Ich bau auf dich,
seit es mich gibt.
Ich kenne dich,
von Anfang an.
Kein ständig Sonnenschein,
nein, Wolken zogen
Blitze schlugen
ein mit Gewalt.
Gelacht, geweint,
gekämpft;
miteinander – gegeneinander.
Geflucht, geschimpft,
nicht verstanden –
wieder versöhnt.

Ich bau auf dich
seit ich denken kann.
Ich kenne dich
und du kennst mich.
Wenn Probleme drücken,
Einsamkeit erschlägt,
die Hoffnung fehlt:
du bist da.
Bei Ausweglosigkeit,
Verzweiflung gar,
gibst du mir Halt;
dafür dank ich dir
von Herzen.
Ich liebe dich!

Eine Institution, in deren Reihen seit Jahrzehnten Kinder missbraucht und ausgebeutet werden, die Völkermordleugner deckt, die Werte vertritt, welche fern jeglichen Zeitbewusstseins sind und Maximen propagiert, welche gesundheitsgefährdend sind (bspw. keine Kondome in einer Zeit von Aids) hat in einer westlich aufgeklärten Welt keine Daseinsberechtigung – es sei denn, diese Institution ist die katholische Kirche.

Die Unrechtmässigkeiten passieren mit schöner Regelmässigkeit, die Leidtragenden sind die Wehrlosen der Gesellschaft, allen voran Kinder, welche den durch das System unterdrückten Trieben der katholischen Gilde Spannungsabbau verschaffen sollen. Die Kirche schaut zu, die Oberen decken die Unteren. Kommt was ans Tageslicht, werden nichtssagende Reden gehalten, alles wird schön geredet, wenn es hart auf hart kommt Zerknirschung geheuchelt – und alles geht weiter wie zuvor.

Überall wird für Gerechtigkeit und Fairness gekämpft, Institutionen müssen ethischen Standards genügen, um überlebensfähig zu sein, gegen Menschenrechte verstossende Institutionen werden angeprangert – bis es sich dabei um eine religiöse Einrichtung in der Grössenordnung der katholischen Kirche handelt. Da wird die Handhabe den Institutionsinternen überlassen, die Welt schaut zu.

Das ist ein noch viel grösserer Skandal. Man schaut zu und schweigt. Wie oft hat die Geschichte gezeigt, dass das ein noch grösseres Verbechen darstellt als das ursprüngliche Verbrechen? Nur durch das schweigende Zuschauen wird die Fortführung von solchen Machenschaften überhaupt ermöglicht.

Darf die Kirche unter dem Deckmantel religöser Freiheit alles machen? Ist sie frei von irgendwelcher folgenreicher Kritik? Müsste man nicht mal dahin gehen, das System als nicht mehr zeitgemäss zu erachten und es zu reformieren? Und vor allem: Wäre es nicht schon lange angezeigt, Überwachung von aussen herbei zu ziehen, wenn man sieht, dass die interne versagt oder gar nicht reüssieren will?

Eine Welt, die die Machenschaften einer katholischen Kirche gutheisst, ist eine korrupte Welt. Sie sollte sich hüten, unter dem Deckmantel von Liberalismus Religionsfreiheit zu propagieren und Ethik scheint in dieser Welt zur leeren Floskel verkommen.

Wo fängt Betrug an? Bei einem Kuss? Bei mehr? Oder schon bei der Absicht eines Kusses? Muss, um zu betrügen, etwas getan werden oder reicht der Gedanke, etwas tun zu wollen? Sind Gedanken frei oder hat auch die Freiheit Grenzen?

Betrug – in meinen Augen – findet da statt, wo ich etwas tue, von dem ich weiss, es verletzt meinen Partner und ich tue es deswegen heimlich. Sobald ich etwas tue, zu dem ich nicht offen stehen kann, weiss ich eigentlich selber, dass das, was ich tue, falsch ist. Denn würde ich es als richtig empfinden, könnte ich dazu stehen, es wären keine Heimlichkeiten nötig.

