Jedes Kind ist ein Künstlern – Kindern die Welt der Kunst zeigen

„Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben.“ (Pablo Picasso)

Wenn ich als Kind mit meinen Eltern unterwegs war, wussten sie, dass ich still und zufrieden bin, wenn ich ein Blatt Papier und Stifte hatte. Ich liebte es, zu zeichnen. Ich zeichnete alles, was ich um mich sah: Häuser, Tiere, Menschen, Blumen. Es entstanden die wohl typischen Bilder, wie sie Kinder. oft zeichnen. Ich kannte nichts anderes, schuf die Bilderwelten quasi aus mir selbst. Das hat durchaus viel für sich, doch wie viel grösser und bunter wären meine Bilderwelten vielleicht geworden, hätte ich gesehen, welche vielfältigen Möglichkeiten es noch gibt, Dinge zu malen oder zeichnen? Leider erschloss sich mir die Welt der Kunst erst spät. Schade eigentlich.

Gerade Kinder lieben es, in neue Welten einzutauchen. Sie sind neugierig, phantasievoll und offen für neues. Wie leicht lassen sie sich begeistern und inspirieren. Heute weiss man, wie wichtig Kunst für Kinder sein kann. Sie fördert nicht nur Kreativität und Ausdrucksfähigkeit, beim Malen, Basteln und Kreieren lernen Kinder auch viel über ihre Emotionen und Gefühle kennen, sie lernen, einen Ausdruck dafür zu finden. Und: Sie üben sich ohne Anstrengung in Genauigkeit und Ausdauer, da es mitunter eine Weile dauert, bis ein Kunstwerk fertig ist. Dass auch die Feinmotorik geschult wird, ist noch das Sahnehäubchen.

Zum Glück gibt es heute wunderbare Bücher, die Kindern die Welt der Kunst altersgerecht eröffnen. Ein paar Beispiele möchte ich hier nennen:


Monica Brown, John Parra: Frida Kahlo und ihre Tiere
4-6 (Nord Süd Verlag 2017)

Dieses wunderbare Buch gibt Einblicke in das Leben und Malen einer der bekanntesten Künstlerinnen der Gegenwart: Frida Kahlo. Nicht nur malte sie immer wieder sich selbst, auch ihre Tiere, die ihr sehr wichtig waren, fanden Eingang in ihre Bilder. Die Farben des Buches nehmen die Farben aus Fridas Welt auf. Ein Buch, das dazu anregt, gleich selbst einen Pinsel oder Stifte in die Hand zu nehmen und die Welt rundherum auf Papier zu bringen.

Christine Ziegler, Stephanie Marian: Kunstfresser – aus dem Leben einer Museumsmotte,
5-9, (Südpol Verlag GmbH 2021).
Die Museumsmotte Heribert macht mit seiner Nichte Jolinde einen Ausflug ins Museum und zeigt ihr, wie spannend die Welt der Kunst ist. Er erklärt ihr, was Kunst ist und wie sie entsteht. Er führt sie dafür durch die Räume des Museums und die Geschichte der Kunst. Und immer wieder gibt er Hinweise, wie Jolinde selbst solche Kunstwerke schaffen könnte. Eine schöne Inspiration für Kinder, es auch auszuprobieren.

Samantha Friedman, Cristina Amodeo: Matisse und sein Garten
5-7, (Diogenes Verlag 2017)

Matisse war schon alt und krank, lag mehrheitlich im Bett und das Malen fiel im schwer. Da kam er auf die Idee, Silhouetten aus farbigem Papier auszuschneiden. Eine neue Kunst war entstanden. Das Buch erzählt die Geschichte von Matisse und dessen Kunst auf eine kindgerechte Weise. Die liebevollen Illustrationen erinnern mit ihren klaren Formen an die Bilder von Matisse. Eine schöne Anregung für Kinder, gleich selbst zur Schere zu greifen und eigene Kunstwerke zu machen.

Michael Bird, Kate Evans: Vincents Sternennacht (Kunst für Kinder): Eine Kunstgeschichte für Kinder,
10+ (Midas Verlag 2023)

Seit es Menschen gibt, gibt es wohl auch Kunst. Es gibt Funde, die tausende Jahre alt sind und davon zeugen. Doch: Was ist Kunst und wie hat sie sich in den vielen Jahren verändert? Dieses Buch bietet einen gut verständlichen Überblick über die Geschichte der Kunst, es erzählt von einzelnen Künstlern und ihrem Schaffen. Dabei liefert der Kunsthistoriker Michael Bird aber nicht nur trockene Fakten, sondern immer auch lebendige Geschichten aus dem Alltag einzelner Künstler. Begleitet werden die informativen Texte durch die liebevollen Illustrationen von Kate Evans. Die schöne und hochwertige Buchgestaltung rundet das Ganze ab und macht, dass das Buch nicht nur für Kinder und Jugendliche ein Hingucker ist.

