Es steigt der Frosch die Leiter hoch,
aus seinem tiefen Kellerloch.
Alle freuen sich auf Sonnenschein,
dabei wollt’ der Frosch nur oben sein.
Schlagwort: Lyrik
Ich möchte
Ich möchte
verrückt sein
auf Tischen tanzen
einfach tun
nicht überlegen.
Ich möchte
Worte schreiben
keine Leser denken
einfach reihen
Wort an Wort
Ich möchte
Bilder malen
Farbe setzen
zeichnen
ohne Perspektive.
Ich möchte
Witze machen
nie verletzen
frei sein
ohne Grenzen.
Und dann träume ich…
Und dann träume ich. Von einem Leben. Wild und ungebändigt. Und ich gehe los. Und lebe. Einfach so. Ohne die Grenzen. Ohne die Beschränkungen. Ich tue. Was ich tun will. Und geniesse. Ohne hinterfragen. Ohne zögern. Oder zweifeln.
Und dann träume ich. Und ich bin glücklich. Im Traum. Denn ich tue. Was ich tun will. Und muss. Weil ich ich bin. Und sein muss. Und sein will. Ich bin nicht perfekt. Aber ich bin so. Ohne Krone. Einfach ich.
Und dann kommen sie. Die Fragen. Zweifel. Das Zögern kommt hinterher. Erst zögerlich. Dann schnell. Und schneller. Im Gleichschritt. Mit den Zweifeln. Ob ich kann. Was ich will. Ohne zu tun. Was ich muss. Oder denke. Zu müssen.
Und dann
wache ich auf.
Katzenhagel
Vom Himmel regnete es Katzen,
alle landeten auf ihren Tatzen.
So ist das bei den Katzen eben,
denn alle haben sieben Leben.
Die Badewanne
Da war das Kind im Bade,
es badete gerade.
Da kam ein Mann ins Haus
und schüttet’s mit dem Bade aus.
Der Löffel
Es gibt Löffel, grosse kleine,
jeder löffelt nur das Seine.
Gross für Suppe, klein für Tee,
Nur: Was nimmt man für Kaffee?
Ein Licht
Ich bin ein Licht.
Ein kleines nur.
Ich leuchte hell
in meinem Kreis.
Ich bin ein Licht.
Mein Kreis ist klein.
Doch ich bin da
und schaue hin.
Ich such das Licht.
Die Welt ist grau.
Sie sucht nach Licht
ich such’ es auch.
Ich bin ein Licht
Und suche stets
nach Sonnenschein
in meiner Welt.
Und wär ein Licht
in jeder Welt,
dann wär sie hell
und lebenswert.
Wir suchen Licht
und sehen nicht,
dass wir es wär’n
im Hier und Jetzt.
Sandburg
Worte nur,
just aus dem Nichts,
weckten auf
das grosse Sehnen
nach so viel,
das niemals war.
Es gab die Zeit,
da möglich schien,
was nur erträumt,
doch nie gelebt.
Trügerisch,
bloss Illusion.
Den Wolken gleich,
zerstob sogleich,
was Burg mal schien
und Sand nur war.
Doch manchmal kommt
ein Korn zurück.
Stillleben

Schwarze Welt,
ein blauer Tisch.
Weisse Blumen
stehen still.
Grüne Stämme
streben hoch.
Dunkle Vase
sammelt sie.
Licht und Hoffnung,
kühler Stand.
Dunkle Wände,
fensterlos.
Alles oder nichts
Nichts.
Alles.
Wen kümmert es?
Wieso?
Den Einen bin ich alles,
Den Andern bin ich:
Nichts.
Ab und an
fühl ich gleich.
Mit den Einen.
Mit den Anderen.
Bin schlussendlich Ich.
Was ist Literatur?
Bob Dylan kriegt den diesjährigen Literaturnobelpreis. Einige jubeln, einige finden „endlich“ und ganz viele regen sich auf. Sie meinen, das sei keine Literatur. Sie weinen um die verpassten Chancen von Roth und Murakami. Der Buchhandel weint mit, weil er nun keine Bücher verkauft.
Aber: Wann ist Literatur Literatur? Hört ein Text auf, Literatur zu sein, wenn er musikalisch unterlegt wird? Muss Literatur zwischen Buchtexten stehen? Sind Gedichte Literatur und wo ist ihre Grenze zum Musiktext?
Musiktexte sind Literatur. Dass sie bislang ignoriert wurden, könnte man auch bemängeln. Literatur will sich immer wieder neu erfinden, liest man heutige Romane, lesen die sich anders als noch vor einigen Jahren. Und man jubelt darüber und schilt die, welche dem alten Roman nachtrauern einen Ewiggestrigen. Und dann, wenn Literatur weiter gefasst wird, als sie es grad für richtig halten, dann hört der Fortschrittsgeist auf? Dann möchte man die Literatur zwischen Deckel pressen und in Schubladen verstanden wissen?
Zudem: Ist der Literaturnobelpreis echt dazu geschaffen, einer Branche Einkünfte zu verschaffen? Wohl kaum. Dafür haben wir noch den Buchhandelspreis, den kann man gerne so steuern, dass er einträglich ist.
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Wenn man vermisst,
was niemals ging,
wenn man ersehnt,
was noch nie war.
Wenn man stets will,
aber nie kann,
wenn man stets geht
und immer nur fällt.
Dann sitzt man da,
zwischen den Stühlen,
schielt mal hier hin
und mal da.
Wo man auch sitzt,
es ginge weicher,
wo man auch schaut,
da wär’ das Glück.
Und doch bleibt nur
das Sehnen zurück,
es bleibt ganz stark
der eine Wunsch.
Dass da was wäre,
was nicht ist,
dass da mal ginge,
was nie ging.
Wenn man vermisst,
was noch nie ging,
und doch immer hofft,
dass es mal würd.
Am Ende der Worte
Worte geh’n aus und es bleibt,
nicht Gesagtes
und Schweigen zurück.
Es brodelt in mir, es will was hinaus,
es fehlt mir die Sprache,
sie ging mir grad aus.
Die Worte, sie enden,
Sie kommen an Grenzen,
wo nur noch Gefühl.
Ich mal es in Bildern,
ich schrei es auf Wände,
es schiesst aus mir raus.
Wo Sprache versagt,,
da sprechen nun Hände.
Zurück bleibt ein Bild.
Hier im Dort
Alles schreit
und alles drückt,
alles fällt
und alles stirbt.
Was mal war,
ist längst nicht mehr.
Was mal war,
ist längst passé.
Drum lass uns ziehen,
lass uns geh’n.
Ferne Lande,
weit von hier.
Lass uns sehen
was noch geht,
lass uns fühlen,
was noch ist.
Wenn das Ende
ist gekommen,
gibt es nur
den Neuanfang.
Lass ihn packen,
lass uns träumen,
lass den Zauber
wirken nun.
Und so ziehen wir
wir brechen auf,
um im Dort
im Hier zu sein.
Selbstschutz
Zumachen,
nicht angreifbar sein.
Ausblenden
nicht überwältigt werden.
Festhalten,
um nicht umzufallen.
Hochschauen,
um nicht runterzufallen.
Realisieren,
es bleibt doch da.
Weitergehen,
um zu überleben.