Sabine Durrant: Ich bin unschuldig

Die Wahrheit liegt versteckt hinter Masken

Äste stechen auf Augenhöhe hervor, auf Knöchelhöhe lauern Grasbüschel. Und dann fällt durch ein Gewirr aus Ästen mein Blick darauf.
Zuerst dachte ich an aufblasbare Puppen. Oder Fische. […] Dann trifft mich das ganze Entsetzen dessen, was ich sehe, und alles, was ich denken kann, ist: Es ist weder eine Puppe noch ein Fisch noch ein Schwan.
Sie liegt auf der Seite, die nackten, weissen Arme über dem Kopf ausgestreckt, den Kopf nach hinten gebogen.

Gaby Mortimer, Fernsehjournalistin, Ehefrau und Mutter, stösst beim Joggen auf eine Leiche. Der Fund soll ihr ganzes Leben verändern, da kurze Zeit später sie die Hauptverdächtige ist, festgenommen wird und ihre Stelle verliert. Während der ganzen Zeit ist ihr Mann auf Geschäftsreise, sie ganz allein und hilflos. Die Journalisten stürzen sich wie Hyänen auf sie, Gaby Mortimer weiss nicht mehr, wem sie trauen kann, bis Jack Hayward auftaucht und ihr verspricht, ihr zu helfen.

„Woher weiss ich, dass sie mich nicht reinlegen? Sie könnten mich doch übers Ohr hauen.“
Seine Schultern sinken leicht nach vorn. „Sie müssen mir einfach vertrauen.“

Gemeinsam wollen sie den wahren Mörder finden.

Ich bin unschuldig ist eine interessante Geschichte mit teilweise tiefgründigen Gedanken rund um die menschliche Identität und die täglichen Masken, mit der man sie verdeckt. Der Thriller fängt sehr langsam an. Nach dem Leichenfund findet man sich im endlos scheinenden Alltag von Gaby Mortimer und ihrem Umfeld wieder, es passiert kaum etwas, das die Geschichte weiterbringt. Nach über hundert Seiten fängt die Geschichte an, Spannung und Tempo zu kriegen und dann fesselt sie einen, lässt einen nicht mehr los.

Sabine Durrants Thriller bewegt sich zwischen Gesellschaftskritik, Beziehungsroman und Spannung. Er nimmt schlussendlich eine überraschende Wendung, spart davor nicht an möglichen Verdächtigen. Hätte man den Anfang stark gekürzt, wäre das Buch uneingeschränkt zu empfehlen. Wenn man gewillt ist, diesen Anfang grob zu überblättern, ebenso. Die weniger ungeduldigen Leser finden vielleicht sogar darin Interessantes, da das Buch durchaus gut geschrieben und die Figuren authentisch sind.

Fazit
Langsamer Anfang, danach grosse Spannung. Ein Thriller mit einem bunten Potpourri an Themen und Verdächtigen und einem überraschenden Abgang. Empfehlenswert.

Zum Autor
Sabine Durrant
Sabine Durrant lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in London, wo sie als Autorin und Journalistin arbeitet. Sie schreibt unter anderem für den Guardian, den Daily Telegraph sowie die Sunday Times und hat bereits mehrere erfolgreiche Romane und Kinderbücher veröffentlicht. Ich bin unschuldig ist ihr erster Thriller.

 

DurrantUnschuldigAngaben zum Buch:
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Pendo Verlag (13. August 2013)
Übersetzung: Elvira Willems
ISBN-Nr.: 978-386612361
Preis: EUR  14.99 / CHF 14.90

Erhältlich in jeder Buchhandlung vor Ort sowie online  bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

Sunil Mann: Familienpoker

Woher man stammt, wohin man geht

„Was führt dich zu mir?“ Ich breitete auffordernd die Arme aus.
Abschätzend taxierte sie mich und sagte schliesslich in bestimmendem Ton: „Finde mich!“
„Wie bitte?“
„Du sollst mich finden!“
Ich starrte sie an, während ich in Gedanken alle Erklärungsmöglichkeiten für diese hirnrissige Forderung durchging […]

Noemi Winter ist ein Teenager wie er im Buche steht; sie fühlt sich von ihren Eltern unverstanden und denkt, nicht zu ihnen zu gehören, nicht ihr Kind zu sein. Was Vijay Kumar, Privatdetektiv indischer Herkunft, zuerst als typische Teenageridee ansieht, lässt ihn trotzdem nicht los und führt ihn schon bald nach Madrid, in die Verstrickungen von dubiosen Ärzten und kämpferischen Nonnen. Eine Suche nach Hintergründen beginnt, die mehr als einmal lebensbedrohlich wird.

Zum monotonen Klatschen gesellte sich jetzt das knirschende Geräusch eines Baseballschlägers, den ein anderer Bursche mit blond gefärbtem Haar lässig hinter sich her über das Kies schleifte. Die Bande schrie uns Schimpfwörter auf Spanisch hinterher, die garantiert nicht in meinem Sprachführer aufgelistet waren.

Sunil Mann gelingt mit Familienpoker ein Krimi, der einen von der ersten bis zur letzten Seite nicht loslässt. Der Plot ist stimmig, besticht durch seine immer wieder neuen Wendungen, die ihn spannend machen. Am Schluss fügen sich die einzelnen Fäden vielleicht ein wenig zu schön ineinander, doch auch ein Krimi lebt schlussendlich vom Happy End und man liest es mit einem guten Gefühl. Die Charaktere in Familienpoker sind plastisch gezeichnet, man kann sich in sie hineinfühlen und sich mit ihnen identifizieren. Die Schauplätze sind anschaulich gezeichnet und lassen Bilder vor einem entstehen, egal ob das Buch in Zürich, Bern, Madrid oder im Berner Oberland spielt.

Familienpoker schneidet grosse Themen wie die Herkunft des Menschen, Menschenhandel und Familiengefühle an, behandelt diese aber mit einer Leichtigkeit, so dass der Lesefluss nicht gestoppt wird. Dadurch erhält der Krimi eine tiefe Note, welche in Kombination mit dem immer wieder durchscheinenden Witz Lesegenuss pur verspricht.

Fazit:
Stimmiger Plot, plastische Figuren, packend erzählt – Lesegenuss pur; leider viel zu schnell zu Ende. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Sunil Mann
Sunil Mann wird am 21. Juni 1972 im Berner Oberland/Schweiz als Sohn indischer Einwanderer geboren. Er verbringt seine Jugend bei Pflegeeltern in Spiez und besucht in Interlaken das Gymnasium. Nach einem erfolgreichen Studienabbruch in den Fächern Psychologie und Germanistik (in Zürich) versucht er sich im Gastgewerbe mit einem halbherzigen Besuch der Hotelfachschule Belvoirpark. Seine heutige Arbeit als Flugbegleiter, welche oft unterbrochen wird durch zum Teil mehrmonatige Aufenthalte in Israel, Ägypten, Japan, Indien, Paris, Madrid und Berlin, lässt ihm genügend Zeit zum schreiben, was er produktiv macht und auch verschiedentlich dafür ausgezeichnet wird und wurde. Sunil Mann lebt in Zürich. Von ihm erschienen sind unter anderem Fangschuss (2010), Lichterfest (2011), Uferwechsel (2012) und Familienpoker (2013).

