
Die Bestimmung einer Rose ist es, Rose zu sein.
Deine Bestimmung ist es, du selber zu sein.
Renne nirgends hin, um jemand anders tu werden.
Du bist gut so, wie du bist.
(Thich Nhat Hanh)
Denkzeiten – Sandra von Siebenthal
Philosophie und Lebens-Kunst

Die Bestimmung einer Rose ist es, Rose zu sein.
Deine Bestimmung ist es, du selber zu sein.
Renne nirgends hin, um jemand anders tu werden.
Du bist gut so, wie du bist.
(Thich Nhat Hanh)
Klassische Technik neu entdeckt: Upgrade für Design und Illustration






Es war einmal ein kleines Mädchen, das beklagte sich so sehr, dass sein grosser Bruder alle Anerkennung abkriegt, während es im stillen Kämmerchen sein Dasein fristet und völlig unterschätzt wird. So etwa könnte das Märchen über die Protagonistin des Buches klingen, von dem diese Rezension handeln soll: Gouache.
Während Aquarell/Wasserfarben sich ihren Platz am Künstlertisch erkämpft haben und sich einer grossen Anhängerschaft erfreuen, fristet Gouache ein noch immer eher stiefmütterliches Ansehen. Ob dies darauf zurück zu führen ist, dass man kaum Anleitungen findet, wie man mit dem Medium umgehen soll, oder aber die mangelnden Anleitungen zum unterschätzten Stellenwert führen, ist so klar zu beantworten wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei. Langer Rede kurzer Sinn: Es gibt Abhilfe. Aljoscha Blau hat sich der Gouache angenommen und ein Buch geschrieben. Er selber hat ein solches Buch in seiner Ausbildung vermisst, nun schenkt er es uns. Dabei ist er sich bewusst:
Es mag für einen Autor paradox klingen, aber ich glaube, dass man aus einem Buch nur ansatzweise lernt. Aber woran ich fest glaube ist, dass Lernen mit dem Buch und einem Stift (oder Pinsel) in der Hand im Gegenteil wunderbar funktionieren kann. […] Lassen sie sich von dem, was Sie in diesem Buch entdecken, inspirieren und wenn eine bestimmte Technik Sie anspricht, probieren Sie sie aus.
Aljoscha Blau geht zuerst auf die Geschichte der Gouache ein und erläutert dann das Material von der Farbe über die Pinsel zum Papier sowie Zubehör. Es folgen verschiedene Techniken und Anwendungsbeispiele. Alles – wie könnte es bei dem Autoren anders sein – wunderbar illustriert, so dass man immer mal wieder versucht ist, den eigenen Pinsel wegzulegen und die Bilder zu geniessen. Dies soll aber keine Abzugspunkte geben, dies ist die Sahnehaube, denn: An gut erklärten Beispielen zeigt Aljoscha Blau die Herangehensweise an ein Bild, die verschiedenen Schritte mit den nötigen Materialien. Wer also – wie empfohlen – mit Stift oder Pinsel dasitzt und loslegt, der findet in dem Buch wunderbare Anleitungen und Inspirationen.
Ein wunderbares Buch, das grossartig illustriert, mit einem stilvollen Layout und hochwertiger Gestaltung daher kommt.
Fazit:
Ein grossartiges Buch, das sowohl vom Inhalt als auch von der Aufmachung her überzeugt. Alles, was man zum Thema Gouache wissen muss, wird in lesbarer und fundierter Weise vorgestellt und wunderbar illustriert. Absolut empfehlenswert.
Zum Autor
Aljoscha Blau
Aljoscha Blau, geboren 1972 in St. Petersburg, wuchs dort in einer Künstlerfamilie auf und kam ein halbes Jahr nach dem Mauerfall 1990 nach Deutschland. Er studierte an der FH für Gestaltung Illustration und freie Grafik und veröffentlichte bereits als Student seine ersten Bücher. Heute lebt Aljoscha Blau in Berlin und arbeitet als Illustrator für deutsche und internationale Verlage. Er hat über 60 Bücher illustriert, viele davon wurden mit wichtigsten deutschen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Darunter zählen der Deutsche Jugendliteraturpreis, German Design Award Gold, Bologna Ragazzi Award, Österreichischer Staatspreis u.a. Neben seiner künstlerischen Arbeit unterrichtet Aljoscha Blau als Gastprofessor an den Kunsthochschulen in Deutschland, Dänemark, Schweiz, Italien.
Buchtipp: Das Dschungelbuch
Videoporträt: Bösner Kunstportal
Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Verlag Hermann Schmidt (23. Januar 2020)
ISBN-Nr.: 978-3874399166
Preis: EUR 32 / CHF 43.90
Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder AMAZON.DE und BOOKS.CH

Matthias Claudius: Die Liebe
Die Liebe hemmet nichts; sie kennt nicht Tür noch Riegel,
Und dringt durch alles sich;
Sie ist ohn Anbeginn, schlug ewig ihre Flügel,
Und schlägt sie ewiglich.

