5 Inspirationen – Woche 16

Schon wieder ist eine Woche um, zwar verändert sich in meinem Leben ja selten viel, da ich darum bemüht bin, es möglichst gleichförmig zu halten – und aktuell ist auch wenig drüber hinaus möglich. Das Highlight der Woche war sicher, dass meine Mutter in meine Nähe zog. Wir waren über Jahrzehnte lokal weit gestreut, der Kontakt war eher wenig. Ich freue mich auf hoffentlich noch ganz viele wunderbare gemeinsame Zeiten. Ansonsten bin ich dankbar für alles, was gut ist, stosse ab und zu an eigene Grenzen, nehme sie wahr, hadere weiter und versöhne mich. Leben halt.  

Was ist mir diese Woche begegnet, hat mich diese Woche inspiriert?

  • Diese Woche wurde mir etwas bewusst, das ich zwar schon wusste, das ich mir aber wohl immer wieder neu vor Augen führen muss: Ich bin in meiner Art des Seins wohl eher eigen. Ich bin ein Mensch, der viel Zeit für sich, für seine Projekte braucht, ein Mensch, der schnell an Grenzen stösst, wenn zu viele Menschen etwas wollen oder schlicht da sind, wenn zu viele Termine in der Agenda stehen. Für andere Menschen mag das anders sein, doch hilft mir das nichts. Ich bin, wie ich bin. Es tat mir gut, in einem Podcast eine Schriftstellerin sagen zu hören:

„Mir ging es in dieser Coronazeit sehr gut, endlich hatte ich Ruhe, endlich wollte keiner mehr was von mir, endlich musste ich das Haus nicht mehr verlassen.“

Und auch sie hat sich diese Pandemie nicht gewünscht, auch sie hatte grosses Mitgefühl für all diejenigen, die auf ganz verschiedenen Ebenen leiden darunter. Aber sie empfand für sich selber so. Und das tue ich auch. Ich nenne diese Erkenntnis „Mut, ich selber zu sein und dazu zu stehen“.

  •  Ich hörte den Podcast „Hotel Matze“, dieses Mal mit dem Philosophen Markus Gabriel zur Frage, wie Philosophen über die Zeit nachdenken. Es ging darin um Themen wie die Schere zwischen Arm und Reich und was man dagegen tun könnte, um das Aufräumen mit Feindbildern durch eine klarere Sicht auf sich selber, um das Lernen und den Umgang mit Fehlern – und vieles mehr. Ein schönes Zitat aus dem Podcast:


Moralischer Fortschritt geschieht dann, wenn wir neue Erkenntnisse darüber gewinnen, was wir tun und was wir lassen sollten.“

Und noch ein Podcast hat mich diese Woche inspiriert und bewegt, da er ein Thema behandelt, das mir auch am Herzen liegt: Der Bücher-Podcast der FAZ zum Buch «Lesen macht stark». (Die Rezension zum Buch wird noch folgen). Darin wurde das Thema «Leseförderung» angesprochen, ein Feld, in dem ich mich auch noch mehr engagieren möchte. Wenn man weiss, dass (in Deutschland – in der Schweiz sind die Zahlen wohl ähnlich und sie stammen von vor Corona… eventuell gab es da noch eine Verschiebung) 18% der Kinder in der 4. Klasse nicht sinnentnehmend lesen können (sie kennen zwar die Buchstaben, verstehen aber den Sinn dessen, was sie lesen nicht), dass es in der 1. Sekundarstufe schon 21% sind und insgesamt 1/3 der nichtgymnasialen Abgänger ebenso strukturelle Analphabeten sind, dann zeigt sich da ein Handlungsbedarf. Dabei denke ich nicht an Lesezwang oder ähnliche Unsinnigkeiten, sondern daran, Kindern Freude am Lesen zu vermitteln durch das Einbinden von Lesen in gemeinsame Erlebnisse. Und so einiges mehr. (Mehr würde diesen Rahmen sprengen, aber auch darüber werde ich noch genauer schreiben).

  • Prokrastination ist etwas, das ich fast in Perfektion beherrsche. Ich setze mich am Morgen – eigentlich guten Mutes – an meinen Schreibtisch und verzettle mich dann völlig. Lese meine Mails, statt mit meiner Arbeit zu beginnen, bleibe bei einem hängen, dieses führt zum nächsten, und so finde ich mich schon bald dabei kreuz und quer durchs Netz zu lesen, durchaus spannende und interessante Artikel, aber halt nicht das, was ich mir vorgenommen habe. Ab und an geschieht das unbewusst, ab und an schiebe ich wirklich bewusst auf, weil ich irgendwie eine Ladehemmung habe. Die Frustration über das Liegengebliebene ist verständlicherweise gross, zumal es eigentlich Herzensprojekte sind, die ich aufschiebe. Diese Woche war ich wieder einmal dabei und sagte dann „stopp“. Und ich „zwang mich, alles auszuschalten und mich an meine Arbeit zu setzen. Und siehe da. Sobald ich angefangen hatte, lief es wie von selber, es machte Spass, ich kam voran und war danach richtig erfüllt. Ab und an muss man seinen eigenen inneren Schweinehund in die Schranken weisen – das ist im Moment schwierig, danach aber so bereichernd.
  • Kürzlich machte ich mir Sorgen um einen lieben Menschen. Da ich mir das nicht anmerken lassen wollte, überspielte ich diese Sorge mit gut gemeinten (kennt ihr den Ausspruch *gut gemeint ist der kleine Bruder von scheisse gemacht“ oder habe ich den erfunden? Ist zumindest meine Überzeugung) Sprüchen, die Fürsorge zeigen sollten, aber wohl davon ziemlich weit entfernt waren. Nicht, weil ich diese nicht haben wollte, im Gegenteil, aber ich wollte dem Betroffenen nicht mit meiner besorgten Haltung zur Last fallen. Und ich habe wohl genau damit alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Weil: Ich war nicht mehr verständlich. Zumindest nicht für einen Menschen, der hinsieht, mich kennt, „mit dem Herzen sieht“. Ich wäre es wohl auch für den Rest nicht gewesen, was bleibt: Sich verstellen bringt wenig – und wenn, dann nur bei Menschen, die eigentlich nicht zählen sollten, da sie so weit weg sind, dass weder sie mich noch ich sie betreffe. So wirklich.

Ich hoffe, es war was für euch dabei, das euch angesprochen hat. Wenn ihr etwas habt, das euch diese Woche angesprochen, bewegt, inspiriert hat – ich würde mich freuen, wenn ihr davon berichten würdet. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und einen guten Start in die neue Woche!

Werte auf dem Prüfstand

„Flüchtlinge sind heutzutage jene unter uns, die das Pech hatten, mittellos in einem neuen Land anzukommen und auf die Hilfe der Flüchlingskomitees angewiesen waren.“[1]

Diese Worte stammen von Hannah Arendt, zum ersten Mal erschienen sie 1943 in der Zeitschrift The Menorah Journal im Aufsatz We Refugees(Wir Flüchtlinge). Auch wenn sie sich in diesem Aufsatz auf die Flucht der Juden aus Deutschland bezieht, hat sich an der Grundproblematik bis heute nichts geändert – das Thema ist aktuell und wird es so lange bleiben, wie irgendwo auf der Welt Krieg herrscht.