Interview mit dem Autor auf denkzeiten: hier

MannFamilienpokerAngaben zum Buch:
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Grafit Verlag (16. August 2013)
ISBN-Nr.: 978-3894254254
Preis: EUR  10.99 / CHF 16.90

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Michael Robotham: Bis du stirbst

Ein Unglücksrabe kämpft sich durch

An seinem letzten Morgen im Knast wachte Sami Macbeth früh auf, putzte sich die Zähne, faltete seine Decken ordentlich zusammen und setzte sich wartend auf das Bett.
Er hatte sich gesagt, dass er alles, was er machte, zum letzten Mal machte. […] Heute Mittag ist er hier raus. Nicht vollkommen frei, aber so gut wie.

Nach drei Jahren Knast für einen Juwelendiebstahl, den er nicht begangen hat, will Sami Macbeth nur zwei Dinge im Leben: nie mehr in den Knast zurück und ein berühmter Gitarrist werden. War ihm Das Glück schon drei Jahre vorher nicht hold, so hat sich das nicht geändert. Seine Schwester Nadja, die einzige, die von seiner Familie noch lebt und für die er sich verantwortlich fühlt, ist entführt worden und nur er kann sie retten. Allerdings hat das seinen Preis.

Der pensionierte Detective Inspector Vincent Ruiz   erfährt von der Geschichte durch seine Exfrau Miranda Wallace, welche Samis Bewährungshelferin ist. Er macht sich auf die Suche nach Sami und Nadja und sieht sich immer grösseren Herausforderungen gegnüber. Mittlerweile wird Sami Macbeth als gefährlicher Terrorist gesucht, welcher nach einem Bombenanschlag in der U-Bahn in einem Restaurant Geiseln genommen hat und nun auf der Flucht ist. Dabei ist die Polizei nicht allein darum bemüht, ihn unschädlich zu machen.

„Erlauben Sie mir, Folgendes zu sagen, Mr Macbeth. Ich habe die letzte Nacht damit verbracht, die genaueren Umstände dieses Falles zu studieren, und kann daraus nur schliessen, dass Sie ohne Zweifel einer der grössten Unglücksraben sind […]. Sie scheinen ausserdem über die unglückliche Gabe zu verfügen, eine verzweifelte Situation in eine hoffnungslose zu verwandeln. Könnte ich damit recht haben?“

Michael Robotham macht in Bis du stirbst alles richtig. Die Geschichte besticht durch durchdachte und lebendige Charaktere, einen spannenden und folgerichtigen Plot, sie hat die nötigen Aufhänger, Spannungsträger und Nebenhandlungen. Sami Macbeth ist ein Verbrecher wider Willen, der durch seine menschliche, trotz allen Unglücks humorvolle und vielschichtige Art die Sympathie und das Mitgefühl des Lesers auf seiner Seite hat. Die Motive seines Handelns sowie auch des Handelns der anderen Figuren sind nachvollziehbar und realistisch, die Grenzen zwischen gut und böse weichen langsam auf, zurück bleibt die Frage, wie das alles bloss enden soll. Und bis man das weiss, legt man das Buch nicht aus der Hand.

Fazit
Ein Thriller, der einen von der ersten bis zur letzten Seite nicht loslässt. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Michael Robotham
Michael Robotham wird 1960 in New Sout Wales, Australien geboren. Er arbeitet zuerst in Sydney als Journalist, geht später nach London, um dort für verschiedene Zeitungen zu schreiben. 1993 hängt er seine Karriere als Journalist an den Nagel und schreibt als Ghostwriter Biografien für Politiker und Prominente, darunter Geri Halliwell und Rolf Harris. Später folgt der Wechsel zur fiktiven Literatur. Sein erster Roman The Suspect schläft gleich ein, wird in 22 Sprachen übersetzt und wird zum Bestseller. Robotham lebt mit seiner Frau und drei Töchtern in Avalon bei Sydney. Von ihm erschienen sind unter anderem The Suspect (2004; dt. Adrenalin 2005), Lost (2005; Amnesie 2006), Shatter (2008; Dein Wille geschehe 2009), Bombproof (2009; Bis du stirbst 2013).

  

RobothamBisdustirbstAngaben zum Buch:
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (20. Mai 2013)
Übersetzung: Sigrun Zühlke
ISBN-Nr.: 978-3442473397
Preis: EUR  9.99 / CHF 15.90

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Marie Matisek: Nackt unter Krabben. Ein Küsten-Roman

Sommer, Sonne und neue Lebenswege

„Wenn du das Zeitliche segnest, kannst du das ebenso gut unterschreiben“, sagte Frekksen gerade. Er hatte sich den Zigarillo angezündet und blies eine dicke Rauchwolke in Stens Gesicht. „Dann kann dir doch egal sein, was auf der Insel passiert. Hier, unterschreib, du oller Sturkopf.“

Frekksen, schon seit Jahren hinter Stens Grundstück mit dem Strandkorbverleih her, wittert an dessen Sterbebett seine Chance. Allerdings bevorzugt es Sten, zu sterben und seinen besitz seinem Neffen Falk zu vermachen. Dessen Freundin liegt ganz auf Frekksens Linie, auch sie ist für den Verkauf, möchte sich mit dem Geld eine Reise nach Goa leisten. Falk, stur nach Familienart, trennt sich lieber von der Freundin als vom Paradies an der Nordsee, mit dem er Kindheitserinnerungen verbindet. Kurzerhand steigt er ins Auto und freut sich auf seine neue Karriere als Strandkorbverleiher, wenn er auch nicht abschätzen kann, wie sich sein Leben nun entwickeln wird.

Bald schon sieht er sich ungeahnten Schwierigkeiten gegenüber und zwischen den Fronten sich streitender Inselbewohner. Dank der Hilfe von neu gewonnenen Freunden und einer neuen Liebe am Horizont fällt er nicht auf die Nase, sondern stellt sich der Herausforderung.

„Ich bin sicher, du machst das Richtige“, sagte Grit. „Und du wirst wissen, was das ist, wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Überstürze nichts. Okay?“

Marie Matisek gelingt mit Nackt unter Krabben ein unterhaltsamer Roman, der den Leser an die Nordsee entführt und das ganz normale Leben in einer Kleinstadt erleben lässt. Liebenswürdig beschriebene Figuren, Lokalkolorit und eine witzig-leichte Erzählweise vereinen sich zu einem unterhaltsamen Lesegenuss.

Fazit
Locker flockige Geschichte für die leichte Lektüre zwischendurch. Flüssig geschrieben, mit einer Prise Humor, holt das Buch Ferienfeeling in die Lesestube.