Nun kann der gewiefte Mensch einwenden, das sei so nicht richtig, denn man könnte ja nur nichts sagen, weil man die Reaktion des andern fürchte oder aber den schützen wolle. Man sage nichts, weil eigentlich alles nichts bedeute, der andere das aber nicht glauben würde. Damit begeht man aber einen zweiten Übergriff. Nicht nur verwehrt man dem andern die Möglichkeit, sich zu allem zu stellen und damit umzugehen, man unterstellt ihm auch noch eine mangelnde Fähigkeit, das zu tun. Man stellt sich über den anderen, indem man für diesen entscheidet, was er erträgt, was nicht, womit er umgehen kann, womit nicht. Man entmündigt ihn und beraubt ihn damit seiner eigenen Urteilsfähigkeit.

Wo Heimlichkeiten Einzug halten, sind Lügen nah. Wo ist die Grenze? Ist etwas, das man nicht sagt, schon eine Lüge? Oder nur ein Verschweigen? Ist es erst dann eine Lüge, wenn man es nicht gesagt hat, weil man weiss, es käme schlecht an? Wird es erst zur Lüge, wenn man statt der ganzen Wahrheit nur die halbe erzählt hat, nur einen Teil vom Ganzen thematisiert hat, Teile ausliess. Oder erst dann, wenn man die Wahrheit abändert? Ist eine Lüge zum Selbstschutz vertretbar? Ist eine Lüge zum Schutz des andern nicht viel schlimmer als alles andere, weil der dabei doppelt herabgesetzt wird? Er wird einerseits der Wahrheit nicht würdig und zweitens als nicht fähig, damit umzugehen angesehen.

Thomas Mann sagte mal: Eine schmerzliche Wahrheit ist besser als jede Lüge. Wie wahr…

Wer ist schuld, wenn in meinem Leben etwas schief läuft? Bin ich es selber, weil ich es hätte besser wissen können? Habe ich es nicht besser gewusst, weil mir die Erfahrung fehlte? Habe ich es nicht besser wissen können, weil mir der Horizont fehlte? Habe ich es gewusst, aber nicht aus meiner Haut können, weil ich in meinen Mustern gefangen war? Schützt Nichtwissen vor Schuld? Muss, um schuldig zu werden, Wissen vorhanden da sein? Was ist es sonst?

Hilft der Schuldbegriff überhaupt? Wobei? Schubladen zu öffnen, Dinge reinzupacken und abzulegen? Und dann? Was ist gelöst?

Oft tragen wir Schuldgefühle in uns, weil wir im Nachhinein finden, wir hätten in der Vergangenheit anders handeln sollen, anders handeln müssen. Wir denken, wir hätten das, was uns unter Umständen widerfahren ist, verdient, weil wir handelten, wie wir es taten. Wir sprechen uns damit das Leid ab, das uns widerfuhr, indem wir uns selber dafür verantwortlich machen und das Leid somit als gerechte Strafe sehen.

Würden wir mit anderen auch so hart ins Gericht gehen? Und wenn ja: wäre das fair? Kann man einen Menschen bestrafen für etwas, das ihm widerfuhr, wenn auch vielleicht aus eigenem Fehlverhalten heraus, das aber niemals willentlich negativ gedacht war? Ist diese perfektionistische und harte Haltung nicht unmenschlich und entbehrt jeglichen Mitgefühls? Kämen wir uns nicht schäbig vor, andere Menschen in ihrem Leid noch einmal zu strafen, indem wir ihnen das Recht auf ihr Leiden absprächen, ihnen sagten, sie hätten das verdient, was ihnen widerfuhr und hätten es nun still zu dulden? Wohl schon. Ein solches Verhalten machte aus der Welt eine noch kältere Welt. Eine Welt geprägt von Verurteilungen, von Abwertungen, von Selbstherrlichkeit. Es wäre eine Welt ohne Empathie, ohne Mitgefühl, ohne Liebe schlussendlich.

Wieso aber sind wir mit uns selber so viel härter als wir das je mit einem anderen Menschen wären? Wieso gestehen wir uns keine Fehler zu, verurteilen uns für jede noch so kleine Fehlhandlung? Mitgefühl fängt bei sich selber an. Indem wir uns selber unsere Schwächen zugestehen, lernen wir, mit uns selber ins Reine zu kommen. Lernen wir, uns anzunehmen, wie wir sind und werden dadurch automatisch auch gegenüber unseren Mitmenschen nachgiebiger. Haben uns vorher noch die Konventionen und Regeln des Zusammenlebens angehalten, Solidarität zu leben, Mitgefühl zu zeigen, kommt es nun von innen heraus. Eine Wechselwirkung von aussen und innen hin zu einer besseren Welt.

