
Mir sind irgendwie die Worte, der Bezug dazu, die Freude daran verloren gegangen. So sage ich es mit einem Bild: Blumengruss in den Tag hinein 🌺
Kommt gut in die neue Woche 💕
(Ölkreide auf Papier)
Denkzeiten – Sandra von Siebenthal
Philosophie und Lebens-Kunst
Eine kleine Kritzelei im Skizzenbuch. Ich mag es, mit wenigen Strichen auf schwarzem Hintergrund ein Bild entstehen zu lassen. Hier ein Motiv, das ich in letzter Zeit häufig aufgegriffen habe in verschiedenen Medien. Vielleicht stelle ich die auch mal noch rein.
Ich merke immer wieder, wie befreiend es ist, Dinge probieren zu können. Ja, manches gelingt nicht. Aber immer wieder passiert etwas, womit ich selbst nicht gerechnet hätte. Oder aber ich lerne mehr über mich, finde heraus, was ich will, was nicht. Das sind sehr wertvolle Prozesse und in ihnen liegt eine grosse Freiheit. Dafür bin ich sehr dankbar.
Kommt gut in den Tag hinein.
Manchmal denke ich
«Ich mach mich doch nicht zum Affen.»
Bei Lichte betrachtet stellt sich die Frage: Wieso eigentlich nicht? Woher diese Scham, diese Zurückhaltung? Wieso nicht einfach mal frisch drauf los und ja, dann mache ich mich vielleicht zum Affen. Aber wer weiss? Vielleicht hätte ich Spass dabei? Und die anderen würden statt über mich mit mir lachen. Sich freuen. Mitmachen beim Affenzirkus.
Der Gedanke kam mir nur gerade, und er will sich weiterspinnen, doch ich stoppe ihn hier. Ich weiss auch nicht, ob ich beim nächsten Mal, wenn ich denke, mich nicht zum Affen machen zu wollen, dies dann freudig tue. Ich wage es zu bezweifeln. Aber nur schon daran zu denken, ist witzig. Vor allem, wenn ich es mir bildlich ausmale.
Habt einen schönen Tag!
Guten Morgen
Was wär ein Apfel ohne -Sine,
Was wären Häute ohne Schleim?
Was wär’n die Vita ohne -Mine,
Was wär’n Gedichte ohne Reim?
Was wär das E ohne die -llipse,
Was wär veränder ohne -lich?
Was wär ein Kragen ohne Schlipse,
Und was wär ich bloß ohne Dich?
Heinz Erhardt
Nun sind es immerhin zwei Äpfel, doch ohne Sine und ohne Reim, aber wie heisst es so schön: A apple a day keeps the doctor away – und: doppelt gemoppelt hilft bekanntlich besser.
Der Apfel ist Teil einer Sechser-Serie, ich mag es Serien zu malen, die das gleiche Motiv auf ähnliche Weise aufnehmen und doch unterschiedliche Ergebnisse abgeben.
Habt einen schönen Tag!
Es gibt so Tage… aber wie sagte Fontane so schön:
Trost
Tröste dich, die Stunden eilen,
Und was all dich drücken mag.
Auch das Schlimmste kann nicht weilen,
Und es kommt ein andrer Tag.In dem ew’gen Kommen, Schwinden,
Wie der Schmerz liegt auch das Glück,
Und auch heitre Bilder finden
Ihren Weg zu dir zurück.Harre, hoffe! Nicht vergebens
Zählest du der Stunden Schlag:
Wechsel ist das Los des Lebens,
Und – es kommt ein andrer Tag.
Theodor Fontane
(1819 – 1898)
Habt einen schönen Tag!
«Wenn wir zu hoffen aufhören, kommt, was wir befürchten, bestimmt.» Ernst Bloch
Angst ist ein schlechter Ratgeber, heisst es landläufig. Ernst Bloch fand das nicht zwingend. Wichtig aber fand er, zu ergründen, woher sie kommt, was sie auslöst und welche Bilder sie für die Zukunft malt. Auf dieser Grundlage sollte die Hoffnung entstehen. Der Gedanke: «Es könnte auch anders kommen.» Ist ein wichtiger, einer, in dem die Kraft der Veränderung angelegt ist. Er fängt mit der Hoffnung an und führt im besten Fall zum Tun.
«Man muss ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern.» Ernst Bloch
Es ist nie sicher, ob das Vorhaben gelingt, doch wenn wir es nicht probieren, dann haben wir schon verloren. Ansonsten lernen wir dazu und versuchen es nochmals. So lange, bis es gelingt. Und immer wieder, so auch hier, kommt mir meine Lieblingszeile von Rilke in den Sinn, die gleichzeitig auch mein Lebensmotto ist:
«Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
Die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
Aber versuchen will ich ihn.»
Habt einen schönen Tag!
Irgendwo las ich mal das Zitat von jemandem, den ich vergessen habe:
«Was andere hinter meinem Rücken über mich sprechen, geht mir am Arsch vorbei.»