Zum Autor
Marie Matisek
Marie Matisek führt einen chaotischen Haushalt mit Mann, Kindern und Tieren im idyllischen Umland von  München. Neben dem Muttersein und dem Schreiben pflegt sie ihre Hobbys: kochen, ihren Acker umgraben und Kröten über die Straße helfen. Ihre große Leidenschaft allerdings gehört der schönsten aller Inseln: Heisterhoog (die in Wirklichkeit ganz anders heißt, aber das ist geheim). Von ihr erschienen sind Mutter bei die Fische (2013) und Nackt unter Krabben (2013).

 

MatisekKrabbenAngaben zum Buch:
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: List, Verlag der Ullstein Buchverlag GmbH (12. April 2013)
ISBN-Nr.: 978-354828547
Preis: EUR  8.99 / CHF 14.90

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Alex Capus: Léon und Louise

Lebenslange Liebe

Léon und Louise lernen sich 1915 in einem kleinen Ort in der Normandie kennen. Beide sind sie 17 Jahre alt und verlieben sich ineinander. Bei einem romantischen Wochenendausflug mit dem Rad geraten sie in einen Fliegerangriff und werden verletzt. Da sie sich danach nicht mehr finden können, glauben beide, dass der andere tot ist. Léon geht nach Paris, lernt Yvonne kennen und heiratet sie. Sie haben vier Kinder und sind glücklich. Bis Léon eines Tages durch das Fenster der Métro Louise sieht.

„Ich habe dieses Mädchen getroffen.“
„Was für ein Mädchen?“
„Ich bin nicht sicher.“
„Du bist nicht sicher? Du triffst ein Mädchen, bist aber nicht sicher und verspätest dich um zwei Stunden?“
„Ja.“
„Mein Lieber, das klingt, als hätten wir etwas zu besprechen.“
„Ich glaube, es war Louise.“

Léon sucht und findet Louise, die Leidenschaft ist wieder da, trotzdem beschliessen die beiden, ihre Leben so zu belassen, wie sie sich diese in den letzten zehn Jahren eingerichtet haben, Léon bei seiner Familie, Louise als unabhängige Frau. Trotzdem bleibt das Band bestehen, der Kontakt bricht nicht ab und hält ein Leben lang.

Indem sie alle so weiterlebten, übten sie keinen Verzicht, rieben kein Doppelspiel und machten sich auch keiner Heimlichkeiten schuldig; sie setzten nur ihr bisheriges Leben in der einzig möglichen Weise fort, weil es ein neues Leben ohne das alte nicht geben konnte, für keinen von ihnen.

Alex Capus erzählt die Geschichte  einer grossen Liebe, die ein Leben lang dauert. Es ist die Geschichte dreier Menschen, die miteinander verbunden sind und einen Weg suchen und finden, diese Verbindungen zu leben. Es ist auch die Geschichte von Verantwortung und Pflichtbewusstsein, von Leidenschaft und Vertrauen. Léon und Louise besticht durch eine grosse Tiefe sowohl in der Ezählweise wie auch in der liebevollen Darstellung der Figuren.

Fazit:
Eine feinfühlige, mitreissende, emotionale und wunderbar erzählte Geschichte. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Alex Capus
Alex Capus wird am 23. Juli 1961 in der Normandie als Sohn eines Franzosen und einer Schweizerin geboren. Die ersten fünf Lebensjahre lebt er mit seiner Familie in der Wohnung des Grossvaters in Paris, zieht nach der Trennung seiner Eltern mit seiner Mutter nach Olten in die Schweiz.  Neben seinem Studium der Geschichte, Philosophie und Ethnologie an der Universität Basel arbeitet er bei diversen Tageszeitungen als Journalist und ist während vier Jahren als Inlandredaktor einer  bei einer Schweizerischen Depeschenagentur in Bern beschäftigt. Zwischen 2009 und 2012 fungiert er als Präsident der Sozialdemokratischen Partei Oltens. Alex Capus lebt als freier Schriftsteller mit seiner Familie in Olten. Von ihm erschienen sind unter anderem Munzinger Pascha (1997), Der König von Olten (2009),  Léon und Louise (2011), Skidoo (2012), Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer (2013).

 

CapusLéonLouiseAngaben zum Buch:
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juli 2012)
ISBN-Nr.: 978-3423141284
Preis: EUR  9.90 / CHF 15.90

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Alex Capus: Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer

Lebenswege weit ab der Lebensplanung

Laura d’Oriano, widerspenstige Tochter herumziehender Musikanten, träumt davon, eine grosse Sängerin zu werden. Felix Bloch möchte sich mit Physik der Kriegsmaschinerie entziehen und Emile Gilliéron träumt von einem Künstlerleben in einem Häuschen am Genfersee. Alle sehen sie ihr Leben vor sich, haben Wünsche und Träume, die bald von der Realität eingeholt werden. Es gibt einen Zeitpunkt im Leben der drei, an welchem sie sich getroffen haben könnten, ob dem so war, bleibt Spekulation.

Gut möglich, dass dem Mädchen bei der Einfahrt in die Stadt jener junge Mann auffiel, der im November 1924 oft zwischen den Gleisen auf der Laderampe eines grau verwitterten Güterschuppens sass, um die ein- und ausfahrenden Züge zu beobachten und sich Gedanken über sein weiteres Leben zu machen.

Nichts verbindet die drei Biographien als der Umstand, dass Lebenswege nicht immer den geträumten Gang nehmen. Laura will sich nicht in eine Marionettenrolle einspannen lassen, Felix neue Erkenntnisse finden und Emile Kunst schaffen. Die Leben unserer drei Protagonisten führen alle zu einem Ziel, das sie nicht angestrebt haben, und doch ist es ein selbstgewählter Weg, einer, den sie mit ganzem Herzen gehen.

Alex Capus versteht es in seinem neuen Buch, drei voneinander unabhängige Leben zu einer Einheit werden zu lassen. Mit Hintergrundwissen in die jeweiligen Lebenswege und –inhalte, veranschaulichenden Metaphern und plastisch gezeichneten Figuren gelingt es ihm, den Leser in drei Leben eintauchen und eine Botschaft erkennen zu lassen, die nicht plakativ hingeschrieben, sondern eindrücklich erzählt werden.

Der Fälscher, die Spionin und der Bombenleger bleibt zwar an Tiefe sowohl in Bezug auf die Figuren wie auch auf die Geschichte hinter seinem Werk Léon und Louise zurück, besticht aber trotzdem durch seine Sprach- und Linienführung und die stimmige Komposition von Zeit und Raum.

…je tiefer er in den Wald ging und je länger er allein war, desto stärker empfand er im Gegenteil, dass alles Gleichzeitige ebenso gegenwärtig war wie das Vergangene und das Zukünftige.