Joseph Freiherr von Eichendorff: Im hohen Gras
Im hohen Gras der Knabe schlief,
Da hört‘ er´s unten singen,
Es war, als ob die Liebste rief,
Das Herz, wollt ihm zerspringen.
Und über ihm ein Netze wirrt
Der Blumen leises Schwanken,
Durch das die Seele schmachtend irrt
In lieblichen Gedanken.
So süße Zauberei ist los,
Und wunderbare Lieder
Geh´n durch der Erde Frühlingsschoß,
Die lassen ihn nicht wieder.
Wenn Sie Ihr Leben erzählen müssten, was wäre Ihre Kurzbiografie?

1942 geboren in eine Bergbauernfamilie, die aus dem Wenigen mehr machen musste. Die Erziehung frei, die Familienstruktur war geprägt durch ein verstecktes Matriarchat. Meine Tagträume wurden kaum gestört durch Eltern und Lehrer. Als 10-jähriger war kein Buch sicher vor mir, ich las alles, was ich zwischen die Hände bekam, vom Appenzeller Kalender zu Jeremias Gotthelf bis hin zu den eher verpönten „Schundheftli“.
1958-1962 Lehre als Typograpf.
1964-1965 Kunstgewerbeschule, Zürich
1965-1972 eigenes Büro für Gestaltung
1969-1970 Lehrer am Vorkurs der KGS Zürich, wo ich wegen unüberbrückbaren Differenzen mit der Schulleitung kündigte.
1971 Mitbegründer der privaten Schule Farbe und Form (F+F) in Zürich.
1975-1977 Dozent an der ETH,Zürich (Abteilung für Geistes-und Sozialwissenschaften)
1977-2007 Professor an der ETHZ (Abteilung Architektur). In dieser Zeitspanne realisierte ich verschiedenste Ausstellungen im In- und Ausland, immer mit den Themen Wahrnehmung und Gestaltung. Im gleichen Themenkreis bewegen sich auch meine vielen Publikationen, die z. Teil in sieben Sprachen übersetzt wurden.
Heute bin ich hauptsächlich als Berater und Publizist, vor allem in kulturellen Bereichen, tätig.
Sie haben eine Ausbildung in Gestaltung gemacht (Typografie, Grafik, Fotografie) – was war ihr Ziel?
Mein Ziel war immer ein eigenes Büro für Gestaltung. Dass ich Lehrprozesse für gestalterische und künstlerische Berufe entwarf, entstand durch „Notwendigkeit“. Die Bauhauslehre des sogenannten Vorkurses an der Kunstgewerbeschule Zürich war hoffnungslos veraltet.
War immer klar, dass Sie einen kreativen Beruf ergreifen wollten? Waren Sie das Kind, das immer und überall mit Zeichenstiften bewaffnet auftrat?
Ja, das war mir immer klar. Schon die obligatorischen Schuljahre liessen mir viel Zeit, um sozusagen autodidaktisch kreative Prozesse loszutreten. Lehrpersonen und Lehrstoff störten mich dabei kaum. In Tisch und Bank wurde geritzt und Schulbücher zeichnend ergänzt.
Später wurden Sie Professor für Gestalten an der ETH, im Bereich Architektur. Was hat Sie am Lehren gereizt?
Bis dahin durchlief ich meine eigenen Schulen sowohl als Gestalter wie als Unterrichtender. Grundsätzlich gilt: Alles, was der Mensch macht, existiert zuerst einmal als bildnerische Vorstellung, Architektur bildet hier keine Ausnahme. Das Grundlagenfach „Bildnerisches Gestalten“ muss für gestalterische Berufe ein Hauptfach sein, selbst wenn die Resultate mehrheitlich im Papierkorb landen. Es geht um kreatives Denken. Das Privileg der Ausführung im öffentlichen Raum wird zuerst durch Bilder überprüfbar.
Was ist gute Gestaltung? Welche Kriterien müssen erfüllt sein?
Funktionalität! Diese kann sich durch verschiedenste Ansprüche manifestieren. Zum Beispiel, wenn Schönheit fehlt, ist somit ein Teil der Funktionalität nicht erfüllt. Gute Gestaltung kann auch bereits bei den Nutzniessern beginnen. Wenn diese ihre entsprechenden Ansprüche geltend machen könnten, hätte dies einen qualitätsfördernden Einfluss auf das Gebaute.
Wenn man in einem kreativen oder künstlerischen Beruf tätig ist, kommt es oft vor, dass man die eigene Praxis vernachlässigt. Wie ist das bei Ihnen?
