Aus dem Atelier: Sportliche Skizzen

«Sport ist Mord.» Winston Churchill

Als junger Mann Leistungsschwimmer, wandte er sich später anderen Leidenschaften zu. Seine Aussage ist wohl so gemeint, dass wirklicher Leistungssport immer mit viel Aufwand und Anstrengung verbunden ist.

Sport ist gesund. Sagen andere. Ich würde nicht so weit gehen, Sport als Mord zu bezeichnen, aber langweilig ist er in meinen alleweil. Ein notwendiges Übel quasi, weil es mir danach immer besser geht. Und so raffe ich mich nach meiner Yogasitzung immer auf und steige auf den Hometrainer für 10-15 Minuten. Und damit es nicht zu langweilig wird, habe ich ein Brett auf die Lenkstange gelegt und kritzle nun vor mich hin. Reduziert mit Bleistift und Leuchtstift (was halt so da liegt). Und schwupps, ist die Zeit um und die Skizze fertig. Bis zum nächsten Tag.

Mögt ihr Sport?

Habt einen schönen Tag!

Tagesbild: Sein in der Welt

«Es gibt kein richtiges Leben im falschen.» Theodor Adorno

Wer bin ich? Wie will ich sein? Wo gehöre ich hin? Was ist mein Platz? Ohne das Wissen darum bleibt das Leben eine ständige Suche.

Habt einen schönen Tag!

(Das Zitat stammt übrigens aus „Minima Moralia“ von Theodor Adorno. Eines der Bücher, das mir als einziges Buch einfallen würde, um es auf eine Insel mitzunehmen)

Tagesbild: Wer bin ich?

*Erkenne dich selbst.» Orakel von Delphi

Das ist wohl eines der bekanntesten philosophischen Zitate und zugleich eine Aufgabe an jeden einzelnen. Die Selbsterkenntnis, so ist man sich sicher, führt zu einem gelingenden, weil selbstbestimmten Leben aus den eigenen Bedürfnissen heraus.

Stimmt das? Sind wir als die, welche wir sind, wirklich so selbstbestimmt? Wie viel Anteil haben wir an uns, wenn wir einfach unbewusst in den Tag hineinleben? Was ist mit Genen, Prägungen, Mustern, sozialen Einflüssen…. ? Sie haben in Tat und Wahrheit einen grossen Einfluss auf uns. Umso mehr also gilt es, in sich zu gehen, zu forschen, herauszufinden, wo denn nun dieses Ich wirklich ist und wie es aussieht, was es will.

Ist das so? Vielleicht wäre es besser, hinzusitzen und sich zu fragen: Wer will ich sein? Und dann daran gehen, sich zu dem zu machen, der man sein will. Wie sagte schon George Bernhard Shaw:

«Life isn’t about finding yourself. Life is about creating yourself.»

Vielleicht sind wir wie ein Klumpen Ton, den wir nun nach unseren Wünschen gestalten können. Vielleicht ist es erfüllender, statt Archäologe auf der Suche nach verschütteten Eigenschaften mehr Schöpfer seines eigenen Ichs zu sein. Ein Versuch ist es wert!

Habt einen schönen Tag!

Tagesbild: Leben in meiner Welt

«To create one’s own world takes courage.» Georgia O’Keeffe

Die grosse Welt können wir kaum ändern, aber die kleine um uns herum, da haben wir Möglichkeiten. Nur: Ganz so einfach ist das nicht. Wir bewohnen sie nicht allein, andere leben mit und neben uns. Sie schauen auf uns, haben ihre eigenen Vorstellungen, wie eine Welt auszusehen hätte. Wenn viele die gleiche Sicht teilen, stehen wir, die wir uns in dieser Welt nicht wohl fühlen, alleine da.

«In der sozialen Welt ist es elementar, ob man drinnen ist oder draussen, ob man dazugehört oder nicht.» Ralf Konersmann, Aussenseiter

Wir stehen vor einem Grossen Wir und sind die Anderen. Wir sind die Aussenseiter, die an der Seite und aussen stehen. Da zu sein ist schwer. Mitunter einsam. Und mit dem Wissen gepaart, immer im kritischen Blick zu stehen. Dem Blick, der sagt: Wir wissen, wie die Welt zu sein hat, du passt da nicht rein.