Fazit:
Ein sprachlich gelungenes, in seiner Geschichtsführung stimmiges und inhaltlich packendes Buch. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Alex Capus
Alex Capus wird am 23. Juli 1961 in der Normandie als Sohn eines Franzosen und einer Schweizerin geboren. Die ersten fünf Lebensjahre lebt er mit seiner Familie in der Wohnung des Grossvaters in Paris, zieht nach der Trennung seiner Eltern mit seiner Mutter nach Olten in die Schweiz.  Neben seinem Studium der Geschichte, Philosophie und Ethnologie an der Universität Basel arbeitet er bei diversen Tageszeitungen als Journalist und ist während vier Jahren als Inlandredaktor einer  bei einer Schweizerischen Depeschenagentur in Bern beschäftigt. Zwischen 2009 und 2012 fungiert er als Präsident der Sozialdemokratischen Partei Oltens. Alex Capus lebt als freier Schriftsteller mit seiner Familie in Olten. Von ihm erschienen sind unter anderem Munzinger Pascha (1997), Der König von Olten (2009),  Léon und Louise (2011), Skidoo (2012), Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer (2013).

 

CapusFälscherAngaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (29. Juli 2013)
ISBN-Nr.: 978-3446243279
Preis: EUR  19.90 / CHF 29.90

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Angélique Mundt – Nachgefragt

Random House GoldmannAngélique Mundt
Angélique Mundt wurde 1966 in Hamburg geboren. Nach ihrem Studium der Psychologie arbeitete sie lange in der Psychiatrie, bevor sie sich 2005 als Psychotherapeutin mit einer eigenen Praxis selbstständig machte. Sie arbeitet ehrenamtlich im Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuz, das Menschen bei potentiell traumatisierenden Ereignissen “Erste Hilfe für die Seele” leistet. Angélique Mundt lebt in Hamburg. Nacht ohne Angst ist ihr erster Roman und Start einer Serie um die Psychotherapeutin Tessa Ravens und Hauptkommissar Torben Koster.

Ich freue mich sehr, dass sich Angélique Mundt spontan bereit erklärt hat, mir ein paar Fragen zu beantworten. Sie tat dies auf eine tiefgründige Art und gewährt damit wunderbare Einblicke in ihr Schreiben:

1.  Wieso schreiben Sie? Wollten Sie schon immer Schriftsteller werden oder gab es einen Auslöser für Ihr Schreiben?

Ich habe als Psychotherapeutin einen emotional sehr anstrengenden Beruf und brauche ein Ventil. Ich brauche Ausgleich, ein Hobby und etwas das mich erfüllt. Schreiben hat mich schon immer interessiert und vor ein paar Jahren habe ich mich getraut, selber einmal etwas zu schreiben. Schreiben hilft mir, meine Gefühle zu sortieren oder mich auch wieder von ihnen zu distanzieren. Und es macht Spaß! Meistens jedenfalls.

2. Es gibt diverse Angebote, kreatives Schreiben zu lernen, sei es an Unis oder bei Schriftstellern. Ist alles Handwerk, kann man alles daran lernen oder sitzt es in einem? Wie haben Sie gelernt zu schreiben?

Ich habe tatsächlich mit einem Volkshochschulkurs angefangen und danach war alles klar: Ich will Schreiben! Nichts anderes. Seitdem lerne ich. Und ich übe. Ich glaube, neben Handwerk und Talent, braucht es noch viel Engagement, um tatsächlich einen Roman oder eine Kurzgeschichte fertig zu schreiben.

 

3. Wie sieht Ihr Schreibprozess aus? Schreiben Sie einfach drauf los oder recherchieren Sie erst, planen, legen Notizen an, bevor Sie zu schreiben beginnen? Wann und wo schreiben Sie?

Am Anfang steht eine Idee. Etwas was mir am Herzen liegt, worüber ich schreiben möchte. Und diese Idee formt sich langsam zu einer Geschichte. Den Verlauf dieser Geschichte formuliere ich aus. Von Anfang bis Ende. Dann versuche ich einen Einstieg zu finden und plane den Szenenablauf. Der verfeinert sich zusehends und das Schreiben folgt dann diesem Plan.

Leider komme ich viel zu selten zum Schreiben! Wenn, dann am liebsten zu Hause – in aller Ruhe, mit einem Milchkaffee.

 

4. Hat ein Schriftsteller je Feierabend oder Ferien? Wie schalten Sie ab?

Ich brauche nicht abschalten, ich verlasse einfach den Laptop. Sollten mir dann noch Ideen kommen oder Korrekturen einfallen: Ist doch toll! Eine Notiz auf einem Zettel und fertig. Bearbeitet wird es dann am nächsten Tag.

 

5. Woher holen Sie die Ideen für Ihr Schreiben? Natürlich erlebt man viel, sieht man viel. Aber wie entsteht plötzlich eine Geschichte daraus? Was inspiriert Sie?

Es ist tatsächlich eine Mischung aus Erlebtem, Gelesenem, Gehörtem. Dann überlege ich: Was fesselt mich so sehr? Warum kann ich es nicht vergessen? Welche Gefühle löst das Ereignis in mir aus. Meistens ist dann schon eine Idee geboren. Aber ob die Idee gut und tragfähig ist, stellt sich erst viel später heraus. Ich schreibe viele kleine Anekdoten und Begebenheiten, Emotionales und Bewegendenes auf. Mich interessiert, was der Tod mit den Überlebenden macht: mit den Angehörigen der Opfer, den Tätern und mit den Ermittlern. Darüber möchte ich schreiben.

 

6. Goethe sagte, alles Schreiben sei autobiographisch. Das stimmt sicher in Bezug darauf, dass man immer in dem drin steckt in Gedanken, was man schreibt. Sie sind selber Psychologin, ihr Buch spielt in einer Universitätsklinik. Ist dieser Krimi eine Verarbeitung ihres Alltags?

 

Nicht so direkt, wie man es sich vielleicht vorstellt. Oft sind es die kleinen Begebenheiten am Rande einer Katastrophe, die stellvertretend für das Unfassbare stehen und mich nachhaltig beeindrucken. Das muss ich dann loswerden. Da ist zum Beispiel die Einkaufstüte, die neben der alten, alleinstehenden Dame liegt, die gerade an einem Herzinfarkt auf der Straße verstorben ist. Wer nimmt sich ihrer Einkäufe an? Was soll damit geschehen? Die Polizei steht ratlos mit der Tasche in der Hand. Eine Packung Milch, ein Toastbrot … schon bin ich berührt und machmal entwickelt sich daraus das Fragment, das vielleicht einmal eine Geschichte wird.

 

7. Sind Sie auch in Ihren Figuren? Gibt es eine, mit der Sie sich speziell identifizieren?

Ich mag alle meine Figuren. Sie habe alle irgendetwas Liebenswertes, auch wenn sie schlimme Dinge tun. Natürlich liegt mir Tessa besonders am Herzen, da sie viel von mir hat und dann habe ich sie noch ausgestattet mit allem, was ich nicht bin, aber gerne wäre.

 

8. Wieso haben Sie diese Spannung zwischen Torben Koster und Tessa Ravens aufgebaut? Woher rührt sie? Was lässt Koster so ablehnend und grob reagieren anfangs?