Als ich Professor wurde, musste ich mein Gestaltungsbüro aufgeben. Damit änderte sich mein Gestaltungsauftrag, ich entwarf und gestaltete Prozesse der Wahrnehmung. Die Inhalte, die mich (durch den Lehrplan) beschäftigten, waren: Beobachten, Zuhören, Erfinden und Motivieren. Meine Praxis habe ich also nicht vernachlässigt, ich habe sie nur verschoben. Performances und Prozesskunst beschäftigten mich seit je als Gestaltungslehrer, nicht erst an der ETH. Daneben realisierten wir am Lehrstuhl immer wieder Aufträge für die Öffentlichkeit und für andere Hochschulen (z.B. Bauhaus Dessau).
Kreativität liegt Ihnen am Herzen, Sie haben einige Bücher geschrieben, die sich mit kreativen Techniken beschäftigen. Wieso ist Kreativität so wichtig?
Wir können unendlich weit zurück blicken, doch der Blick für Zukünftiges verkürzt sich ständig. Deshalb sind Kreativität und Vorstellungsvermögen sehr wichtig. Umdenken, neue Wege nutzen und Neugierde kultivieren ist in allen Lebensbereichen wünschenswert. Kulturtechniken und Bilder werden somit zum wichtigen Bildungsstoff. Hier liegt ein Umstand vor, der vielen Lehrern zu schaffen macht, da sie eine Fähigkeit unterrichten müssten, die zur Bewältigung des Unvorhergesehenen eingesetzt werden könnte. Dem Unvorhersehbaren erfolgreich zu begegnen, erfordert Kreativität!
Woher nehmen Sie die Ideen für eigene Projekte? Was inspiriert sie?
Ich wechsle die „Brille“ indem ich Denkformen aus anderen Gebieten hole. In der frühen Kindheit ist diese Fähigkeit noch ausgeprägt. Kinder spielen gerne Rollen und diese Rollenspiele öffnen eigene Rollenmuster. Auch Outsider zeigen, was Obsession und selbständiges, überraschendes Lernen bewirken. Ich frage mich auch, was ich analog und was ich digital untersuchen kann. Im Vorfeld eines Projektes habe ich zwangsläufig immer mehr Fragen als Antworten. Als Kulturschaffender arbeite ich in einem der seltenen Gebiete, in dem der Rollenwechsel zwischen Lehrendem und Lernendem möglich ist.
Ich denke oft, dass Kunst und der Begriff Künstler konnotiert sind – entweder negativ im Sinne von „einer, der Kunst macht, ist ein Nichtsnutz, ein Tagträumer und Phantast (was per se wunderbar ist, aber so nicht gemeint)“, oder aber (zu) positiv, dass nur einer kleinen Elite zugestanden wird, sich Künstler zu nennen, die anderen sind Hochstapler. Was bedeutet Kunst für Sie?
,,Jeder Mensch WAR ein Künstler“.
Der Säugling, der sich ins Leben tastet: Geruch/Wärme, Schreien/Atmen, Klammern/Begreifen.
Das Kleinkind, das Nähe, Geborgenheit und Schutz sucht: Stammeln/Sprechen, Taumeln/Gehen, Schmieren/Zeichnen.
Das Kind, das erfindet: Summen/Singen, Blasen/Pfeifen, Buchstabieren/Lesen, Fragen/Antworten, Ja/Nein…
,,Jeder Mensch KÖNNTE ein Künstler sein“.
Selber lernen: Ausprobieren, Fragen, Entdecken, Verändern, Verbessern, Erneuern…!
Das bildnerische Denken bietet reversible Formen, die in jeder Tätigkeit sinnvoll sein können. „Kunst“ ist nicht von der Tätigkeit abhängig. Wenn Kritzeleien, Form und Farbe dazu ermuntern, sich am Aussergewöhnlichen zu erfreuen, umso besser. Anschauliches Denken hat grosse Verflüssigungseigenschaften, wo und wie sie sich entfalten ist letztlich selbstbestimmt von allen, die sich darauf einlassen.
Sie sagten mal, Sie seien kein Künstler, sondern Kulturtechniker. Wo sehen Sie die Grenze?
Die Grenze ist fliessend, als Künstler würde ich mich völlig anders positionieren und auch produzieren. Als Gestaltungslehrer kann ich meine Überzeugungen und Vorstellungen gezielter platzieren.
Denken Sie, um Künstler zu werden, ist eine klassische Ausbildung nötig, oder sehen Sie auch andere Wege? Wenn ja, welche?
Natürlich gibt es – zum Glück – andere Wege. Max Bill hatte so seine Zweifel, dass Schulen Künstlerinnen und Künstler hervorbringen könnten. Damit betonte er den individuellen Werdegang. Max Frisch war ursprünglich Architekt, seine Bedeutung erlangte er als Schriftsteller. Facteur Cheval war Postbote und wurde Architekt (Palais ideale). Die extremen Bildungsunterschiede sind bezeichnend.
