Rezension: Christoffer Carlsson: Der Turm der toten Seelen

Wie einer wird, was einer ist

Ich streiche um dein Haus herum, genau wie früher. Aber es ist nicht mehr dein Haus, du bist nicht hier. Warst lange nicht hier. Ich weiss das, denn ich verfolge dich. Nur ich bin hier. Und eigentlich nicht mal ich. Du kennst mich nicht. Keiner kennt mich mehr.

carlssonturmEine junge Frau wird in der Notschlafstelle, die sich im Haus von Leo Junker befindet, erschossen. Junker, aktuell vom Dienst suspendiert, weil er einen Kollegen erschossen hat, ist schnell am Tatort und gilt schon bald als Verdäc
htiger. Schon bald fühlt er, dass dieser Fall in der Tat etwas mit ihm zu tun hat und er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

Der Turm der toten Seelen ist der erste Band einer Reine rund um Leo Junker. Vielleicht wird darum so viel Zeit darauf verwendet, dessen ganze Geschichte aufzurollen, von der Kindheit in einem sozial schwachen Umfeld über die erste Liebe, erste Freundschaft, hin zu Schlägereien und Jugendkriminalität. Zwar hat diese Geschichte durchaus Bezug zum aktuellen Fall, trotzdem wirkt sie oft zu ausschweifend, hemmt den Erzählfluss und bremst die Spannung.

Es lohnt sich, dranzubleiben (notfalls kann man das eine oder andere überblättern), denn das Buch nimmt mit der Zeit an Tempo zu und wird am Schluss wirklich spannend, so dass man sich auf weitere Fälle des vielschichtigen Ermittlers freut. Das ab und an schleppende Tempo wird aufgewogen durch eine eingängige und leicht lesbare Erzählweise, durch einen durchdachten und stimmigen Plot und komplexe Charaktere.

Fazit:
Stimmige Geschichte, die langsam anfängt, weit ausschweift, dann an Tempo zulegt und spannend wird. Empfehlenswert!

Zum Autor
Christoffer Carlsson, geboren 1986, ist promovierter Kriminologe und hat bereits während des Studiums mehrere Thriller veröffentlicht. Inzwischen zählt er zu den erfolgreichsten Krimiautoren Schwedens. Seine Leo-Junker-Serie erhielt international höchstes Lob und erscheint in 18 Ländern. Jetzt erscheint die Reihe erstmals im Taschenbuch.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Penguin Verlag (22. August 2016)
Übersetzer: Susanne Dahmann
ISBN-Nr.: 978-3328100416
Preis: EUR 10 / CHF 14.90
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Wem muss ich genügen?

Das Leben ist kein Ponyhof. Ich denke, die meisten Menschen können das unterschreiben. Vielleicht gibt es einige, bei denen alles im Rosa-Brillen-Bereich bewegt. Ich gönne es ihnen. ich denke aber nicht, dass es die Mehrheit ist. Die Kriterien, die ausschlaggebend sind, sind schwer zu definieren. Geld kann es nicht sein, denn die meisten der Meistverdienenden sind ständig in den Schlagzeilen, weil sie sich in ihrem Unglück in irgendwelche Abgründe stürzten . Die ohne Geld sind in den Medien, weil sie – um an Geld zu kommen – etwas wagten, das schief ging. So suchen wohl alle ihren Weg. In diesem Leben.

Wenn wir leben, treffen wir immer wieder auf Erwartungen. Wir wollen ihnen genügen. Weil wir denken, es zu müssen. Wir wollen gute Kinder sein, drum gehen wir zu Familienessen – grad an Weihnachten stehen einige an. Wir wollen gute Partner sein, drum lassen wir uns auf Dinge ein, die uns nicht entsprechen. Wir rechtfertigen es mit „jeder muss Kompromisse eingehen“. Wir wollen gute Bürger sein. Drum gehen wir wählen. Wenn nicht schimpfe wir hinterher, wieso die Demokratie zugrunde geht.