Tessa und Koster sind irgendwie seelenverwandt, wenn ich das Wort mal benutzen darf. Sie verstehen sich ohne viele Worte. Gerade das macht es für die beiden auch sehr schwer, denn ihre Gefühle und ihr Kopf gehen nicht miteinander im Gleichschritt, sie sind nicht im Einklang. Sie haben ein schlechtes Timing.

 

9. Wieso haben Sie einen Krimi geschrieben? Ist es das, was sie auch am liebsten lesen oder ist es die Freude, die bösen Seiten ausleben zu können, die man im realen Leben eher unterdrückt?

Ich mag das Rätsel und die Spannung. Als Autor mag ich Krimis, weil ich zunächst so tun kann, als ob gut wirklich gut und böse wirklich böse wäre. Aber ich habe in meiner KIT-Arbeit festgestellt, dass das Böse gar nicht so böse ist und das Gute gar nicht so gut. Darüber versuche ich zu schreiben. Ich möchte wissen, was ein Verbrechen mit den Opfern, Angehörigen und Augenzeugen macht?

 

10. Wird es eine Fortsetzung mit den Protagonisten geben? Planen Sie andere Bücher?

Ja, unbedingt. Tessa und Koster zwingen mich dazu, weiterzumachen. Aber mal sehen, ob der Leser das auch so sieht J

Es gibt tatsächlich einen Plan für ein ganz anderes Buch, aber darüber darf ich leider noch nichts verraten!

11. Was muss ein Buch haben, dass es Sie anspricht? Gibt es Bücher/Schriftsteller, die Sie speziell mögen?

Ich mag Kriminalromane, die dicht an der Realität sind und nicht so sehr „ver-rückte“ Psychothriller. Ich mag sehr viele Schriftsteller aus sehr unterschiedlichen Gründen. Zum Beispiel: Bernhard Jaumann, Jan Costin Wagner, Harlan Coben, Elisabeth George …

 

12. Wenn Sie sich mit drei Worten beschreiben müssten, welche wären das?

Engagiert, sensibel, interessiert.

Herzlichen Dank für dieses Interview!

Angélique Mundt: Nacht ohne Angst

Mord in der Anstalt

Eine Patientin der Hamburger Universitätspsychiatrie wird erhängt im Bad aufgefunden. Ausser dass ihr Tagebuch und ihre Geldbörse fehlen deutet nichts auf ein Gewaltverbrechen hin. Tessa Ravens, behandelnde Therapeutin, kann trotzdem nicht an Selbstmord glauben, sie versucht, die ermittelnden Kommissare Torben Koster und Michael Liebetrau von ihrer Skepsis zu überzeugen, allerdings mit wenig Erfolg. Als wenig später eine zweite Patientin offensichtlich ermordet wird, stellt sich für alle die Frage, wie die beiden Todesfälle zusammenhängen und was dahinter steckt.

Angélique Mundt gelingt in diesem Erstlingswerk ein solider Krimi, welcher bis am Schluss viele Verdächtigen aber keine konkrete Spur präsentiert. Die Geschichte ist eher gemächlich erzählt, lässt trotzdem eine gewisse Spannung nicht vermissen. Die Figuren sind einfühlsam und plastisch gezeichnet, die Klinikatmosphäre gut wiedergegeben ohne durch zu viel Faktenwissen zu erschlagen, über das die Autorin, welche selber Psychologin ist, durchaus verfügen würde. Zwischenmenschliche Spannungen und andere Gefühlsverwirrungen runden die Geschichte ab.

Fazit:
Ein solider, gut aufgebauter Krimi mit allem, was leichten Lesegenuss mit Spannung ausmacht. Empfehlenswert.

Zum Autor
Angélique Mundt
Angélique Mundt wurde 1966 in Hamburg geboren. Nach ihrem Studium der Psychologie arbeitete sie lange in der Psychiatrie, bevor sie sich 2005 als Psychotherapeutin mit einer eigenen Praxis selbstständig machte. Sie arbeitet ehrenamtlich im Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuz, das Menschen bei potentiell traumatisierenden Ereignissen „Erste Hilfe für die Seele“ leistet. Angélique Mundt lebt in Hamburg. Nacht ohne Angst ist ihr erster Roman und Start einer Serie um die Psychotherapeutin Tessa Ravens und Hauptkommissar Torben Koster.

MundtNachtAngaben zum Buch:
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: btb Verlag  (10. Juni 2013)
ISBN-Nr.: 978-3442746262
Preis: EUR  9.99 / CHF 15.90

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Martin Felder: Meine Nachbarin, der Künstler, die Blumen und der Revolutionär

Autoren und andere Ungereimtheiten

Ein Autor, der einzelne Sätze schreibt, eine Nachbarin mit schönen Blumen, ein Künstler, der die Sätze des Autoren liest und ein Revolutionär, der gegen das System kämpft. Dann zieht die Nachbarin weg, der Autor will  sie suchen und fährt dabei über Hamburg und Berlin bis nach Paris.

Das als Roman ausgewiesene Werk von Martin Felder, Meine Nachbarin, der Künstler, die Blumen und der Revolutionär handelt von wenig anderem als schon im Titel ersichtlich ist. Versteht man unter einem Roman eine längere, zusammenhängende Erzählung um einen oder mehrere Protagonisten, die im Laufe dieser Erzählung eine Entwicklung durchmachen, so fehlt es dem vorliegenden Buch sowohl an der Länge wie auch an der Entwicklung. Der Künstler, dessen Kunst darin zu bestehen scheint, dass er seine gewollte Kunst, nämlich Romane zu schreiben, nicht ausüben kann, steht am Schluss der Geschichte noch am selben Ort wie davor. Er schreibt noch immer Einzelsätze, hat noch immer nicht gefunden, was er wirklich will und sucht – suchen tut er wohl am ehesten einen Inhalt für sein Leben.

Es scheint, als ob es Felder genauso geht wie seinem Protagonisten. Der Leser ist konfrontiert mit Einzelsätzen, die von Menschen und Situationen handeln, die den Alltag in der Stadt zeichnen. Man sieht Menschen Blumen giessen, sieht Rollläden hoch und runter fahren, Kaffee wird getrunken, nachbarschaftliche Gespräche geführt. Ad hoch-Poesie des Alltags quasi, die als Roman verkauft wird. Das Buch geht inhaltlich nicht über das hinaus, was schon im Titel versprochen wird. So gesehen ist der gut gewählt, lässt aber wenig Platz für Überraschungen.

Felders Figuren, der Autor, der Künstler, der Revolutionär und die Nachbarin, bleiben seltsam farblos. Sie haben weder Namen noch Aussehen, man erfährt nur durch die kurzen Sätze, was sie sagen oder tun. Es sind Sätze, die teilweise Hintergrund und Wiedererkennungswert aus dem eigenen Alltag haben, schliesslich trinkt jeder mal Kaffee, redet mit Bekannten oder macht sich Gedanken über die rauf und runter gehenden Rollläden und was sich wohl dahinter abspielt. Felder zeigt sich dabei feinfühlig und mit Blick auf die kleinen Details des alltäglichen Lebens, verpackt diese ab und an auch in subtilen Humor.