Was würden Sie einem anstrebenden Künstler raten?
Ich würde ihm empfehlen, eine Situation zu suchen, die ihm viel Zeit für das Entdecken lässt und ihm Ermunterung bietet.
Ich hörte mal, der grösste Feind des Künstlers sei nicht mangelndes Talent, sondern die Störung durch andere Menschen. Brauchen Sie für Ihre Kreativität Stille und Einsamkeit oder stören Sie andere Menschen nicht?
Sie haben recht, die Talentverschüttung nach den ersten Lebensjahren ist riesig. Ich arbeite gerne am frühen Morgen, bei schlechtem Wetter auch auf einem wenig besuchten Ausflugsschiff oder als Stubenhocker in den eigenen vier Wänden. Für die Studierenden befürwortete ich immer Arbeitsräume, die rund um die Uhr nutzbar sein sollten.
Sie haben Bücher über Fotografie und über das Zeichnen geschrieben. Früher wurde die Kamera ja mal als Gefahr für die Malerei gesehen, weil man mit ihr viel schneller und realistischer abbilden kann. Wie sehen Sie das Verhältnis der beiden?
Jedes Medium bietet seine eigenen Möglichkeiten. Keine vorzeitige Spezialisierung, denn eine schlechte Fotografie verändert vielleicht im positiven Sinne eine Zeichnung,
und umgekehrt. Für alle Medien gilt eines, die Beobachtung zu trainieren. Die technischen Anforderungen fürs Fotografieren beherrschen sie schnell, das aussergewöhnliche Bild verlangt in jeder Technik die höchste Aufmerksamkeit. Fotografie ist zu einem Medium für alle geworden, dennoch bleibt das Kunstwerk die Ausnahme. In der Zeit des Lernens sollte die Wahl der Medien offen sein, die Mut machenden Techniken sind empfehlenswert. Naturalistisch oder abstrakt ist nicht vom Medium abhängig.
In meinen Büchern gibt es zwar Schwerpunkte, die Wahl der Mittel ergibt sich durch Vorlieben und das Thema.
Kann es sein, dass die abstrakte Kunst vermehrt aufkam, um sich von der Kamera und deren Blick zu distanzieren, neue Wege gehen zu können?
Das, was sie mit neuen Wegen bezeichnen, ist immer wichtig. Die Freude des Entdeckens steht bei kreativen Menschen im Vordergrund. Darum behaupte ich: „Jeder Mensch war ein Künstler!“ In den ersten Lebensjahren stehen das Entdecken und das Lernen gemeinsam im Zentrum. Wer anschauliches Denken unterrichtet, ist gut beraten, von den Kindern zu lernen.
Wenn sie an Ihre vergangenen Arbeiten denken: Gibt es ein Projekt, das Sie als Ihr Lieblingsprojekt bezeichnen würden? Wenn ja: Welches, und wieso?
Zum Lieblingsprojekt wird es dann, wenn es sich an Autodidakten wendet. Wenn die Leserin, der Leser entdeckt, wie vielfältig die Möglichkeiten beim selbständigen Lernen sind. Dass individuell entschieden werden kann, warum, wann, wo und mit wem sie lernen. Zehn Taschenbücher, eine Schule zwischen Buchdeckeln, bilden für Interessierte ein Buffet zur Selbstbedienung für Bildhungrige. In diesem Sinne ist meine Taschenbuchreihe „mein liebstes Kind“.
Buchtipp:
Peter Jenny – Kreative Interventionen

Frierich Hebbel: Herbstbild
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält;
denn heute löst sich von den Zweigen nur,
was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

Wie die Vögel, welche an den großen
Glocken wohnen in den Glockenstühlen,
plötzlich von erdröhnenden Gefühlen
in die Morgenluft gestoßen
und verdrängt in ihre Flüge
Namenszüge
ihrer schönen
Schrecken um die Türme schreiben:
können wir bei diesem Tönen
nicht in unsern Herzen bleiben
——————-
——————-
Rainer Maria Rilke

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.
(Rainer Maria Rilke: Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen)
Kurzbiografie
Dirk Bonsma, geboren 1957, lebt und arbeitet im Kanton Bern.
Er bezeichnet sich als Sachbearbeiter in seiner eigenen Firma, in welcher er diverse Sachen bearbeitet.
Daraus entstehen Poster für Rockkonzerte, CD/LP-Hüllen, Signete, Bücher, allerlei Kunst und vieles vieles mehr.
Waren Sie das Kind, das immer und überall mit Zeichenstiften bewaffnet auftrat?
Zeichenstifte sind spitz und äusserst gefährlich.
Ich hatte sie als Kind immer in meiner Nähe, aber glücklicherweise musste ich sie nie als Waffe einsetzen.
Wie sah Ihr Weg in die Illustration aus?