Wir wollen so viel sein. Weil wir denken, es sein zu müssen. Doch: Was sind wir wirklich? Können wir die Welt retten? Ein aktuelles Lied will es beschwören – oder eben grad entlarven. Wir singen mit und retten weiter. Wir werden die Welt nicht retten können. Wir können auch den Schein nicht endlos wahren. Ja, wir leben dieses Leben. Und oft lebt das Leben uns. Und wir machen mit. Weil wir müssen. Wir hadern, opponieren. Dann atmen wir durch und laufen stramm. Was wäre die Alternative?

Wir können nicht allen genügen. Es ist – gerade durch die Omnipräsenz des weltweiten Leids – zuviel. Und doch fühlen wir uns in der Pflicht. Man kann ja nicht wegsehen. Man muss ja helfen. Was für ein Ignorant wäre man sonst. Was für ein herzloser Mensch? Nur: Meist haben wir das Leid er Welt nicht mitverursacht. Wir wurden nur in diese Welt geboren. Wir können sie nicht retten.

Ich plädiere nicht zur Gefühlslosigkeit. Das Leben ist ungerecht, es ist hart. Global eh, aber auch sonst. Nur hilft es niemandem, wenn wir uns aufopfern, um den umgefallen Sack Reis in China aufzurichten, wenn wir selber am Boden liegen. Ich denke nach wie vor, dass es wichtig wäre, bei sich zu bleiben. Stehe ich? Dann kann ich Halt sein. Für mein Umfeld. Steht das? Kann es halt sein. Für sein Umfeld. Und so ginge es weiter. Das ist kein Egoismus. Das ist realistische und von Menschenverstand geprägte Überlebenspraxis. Am Schluss hilft nur die. Würde jeder mitmachen, wären alle sicher. Wieso nicht mal anfangen? Bei sich?

Andere Meinung? Weg damit!

Ich lese immer wieder auf Facebook, dass Menschen aufräumen. Damit meinen sie nicht ihre Wohnung oder ihren Arbeitsplatz, nein, sie sprechen von den Freundschaftslisten. Sie räumen also Menschen auf – oder aus, eliminieren sie aus dem Blickfeld. Grad heute las ich noch den Endkommentar nach einer solchen Aktion: Nun ist es wieder sauber. Man hat also eine Säuberungsaktion durchgeführt. Alle die, welche nicht gleich denken, welche eine andere politische Meinung vertreten, wurden eliminiert.

Ich verstehe den Impuls. Man hat eine Überzeugung und steht dafür ein. Gerade wenn die andere Meinung einem grundsätzlich – und nicht nur ein bisschen – falsch vorkommt, kann es schwer sein, sich damit auseinanderzusetzen. Nur: Wo soll das hinführen? Demokratie lebt doch davon, dass verschiedene Meinungen diskutiert werden und man eine Lösung sucht, für welche die Mehrheit einstehen kann. Wenn jeder nur noch in seinem Kreis diskutiert, die anderen von Ferne aburteilt und ausschaltet, verkommen Diskussionen zum gegenseitigen Schulterklopfen und es findet kein Austausch mehr statt.

Die politische Stimmung der letzten Zeit hat in den meisten westlichen Ländern Unruhe heraufgebracht. Die Länder stimmen immer mehr rechtsgerichtet, die linken Kreise fühlen sich an die Vergangenheit erinnert und schlagen Alarm. Reden wollen sie nicht miteinander. Für die rechten Wähler sind die linken Idealisten, Gutmenschen und blauäugige Idioten, die linken schimpfen die rechten als Nazis, fremdenfeindlich und dumm. Alle, welche gewisse Parteien wählen, kippt man aus der Liste. Alle, welche Flüchtlinge willkommen heissen, beschimpft man und gibt ihnen Mitschuld an allem Bösen, was passiert auf der Welt, seien es Morde, Terroranschläge oder anderes Angsteinflössendes.