«Die Konstellation ist jedoch asymmetrisch. Denjenigen, die drin sind, fällt mit ebendiesem Drinsein die Position zu, über Drinnen und Draussen zu entscheiden.» Ralf Konersmann, Aussenseiter

Der Mensch möchte dazugehören. Aus dem Grund passt er sich in Welten ein, die ihm nicht passen. Oft führt das zu einer gefühlten Entfremdung – zur Welt und schlussendlich zu sich. Da auszubrechen und sich die eigene, passende Welt zu schaffen, erfordert Mut. Doch ist es wirklich eine Option, es nicht zu tun?

Habt einen schönen Tag!

(Buchtipp zum Thema Aussenseiter: Ralf Konersmann, Aussenseiter, erschienen im Fischer Verlag)

Tagesbild: It’s my life

«Die Belohnung für Anpassung ist, dass jeder dich mag, außer du dich selbst. (Rita Mae Brown)»

Heute Morgen startete ich wie immer in den Tag. Zum Morgenszenario gehört auch ein Tee (der Not gehorchend, er hilft bei einem Problem, das ich sonst hatte). Diese Tees haben immer nette Sprüche beigelegt, eher ein wenig esoterisch angehaucht, aber mitunter doch zum Nachdenken anregend. Heute stand: „Jede Person, der du begegnest, kann Dein Lehrer sein.“

Und da merkte ich, wie viel Wahres daran ist. Gerade auch bei Menschen, von denen ich mich ungerecht, schlecht, falsch behandelt fühlte. Im ersten Moment kam da die Trauer. Dann Wut. Dann wieder Trauer. Im Nachhinein merke ich, dass ich für mich was gelernt habe.

Wie oft bemühte ich mich, dazuzugehören. Mich anzupassen. Erwartungen zu genügen. Andere Bedürfnisse zu befriedigen. Oft gerade bei den Menschen, bei denen ich mich nicht akzeptiert fühlte. Bis ich merkte: Ich habe das gleiche Recht! Ich muss ihnen nicht genügen. Ich muss mir genügen.

Als ich den Spruch auf dem Teebeutel so las, war mein erster Gedanke:

«Das hätte ich schon früher haben können.»

Doch dann dachte ich:

«Besser spät als nie!»

Habt einen schönen Tag!

Tagesbild: Im Moment sein

„Jeder Tag ist ein guter Tag.“ (aus Japan)

Oft wachen wir auf und sehen das schlechte Wetter, ärgern uns über bevorstehende Aufgaben, denken über die Probleme vom Vortag nach und verpassen ganz die Chance, den neuen Tag willkommen zu heissen und ihm mit gebührender Zuversicht zu begegnen.

Einfach nur hinsitzen. Da sein. Im Moment. Etwas, das uns in der heutigen Zeit (war es früher wirklich anders?) schwer fällt. Wir pendeln zwischen gestern und morgen und verpassen den einzigen Moment, in dem wir wirklich leben könnten: Jetzt.

Habt einen schönen Tag!

Tagesbild: Spielen

„Spielen ist Experimentieren mit dem Zufall.“ Novalis

Den Bleistift spazieren führen, so beschrieb Paul Klee das Zeichnen. Die Freiheit, diesen Spaziergang ohne festes Ziel sondern mit spielerischer Neugier zu machen, gibt dem Ganzen einen Hauch von Abenteuer und Lebendigkeit. Der Zufall spielt mit, sich ihm auszusetzen kann befreiend wirken.

Habt einen schönen Tag!

Tagesbild: In sich gehen

„Höhepunkt des Glücks ist es, wenn der Mensch bereit ist, das zu sein, was er ist.“ Erasmus von Rotterdam

In sich gehen und sich fragen: Wer bin ich? Was will ich? Wie will ich leben? Wie will ich sein? Und dann den Mut haben, es zu sein. Und zu tun.

Habt einen schönen Tag!

Tagesbild: Strandnixe

Eine Stunde wurde uns geklaut, dafür die ersten Anklänge des Sommers geschenkt. In den letzten Tagen sind die Temperaturen merklich gestiegen hier in Spanien, so dass sich schon die ersten Badefreudigen am Strand einfinden (sicher keine Warmduscher, denn so warm ist es doch noch nicht im Wasser – stelle ich mir zumindest vor, denn ich mag Wasser ja nicht und bin, wenn es sich nicht vermeiden lässt, nie drin anzutreffen).