Es begann mit unbedarftem Vormichhinkritzeln, plötzlich traf mich das Glück, im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.
Offensichtlich hab ich die Zeichen der Zeit gezeichnet, es passte immer irgendwie. Ein Hoch auf die Subkultur, dort hab ich meine Brötchen verdient.
Heute mache ich allerlei Auftragsarbeiten nach Lust und Laune und manchmal sogar Kunst.


Was macht einen guten Illustratoren aus?
Er/Sie sollte nicht um jeden Preis gefallen wollen.
Er/Sie sollte mit viel Fantasie ausgestattet sein.
Er/Sie sollte Geduld, Talent und Freude an der Sache haben.
Ganz wichtig: Mir oder irgendjemand anderem gefällt seine/ihre Arbeit.
Ist Illustration Kunst oder Handwerk?
Kunsthandwerk



Haben die elektronischen Medien den Beruf schwerer gemacht oder beflügelt?
Die Vorteile nutzen, den Rest ausblenden
Was zeichnet Ihren Stil aus?
Klarer Strich. Viel Schwarz Weiss, wenn Farbe, dann meistens Rot Blau. Für Jederfraumann lesbar, verständlich, manchmal dilettantisch.
Es gibt Leute, die unterstellen mir Humor (dabei hab ich mich selbst noch nie gezeichnet). Wichtig: Ich versuche immer eine Geschichte zu erzählen.
Haben Sie Lieblingsmedien (welche?) oder passen Sie diese immer dem jeweiligen Thema/Auftrag an?
Meine Lieblingsmedien:
Pinsel und Farbe, Fixpensil, Farbstift (Carand’Ache 999 Blaurot), Kugelschreiber, Radio und Fernsehen, Zeitung (Inspiration).



Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Duschen, Zeitung lesen, Kaffee trinken, Zeichnen, Essen, mit Hund spazieren, Zeichnen, manchmal Basteln, Tee trinken, Zeichnen, Essen, Schlafen.
Manchmal mach ich auch einfach eine ausgedehnte Künstlerpause…
Ich hörte mal, der grösste Feind des Künstlers sei nicht mangelndes Talent, sondern die Störung durch andere Menschen. Brauchen Sie zum Arbeiten Stille und Einsamkeit, oder stören Sie andere Menschen nicht?
Wenn ich an einem Auftrag arbeite, bevorzuge ich die Einsamkeit, Stille ist jedoch nicht mein Ding, im Gegenteil, ich liebe Musik zum Zeichnen und wenn ich weiss, wohin die Reise geht , kann ich sehr wohl unter Leuten kreativ sein.
Können Sie Ihren Weg von der ersten Idee bis hin zur fertigen Illustration beschreiben?
Am Anfang ist der Auftrag (den geb ich mir manchmal auch selbst), dann die Idee und später folgt der Weg zum Ziel, das sich meistens an einem anderen Ort befindet.
Wenn sie an Ihre vergangenen Arbeiten denken: Gibt es ein Projekt, das Sie als Ihr Lieblingsprojekt bezeichnen würden? Wenn ja: Welches, und wieso?
Schwer zu sagen… Im Idealfall ist es das Projekt, an dem ich gerade arbeite. Zur Zeit male ich an einem Plakat für eine Ausstellung zum Thema „Kochen“.
Welches Projekt würden Sie einem Leser gerne vorstellen?
Ich habe vor einiger Zeit ein Schaltjahr lang jeden Tag einen Linolstempel geschnitten. Daraus entstanden 200 Künstlerbüchlein, jedes ein Unikat. Andrea Nyffeler, eine befreundete Künstlerin , schrieb 160 wunderbare Haikus, die ich mit meinem Stempelfundus nach Gutdünken illustrierte. Das Projekt lief unter dem Titel „Schillernder Schinken“.
Wie ist das Klima zwischen Illustratoren? Ist jeder ein potentieller Konkurrent, den man meidet, oder ein Kollege im selben Arbeitsumfeld, mit dem man netzwerkt?
Ich bin ehrlich gesagt ein mittelmässiger Netzwerker. Die wenigen, die ich kenne in diesem gigantischen Illustratorenuniversum, treffe ich immer wieder gerne, wir respektieren uns gegenseitig sehr.
Was raten Sie jemanden, der Illustrator werden will?
Probier es doch einfach aus, vielleicht wirst du entdeckt und sogar berühmt. Sei brav und fleissig, erfinde dich.
Welchen Illustrator oder Künstler soll ich hier noch vorstellen?
„Saul Steinberg“, kommt mir da gerade in den Sinn.
Auf einer wunderschönen grünen Wiese ist ein Maulwurfhügel. Darunter wohnt ein Maulwurf in Frieden – allerdings nicht lange allein. Schon bald kommen weitere Maulwürfe, sie bauen neue Hügel auf der Wiese und unter der Erde ganze Städte. Und je mehr Zeit ins Land geht, desto weiter wird die Untergrundwelt ausgebaut. Aus der Idylle – oben wie unten – ist eine turbulente, lärmende und dicht besiedelte Welt geworden.