„Wir haben unser Zuhause und damit die Vertrautheit des Alltags verloren. Wir haben unseren Beruf verloren und damit das Vertrauen eingebüsst, in dieser Welt irgendwie von Nutzen zu sein.“[2]

Immer wieder hört man, Flüchtlinge überfluten unsere Länder, sie machen unsere Kultur kaputt, weil sie zu viel von ihrer mitbringen. Die Menschen hier sehen sich in ihrer Identität gefährdet, weil sie plötzlich mit Neuem konfrontiert sind. Nur: Wenn man sich mal mit der anderen Seite befasst, sieht man, dass nicht die Menschen hier es sind, deren Identität in Gefahr ist. Die Menschen, die hier herkommen, die ihre Sprache, ihre Gebräuche, ihre Gewohnheiten hinter sich lassen mussten, oft auch die Mehrheit der Familie und Freunde, sie sitzen in einem fremden Land, in dem sie von vielen nicht willkommen sind, sind fremden Bräuchen ausgeliefert und haben vieles, das Bestandteil ihrer Identität war, verloren. Vielleicht ist es vor diesem Hintergrund klar, dass sie sich ein paar Dinge bewahren wollen – und sei es nur die Religion, die denen, die glauben, Halt geben kann in einer sonst haltlosen Situation.

„Der Mensch ist ein geselliges Tier, und sein Leben fällt ihm schwer, wenn er von seinen sozialen Beziehungen abgeschnitten ist. Moralische Wertvorstellungen sind viel leichter im gesellschaftlichen Kontext aufrecht zu erhalten.“[3]

Man sperrt Flüchtlinge in Heime, am liebsten möglichst weg von den Siedlungen der Menschen hier. Es wird von Standortentwertung gesprochen durch Flüchtlingsheime, man fürchtet um Leib und Leben, fühlt sich nicht mehr sicher, wenn die Flüchtlinge hier sind. Fast könnte man meinen, es ginge um eine Horde wilder Tiere, über die gesprochen wird, aber nein, es sind Menschen.

Leiden verbindet, insofern ist es nicht verwunderlich, dass Menschen, die hierherkamen durch eine Flucht, sich aneinander halten. Da viele hier zudem Berührungsängste haben, bleibt den Neuankömmlingen (diese Bezeichnung hätte sich Hannah Arendt statt Flüchtling gewünscht)   wenig anderes übrig. Genau das ist aber problematisch. Wie sollen sich Menschen hier integrieren können, wenn man sie ausschliesst? Wie sollen sie unsere Gebräuche kennenlernen und sich einbringen lernen, wenn man sie nicht lässt? Wie sollen sie sich hier heimisch fühlen, wenn man sie wie Aussätzige behandelt?

Wir sprechen immer von Menschlichkeit und Mitgefühl, schreiben ethische Werte auf unsere Flaggen, aber: Wenn es drauf ankommt, ist sich oft jeder der Nächste. Dann zählt plötzlich der Schutz der eigenen Persönlichkeit, die man durch das Kommen (zu vieler, wie man findet) Fremder gefährdet sieht, mehr als Hilfe für oft um Leib und Leben bangende Menschen, die die grössten Strapazen auf sich nahmen, nur um wenigstens eine Chance auf Überleben zu haben. Schön wäre es, würde es nicht beim Überleben bleiben, sondern ein Leben draus. Und da sind wir gefordert.

Flüchtlinge nehmen uns nicht die Arbeit weg, sie haben ihre verloren. Sie stehlen auch unser Geld nicht. Wir haben Gesetze und Richtlinien, wie man Menschen in welchen Notlagen helfen kann – so funktioniert ein Sozialstaat, zu dem wir alle grundsätzlich ja sagen – ansonsten müsste man die gesetzlichen Grundlagen ändern, nicht den Flüchtlingen die Schuld zuweisen, denn sie haben weder die Gesetze gemacht noch können sie irgendwas hier bewegen. Insofern sind sie Gäste in einer fremden Kultur, an der sie in vielen Bereichen nicht teilhaben können.

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[1]Hannah Arendt, Wir Flüchtlinge, S. 9
[2]Hannah Arendt, Wir Flüchtlinge, S. 10
[3]Hannah Arendt, Wir Flüchtlinge, S. 26

Moral, Künstler und Kunst

Wir haben als Menschen gewisse moralische Grundsätze. Die besagen, was geht und was eben nicht geht. Das ändert mit der Zeit, ist auch nicht an allen Orten gleich, aber Menschen, die zur gleichen Zeit im gleichen Kulturkreis leben, teilen mehrheitlich dieselben moralischen Grundsätze.

Seit es Menschen gibt, gibt es auch Kunst – in irgendeiner Form. Über Sinn und Zweck derselben streitet man zwar ab und an, aber jeder geniesst sie in irgendeiner Form und das ist Grund genug, sie weiterleben zu lassen. Kunst wird von Menschen produziert, wir nennen sie Künstler. Da sie aber Menschen bleiben, haben sie auch menschliche Eigenschaften – und damit ihre Abgründe. Was, wenn ein solcher Abgrund offengelegt wird? Was, wenn plötzlich ein Künstler einer Tat bezichtigt wird, die unseren moralischen Grundsätzen widerspricht? Betrifft das nur sein Menschsein oder aber auch seine Kunst?

Darf man Kunst eines Menschen, der sich moralisch verwerflich verhielt, noch geniessen?

Polanski hat Mädchen sexuell ausgenutzt. Weinstein stand vor kurzem am Pranger. Nun haben wir noch Kevin Spacey, Michael Jackson stand praktisch immer unter Verdacht. Das sind ein paar Namen, die mir grad einfallen, es gibt sicher viele mehr und: Es gibt ganz sicher eine enorme Dunkelziffer. Denn die Namen kennen wir ja erst, wenn jemand redet. Die Maschinerie des Schweigens funktioniert oft gut. Zu gut.

Wenn wir alle Filme von Filmproduzenten, welche übergriffig wurden, boykottieren, fällt schon mal eine grosse Bandbreite weg – darunter Filme, die Kultstatus erreichten (gerade fällt mir noch Woody Allen ein….Bing Crosby). Es gibt ja auch nicht nur Missbrauch – was ist mit Scientology? Würde man Sekten verurteilen moralisch, wären alle Filme mit Anhängern der Sekte tabu. Und: Gilt nur Moral oder auch Recht? Wie ist es mit Steuerhinterziehung? Betrug (in welcher Form auch immer)?