Möge es so weitergehen, denn vom Winter und seinem mehrheitlichen Grau in unseren Breitengraden habe ich seit seinem Anfang schon genug. Ein Hoch auf Farbe, Licht und Wärme.

Habt einen schönen Tag!

Tagesbild: Der Star des Jahres

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Die Königin (die es nicht war)

Da haben wir ihn, den Gewinner des GNTB – Germany’s next Top Bird. Dieses kleine Geschöpf wurde zum Vogel des Jahres 2025 gekürt. A Star is born.

So zieht sich das menschliche Leistungsdenken über die Welt und unterwirft alles seinen Etiketten und Massstäben.

Vielleicht stösst mir das auch nur gerade auf, weil ich selbst auf solche Einordnungen höchst allergisch reagiere. Die Zuschreibung „Du bist eben so….“ trägt in sich eine Statik, die zu durchbrechen in der Folge kaum mehr möglich ist, denn: Ist das Urteil erst mal gefällt, rüttelt wenig daran. Die Schubladen sind geschlossen, man darin platzsparend und für immer greifbar verstaut. Es braucht kein neues Hinschauen mehr, man weiss ja.

Weiss man? Vermutlich mehr über sich als über mich, würde man hinschauen. Doch auch das erscheint überflüssig, ist man doch in der Position des Schubladiers und damit überlegen.

Ach, nun gingen wohl mal wieder meine Denker-Pferde mit mir durch, dabei wollte ich ja nur ein kleines Bild zeigen und ein schönes Wochenende wünschen. Also:

Ich wünsche euch einen schönen Tag!

Tagesbild: Kleiner Träumer

„Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind; wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.“ Marie von Ebner-Eschenbach

Wird einer ein Träumer genannt, so ist das selten positiv gemeint. Das bedeutet nicht, dass er noch Wünsche hat und Ziele, heisst nicht, dass er sich seine Zukunft, sein Leben, sein Sein in den buntesten Farben ausmalt und sich in einer Welt sieht, die er sich für sich erschaffen möchte. Es bedeutet, er leistet gerade nicht und das ist es doch, was anzustreben ist in dieser Welt: Leistung. Vor allem: Immer mehr davon, ein Streben der Superlative nach dem Höchsten, Besten, Meisten.

Und irgendwann werden die Jahre, die vor einem liegen, immer weniger, man hat geleistet, nicht geträumt, und schaut zurück und denkt: Wo sind all die Träume hin? Wo sind all die Farben, welche die Welt hätten bunt malen sollen? Man erinnert sich an all die Wünsche und Ziele, die ob all dem Leisten auf der Strecke blieben und oft schwingt in diesen Gedanken eine Wehmut mit.

Aber: Es ist nie zu spät zum Träumen. Und vor allem: Es ist nie zu spät, die eigenen Träume auch zu leben. Doch dazu darf man sie erst träumen.

„Heute beginnt der Rest deines Lebens.“ Udo Jürgens

Habt einen schönen Tag!

Tagesbild: Blösse

„Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unseren Kleidern.“ Heinrich Heine

Wenn es um die Blösse geht, kommt eine Hemmung mit auf. Wir wollen sie vermeiden, wir fürchten, von anderen in sie hineingedrängt zu werden oder aber sie selbst zu zeigen. Das zeigt sich schon in verschiedenen Redewendungen.

„Sich keine Blösse geben.“
„Jemanden blossstellen.“

Der Blösse liegt nicht nur die blosse Nacktheit zugrunde, sondern auch die Scham. Wann im Leben lernen wir die? Wann ist der eigene Körper plötzlich nicht mehr das Natürlichste der Welt, sondern etwas, mit dem wir nicht zufrieden sind, das wir verändern und gar verbergen wollen?

Kann man wieder verlernen, was man mal gelernt hat? Wie viel Freiheit wäre plötzlich im Leben, könnte man sich zeigen? In seiner ganzen Blösse. Innerlich wie äusserlich.

„Wer nackt Würde zeigt, gibt sich keine Blösse.“ Klaus Ender, Fotograf

Habt einen schönen Tag!

(Skizzen im Skizzenbuch)uch)