Wieso Friseursalons nicht Friseursalons, sondern Schnittstelle oder Rasenmäher hießen, frage ich die Frau mit der Schere und den Haaren unter der Achsel.

Die Alltagsbeobachtungen werden durchsetzt mit Sätzen, die teilweise zusammenhangs- und sinnlos erscheinen

Das Walross watschelt bergauf. Der Seehund humpelt bergab.

oder den Schreibprozess des Autors darstellen:

Einen Satz ohne Satzzeichen wünsche ich mir und erfülle mir den Wunsch gleich selbst

 Als Leser sieht man sich so dem Alltag des Autors ausgesetzt, welcher nicht erzählt, sondern nur beschrieben wird. Man bleibt an der Oberfläche eines staccatohaft dargestellten Daseins. Als Folge dieses Sprachstils, der an die moderne Kommunikation aus Social Media Plattformen erinnert, bleibt das Buch mit seinen Protagonisten gesichts- und konturlos. Auch darin erinnert es an die anonyme Welt des Internets. Es liegt am Leser, diese Welt zu entschlüsseln und einen Sinn darin zu erkennen.

Fazit:
Eine neuartige Form von Literatur, sprachlich gekonnt umgesetzt. Wer neue literarische Wege erkunden will, ist bei diesem Buch sicher an der richtigen Adresse, wer allerdings einen Roman im herkömmlichen Sinne und Figuren mit Wiedererkennungswert und Identifikationspotential erhofft, wird enttäuscht werden.

Zum Autor
Martin Felder
Martin Felder wurde 1974 in Rheinfelden geboren, studierte in Genf Philosophie, Spanisch und Deutsch und absolvierte die Drehbuchwerkstatt der HEF München. Er ist Mitglied der Autorengruppe index, Zürich und des Forums Hamburger Autoren und lebt in Luzern. Wichtigste Auszeichnungen sind der Werkbeitrag für Literatur von Stadt und Kanton Luzern, Prix Jeanne Hersch en Ethique ou Philosophie Morale sowie ein Stipendium der Österreichischen Nationalbank anlässlich der „Tage deutschsprachiger Literatur, Klagenfurt.

FelderNachbarinAngaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 263 Seiten
Verlag: Salis Verlag AG (4. März 2013)
ISBN-Nr.: 978-3905801842
Preis: EUR  24.95 / CHF 38.90

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Sophie McKenzie: Seit du tot bist

Verratenes Vertrauen

Als Gen ihr Kind durch eine Totgeburt verliert, hört auch ihr Leben ein Stück weit auf, der Schmerz hüllt es ein und legt es lahm. Zwar führt sie eine gute Ehe mit Art, einem erfolgreichen Unternehmer, doch sie selbst bringt neben ein paar Kursen in kreativem Schreiben nichts mehr auf die Reihe. Alle Versuche, wieder schwanger zu werden, sind erfolglos, Gen ist nicht mal mehr sicher, ob sie noch weiter machen will. Acht Jahre ist der Verlust her, als plötzlich eine Frau vor Gens Tür steht. Ihre Behauptungen sind ungeheuerlich.

„Es…“ Die Frau holt tief Luft. „Es geht um Ihr Baby.“
Ich starre sie an. „Wie meinen Sie das?“
Sie zögert. „Es lebt.“ Ihre dunklen Augen scheinen mich zu durchdringen. „ Ihr Baby, Beth, ist am Leben.“

Der Boden unter Gens Füssen scheint sich aufzutun. Nicht nur soll ihr totgeglaubtes Kind noch am Leben sein, sie weiss nicht mehr, wem sie noch trauen kann. Spricht die Frau die Wahrheit oder geht es ihr nur um Geld? Wer hat davon gewusst? Wieso will sie niemand verstehen, wenn sie der Sache nachgehen will?

Gens Mann Art macht sich Sorgen um Gen, er denkt, sie habe den Verstand verloren, will ihr helfen, will nach vorne schauen mit ihr, der Frau, die er über alles liebt. Kann sie ihm trauen oder ist auch das nur eine Masche? War sein Schmerz nicht echt damals?

Gen macht sich auf die Suche nach Anhaltspunkten, niemand will etwas wissen, alle damals involvierten Personen sind verschwunden, tot oder kommen unter mysteriösen Umständen ums Leben.

Sophie McKenzie ist mit Seit du tot bist ein packender Thriller gelungen, der einen von der ersten Seite an nicht mehr loslässt. Ein sauber gestrickter Plot, geschickt platzierte Cliffhanger, plastisch gezeichnete Figuren lassen das Buch zum Lesegenuss werden. Als Leser leidet man mit Gen mit, wird man immer wieder in Zweifel gestürzt, wer wirklich die Wahrheit spricht, wem man trauen soll, worauf man hoffen darf.

Fazit:
Spannung und Tiefe in eine packende Form gebracht. Ein Thriller, der seinem Namen alle Ehre macht. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Sophie McKenzie

Sophie McKenzie wurde in London geboren und wuchs auch da auf. Sie arbeitete als Journalistin und als Herausgeberin eines Magazins, entdeckte als sie arbeitslos wurde die Liebe zum Schreiben und meldete sich in einem Kurs über Kreatives Schreiben an. Sophie McKenzie hat bereits mehr als fünfzehn Romane geschrieben, darunter die preisgekrönten Teenage-Thriller Girl, Missing, Sister, Missing und Missing Me. Sie erhielt zahlreiche Preise und stand zwei mal auf der Longlist für die Carnegie Medal. Sophie McKenzie lebt mit ihrem Sohn in London. Von ihr erschienen sind unter anderem Lauren vermisst (2013), Seit du tot bist (2013).

McKenzieTotAngaben zum Buch:
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (13. Mai 2013)
Übersetzung; Ursula Pesch und Friedrich Pflüger
ISBN-Nr.: 978-3453410442
Preis: EUR  9.99 / CHF 15.90

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Frank Schmitter: Der Tote von der Isar

Geschichten unter der glatten Oberfläche

Die Leiche eines offensichtlich obdachlosen Mannes wird am Isarufer gefunden. Steckt die selbsternannte Quartierpolizei dahinter, die sich von der Polizei im Kampf gegen die überhand nehmenden Obdachlosen im Stich gelassen fühlt? Als herauskommt, dass die Leiche nur in zerrissenen Kleidern dalag, es sich beim Toten aber um einen Münchner Anwalt handelt, treten neue Verdächtige auf den Platz. Die beiden Ermittler Gerald van Loren und Batzko stehen vor immer neuen Erkenntnissen, die immer noch mehr Fragen aufwerfen statt sie zu beantworten. Dass Gerald neben seiner Arbeit noch mit Beziehungsproblemen belastet ist, bei denen sein Kollege Batzko eher unerwünschte Ratschläge platzieren will, runden die Geschichte ab.