Sarah Hull: Ist das Kunst?
9+ (Usborne Publishing 2021.)
Was ist eigentlich Kunst und wie arbeiten Künstler? Wieso gefällt mir ein Bild und ein anderes nicht? Ist das überhaupt wichtig? Fragen wie diesen geht Sarah Hull in ihrem Buch nach. Sie zeigt, dass Kunst nicht nur Bilder, sondern auch Skulpturen und weitere Formen beinhaltet. Es bietet Einblicke in eine vielfältige Welt, die nicht immer einfach zu durchschauen ist. Sehr empfehlenswert.

Monica Foggia, Giovanni Gastaldi: David Hockney. Der letzte Maler
10+ (Midas Verlag 2023)

David Hockney ist einer der wohl bekanntesten gegenwärtigen Künstler. Nicht nur seine früheren Bilder sind vielen bekannt, auch seine neuen Kunstwerke, die auf dem iPad entstehen, deuten auf einen kreativen und Neuem gegenüber aufgeschlossenen Künstler hin. In dieser Graphic Novel erzählt ein fiktiver Museumswärter David Hockneys Leben und Schaffen im Zusammenspiel mit dessen Werken, die in einer Retrospektive Tags darauf gezeigt werden sollen. Ein informatives, spannendes Buch nicht nur für junge Lesende.

Nun steht auch dem nächsten Museumsbesuch mit den kleinen Kunstexperten nichts mehr im Weg. Wie toll ist es doch, die Bilder, die sie aus Büchern kennen, plötzlich an den Wänden zu entdecken.

Kreatives: Neue (alte) Wege gehen

„Ich träume von einer Kunst des Gleichgewichts, der Reinheit, der Ruhe, ohne beunruhigende und sich aufdrängende Gegenstände, von einer Kunst, die für jeden Geistesarbeiter, für den Geschäftsmann so gut wie für den Literaten ein Beruhigungsmittel ist, eine Erholung für das Gehirn, so etwas wie ein guter Lehnstuhl, in dem man sich von physischen Anstrengungen erholen kann.» Henri Matisse

Geistesarbeiter und Literaten, in diese Reihen habe ich mich über lange Zeit eingeordnet und bin als solche auch aufgetreten. Ab und zu kam etwas anderes hoch, was ich aber nach kurzer Zeit wieder ignorierte. 

«Ich fand heraus, dass ich mit Farben und Formen Dinge ausdrücken konnte, die ich auf andere Weise nicht sagen konnte – Dinge, für die ich keine Worte hatte.» Georgia O’Keeffe

Und da sass ich plötzlich. Die Worte schienen mir ausgegangen. Das ist mir schon ein einige Male passiert und immer wandte ich mich den Farben und Formen zu, blühte darin auf. 

Bis ich alles wieder abstellte, in den Keller verbannte, weil ich mir selbst nicht traute und die alten Glaubenssätze «du bist nicht gut genug», «was werden auch die anderen denken», und dergleichen mehr als Mantras nutzte, die mich behinderten. Ich hoffe, ich kann die Hürde dieses Mal überwinden. 

«Ein Bild soll für mich immer dekorativ sein. Wenn ich arbeite, versuche ich nie zu denken, nur zu fühlen.» Henri Matisse

Es wird hier einen Wechsel geben, der nicht allen zusagt. Ich habe lange überlegt, ob ich eine neue Seite eröffnen soll, mich aber dagegen entschieden nun. Dann müsste ich zwei führen und das kann ich nicht. So freue ich mich über jeden von euch, der bleibt. Den anderen danke ich für die gemeinsame Zeit. 

Meine Geschichte wird noch bis am 31. Dezember weiterlaufen, mit dem alten Jahr nimmt auch sie ein Ende. Ich werde schon bis dahin dann und über Kunst und Kreativität schreiben. Mal sehen, wohin die Reise führt und wer sie begleitet. Sollte sich jemand von der Mailliste austragen wollen, bitte keine Mail oder Kommentare schreiben, weil ich das nicht machen kann. Bei WordPress kann man in der Verwaltung der eigenen Einstellungen die abonnierten Blogs anpassen.

Habt einen guten Tag!

Über Kunst: Eintauchen

Guten Morgen

«Die Blumen des Frühlings sind die Träume des Winters.» Khalil Gibran

An grauen Tagen müssen es einfach ein paar Blumen sein – für mehr Farbe im Leben. Im Moment schweigen die Worte bei mir, die Lust an ihnen scheint im Winterschlaf. Die Welt der Farben und Formen scheint mir die tröstlichere, sie erscheint mir wie ein wärmender Ort, an den ich zurückkehren kann. Von hier aus träume ich mir die Welt bunt und niste mich in ihr ein. 

Picasso sagte einst, Kunst wasche den Staub des Alltags von der Seele. Das empfinde ich beim Malen und Zeichnen, aber auch, wenn ich mich mit Kunst beschäftige. Kunst bedingt ein Einlassen. Beim einfachen Vorbeistreifen kommt man über ein „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“ nicht hinaus und verpasst dabei so viel. Man verpasst es, neue Sichten auf die Welt kennenzulernen, aber auch, die eigene zu erkennen.

Das nächste Jahr wird für mich der Kunst gewidmet sein in all den Formen, die sie für mich annehmen kann und wird. Ich freue mich, wenn ihr mich auch auf diesem Weg begleitet.

Habt einen schönen Tag!