Die Wortwahl mag sehr deftig sein, den Inhalt möchte ich mir gerne auf die Fahnen schreiben können. Ich ertappe mich doch immer wieder beim Gedanken: «Was denken wohl die anderen?» Und noch schlimmer: «Ich kann doch nicht XXX, sonst denken andere…»
Damit stand ich mir zu oft selbst im Weg. Lao-Tse sagte dazu:
«Sorge dich um die Anerkennung anderer und du wirst immer ihr Gefangener sein.»
Als ich das erkannt habe, was für ein Befreiungsschlag war das. Natürlich ist es mir auch heute nicht egal, so weit bin ich nicht, aber immerhin steht die Tür des Gefängnisses offen und ich gehe freier rein und raus.
Katzen sind da schöne Vorbilder. Sie machen ihr Ding, kümmern sich wenig um das, was andere wollen oder denken. Wenn sie aber etwas wollen, dann fordern sie es ein. Unbeirrbar.
Habt einen schönen Tag!
«We don’t see things as they are, we see things as we are.» Anaïs Nin
Es gibt den schönen Spruch, dass Schönheit im Auge des Betrachters liegt. Wenn zwei Menschen das Gleiche sehen, sehen sie oft nicht dasselbe. Jeder sieht, was er durch sein So-Sein, seine Prägungen, Muster, Gewohnheiten, Erfahrungen hineinlegt. Hockney bezog sich auf diesen Umstand, als er die Kamera als Gefahr für die Kunst sah. Viele Maler kämen vom gegenständlichen Malen ab, weil sie dächten, die Kamera erfasse die Dinge genauer. Aber, und der Gedanke findet sich schon bei Cézanne, eine Kamera erfasse nicht gleich viel wie der Mensch. Die Wirklichkeit ist mehr, als ein aus einer Perspektive abgelichtetes Objekt.
Übertragen auf das Leben könnte man sagen, dass das Urteil anderer oft mehr über sie als über einen selbst aussagt. Nicht, dass man es ignorieren sollte, aber man sollte im Bewusstsein behalten, dass dies nur eine Sicht von vielen ist – die, eines anderen.
Habt einen schönen Tag!
Guten Morgen
«Kunst dient dazu, jene zu trösten, die vom Leben gebrochen sind.» Vincent van Gogh
Wer hätte das besser gewusst als dieser Mann, der zeitlebens kämpfte, der oft an sich und dem Leben verzweifelte, aber immer wieder Zuflucht fand in der Kunst. Leider wurde er zu Lebzeiten zu wenig geschätzt. Zum Glück hatte er ein paar Menschen, die an ihn glaubten und ihn unterstützten.
Die Druckerin Anni Albers sagte:
«Kunst ist etwas, das dich mit einer ganz anderen Art von Glück atmen lässt.» Anni Albers
Atmen ist ein gutes Stichwort. Mir fehlt er im Moment. Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich tief einatme, fast schon seufze. Bei kleinsten Dingen. Und ich merke, wie alles viel ist. Zu viel. Das Schwierige in solchen Situationen, die mir ja nicht neu sind, sondern seit vielen Jahrzehnten treue Begleiter, dass ich wüsste, was gut tut, aber genau die Kraft fehlt, damit anzufangen.
«Du musst doch nur…», sagen dann gutmeinende Menschen voller Unverständnis. Und helfen damit nicht. «Ich kann nicht!», trifft genauso auf Unverständnis. Und ja, ich kann nicht. Ich weiss, dass es besser ist, sobald ich den Pinsel oder Stift in die Hand nehme – und komme nicht ins Tun. Schaue über Stunden, wie andere malen und verzweifle ob meiner Untätigkeit. Immerhin ist es eine Auseinandersetzung mit Kunst. Und langsam nährt sich wohl dadurch der Krafttank ein wenig. Und dann gelingt plötzlich ein Trotzdem. Und es kommt besser.
Habt einen schönen Tag! Heute wird ein guter!
Guten Morgen
Die neue Woche hat begonnen, noch ist alles offen, möge es eine gute werden. Sollte sich sogar die Sonne mal noch zeigen, wäre das wunderbar ☺️ Das Grau in Grau ist wahrlich kein Seelenschmeichler, von dem Wettergrau kriege ich förmlich den Winterblues 🥹 Wie geht es euch damit?
Habt einen schönen Tag!💕
Guten Abend
„Vergiß, vergiß, und laß uns jetzt nur dies
erleben, wie die Sterne durch geklärten
Nachthimmel dringen, wie der Mond die Gärten
voll übersteigt. Wir fühlten längst schon, wies
spiegelnder wird im Dunkeln; wie ein Schein
entsteht, ein weißer Schatten in dem Glanz
der Dunkelheit. Nun aber laß uns ganz
hinübertreten in die Welt hinein
die monden ist –
Rainer Maria Rilke
Und wieder bricht die Nacht heran. Es ist die zweitletzte in Spanien. Kennt ihr das auch, dass ihr zählt, wie oft ihr noch schlafen müsst, bis…? Ich denke manchmal, ich bin noch gar Kind geblieben, aber ich mache das ständig. Tage und Nächte zählen. Und mich freuen auf das, was kommt. Spanien war wundervoll, Aber nun ist es Zeit, zu geh’n.
Habt eine gute Nacht!
(Tagesbild: Der Nachtschwärmer – Skizze im Skizzenbuch)