Frank Schmitter ist ein solider Krimi gelungen, der von seinen menschlichen Figuren, dem Lokalkolorit Münchens und einer nicht gleich durchschaubaren Haupthandlung lebt. Es werden am Rande Gesellschaftsprobleme angesprochen, gewisse Psychologisierungen wirken ein wenig gesucht, sind dadurch aber nicht störend oder wirklich fehl am Platz. Alles in allem genau das Richtige für einen leichten und unterhaltenden Lesegenuss.

Fazit:

Ein kurzweiliger Krimi mit menschlichen Figuren, einem interessanten Plot und einigen unerwarteten Wendungen. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Frank Schmitter
Frank Schmitter wurde 1957 in Krefeld NRW geboren, studierte nach dem Abitur Germanistik und versuchte sich nach dessen Abbruch in diversen Jobs. Es folgte das Studium in Bibliothekswesen in Stuttgart, nach dessen Abschluss er in dem Beruf arbeitete. Nach einem Abstecher zu Kirch-Media in München als Dokumentar und Medien-Redakteur arbeitet er seit 2005 für das Literaturarchiv der Monaccensia. Frank Schmitter ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in München. Von ihm erschienen sind unter anderem neben Lyrik und Prosa in Anthologien und Zeitschriften Das leichte Leben (2004), Späte Ruhestörung (2006), Der Tote von der Isar (2013).

SchmitterIsarAngaben zum Buch:
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: btb Verlag (10. Juni 2013)
ISBN-Nr.: 978-3442745449
Preis: EUR  9.99 / CHF 15.20

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Riikka Pulkkinen: Wahr

Das Leben und die Liebe leben

Neben ihm schlief Elsa. Sie atmete ein wenig stockend, aber nicht anders als Gesunde. Martti war also doch eingeschlafen, auch wenn er am Abend befürchtet hatte, aus Sorge kein Auge zutun zu können. Es war Elsas erste Nacht zu Hause, seit zwei Wochen. Anfangs hatte Marti sich gegen ihre Heimkehr gesträubt. Nicht, weil er seine Frau nicht gerne um sich hätte, im Gegenteil. Elsas Platz war hier, seit über fünfzig Jahren schon gehörte sie hierher. Aber er hatte Angst, sie eines Morgens tot neben sich zu finden, mit erkalteten Beinen.

Elsa, eine emeritierte Psychologieprofessorin, und Martti, erfolgreicher Künstler, sind seit über 50 Jahren ein Paar, haben eine gemeinsame Tochter, Eleonore, und zwei Enkelinnen, Maria und Anna. Die Krebsdiagnose Elsas und ihr bevorstehender Tod bringt das Leben aller Familienmitglieder ins Wanken. Elsa hat das Bedürfnis, vor ihrem Tod die Wahrheit über die Vergangenheit loszuwerden und damit die Verstrickungen in der Familiengeschichte offenzulegen. Zentrale Figur in dieser Geschichte ist Eeva, ehemaliges Kindermädchen Eleonores und grosse Liebe von Martii. Elsa wählt Anna, um ihr von Eeva zu erzählen, vielleicht, weil Anna Eeva in gewissen Belangen ähnlich ist. Anna macht sich auf die Suche nach Eeva, sie will mehr über sie erfahren, denn auch sie erkennt sich in ihr wieder und möchte wohl durch Eevas Geschichte ihrer eigenen auf die Spur kommen. Im Zentrum von allem steht die Frage nach der Liebe.

„Ich würde es eher so sehen: Deine Liebe gehört dir, dir allein. Sie ist kein Gefängnis oder etwas, das deiner Freiheit im Weg steht. Eeva hat das nicht erfasst und das hat sie zu einem traurigen Menschen gemacht. Möglicherweise war sie von Anfang an trauriger als alle, die wir kennen. Anna, niemand kann dir deine Liebe wegnehmen, aber genauso wenig die Welt. Beide gehören dir.“

Riikka Pulkkinen erzählt eine Familiengeschichte und deren Hintergründe in sehr philosophischer und poetischer Weise. Es gelingt ihr, mühelos zwischen verschiedenen Zeiten und Erzählsträngen hin und her zu wechseln, den Strang der vergangenen Liebe von Martii und Eeva und die gegenwärtige Abschiedszeit miteinander zu verweben. Wahr erzählt von der Liebe, von den Menschen, die sich in ihr finden oder verlieren. Es ist eine Geschichte, die vom Leben ausgeht und alle seine Belange hinterfragt, ohne dabei in Stein gemeisselte Antworten zu finden. Man findet sich als Leser philosophischen Gedankengängen gegenüber, die nie dogmatisch sind, nicht trocken oder aus dem Lehrbuch, sondern lebensecht und tief.

Wahr zieht einen als Leser in den Bann. Man fühlt mit, will wissen, wie die Geschichte ausgeht. Die Ahnung, wie das Ende aussehen wird, gewinnt an Gewissheit im Zuge des Lesens, das Vertrauen, dass genau dieses Ende das einzig passende ist, ergibt sich aus der Erzählsicherheit, der man sich in diesem Buch ganz hingeben kann. Wahr ist eine Geschichte, in die man eintauchen möchte, die man miterlebt, die einen packt und nicht mehr loslässt, indem sie einen tief berührt und vor die grundlegenden Fragen des eigenen Lebens stellt.

Fazit:
Eine berührende, philosophische, tiefe Geschichte. Sehr empfehlenswert.

Zur Autorin:
Riikka Pulkkinen
Riikka Pulkkinen, wurde 1980 geboren. Sie stammt aus der nordfinnischen Stadt Oulu und hat in Helsinki Literatur und Philosophie studiert. Sie ist eine der erfolgreichsten jungen Autorinnen Finnlands. Wahr wurde für den wichtigsten finnischen Literaturpreis, den Finlandia-Preis, nominiert. Riikka Pulkkinen lebt in Tampere in Südfinnland.

PulkkinenWahrAngaben zum Buch:
Hardcover: 368 Seiten
Verlag: List Hardcover Verlag (9. März 2012)
Übersetzung: Elina Kritzokat
ISBN: 978-3471350713
Preis: EUR 18; CHF 16.90

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Ellen Berg: Ich koch dich tot. (K)ein Liebesroman

Nicht nur Liebe geht durch den Magen

Auf Zehenspitzen näherte sie sich ihm. Beugte sich über die reglose Gestalt. Sah die starren, weit aufgerissenen Augen. Dann liess sie die Dessertschüssel fallen. Scheppernd zerbrach sie auf dem Natursteinboden. Werner atmete nicht. Er würde nie wieder atmen. Er war tot.

Vivi ist soeben ihren Gatten und Haustyrannen Werner losgeworden. Er starb am Rattengift, welches ins Essen gelangt ist. Ist sein Tod noch ein Zufall, welcher Vivi aber durchaus gelegen kommt, so sind die nächsten toten Männer, welche sich als Enttäuschung entpuppen, geplant. Es wird gekocht, was das Zeug hält, die Folgen lassen nicht lange auf sich warten. Bis das Blatt sich wendet und der Richtige kommt. So sieht es zumindest aus.