Das war das Wort zum Donnerstag – es kam so über mich; ich steh dazu und verurteile es überhaupt nicht 🙂

Du eilst durch dein Leben,
welches du verplanst,
anfüllst mit leeren Inhalten,
um nicht die Leere zu fühlen,
um nicht dich zu fühlen.
Du weist alles von dir,
das dich zu dir brächte,
sagst, dein Leben sei schon voll,
angefüllt mit gefühlloser Leere.
Die Angst scheint zu gross,
denn Gefühle könnten schmerzen,
sie zu fliehen erscheint als Lösung,
doch innerlich wächst das Nichts,
das dich immer mehr einnimmt,
doch auszubrechen traust du dich nicht.

Eifersucht, die Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Ab und an erübrigt sich das Suchen, man findet einfach so oder wird fast drauf gestossen. Es gibt viele Theorien, worauf Eifersucht basiert, genannt werden Liebe und Verlustangst, eigener Minderwertigkeitskomplex und Selbstunsicherheit und/oder das Verhalten des anderen; was bleibt ist immer das schlechte Gefühl bei dem, der darunter leidet. Er ist gefangen in seinen Gedanken, die nur um das eine drehen.

Denken

Gedanken fliessen
ständig
spiralförmig
ohne Unterhalt
von einem
zum andern
wie ein springender Brunnen
sprudelnd
schäumend
in sich versinkend.

Er fühlt sich verletzt, fühlt sich in Gefahr, ist unsicher. Er fragt sich, ob das Gefühl Fundament hat. Ob das Fundament tragend werden könnte und die Eifersucht insofern erledigen, als das eintrifft, was sie gesucht oder ungesucht eifrig gefunden.

Eifersucht nagt, plagt, geht tief. Sie wirft durcheinander, verstört. Sie lähmt, macht schwach, lässt hilflos fühlen. Sie ist Reaktion auf Verhalten und insofern provoziert. Vielleicht nicht bewusst, nicht gewollt provoziert, doch dadurch nicht minder schmerzhaft, da auch unbedachtes Handeln schmerzen, mangelndes Feingefühl verletzen kann.

Und irgendwann übermannt dich die Leidenschaft mit ganzem Eifer, und du packst den Eifer, um nach Auswegen zu suchen aus dem Leiden.

Wie ein Schiff
auf hoher See –
ohne Ziel,
und Horizont.

Uferlos –
so fühl‘ ich mich.
Ohne Hafen,
ohne Anker.

Ein Pirat
auf hoher See –
ohne Zuflucht,
nie daheim.

Wellen schlagen
an den Bug,
bringen mich
ins Schwanken.

Winde rütteln
an den Masten,
lenken ab
und treiben weg.

Nebel schweben
auf dem Meer
verhüllen mir
den Blick.

Land in Sicht,
ersehn‘ ich mir –
Segel und dann
Anker setzen.

Der Himmel hängt
um Stufen tiefer,
bedrückt durch eisig’ Grau.
Die Bäume kahl
und schweigend,
leblos.
Alles steht
und liegt
brach.
Nirgends geht
oder weht
noch Leben.
Bin es ich,
die’s bewirkt
aus mir heraus.
Ist es dies,
was in mir wirkt,
mich drückt?
Wechselwirkung,
Wechselstrom
oder Zufall bloss?

Die Verfasserin sehnt sich nach Sonne…

Zu viele Worte
Sagt’ ich schon,
ohne gehört zu werden.
Zu viele Worte,
die im Sand verliefen,
mir eher Bumerang schienen.

Zu viele Worte,
die tief kamen,
aber Mauern trafen.
Zu viele Worte,
die auf Schweigen stiessen,
fast Abwehr riefen.

Schweigen ist es,
das klüger scheint,
so scheint es nun.
Schweigen ist es,
das angesagt,
ich tu es nun.

Schweigen ist es,
auch wenn so schwer,
zurückzuhalten.
Schweigen ist es,
was ich tu,
um keine Mauern anzutreffen.