Torben Kuhlmann braucht nicht viele Worte, um die Geschichte zu erzählen, er lässt Bilder sprechen – und die sprechen nicht nur eine deutliche Sprache, sie bestechen durch ihre Farbwahl, ihren Ausdruck, ihre Sprache. Torben Kuhlmann ist es gelungen, sowohl in Farbe, Gesamtgestaltung wie auch Ausarbeitung jedes einzelnen Bildes die Stimmung der Geschichte einzufangen.
Maulwurfstadt ist ein Bilderbuch, das man gerne anschaut, bei dem man immer wieder neue Details entdeckt – gross und klein werden begeistert sein. Dass dabei ganz nebenbei noch sinnbildlich die Geschichte der Menschheit und die Besiedlung des Erdballs aufgegriffen werden, ist ein zusätzliches Plus. Torben Kuhlmanns Erzählkraft gelingt es auf schöne Weise, aufzuzeigen, dass Fortschritt nicht nur immer positive Effekte hat, sondern durchaus auch Dinge mit sich bringen kann, die man sich so nicht wünschte – und vielleicht auch gar nicht vorstellte am Anfang. Eine wunderbare Gesprächsgrundlage beim Anschauen des Buches.
Fazit:
Ein wunderbares Buch mit aussagekräftigen Bildern und einer Geschichte, die schön anzuschauen und zu erzählen ist sowie zu weiteren Überlegungen anregt. Sehr empfehlenswert – für gross und klein.
Zum Autor
Torben Kuhlmann
Torben Kuhlmann studierte Illustration und Kommunikationsdesign an der HAW Hamburg mit Schwerpunkt Buchillustration. Im Juni 2012 schloss er sein Studium mit dem Kinderbuch Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus ab. Maulwurfstadt ist Kuhlmanns zweites Bilderbuch bei NordSüd.
Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag (20. Januar 2015)
Empfohlenes Alter: 5 – 7 Jahre
ISBN-Nr.: 978-3314102745
Preis: EUR 14.99 / CHF 21.90
Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder online u.a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH
Pierre-Joseph Redouté kam schon in jungen Jahren mit der Botanik in Berührung: Ein Mönch der Abtei S. Hubert führte ihn in dieselbe ein und hat damit wohl seine Liebe zu den Blumen geweckt. Später ging Redoute nach Amsterdam, wo er das Werk des berühmten Blumenmalers Jan van Huysum studierte, nachher nach Paris, um als Dekorateur und Bühnenmaler zu arbeiten. Er weckte mit seinem Können bald die Aufmerksamkeit und wurde fortan mit seiner Blumen-Aquarellmalerei gefördert, unter anderem von der Königin Marie Antoinette und später von der Kaiserin Joséphine.
Der vorliegende Bildband präsentiert über 2000 seiner detailgetreuen und anmutigen Zeichnungen. Ergänzend liefert Professor H. Walter Lack, Experte für die Geschichte der Botanik, einen erläuternden Text, welcher in drei Sprachen publiziert ist.
Das Buch ist mit seinen 608 Seiten, um die 4,5 kg und den Massen 26,7 x 5,7 x 36,2 cm
imposant, es besticht durch eine hochwertige Verarbeitung, klare Farben, ein schönes Layout. Ein wunderbares Buch, um in die filigrane Welt der Blumen und Blüten einzutauchen. Es gewährt einen Einblick in die Schönheit der Blumenpracht der vergangenen Pariser Gärten sowie in das herausragende Können des Künstlers Pierre-Joseph Redouté.
Fazit
Ein wunderbares Buch für Blumenliebhaber und Bewunderer herausragender Zeichenkunst. Absolute Empfehlung.
Angaben zum Buch:
Hardcover: 608
Verlag: Taschen Verlag (24. Februar 2018)
ISBN: 978-3836568937
Preis: EUR 50 / CHF 96.60
Erhältlich in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH
Frida Kahlo hatte wohl alles andere als ein ruhiges Leben. Krankheit, ein schwerer Unfall und immer wieder Schmerzen begleiteten ihr Leben – ob sie ohne diese geworden wäre, wer sie war? Sie war immer ein eigenwilliges Kind, eines, das einen eigenen Kopf hatte und diesem folgte. Das tat sie mit ihrem Leben, mit ihren Liebschaften und auch mit ihrer Kunst. Die drei sind generell nicht voneinander zu trennen, befruchten sie sich doch gegenseitig immer wieder.
Vanna Vinci, Autorin und Illustratorin des vorliegenden Buchs, erzählt die Geschichte der faszinierenden Künstlerin als Graphic Novel und in Form eines Dialogs. Frida soll dem Tod ihr Leben erzählen. Wer war sie, wie lebte sie, bis er sie holte?