Der Ruf zum Boykott ist verständlich. Man will keinen Menschen „belohnen“, der sich unmoralisch verhalten hat. Man will keinem in die Hände spielen, der Blut an diesen kleben hat. Man möchte integer sein. Man hat Werte. Ansprüche. Und das ist gut so. Nur so funktioniert ein Miteinander, eine Gesellschaft. Aber:

Die Welt ist nicht schwarz-weiss, sie hat leider ganz viele Schattierungen und die machen es verdammt schwer, in ihr zu leben und zu urteilen. Auch einer, der moralisch ein Schwein ist, kann einen künstlerischen Blick auf Dinge haben, der toll ist, der tief ist, der wahr ist. Wenn man diesen anerkennt, akzeptiert man nicht gleich sein moralisches Vergehen mit.

Das Kunstwerk entstand nicht im luftleeren Raum. Es entstand in und durch den Menschen, der durch sein anderes Tun ein Ekel, ein unmoralischer Mensch, ein Betrüger oder was auch immer ist. Aber wenn er es geschaffen hat, steht es auch für sich. Als Kunst. Das vollendete Werk ist vom Künstler losgelassen. Er wendet sich dann Neuem zu. Das sagen ganz viele Künstler über ihre Werke: Sie brüten und schaffen – dann lassen sie los. Und dann passiert ja auch viel damit durch die Reaktionen der Betrachter. Das Werk gehört quasi ihnen, da sie dann daraus durch die Rezeption was machen.

Drum schaue und höre ich mir weiter Werke von Künstlern an, die ich moralisch fragwürdig finde. Ich neigte noch nie zum Fan-Kult. Mir ist relativ egal, wer hinter einem Werk steht. Entweder es überzeugt mich oder nicht. Das gibt den Ausschlag, ob es meine Zeit wert ist – oder nicht. Wie haltet ihr das?

Erich Kästner: Fabian (Rezension)

Die Geschichte eines Moralisten

Der Moralist, der nicht im trüben Wasser schwimmen konnte

Der Moralist pflegt seiner Epoche keinen Spiegel, sondern einen Zerrspiegel vorzuhalten. Die Karrikatur, ein legitimes Kunstmittel, ist das Äusserste, was er vermag. […]

Sein angestammter Platz ist und bleibt der verlorene Posten. Ihn füllt er, so gut er kann, aus. Sein Wahlspruch hiess immer und heisst auch jetzt: Dennoch!

Inhalt
Fabian, ein am Leben pessimistischer Moralist hält sich mit verschiedenen Jobs über Wasser, lernt das Leben und die Menschen mit all ihren Facetten kennen und sieht das eigene Land langsam untergehen. An ein eigenes Glück oder Liebe gar glaubt er nicht, bis er eines Tages Cornelia kennenlernt und mit ihr die glücklichste Zeit seines Lebens erlebt. Hatte er bislang doch alles zu schwarz gesehen?

Zusammenfassung
KästnerFabianFabian, Dr. der Germanistik und zweiunddreissig Jahre alt, hält sich finanziell mehr schlecht als recht in abwechselnden Jobs über Wasser. In seiner Freizeit treibt er sich in zweifelhaften Etablissements herum, trinkt mit befreundeten Journalisten eines über den Durst, hat Liebschaften und diskutiert mit seinem Freund Labude über die pessimistischen Aussichten für Deutschland und Europa.
Fabian glaubt nicht an das Glück, er glaubt nicht an die Liebe, bis er Cornelia trifft und sich verliebt. Nach ein paar Tagen glücklichen Daseins verliert er seine Stelle. Einerseits für die eigene Karriere, andererseits, um ihm zu helfen, lässt sich Cornelia mit einem Filmmagnaten ein – einmal mehr ist Fabians Unglück besiegelt.

Nachdem sich auch noch sein bester Freund Labude umgebracht hat – aufgrund eines als Witz getarnten Missverständnisses – sieht Fabian seine Zeit in Berlin beendet. Er geht nach Hause ins Dorf seiner Eltern, lebt eine Weile in bleierner Langeweile, lehnt eine ihm angebotene Stelle bei einem rechten Blatt ab und plant eine Auszeit in den Bergen. So weit soll es nicht mehr kommen:

Plötzlich sah er, dass ein kleiner Junge auf dem steinernen Brückengeländer balancierte. Fabian beschlenigte seine Schritte, Er rannte. Da schwankte der Junge, stiess einen gellenden Schrei aus, sank in die Knie, warf die Arme in die Luft und stürzte vom Geländer hintuner in den Fluss.
[…]
Fabian […]zog die Jacke aus und sprang, das Kind zu retten, hinterher. […] Der kleine Junge schwamm heulend ans Ufer. Fabian ertrank. Er konnte leider nicht schwimmen.

Beurteilung
Fabian. Die Geschichte eines Moralisten ist eine brillante Satire auf die deutsche, speziell die Berliner Gesellschaft der späten Zwanzigerjahre, die Zeit der Wirtschaftskrise. Fabian ist ein scharfer Beobachter des Lebens um ihn herum. Er bewegt sich in den verschiedenen Milieus, oft am Rande der Gesellschaft, und sieht da hinter die Masken der herrschenden Doppelmoral.

Kästner wollte warnen, als er dieses Buch schrieb. Er wollte vor dem Abgrund warnen, auf welchen er Deutschland und Europa zuschreiten sah. Es ist – wie seine in der gleichen Zeit entstandenen Gedichte – der sogenannten „neuen Sachlichkeit“ zuzuschreiben, die Figuren und die einzelnen Szenen sind nicht Abbilder, sie sind Zerrbilder. Sowohl die Laster wie auch die Tugenden werden durch Erhöhungen überzeichnet und so in einer Komik dargestellt, die einerseits zum Schmunzeln anregt, andererseits aber auch genauer hinschauen lässt.

Das schnelle Tempo, die rasch wechselnden Szenen, die einfachen Sätze und der überall vorherrschende Sprachwitz geben dem Roman eine Dynamik, die Schnoddrigkeit, Ironie und Schlagfertigkeit in den einzelnen Dialogen ziehen den Leser in die Geschichte hinein, lassen diese lebendig wirken.

Fazit:
Ein wunderbar tiefgründiges, satirisches, witziges Buch, das durch Lebendigkeit der Sprache, Witz und Ironie besticht. Eine brillante Mischung aus ernstem Anliegen und humorvoller Umsetzung. Eine absolute Leseempfehlung.

Zum Autor
Erich Kästner
Als die Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 Bücher und Bilder unliebsamer Künstler verbrannten, waren auch Werke von Erich Kästner darunter. Seine zeitkritischen und satirischen Texte hatten ihn in Ungnade fallen lassen. Der am 23. Februar 1899 in Dresden geborene Journalist und Schriftsteller lebte und arbeitete weiter in Berlin und publizierte im Ausland. Die Gedichtbände „Herz auf Taille“ und „Lärm im Spiegel“ erschienen 1928 und 1929, ebenso sein bekanntestes Kinderbuch „Emil und die Detektive“. Nach dem Krieg lebte Kästner in München und rechnete als Mitglied der „Schaubude“ sowie in seinen Hörspielen und Liedern mit den Nazis ab. Er starb am 29. Juli 1974 in München.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Atrium Zürich (5. Mai 2017)
ISBN: 978-3038820086
Preis: EUR 12 / CHF 17.90

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Werk und Schöpfer

Oft hörte ich: Den Künstler lese oder höre ich nicht, dessen Bilder schau ich mir nicht an – weil: Er war menschlich, politisch, ethisch auf einer Linie, die meiner nicht entspricht, oder er ist gar so untragbar ist, dass man den Menschen mit allem, was er hervorbrachte, ignorieren müsste.

