein Leben nach seinen Plänen, nach seinen Massstäben, nach seinen Zielen. Erfüllt soll es sein, voller Liebe, voller Zufriedenheit, lebendig.

Leben bedeutet immer auch Veränderung. Mal im Kleinen, mal etwas grösser. Wir jedoch halten krampfhaft fest, was ist. Brechen ab und an vielleicht in Gedanken aus, vielleicht auch ein wenig real, um dann schnell und unbemerkt wieder zurück zu krebsen. Im Schoss der Gewohnheiten, des Althergebrachten fühlen wir uns geborgen. Ein Gefühl, das wir nicht mehr im Stande sind, uns selber zu geben, weil wir uns und der Welt nicht trauen, weil sie so gross, so schnell, so unbeständig scheint. Alles, was wir haben, ist das, was ist. Und wir krallen uns förmlich fest. Nichts soll entgleiten. Auch wenn es nicht wirklich das ist, was wir uns wünschen.  Es ist alles, was wir haben. Und:

Schlimmer geht immer.

Allerdings könnte es auch besser werden. Wenn man sich traute, wenn man sein Leben in die Hand nimmt und versucht, das aus seinem Leben zu machen, was man sich davon auch wirklich erhofft. Dazu hilft es, auch mal hinzusehen, was ist. Das Leben ist nicht einfach, wie es immer war, man hat es selber in der Hand, es aktiv mitzugestalten, wie es sein soll. Ab und an bedeutet das, Abschied nehmen von lieb gewonnen oder nur einfach vertrauten Gewohnheiten. Etwas zu wagen, einen Schritt nach vorne zu gehen. Nicht jeder Schritt geht direkt ins Glück, einige gehen auch in die Irre. Doch wäre ein Verharren im Leid, im ungewollten Leben wirklich besser?

Drum wünsche ich mir fürs neue Jahr Mut, Zuversicht, Willenskraft und gutes Schuhwerk, um meinen Weg zu gehen. Ich wünsche mir die eine oder andere Hand, die mir hilft, wenn ich falle, hoffe auf viel Licht, damit ich den richtigen Weg sehe und auf viel Freude, ihn mit leichtem Herzen gehen zu können. Ich wünsche mir gleich gesinnte, gut gewillte Wegbegleiter und auch das eine oder andere Hindernis, damit ich die Leichtigkeit des Seins im Gegenzug zu schätzen weiss.