Frida…Frida….Komm erzähl mir….Erzähl mir von deinem Leben….
Du weißt bereits alles über mich mich… Du wusstest schon alles, bevor wir auch nur angefangen hatten…
Aber nun würde ich mich gerne erinnern…Ich kenne die Geschichten so vieler Leute….
In Ihren Zeichnungen greift Vinci Frida Kahlos Farbpalette und auch Figurensprache auf. Es gelingt ihr zudem in der Erzählung, eine Stimmung und Erzählhaltung aufrechtzuerhalten, die durchaus authentisch wirkt, die so von Frida selber stammen könnte.
Entstanden ist ein wunderbares Buch, das tiefe Eindrücke in das Leben und Schaffen einer beeindruckenden Frau und Künstlerin gewährt, das durch Bild und Text überzeugt und auch für Menschen, die sonst keine Graphic Novels lesen mögen, durchaus ein Gewinn sein kann. Die angenehme Haptik des etwas festeren Papiers sowie das geschmackvoll und passend gestaltete Cover machen das Buch zu einem kleinen Kunstwerk.
Fazit
Ein informatives, tiefgründiges und hochwertig gestaltetes Buch, das sich authentisch und stimmig mit Frida Kahlos Leben und Schaffen auseinandersetzt. Absolut empfehlenswert.
Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Prestel Verlag (28. August 2017)
ISBN: 978-3791383873
Preis: EUR: 22 ; CHF 33.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH
Heilig Abend steht vor der Tür, die Kinder sind voller Erwartungen, was für sie auf dem Gabentisch liegt. Sie werden nicht enttäuscht; Bilderbbücher, Süssigkeiten und Spielzeug warten auf sie. Plötzlich entdeckt Marie einen kleinen Mann mit grossem Kopf und kleinem Körper: Ein Nussknacker. Weil er Marie so gut gefällt, darf sie ihn behalten. Bis alle ins Bett gehen, hat der arme Nussknacker allerdings alle Zähne verloren vom vielen Knacken der Nüsse. Marie will ihn drum besonders weich betten, damit er sich erholen kann.
Die Nacht bricht ein und plötzlich regt sich was, es wispert und flüstert und raschelt. bald sieht sich Marie umgeben von einem Mäuseheer, angeführt vom siebenköpfigen Mausekönig. Der Nussknacker ruft die anderen im Zimmer zu Hilfe – die Mäuse müssen bekämpft werden.
Am nächsten Morgen ist Marie krank. War alles nur ein Fiebertraum? Steckt doch mehr dahinter? Ein wunderbares Märchen für Gross und Klein!
E.T.A. Hoffmann erfand die Geschichte vom Nussknacker ursprünglich für die Tochter eines Freundes: Marie Hitzig. Realität und Phantasie gehen eine wunderbare Verbindung ein, indem Marie, selber mit einer reichen Phantasie ausgestattet, zur Protagonistin eines Märchens wird, das voller Magie ist, dabei aber auch immer eine Spur Witz mit sich trägt.
Lisbeth Zwerger hat die Geschichte mit ihren Illustrationen grossartig eingefangen. Mit klaren Linien, einer gedämpften Farbpalette und dem feinen Sinn für die Details entwickeln sich ihre Bilderwelten. Man kann sich nicht satt sehen an den Zeichnungen, die viel mehr sind als blosse Wiedergabe des Textes, sondern immer tiefer gehen.
Fazit:
E.T.A. Hoffmanns wunderbare Geschichte wurde gekonnt gekürzt und grossartig illustriert – ein Genuss für alle Sinne, für Gross und Klein. Sehr empfehlenswert.
Der Autor und die Mitwirkenden
E.T. A. Hoffmann kam am 24. Januar 1776 als Sohn eines Hofgerichtsadvokaten in Königsberg zur Welt. Der Jurist und Richter war ein künstlerisches Multitalent: Er arbeitete unter anderem als Komponist und Kapellmeister, Zeichner und Literat. Hoffmann starb am 25. Juni 1822 an einer schweren Krankheit in Berlin. Er hat mit seinen tiefenpsychologisch geprägten Erzählungen der deutschen Romantik Weltgeltung verschafft.
Susanne Koppe studierte Germanistik, Pädagogik und Psychologie in München sowie Children’s Literature am Simmons College in Boston. Sie leitet eine Agentur für Autoren und Illustratoren. Susanne Koppe lebt und arbeitet in Hamburg und Wien.
Lisbeth Zwerger, geboren 1954 in Wien. Sie gewann mit ihren zahlreichen Werken unter anderem zweimal den Goldenen Apfel der Internationalen Biennale für Illustration in Bratislava und dreimal den Preis der ‚New York Times‘ für die zehn bestillustrierten Bücher. Für ihr Lebenswerk wurde sie mit dem H. C. Andersen Preis ausgezeichnet, der als Nobelpreis der Kinder- und Jugendliteratur bezeichnet wird.
Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 40 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag (26. September 2016)
Empfohlenes Alter: 4 – 6 Jahre
ISBN-Nr.: 978-3-314-10413-8
Preis: EUR 16.99 / CHF 23.90
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Wenn man an Immanuel Kant denkt, denkt man an Philosophie. Man hat Begriffe wir Kritik, Kategorischer Imperativ, Vernunft im Sinn und denkt an einen der grössten deutschen Denker. Immanuel Kant, der nie sein Königsberg verliess, ein Philosoph, der wohl selten als Mensch wahrgenommen wird, mehr durch seine Schriften.
Antje Herzog ist neue Wege gegangen. Sie forschte dem privaten Immanuel Kant nach und beleuchtete diesen durch sein Verhältnis zu seinem Diener Lampe – eine Verbindung, die über vierzig Jahre gedauert hat und von einem Tag auf den anderen aufhörte.
In dieser Graphic Novel ist Antje Herzog mehreres gelungen: Sie lässt uns hinter die Kulissen des irgendwie unnahbar scheinenden Philosophen schauen. Sie präsentiert skurrile Eigenheiten Kants und lässt ihn durch Alltagsgeschichten menschlich werden. Wir sehen Immanuel Kant mit Nachtmütze und Leselicht, lesen zwischendurch immer auch wieder Sätze, die aus Schriften oder Briefen stammen, die aus den Philosophiebüchern bekannt sind und nun in ein Leben eingebettet werden. Mit viel Humor und doch auch Tiefgang und Hintergrundwissen lässt Antje Herzog Immanuel Kant lebendig werden.
Vollendet wird alles durch ihren wirklich wunderbaren Zeichnstil mit Tusche und Feder, detailliert und fein schraffiert. Akzente setzt die Zugabe der Farbe Gelb in die sonst schwarz-weiss gehaltenen Zeichnungen.
Fazit:
Ein wunderbar illustriertes Buch mit viel Tiefgang, Witz und Hintergrundwissen. Eine absolute Leseempfehlung!
Antje Herzog
Antje Herzog, geboren 1981, studierte Design und Illustration an der Hochschule Düsseldorf sowie Animation und Animationsfilm an der Konstfack-Universität in Stockholm. Sie ist stellvertretende Vorsitzende der Illustratoren Organisation e.V. Seit 2008 lebt und arbeitet Antje Herzog als Illustratorin in Köln.
Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 152 Seiten
Verlag: Edition Büchergilde (16. März 2017)
ISBN-Nr: 978-3864060687
Preis: EUR 26 / CHF 36.90
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Du brauchst: eine Zeichenfeder, einen Federhalter, gute Augen
Wer möchte nicht auch gut zeichnen können und sagt sich immer wieder: Ich kann nicht zeichnen, ich lass es sein. Jean-Vincent Sénac zeigt, dass es ganz einfach ist, ein Huhn zu zeichnen:
Man zeichne ein Dreieck, darunter eine senkrechte Linie, noch eine, und dann noch ein paar Striche dran… und merkt: Da fehlt was. Neuer Versuch.
Man merkt es wohl schon: Das vorliegende Buch ist keine Zeichenschule, auch wenn Jean-Vincent Sénac durchaus zeigt, wie man ein einfaches Huhn zeichnen kann. Dabei beschreibt er, was er tut, und zeigt es anhand kleiner Illustrationen. Das Ganze macht er mit viel Witz, Charme und Ironie. Ein Buch, das einen oft schmunzeln lässt, ein Buch, das eigentlich nur aus wenigen handgeschriebenen Worten und wenigen Tintenstrichen besteht, aber ganz viel Freude beinhaltet, so dass man es immer wieder anschauen möchte – und ja, man versucht das mit dem Hühnerzeichnen, ganz bestimmt. Man wird angeregt, kreativ zu werden, neue Wege zu gehen, mit Formen zu spielen. Und dann sieht man, was auch Jean-Vincent Sénac sagt: Es ist ganz einfach, ein Huhn zu zeichnen – und vieles mehr. Und: Es macht Spass.
Da ich Hühner sehr liebe, war dieses Buch natürlich ein Muss für mich.
Fazit:
Ein wunderbares, witziges kleines Buch für Kinder und Erwachsene. Absolut empfehlenswert.
Zum Autor
Jean-Vincent Sénac ist ein in Frankreich lebender Illustrator. Er produzierte bereits Bücher, Daumenkinos und Spielzeuge und gibt Kunstworkshops für Kinder.
Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 70 Seiten
Verlag: Prestel Verlag (21. März 2016)
ISBN-Nr: 978-3791372471
Preis: EUR 9.99 / CHF 14.90
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