Die Frage, die sich mir hier stellt, ist: Kann man den Faden so spinnen in der Kunst – und generell? Ist jemand, der auf einer – oder mehreren – Ebene(n) daneben griff, auf allen Ebenen und absolut zu verdammen? Kann jemand, nur weil er irgendwo falsch lag, nicht irgendwo auch richtig liegen? Was ist der richtige Umgang mit Menschen, die sich menschlich oder ethisch disqualifizieren? Was ist der richtige Umgang mit dem, was sie sagen, tun, schaffen?

Zum Beispiel
Michael Jackson. Ein Meilenstein der Popmusik. Kaum einer kennt den Namen nicht, gewisse Lieder haben sich so eigebrannt, dass man beim ersten Takt weiss, was es ist. Aber – bei aller musikalischen Leistung – es gab eine dunkle Seite. Immer wieder kamen Gerüchte auf, er sei pädophil. Die (juristische) Gewissheit gab es nie, die Gerüchte und Fakten reichten aber, den Verdacht als begründet zu sehen in der Allgemeinheit. Was macht das mit seinem Werk? Darf man das noch hören? Ist Thriller plötzlich weniger gut?

Ein weiteres Beispiel
Ezra Pound – Wegbereiter der modernen Lyrik und Faschist. „Muss“ man ihn lesen, weil er lyrisch etwas zu bieten hat, weil er ein Meilenstein der Literaturgeschichte ist, oder sollte man ihn meiden, weil er ein Gedankengut vertrat, das nicht zu vertreten ist?

Noch ein Beispiel gefällig?
Was ist mit Heidegger? Ein Nazi? Sind seine Texte zum Denken, seine klaren Analysen zur Zeit und zum Sein hinfällig, weil er der falschen Ideologie anhing (für eine Zeit)?

Zählt das Werk für sich oder ist es immer auf den Schöpfer begrenzt? Kann ich Michael Jacksons Musik mögen, ohne damit Pädophilie zu verharmlosen? Muss ich mich von Pound distanzieren, weil ich den Faschismus/Nationalsozialismus und alle seiner Unterstützer damit als verabscheuenswürdig erachte? Kann einer, der einer falschen Ideologie folgt, trotzdem etwas Wertvolles und Wahres sagen?

Wie geht man damit um? Jedes Werk hat einen Schöpfer und es ist von diesem durchtränkt. Durchtränkt eine Ideologie das ganze Werk oder kann daneben was blühen? Ganz unbedarft?

Ich frage.

Der Spott der Welt über das Scheitern anderer

Aktuell lese ich überall Spott über das Ehe-Aus von Sarah und Pietro. Wie traurig ist das?Haben erwachsene Menschen nichts Besseres zu tun, als ihre Schadenfreude und ihren Spott zu feiern?

Da verliert grad ein Kind seine heile Familie (und ich höre den Spott und die Korinthenkackerei jetzt schon wieder ob dieses Begriffs) und man hat nichts Besseres zu tun, als sich ach so witzig zu fühlen? Ist das die Welt, in der ihr leben wollt? Echt jetzt?

Ich könnte sagen, ich habe es gesagt (und ja, das tat ich) – nur: Wir müssen nicht richten, wir können es selber besser machen. Ich habe so die Nase voll von all dem moralinsauren Urteilen über andere – und immer unter dem Deckmantel von Ironie, Satiere oder „es war nur witzig gemeint“.

Wir haben auf der Welt echt schlimmere Probleme als ein auseinander gehendes Pseudopromipaar. Und jeder hat wohl mit sich selber nochmals genug zu tun – eigentlich.

Männliche und weibliche Skandale

Ein Aushängeschild einer christlichen Partei wird zum vierten Mal Vater. Daran ist per se nichts auszusetzen, nur: Die Mutter ist nicht seine Frau, sondern ein einmaliger (?) Ausrutscher. Da hat es der gute Mann mit der christlichen Nächstenliebe etwas zu wörtlich genommen, möchte man spotten – wäre das Ganze nicht so traurig und das in vielerlei Hinsicht.

Man könnte sich auf den Standpunkt stellen, das sei seine Privatangelegenheit, hätte weder mit seiner Politik was zu tun, noch hätte es uns was anzugehen. Dem möchte ich entgegenhalten, dass es nunmal an mich herangetragen wurde durch die Medien und ich mir dadurch natürlich meine Gedanken dazu mache. Ist so ein Mensch tragbar? Politiker sollten ja gewisse Werte vertreten, sollten für etwas stehen, man sollte ihnen trauen können. Kann man das, wenn es einer auf einer so elementaren Ebene an Ehrlichkeit und Integrität fehlen lässt?

Könnte man hier das Argument „Er ist auch nur ein Mensch/Mann“ gelten lassen? Dass Seitensprünge keine Seltenheit sind, ist Fakt, das müssen wir nicht wegdiskutieren. Eigentlich möchte ich den moralischen Zeigefinger gar nicht so sehr bemühen, aber er regt sich, weswegen ich dieses Feld verlasse und mich einem anderen zuwende. Der Politiker bezeichnet das Ganze als „grossen Fehler“. Da wächst nun also ein Kind heran, dass irgendwann mal lesen kann, dass es sein Dasein einem grossen Fehler verdankt. Eine solche Äusserung öffentlich finde ich mehr als bedenklich, sie ist menschlich dumm und unbedacht. Sie ist für das heranwachsende Leben ein Stempel, den es irgendwann mal an sich entdecken wird – und er wird sich kaum wegwischen lassen. Aber es geht noch weiter. Seiner Frau beichtete er alles erst kurz vor der Geburt. Sie will nun zu ihm stehen. Und er will für das Kind sorgen, er hätte sogar die Vaterschaft anerkannt und die finanzielle Unterstützung geregelt. Wenn man das so liest, klingt es fast so, als ob man nun applaudieren müsste ob der Weitsichtigkeit und Gutherzigkeit des edlen Mannes – dabei hat er nur das Mindeste getan, was man in einer solchen Situation überhaupt verlangen kann. Aber die Medien klopfen ihm fast auf die Schultern, indem sie es eben nicht anprangern, nur so quasi sachlich berichten.

Man denke mal ein paar Monate zurück. Da wurde ein Tunnel eröffnet und eine Frau trug einen Mantel, der nicht ganz vorteilhaft erschien. Wie haben die Medien gezetert und geschrien. Wie haben sie sich über ihren Kleidergeschmack lustig gemacht, sie durch den Kakao gezogen. Dann wurde auch noch über den (viel zu hohen – wovon zahlt sie das? Von zu hoch angesetzten Geldern, die den Steuerzahler schröpfen???) Preis geschimpft. Ein Skandal, könnte man denken, den sich diese Politikerin erlaubt hat. Wie viel besser macht es da dieser Politiker (notabene derselben Partei), der einfach mal fremdgeht, alle belügt, hintergeht und dann auch noch einen grossen Fehler produziert. Immerhin bereut er es ja.