Auf locker flockige Weise erzählt Ellen Berg die Geschichte ihrer mörderischen Köchin Vivi. Ihre Suche nach dem richtigen Mann fürs Leben endet immer mit dem Tod. Die im Anhang nachgereichten Rezepte laden zum Nachkochen ein, die nötigen Zusätze für alle Fälle erfährt man im Buch.

Fazit:
Leichte und amüsante Unterhaltung für zwischendurch. Sehr empfehlenswert.

Zur Autorin
Ellen Berg
Ellen Berg, geboren 1969, studierte Germanistik und arbeitete als Reisebegleiterin und in der Gastronomie, wo sie auch die erotische Küche kennenlernte. Sie lebt mit ihrer Tochter auf einem Bauernhof im Allgäu. Von ihr erschienen sind Du mich auch. Ein Rache-Roman (2011), Das bisschen Kuchen. (K)ein Diät-Roman (2012), Den lass ich gleich an. (K)ein Single-Roman (2013).

BergkochdichAngaben zum Buch:
Broschiert: 320 Seiten
Verlag: Aufbau Verlag GmbH (20. Mai 2013)
ISBN-Nr.: 978-3746629315
Preis: EUR 9.99 / CHF 15.90

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Derek B. Miller: Ein seltsamer Ort zum Sterben

Sheldon Horowitz ist 82 Jahre alt, Jude und Witwer. Nach dem Tod seiner Frau zog er von New York nach Norwegen, wo er niemanden kennt als seine Enkelin und deren Mann. Während er sich mit Erinnerungen und Gedanken abgibt, tritt plötzlich die Gegenwart in Form einer Frau und deren Sohn in sein Leben.

Alles an ihr schreit: Balkan. Sheldon kann nur raten, was für ein Leben sie führt, und doch deutet alles darauf hin, dass sie hier in Oslo völlig fehl am Platz ist. […] Seine erste Regung ist Mitleid. Nicht für die Person, die sie ist, sondern für die Umstände, denen sie ausgeliefert ist.

Nach einem Streit im Treppenhaus seines Hauses lässt er die beiden in seine Wohnung, wo die Frau kurze Zeit später getötet wird. Sheldon Horowitz flieht mit dem Jungen, um ihm dasselbe Schicksal zu ersparen. Eine Odyssee beginnt.

Derek B. Miller erzählt die Geschichte von Krieg, Verfolgung und Mitgefühl. Er lässt seine Figuren über Themen wie Heimat und Familie philosophieren, lässt sie in die Vergangenheit blicken und die Gegenwart analysieren. Ein seltsamer Ort zum Sterben vereinigt Tiefe, Angst, schwarzen Humor und liebevoll gezeichnete Figuren.  Der Roman spielt von Menschen, die ihren Platz im Leben suchen und den Sinn desselben. Ab und an sucht man denselben als Leser auch in der Geschichte, die zudem manchmal etwas langatmig ist.

Fazit:
Ein vielschichtiger, philosophischer, einfühlsamer Roman. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Derek B. Miller
Derek B. Miller ist in Boston geboren und lebt heute nach Stationen in Israel, England, Ungarn und der Schweiz in Norwegen. Er hat nach einer Promotion an der Universität Genf eine Karriere als Spezialist für Sicherheitspolitik absolviert und für verschiedene Gremien der UNO und Universitäten auf der ganzen Welt gearbeitet. Er ist Direktor eines Forschungsinstituts. Ein seltsamer Ort zum Sterben ist sein erster Roman.

MillerSterbenAngaben zum Buch:
Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Rowohlt Buchverlag (1. Juni 2013)
Übersetzung: Olaf Roth
ISBN-Nr.: 978-3499230868
Preis: EUR  14.99 / CHF 22.90

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Tom Winter: Unbekannt verzogen

Lebenswege und Kreuzungen

Carol will sich befreien. Endlich will sie Bob sagen, dass sie ihn nicht mehr liebt, ihn nie geliebt hat, dass sie sich trennen will. Dass sie auch ihre Tochter nicht liebt, macht diesen Schritt noch einfacher, sie weiss nur eines, sie muss endlich weg. Just an dem Tag, an dem sie diese Botschaft überbringen will, entdeckt Bob einen Knoten in seiner Hode, welcher sich als Krebs entpuppt. Die ersehnte Freiheit muss warten.

Bobs Diagnose platzt wie eine Bombe in Carols Leben, reisst ihr den keimfreien Boden der schicken Praxis mit einem Ruck unter den Füssen weg.

In ihrem Frust schreibt sie Briefe ans Universum, die sie aber per Post verschickt. Albert, kurz vor der Pension stehend und mit der Aufgabe betraut, unzustellbare Briefe zu sortieren, fängt die Briefe auf, liest sie und nimmt so an ihrem Leben teil.

Obwohl ich ihn nicht LIEBE […], hat mich der Krebs daran erinnert, was ich an ihm liebe. Und damit meine ich nicht etwa seine sympathischen Marotten oder seine lustigen Witze, weil er nämlich keine sympathischen Marotten hat und seine Witze eher lahm sind. Ich glaube, ich will eher darauf hinaus, dass wir eine gemeinsame Geschichte haben.

Da er selber einsam ist seit seine Frau vor 40 Jahren starb, hat er nun einen neuen Lebensinhalt gefunden. Die Briefe verändern sowohl Carols wie auch Alberts Leben. Beide erkennen sie etwas über sich selber und ihre Geschichte und fassen Vorsätze für den weiteren Lebensweg.

Tom Winter erzählt mit viel Humor, teilweise feinem, teilweise herben, nie aber bösartigem Humor die Geschichte von zwei Menschen, die sich in ihr Leben ergeben und damit eigentlich zu leben aufgehört haben. Die Geschichte selber lebt hauptsächlich von den Figuren, welche sehr liebevoll gezeichnet sind und einem damit ans Herz wachsen. Ihr Vermeiden von Entschlüssen, welche lebensverändernd sein könnten, haben etwas zutiefst menschliches, das wohl jeder schon mal selber erlebt hat.

Fazit
Die Geschichte zweier Menschen, deren Wege sich durch Briefe kreuzen, ohne dass sie sich kennen, erzählt mit viel Humor und Liebe. Absolut empfehlenswert.

Zum Autor
Tom Winter
Martin Walker wurde 1974 in der Nähe von London geboren. Nach 15 Jahren in Hongkong und Shanghai lebt er nun in Berlin, wo er als Werbetexter für internationale Firmen arbeitet. Unbekannt verzogen ist sein erstes Buch, der zweite ist gerade in Arbeit.

winterunbekanntAngaben zum Buch:
Taschenbuch: 281 Seiten
Verlag: Insel Verlag (13. März 2013)
Übersetzung von: Regina Rawlinson und Sabine Lohmann
ISBN-Nr.: 978-3458359166
Preis: EUR  12.99 / CHF 21.90

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