Es wird über Mauern diskutiert, welche um die Länder gebaut werden sollen, und man merkt nicht, dass man sie schon im Land selber errichtet hat. Ich befürchte, dass wir genau damit mehr anrichten als zum Guten wenden. Früher hatte man den Dorfplatz. Da wurde politisiert. Die Menschen trafen sich und diskutierten. Klar gab es auch damals unterschiedliche Meinungen und nicht jeder war dem anderen genehm – nicht als Mensch und nicht mit seiner Ausrichtung. Und doch schaute man sich in die Augen und diskutierte. Je kleiner der Ort, desto direkter die Auseinandersetzung – und auch die Notwendigkeit, eine Lösung zu finden, wie man gemeinsam weitermachen kann, denn gerade in kleinen Orten ist man voneinander abhängig – war es zumindest früher noch mehr als wohl heute.

Die Städte sind grösser worden, die Politik anonymer. Social Media setzt dem eine Stufe drauf. Dorfplätze werden kaum mehr genutzt, man tippt in die Tasten, schickt ab und löscht, was nicht passt. Menschen und Meinungen. Wir müssten wieder lernen, miteinander zu reden. Wir müssten lernen, miteinander zu streiten und gemeinsam Wege zu finden. Ja, nicht alle passen allen. Aber so lange wir uns nicht die Mühe machen, den anderen mit seiner Meinung zu verstehen, fehlt uns ganz viel in der Diskussion. Wir müssen nachher seine Meinung nicht teilen, aber wir kennen seine Gründe dafür. Und vielleicht ergibt sich aus den Gründen ein Weg. Vielleicht sieht man auch Verbindendes statt nur Trennendes.

Schlussendlich sitzen wir alle im selben Boot. Was passiert auf dieser Welt, betrifft uns alle. Und es kann uns mehr und mehr auch noch viel unmittelbarer treffen. Das macht Angst und mit Ängsten gehen Menschen unterschiedlich um. Wäre es da nicht besser, wir würden uns gemeinsam diesen Ängsten stellen, statt Mauern zu bauen und dann hinter der Mauer sitzend gegen die ausserhalb der eigenen Mauer zu schiessen? Ist das nicht genau das, was wir eigentlich nicht wollen?

Rezension: Nicci French: Böser Samstag

Die Vergangenheit lässt nie los

frenchbosersamstagNach all den Aufregungen der Vergangenheit wollte die Psychologin Frieda Klein eigentlich nichts mehr mit Polizeiarbeit und Ermittlungen zu tun haben. Sie wollte sich ganz auf ihre Praxis und ihr Privatleben konzentrieren. Doch sie schuldet noch jemandem einen Gefallen – und der hat es in sich:

Eines Nachts hatte die damals erst 18jährige Hannah Docherty ihre ganze Familie grausam umgebracht und wurde danach in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Bei ihrem ersten Besuch bei Hannah fällt Frieda Klein aus, in welch schrecklichem Zustand Hannah ist. Nicht nur scheint sie völlig verstört und redet nicht, sie ist auch geschunden und verletzt. Die Meinungen der Ärzte vor Ort (und auch die aller anderen Menschen) sind eindeutig: Die junge Frau sei gestört, gewalttätig und vor allem: Ganz bestimmt die Täterin von damals. Frieda ist sich da nicht sicher und will auf eigene Faust ermitteln, denn die Polizei weigert sich, den Fall neu aufzurollen.

Als wäre das nicht genug, melden sich auch Menschen aus Friedas eigener Vergangenheit wieder – ob nun der ganze Schrecken von früher nochmals losgeht?

Böser Samstag ist der sechste von acht Fällen um die Psychologin Frieda Klein. Auch wenn man die vorhergehenden Fälle nicht kennt, kommt man gut mit und sieht sich einem packenden und spannenden Fall ausgesetzt. Als Leser tappt man mit der Ermittlerin im Dunkeln, versucht genau wie sie, die verschiedenen Fäden zu packen und sich einen Reim drauf zu bilden. Es erstaunt nicht, dass man das Buch kaum mehr weglegen mag und genauso verbissen wie die Ermittlerin selber dran bleibt.