Moral – universell oder individuell?

Beim menschlichen Zusammenleben gibt es Regeln. Viele davon sind in Form von Gesetzen aufgeschrieben und damit verbindlich, einige existieren als moralische Grundsätze, die darlegen, wie man sich verhalten soll im Verband, damit es allen gut geht. Doch worauf gründen diese Grundsätze? Sind sie in uns Menschen angelegt als Kern unseres Seins? Die buddhistische Psychologie geht davon aus. Sie sagt zwar, dass dieser Kern verschüttet sein kann und wir keinen Zugang dazu haben, aber: Jeder kann sich diesen Zugang verschaffen, wenn er es will. In der westlichen Philosophie ist vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg der Glaube an eine absoolute und universell gültige Moral abhanden gekommen. Hannah Arendt erklärt den Verlust damit, dass vor dem Dritten Reich moralische Grundsätze herrschten, die während desselben in ihr Gegenteil verkehrt wurden, um danach wieder zurückzudrehen. Was Menschen in der einen Zeit gut und richtig fanden, stiessen sie in der anderen mit Füssen.

Wie entscheiden wir, was wir gut und richtig finden? Welche Instanz gibt den Ausschlag? Es ist wohl das Gewissen, das uns vor der Handlung abwägen lässt, was zu tun ist, danach richtet, was wir getan haben. Doch worauf gründet dieses Gewissen? Entsteht es durch Konventionen in der Zeit, in der wir leben, oder ist es eben wirklich Teil von unserem Wesen, als geistige, allgemein und immer gültige Grundlage? Und was passiert, wenn wir gegen unser Gewissen entscheiden?

Ein Beispiel:

Ein Mann plant eine Überraschung für seine Frau und lügt sie deswegen an, obwohl er weiss, dass sie Lügen hasst und es ihm übel nähme – egal, ob es für sie gemeint ist oder nicht. Sein Gewissen meldet sich und weiss: Das wird sie nicht toll finden, wenn sie es rausfindet. Es bestehen aber gute Chancen, dass es nicht rauskommt.

Soll sie sich nicht so haben, war ja nur gut gemeint? Sollte er ehrlich bleiben und notfalls etwas anderes machen, wenn es so nicht klappt, weil er respektiert, was sie sich wünscht und nicht dagegen handelt? Ist das Beispiel so banal, dass es eh keinen kümmert?

Ein Mann hat sich an der Börse verspekuliert und damit viel Geld verloren. Zwar brauchen die beiden das Geld nicht dringend, aber es war als Notgroschen gedacht und damit unantastbar. Seiner Frau lag viel an diesem Polster – zur Absicherung. Da die Frau sich nie um die Finanzgeschäfte kümmert, traut er sich nicht, ihr was zu sagen, zumal sie es nie rausfinden würde – käme kein solcher Notfall.

Immer noch eine Bagatelle? Ein Vertrauensbruch? Sein Gewissen sagt ihm, er hat Mist gebaut, nur: Zu ändern ist das nun nicht mehr.

In einer Ehe ist der Wurm drin. Es ist alles eingespielt, man hat sich arrangiert, aber wirklich glücklich ist man nicht mehr. Trotzdem kommt eine Trennung aus vielen Gründen nicht in Frage. Da Mann und Frau sehr unabhängige Lebensabläufe haben, merkt die Frau nicht, dass sich der Mann ab und an mit einer anderen Frau trifft. Das tut ihm gut, das macht ihn glücklich, so dass er auch mit seiner Ehe wieder besser klar kommt, da er gelassener ist. Seine Frau würde das nie gutheissen, auch wenn sie die Beruhigung im Alltag schätzt.

Akzeptabel, weil es so eigentlich allen besser geht? Ist unbedingte Ehrlichkeit höher zu schätzen als ein bisschen Zufriedenheit im Leben?

Im Buddhismus wäre die Antwort klar: Die Unwahrheit ist ein Gift, das die eigene Psyche angreift. Wirkliches Glück ist damit nicht möglich, nicht mal dauernde Zufriedenheit. Das Gewissen, so ist man sich sicher, wird einen innerlich zerfressen. Unterdrückt man es, findet es Wege, an anderen Orten für Unruhe zu sorgen und so Leid über einen zu bringen. Da man hier das Glück sowieso im Innen sucht, nie im äusseren Erlangen von Objekten der Begierde (welcher Art auch immer), wäre das Glück durch die Lüge sowieso ein eher vorübergehendes und auch illusionäres als wirklich tief empfunden.

Doch: Wie sehen wir das im Westen? Wahrheit eine Tugend, ein Prinzip, das man hochalten soll? Schulden wir das der Moral? Woher rührt diese? Sind es die Konventionen unserer (christlichen) Ethik, die uns dazu auffordern, oder aber doch etwas tief in uns, das uns aushöhlen würde, ignorierten wir es?

 

 

 

 

Medien und Moral

Es gibt wohl kaum etwas Schlimmeres, als wenn ein Kind stirbt. Schon die, welche davon Kenntnis haben, kriegen einen Stich, wie es für die Eltern sein muss, kann man sich wohl kaum vorstellen. Man kennt nur die Angst als Mutter oder Vater, es könnte so sein. Und die ist schon gross genug.

Stirbt ein Kind eines sogenannten Promi, wird das Ganze zum Ereignis, zum Happening, über das die nächsten Tage berichtet wird – erst über den Umstand an sich, danach assoziativ. Und wo berichtet wird, fallen Kommentare an. Einige wünschen den Hinterbliebenen Kraft, andere finden das doof und setzen einen Daumen nach unten (was Facebook bis heute nicht schaffte, hat die Kommentarfunktion der plakativsten Zeitung der Schweiz schon lange. Ob es gut ist? In solchen Fällen zweifelt man!). Einige finden, dass so viele Kinder sterben, wieso man so ein Brimborium um diese Promikinder macht, und Dritte haben sonst was zu mosern, wollen ihre Philosophien oder anderen Unverständlichkeiten loswerden.

An diesem Punkt ist das Kind, das nicht mehr lebt, vergessen. Es geht auch nicht mehr um die Eltern und ihr Leid. Wir sind nun schon weiter. Hier bringt sich jeder selber ins Spiel. Die Medien wittern Klickzahlen, die Kommentierenden wollen sich profilieren oder zumindest selber ins Spiel bringen.

Dass nicht über jedes Kind berichtet wird, liegt in der Natur der Sache: Die Medien erfahren selten davon. Würden sie davon erfahren, stellte sich für sie die Frage: Interessiert das die Leser? Tote Kinder sind immer ein Hingucker, da aber täglich sehr viele Kinder sterben, würden Zeitungen zu Büchern voller Berichte vom Tod. Das würde keiner mehr lesen wollen (und ertragen können). Wenn aber ein Promi betroffen ist, dann erfährt man davon und man hat mehrere Punkte, die ziehen: Ein totes Kind, einer, den man kennt und ein Thema, das man ausschlachten kann. Und das tut man dann. So lange und so weit es eben geht.