Ich sah hin
und sah deutlich,
dass geschehen,
was stets gehofft.

Ich löste mich,
blieb stehen
wagte es
mich hinzugeben.

Ich löste mich
von meinen Ängsten,
riss Mauern nieder,
liess Gefühle rein.

Ich sah hin,
erhörte uns,
wagte es,
ignorierte die Furcht.

Ich blieb stehen,
öffnete mich,
liess es zu,
verletzlich zu werden.

Ich öffnete mich,
für den Traum,
weil ich wusste:
er ist real.

Liebe kennt keine Grenzen,
sie stellt keine Bedingungen.
Liebe macht keine Auflagen,
sie wertet nicht.
Liebe kennt keine Vorurteile,
sie verletzt nicht.
Liebe trägt,
wo niemand sonst es tut;
sie unterstützt,
wo Hilfe nötig.
Liebe steht,
wo alle fallen;
sie hält zu einem,
wenn alle weg sind.
Liebe gibt Kraft,
wo deren Ende erreicht ist;
sie gibt nie auf,
auch wenn alles schon verloren scheint.
Liebe ist,
was sie ist,
ohne Schein und ohne Lüge,
einfach wahr.

Goethe meinte mal, schreiben sei immer autobiographisch und Thomas Mann verwies darauf, als er bemerkte, dass sich in seinem Leben immer das ereignete, was mit seinem momentanen Schreiben zusammen passte, das Leben das Schreiben ergänzte (etwas, das ich auch schon bemerkt habe). Nun könnte man bei Manns Aussage fragen, was zuerst da war: Das Schreiben, das die Lebensumstände prägte oder die Sinne für diese schärfte, oder aber das Leben und die Umstände, die dann das Schreiben anstiessen.

Ich denke, es ist beides. Goethes Aussage so zu verstehen, dass jedes Schriftstück ein Abbild des Lebens des Schreibers böte, wäre zu kurz gegriffen. Allerdings entsteht Schreiben immer aus einem Kontext heraus. Ein Mensch schreibt aufgrund dessen, was er in seinem Leben erfahren hat. Sein Wesen hat sich so ausgebildet, wie es ist, weil er erfahren und erlebt hat, was er tat.

So gesehen formt die Autobiographie eines Menschen immer dessen Schreiben und diese Autobiographie wird im Schriftstück auf eine wie auch immer geartete Weise transportiert – vielleicht nicht in klaren Bildern, sondern in Gefühlen, Stimmungen, Gedanken, Einfällen. Auf eine Art könnte man das Schriftstück fast mit einem Freudschen Traumbild vergleichen, indem oft auch Unbewusstes transportiert und transzendiert wird. Dabei bilden sich im Schreiben nicht mal zwingend momentane Stimmungen ab, sondern Dinge, die tief im Menschen schlummern, die nun an die Oberfläche drängen, tauchen auf, werden zu Worten, werden zu Text.

Selbst wenn wir die Impulse von etwas aufgreifen, das ausserhalb unserer Person liegt, bringen wir uns in die von uns erzählte Geschichte ein, denn wir wählen die Aspekte, die wir erzählen und die nie das Ganze sind, sondern immer nur ein (von uns als relevant gewählter) Bereich des Ganzen.

Als Fazit (für mich selber) könnte man ziehen: Ich schreibe, also bin ich. In meinem Schreiben stecke immer ich drin, durch mein Schreiben drücke ich mich aus, kehre ich mein Inneres nach aussen, aber nie in dem Sinne, als es mein Leben darstellt, sondern eher mein Sein, Wesen, Denken.

Ich bin ich –
entstanden aus dem Nichts,
gewachsen aus Zellen,
konstruiert aus Gedanken.

Ich bin ich –
kreiert aus meinem Denken,
dargestellt durch mein Sprechen,
wahrgenommen durch dein Sehen.

Ich bin ich –
Geprägt durch Erfahrungen,
ausgestattet mit Erinnerungen,
angefüllt mit Gefühlen.

Ich bin ich –
Belastet mit Schmerzen
Verfolgt von Ängsten,
suchend nach Sicherheit.

Ich bin ich –
Hoffend auf Toleranz,
angewiesen auf Gnade
sehnend nach Liebe.