Kann man es verurteilen? Klar, man kann sagen, das sein reine Sensationshascherei, es sei Profitgier der Medien und ethisch verwerflich. Nur: Wie viele Klicks hätte ein Bericht, der einfach mal vom Leben des Promis berichtet, wie er seinen Sohn wickelt, ihm die Flasche gibt? Da würde man denken: Who cares, alles normal. Wenn nicht noch ein paar Fotos der Wohnung mit dabei wären oder sonstige Intimas: Absolut uninteressant. Stirbt das Kind aber, klickt jeder. Da wird es interessant.

Genau darauf bauen die Medien. Sie rechnen mit unserer menschlichen Neigung, mit unserer tief verwurzelten (wohl animalischen) Neugier. Wir wollen uns suhlen, wir wollen eintauchen, wir wollen im trüben fischen, wollen Abgründe sehen, wollen Emotionen geliefert kriegen. Das alltägliche Leben haben wir selber genug, gefragt sind die Ausbrüche. Und genau damit arbeiten Medien.

Ihnen einen Vorwurf zu machen, wäre eine Doppelmoral sondergleichen. Wir sind und bleiben Tiere. Wir haben Instinkte, wir haben Triebe. Wir können sie hinterfragen, wir können sie moralisch bewerten. Wir können sie zu einem gewissen Grade auch beherrschen, aber: Sie sind da. Von einem Profitunternehmen zu fordern, sie nicht mehr zu bedienen, wäre in der heutigen sehr wirtschaftslastigen Zeit wohl eher blauäugig. Man könnte bei sich selber anfangen und einfach nicht mehr draufklicken. Denn: Wenn keiner mehr klickt, stirbt – wegen mangelndem Interesse – das Interesse der Medien, solche Themen durch den Endloswolf zu drehen.

Lügen und andere Wahrheiten

Heute las ich auf Facebook einen Spruch:

 Lüge keinen an, der dir vertraut.
Vertraue keinem, der dich belügt.

Er traf bei mir ins Schwarze, denn es gibt nichts, das ich mehr verabscheue als Lügen. Und ich mache wenig Unterscheidungen, worum es geht, Lüge ist Lüge. Es gibt Menschen, die zwischen weissen und schwarzen Lügen unterscheiden. Es gibt Menschen, die finden, ein körperlicher Betrug und die Lüge wiege mehr als einer auf anderen Ebenen. Ich sage nein. Denn in meinen Augen ist das Schlimme an Lügen nicht mal die Lüge an sich (wäre es so, wäre ihr Gegenstand ausschlaggebend), sondern das, was sie für die Beziehung zwischen zwei Menschen bedeutet.

Wenn einer lügt, gesteht er dem anderen das Recht nicht zu, mit der Wahrheit umzugehen. Dies entweder, weil er es ihm nicht zutraut, oder aber, weil er dessen Reaktion fürchtet. Was eine Beziehung in beiden Fällen wert ist, liegt auf der Hand: Nichts. Auf der anderen Seite steht der andere, welcher glaubt, was er hört. Irgendwann muss er merken: Es war alles eine Lüge (vielleicht auch nur ein Teil, wer weiss es so genau?). Einerseits sieht er sich beschissen vom andern, andererseits kommen nun die Selbstzweifel auf. Was erkenne ich überhaupt? Bin ich so naiv? So leicht zu täuschen?

Es gibt Aussagen, dass jeder Mensch täglich lügt. Mehrfach. So kleine Dinge wie „Die Spaghetti sind lecker!“, „Das Kleid steht dir toll!“, „Ich bin nur müde…..“ Ist das so? Ist die Wahrheit wirklich tödlich? Schnitzlers Traumnovelle verheisst nichts Gutes, denn als das Ehepaar wirklich ehrlich miteinander ist, driftet es ins Aus. Andererseits sagte bereits Thomas Mann:

 Eine schmerzliche Wahrheit ist besser als eine Lüge.

Ich halte es mehr mit Thomas Mann (auch wenn ich Schnitzler sehr liebe und schätze, alles von ihm gelesen habe – von Thomas Mann übrigens auch). Ich mag keine Lügen. Der Gegenstand ist egal. Lüge ist Lüge. Ich kann nicht garantieren, dass ich gelassen reagiere auf die Wahrheit, die mir nicht gefällt, im Gegenteil. Ich bin sehr impulsiv und die Chance, dass das Temperament Purzelbäume schlägt, ist gross. Aber: Sollte ich die Lüge aufdecken, sind es keine Purzelbäume mehr, dann ist die Welt in Trümmern.

Wo fängt eine Lüge an? Gibt es verzeihbare Lügen? Ist Lügen nicht Respektlosigkeit dem andern gegenüber? Ist Lügen Feigheit? So oder so: Es verunmöglicht eine Beziehung auf Augenhöhe – eine andere ist in meinen Augen nicht erstrebenswert.

Worte als Vorboten der Totengräber

Eigentlich wollte ich etwas über Akif Pirincci schreiben, der unlängst an einer Pegida-Kundgebung bedauerte, dass die KZ aktuell ausser Betrieb sind. (Artikel im Spiegel). Ich wollte einen Artikel zum jüngsten Urteil in Strassburg schreiben, in welchem die Schweiz gerügt wird, weil sie einen Leugner des Völkermords an den Armeniern verurteilt hat (Artikel in der NZZ). Ich wollte das Argument, hier gehe es um Meinungsäusserungsfreiheit, widerlegen, da hier keine Meinungen verbreitet werden, sondern Stimmungsmache betrieben wird und Lügen geschützt werden.

Es werden Menschen aufgehetzt und Bedauern wird geäussert, dass kein Völkermord mehr im Gange ist. Das Bedauern könnte man als (wenn auch sehr bedenkliche) Meinung gelten lassen, aber: Völkermord ist ein Verbrechen an der Menschheit und an der Menschlichkeit, es ist ein Verbrechen, für das es keine Entschuldigung, keine Rechtfertigung und schon gar keinen Grund gibt. Die Meinung, er müsste eigentlich weitergehen – was man dem Bedauern über ruhiggelegte KZ entnehmen könnte –, ist der erste Schritt zur Forderung, wieder Zustände ins Leben zu rufen, die keiner wirklich wollen kann, der einigermassen bei Sinnen ist.

Ja, ich wollte über all das schreiben, weil ich mit Schrecken sehe, dass die Welt sich aktuell in der Situation zu gefallen scheint, alles und jedes unter den Grundsatz der Meinungsäusserungsfreiheit zu stellen. Dabei kümmert es nicht, ob überhaupt Meinungen vertreten oder aber erste Gruben für ein Massengrab geschaufelt werden. Irgendwie bleiben mir dabei die Worte im Hals stecken.

Rezension: Josef Dohmen – Wider die Gleichgültigkeit

Sich selbst und anderen verbunden das Leben leben

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich in der westlichen Welt eine neue posttraditionelle Gesellschaft entwickelt, in der Tradition und Religion samt der darauf gründenden Moral von der zunehmenden Macht des Marktes, der Wissenschaft und der Technik sowie dem Einfluss der Medien immer weiter zurückgedrängt worden sind. […] In ihr sieht sich ein jeder dazu herausgefordert, seinen eigenen persönlichen Lebensstil auszubilden. Das Problem ist jedoch, dass bisher niemand weiss, an welchen Richtlinien wir uns bei der Gestaltung unseres eigenen Lebens und der Einrichtung der Gesellschaft orientieren sollen.

Josef Dohmen zeichnet ein Bild unserer Zeit, in der sich viele Menschen relativ orientierungslos durchs Leben bewegen, dabei Begriffe wie Freiheit und Selbstverwirklichung hochhalten, diese aber weder für sich selber noch im Zusammenleben mit anderen wirklich ausbilden können. Freiheit wird als Absolutum genommen und einem liberalen Gedankengut unterstellt, welches jegliche Fesseln (vor allem von aussen) ablehnt. Zurück bleibt eine Halt- und eine Verbindungslosigkeit.

Die Tragik des Liberalismus liegt darin, dass er sich zwar für die Emanzipation des Individuums von den vorherrschenden Strukturen eingesetzt hat, es hierbei allerdings versäumt hat, eine Moral zu entwickeln, die es diesen befreiten Individuen ermöglichen würde, ihr Leben so zu gestalten, dass wir eine Gesellschaft ebenso selbständiger wie miteinander verbundener Individuen ausbilden und aufrecht erhalten könnten.

Die Lösung des Problems sieht Dohmen in der Ausbildung einer Lebenskunst. Er entwickelt den Begriff durch Verweise auf die Philosophiegeschichte und der darin enthaltenen Lebensmaximen, begonnen in der Antike und bis in die Neuzeit reichend. Dabei behandelt er Begriffe wie Glück, Selbstbejahung, den freien Geist und Willen, sowie die Wahrhaftigkeit (gegen sich und andere). Erst, wenn wir wahrhaftig uns selber sind, aus uns heraus und im Kontext mit anderen leben, ist unser Leben authentisch. Viele verwechseln Authentizität allerdings mit (prinzipieller) Auflehnung gegen aussen, mit der Maxime „alles, was ich will, nichts, was ich muss“. Daraus resultiert meist nicht nur kein authentisches Leben, sondern auch die Verunmöglichung eines Miteinanders, einer tragfähigen Gesellschaft, in der eine Moral herrscht, die weder Altruismus noch Egoismus propagiert, sondern das Individuum sich selber und der Gesellschaft gegenüber verpflichtet.

Ich plädiere für eine neue Kultur der Selbstverantwortung, eine „soziale Selbstverwirklichung““: eine kollektive Lebensform, in der sich Menschen achtsam und kreativ und ebenso bescheiden wie selbstbewusst darum bemühen, nicht auf Kosten anderer oder auf Kosten ihrer selbst, sondern gemeinsam und unter Rücksichtnahme auf andere mehr aus ihrem Leben zu machen.

Um das zu verwirklichen, muss der Mensch sich zuerst selber bejahen, wozu er sich zuerst einmal kennenlernen muss. „Erkenne dich selbst“ steht also am Anfang, gefolgt von „Wie soll ich leben?“, „Wie will ich leben?“, „Was ist ein gutes Leben?“. Dabei ist zu berücksichtigen, dass keiner alleine lebt, sondern jeder ein Teil eines Ganzen ist, dem er auch verpflichtet ist, so dass alle für sich ihr gutes Leben finden und leben können – miteinander und für sich. Dazu bedarf es der Abschaffung der Gleichgültigkeit, denn keiner ist eine Insel. Jeder lebt in seiner Zeit und muss sich in dieser bewegen und zurechtfinden.

Abschliessend behandelt Dohmen die grosse Frage, wie man glücklich werden kann und hält den Wert wirklicher Freundschaft hoch, die nicht auf gegenseitiger Berechnung, sondern auf innerer Verbundenheit beruht. Wenn dann noch die Kunst des Älterwerdens dazukommt, kann man am Schluss hoffentlich auf ein erfülltes Leben zurückblicken.

 Wenn wir wissen, warum wir gelebt haben, können wir uns eher mit dem Tod versöhnen.

Josef Dohmen greift ein grosses, umfassendes Thema auf und versteht es, dieses durch viele Rückgriffe auf die westliche Philosophie abzustützen und weiterzuentwickeln. Die Frage nach dem guten Leben beschäftigt den Menschen seit Menschengedenken. Mit dem Plädoyer für eine neue Lebenskunst bietet Dohmen einen Ansatz, der sowohl das Individuum wie auch die Gesellschaft in die Pflicht nimmt und so ein Leben ermöglichen soll, in dem Moral und Glück tragende Pfeiler sind und keiner auf Kosten anderer sein Leben verwirklicht.

Fazit:
Ein fundiertes, umfassendes, tiefgründiges Buch eines kompetenten, belesenen Autoren. Stimmig argumentiert, dabei immer leserlich und verständlich. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Josef Dohmen
Josef (Joep) Dohmen, ist Professor für Philosophische und Praktische Ethik an der Universiteit voor Humanistiek in Utrecht, Niederlande. Er studierte Philosophie in Utrecht, Berlin und Leuven (Belgien). Sein Schwerpunkt liegt auf den Themen Lebenskunst, Moralerziehung und Alter. Dohmen schrieb diverse Bücher über Montaigne, Nietzsche, Foucault und die Lebenskunst.

Angaben zum Buch:
DohmenGebundene Ausgabe: 376 Seiten
Verlag: rüffer & rub Verlag (12. November 2014)
Übersetzung: Bärbel Jänicke
ISBN-Nr.: 978-3907625729
Preis: EUR 32 / CHF 39.90

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Rezension: Hans-Martin Schönherr-Mann – Hannah Arendt. Wahrheit, Macht, Moral

Die Suche nach der einen Welt

Gesellschaftliche Strukturen lösten sich über die Jahrzehnte immer mehr auf, Individualisierungsprozesse führten immer stärker zu einem Verlust familiärer und sozialer Netze. Vormals gemeinsam getragene Lebensumstände waren vermehrt allein zu tragen, der existentielle Abgrund droht unmittelbarer, da die Netze grobmaschiger werden, die früher auffingen. Leben die Menschen überhaupt noch in einer Welt oder sind mehrere verschiedene Welten zu entwerfen, in denen sich die Individuen bewegen? Hannah Arendt verfolgt diese Frage ihr Leben lang, versucht, zu eruieren, wie eine Welt beschaffen sein müsste, in der Menschen miteinander und in Frieden leben können, indem sie untersucht, was dazu führt, dass sie es nicht tun. Sie analysiert totalitäre Herrschaftssysteme, welche immer wieder grossen Zulauf fanden, schlussendlich aber ins Verderben führten, indem sie erst Halt versprachen in Zeiten grosser Unsicherheit und Haltlosigkeit, danach aber unterdrückten.

Nach Arendt antworteten die totalitären Systeme von Stalinismus und Nationalsozialismus just auf diese Gefühlslagen. Sehr viele Menschen versprachen sich durch ihre Unterwerfung unter solche Herrschaftsstrukturen Sicherheit und Geborgenheit. Dagegen verstärkte der Vormarsch des Totalitarismus solche Gefühle der Unsicherheit natürlich bei seinen Gegnern […]

Arendt setzt auf Pluralität und Kommunikation. Nur in der freien Auseinandersetzung können Menschen in einem Staat leben, können sie Freiheit erfahren. Es geht nicht darum, die Menschen zu vereinheitlichen, sondern sie in ihrer Pluralität anzunehmen und ihnen den Raum zu geben, sich einzubringen.

Die eine Welt entsteht nach Arendt aber nicht, wenn sich die Gesellschaften homogenisieren, indem sie sich ethnisch reinigen. Denn solche einheitlichen Staaten und Gesellschaften schliessen genau jene Welt aus, an der alle teilhaben können und die für Arendt die einzige Welt bleibt, weil die Welt niemand monopolisieren darf und letztlich gar nicht kann.

Erst wenn alle in der Welt zuhause sind und diese mitgestalten, wird es eine geeinte Welt sein, eine, die Halt und Sicherheit für alle verspricht. Dies die Theorie. Wie umsetzbar sie ist, bleibt dahin gestellt. Als Fazit könnte man sagen,

dass menschliches Zusammenleben nur darum und in dem Masse sinnvoll ist, als es in einem „Teilnehmen und Mitteilen von Worten und Taten“ besteht.

Hans-Martin Schönherr-Mann präsentiert in diesem dünnen Buch das Leben und Denken einer grossen Denkerin, er hängt es hauptsächlich an ihren Gedanken zum totalitären System auf, welche durchaus zentral waren (wenn auch nicht die einzigen nennenswerten). Er verfolgt diesen roten Faden analytisch und schlüssig, versteht es, in gut lesbarer Weise auch komplexe Zusammenhänge darzulegen und so einen Einblick in ein Themengebiet zu liefern, das obwohl von Arendt vor Jahren gedacht, noch heute aktuell ist.

Fazit:
Die zeitlosen Gedanken einer herausragenden Denkerin prägnant dargestellt. Sehr empfehlenswert.

 

Zum Autor
Hans-Martin Schönherr-Mann
Hans-Martin Schönherr-Mann wurde am 23. Mai 1952 in Esslingen am Neckar geboren. Er studierte Philosophie, Literaturwissenschaft und Neuere Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und promovierte 1982 bei Manfred Riedel und Herbert Ganslandt. Von 1987 bis 1992 war er wissenschaftlicher Assistent für Politische Philosophie und Politische Theorie am Geschwister-Scholl-Institut der Universität München, wo er 1995 habilitiert wurde. Seit 2002 ist er außerplanmäßiger Professor für Politische Philosophie am Geschwister-Scholl-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er nahm Vertretungs- bzw. Gastprofessuren an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, den Universitäten Innsbruck, Passau, Regensburg, Turin und in Venedig wahr.

 

Angaben zum Buch:
SchönherrArendtTaschenbuch: 208 Seiten
Verlag: C.H. Beck Verlag (15. März 2006)
ISBN-Nr.: 978-3406541070
Preis: EUR 12.90 / CHF 19.70

 

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Hannah Arendt: Über das Böse

ArendtBöseHannah Arendt versucht in diesen hier versammelten vier Vorlesungen über Ethik, sich dem Begriff des Bösen zu näheren. Sie geht dabei von dem sie nie loslassenden (wie könnte es) Thema des Holocaust und den damit verbundenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit aus, im Besondern beruft sie sich immer wieder auch auf Eichmann, über dessen Prozess sie berichtet hatte.

Im Buch Eichmann in Jerusalem prägte sie den Begriff der Banalität des Bösen, welcher auch in diesem Buch eine zentrale Rolle spielte. Die Banalität sah Hannah Arendt darin, dass das Böse von ganz normalen Menschen verübt wird, dass keine Monster oder Teufel am Werk sind. Das macht das Böse so erschreckend, da es wohl in allen angelegt zu sein scheint. Die Frage stellt sich also, wie man es vermeiden kann.

Unter Berufung auf Sokrates, Platon, Aristoteles, Kant und andere sowie durch eigene Schlussfolgerungen näherst sich Hannah Arendt immer mehr dem, was sie als zentral im Kampf gegen das Böse sieht: Dem Denken. Das gedankenlose Handeln (wie bei Eichmann wahrgenommene) erachtet Hannah Arendt als grosse Gefahr.

[…]Indifferenz stellt, moralisch und politisch gesprochen, die grösste Gefahr dar, […]

Hannah Arendt geht von der Hypothese aus, dass jeder Mensch in sich weiss, was gut und böse, was recht und unrecht ist. Sich für das eine oder andere zu entscheiden, heisst, zwischen Vernunft und Begierde zu entscheiden, Schiedsrichter dabei ist der eigene freie Wille. Sich für das Unrecht zu entscheiden würde einen in Konflikt mit sich selber bringen, lautet Hannah Arendts Überzeugung, die sie mit Sokrates’ Ausspruch, dass es besser ist, Unrecht zu erleiden, als Unrecht zu tun, abstützt. Hielte man sich an das, was in einem als Rechtes erkannt ist, statt äusseren Einflüssen blind zu folgen, hätte das Böse keine Chance.

[…] die häufig anzutreffende Tendenz, das Urteilen überhaupt zu verweigern. Aus dem Unwillen oder der Unfähigkeit, seine Beispiele und seinen Umgang zu wählen, um dem Unwillen oder der Unfähigkeit, durch Urteil zu Anderen in Beziehung zu treten, entstehen die wirklichen „skandala“, die wirklichen Stolpersteine, welche menschliche Macht nicht beseitigen kann, weil sie nicht von menschlichen oder menschlich verständlichen Motiven verursacht wurden. Darin liegt der Horror des Bösen und zugleich seine Banalität.

Sehr informativ und auf den Punkt gebracht ist das Nachwort von Franziska Augstein, welches nochmals auf die wichtigen Punkte von Hannah Arendts Text hinweist und diesen auch in den zum Entstehen wichtigen Kontext rückt. Augstein weist dabei auf Hannah Arendts Täuschung in Bezug auf Eichmanns Aussagen hin, worauf sie ihre Diagnose eines gedankenlosen Täters begründete. Diese Fehleinschätzung wurde später durch die „Sassen-Protokolle“ offengelegt. Vermutlich hätte Hannah Arendts Einschätzung des Falles Eichmann anders ausgesehen, hätte sie davon Kenntnis gehabt. Nichts desto trotz schmälert das nicht den Wert ihrer Arbeit.

Fazit
Unbedingt lesenswert. Tiefgehende Gedanken von zeitloser Aktualität von einer herausragenden Philosophin.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 200 Seiten
Verlag: Piper Verlag, 5. Auflage (März 2012)
Übersetzung: Ursula Ludz
Preis: EUR: 9.99 ; CHF 16.90

 

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