Am Schluss des Buches sitzt man da und hofft nur eines: Dass der siebte Fall bald erscheinen möge!

Fazit:
Authentische und plastische Charaktere, spannender und stimmiger Plot – packender Lesegenuss. Absolut empfehlenswert!

Zum Autor
Nicci French – hinter diesem Namen verbirgt sich das Ehepaar Nicci Gerrard und Sean French. Seit dem Erscheinen ihres Longsellers „Der Sommermörder“ sorgen sie mit ihren Psychothrillern international für Furore und verkauften weltweit über 8 Mio. Exemplare. Die beiden leben in Südengland. „Böser Samstag“ ist der sechste Band der achtteiligen Thrillerserie.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag (31. Oktober 2016)
Übersetzer: Birgit Moosmüller
ISBN-Nr.: 978-3570102282
Preis: EUR 14.99 / CHF 22.90
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Who’s done it?

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Als ich kürzlich heimkam, hing am Anschlagbrett im Eingang unseres Hauses ein Zettel. Ein benutztes Kondom läge auf der Garagenmauer, welche den Garten von Nachbars säumt. Der Besitzer desselben solle doch bitte so gut sein, es zu entfernen. Des Weiteren beschwerte sich Nachbar über die Unverschämtheit, nach dem freudigen Nümmerchen den Freudenergussauffänger einfach aus dem Fenster zu werfen.

Mein durch viele Krimis detektivisch geschultes Hirn lief gleich auf Hochtouren. Zuerst lief ich raus und überzeugte mich selber von der Wahrheit des hier dargestellten Tatbestands. Und wirklich: Das Corpus Delicti lag gut sichtbar da. Ich blickte am Haus entlang nach oben und erstellte eine Liste der infrage kommenden Parteien – viele waren es ja nicht.

Ich stellte mir vor, was passiert sein musste, bevor das gute Teil da gelandet war, spulte allerdings ganz schnell vor zum Moment des Abschusses (also des Kondoms aus dem Fenster), da ich die Bilder im Kopf sonst nie mehr losgeworden wäre. Dann stellte ich mir vor, wie der noch nicht gefundene Sünder pflichtbewusst zur Garagenmauer lief, das gute Teil entfernte und dabei Gefahr lief, nun ertappt zu werden. Das erschien mir nicht wirklich realistisch.

Als ich heute heimkam, hing der Zettel nicht mehr. Wohl ein weiterer ungelöster Fall. Und: Vermutlich werde ich meine Nachbarn künftig mit ganz anderen Augen ansehen und im Kopf die Frage haben: Who’s done it?

Rezension: Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray

Schönheit und Verfall

Wenn ich einen Menschen sehr, sehr gern habe, verrate ich seinen Namen keiner Seele. Das käme mir so vor, als lieferte ich einen Teil von ihm aus.

wildegrayMit dem Bildnis des jungen und wunderschönen Dorian Gray ist dem Maler Basil Hallward ein Meisterwerk gelungen. Trotzdem will er es nicht ausstellen, zögert sogar, seinem Freund Lord Henry den Namen des Porträtierten preiszugeben. Erst zögerlich gesteht er, dem jungen Mann verfallen zu sein.

Jedes Bildnis, das mit Gefühl gemalt ist, ist ein Bildnis des Künstlers, nicht des Modells.

Hallward fürchtet denn auch, dass der jugendliche und naive Schöne durch den Einfluss von Lord Henry verdorben werden könnte, da dieser eine höchst spitze Zunge hat und die landläufig geglaubten Philosophien sowie die gepflegten Umgangsformen hinterfragt und ins ihr Gegenteil verdreht.

Aber die Schönheit, die wirkliche Schönheit hört da auf, wo der geistvolle Ausdruck anfängt. Geist ist an sich eine Art Übermass und zerstört die Harmonie des Gesichts. Im Moment, wo man sich hinsetzt, um zu denken, wird man nur Nase oder nur Stirn oder sonst etwas Greuliches.

Als Dorian Gray sein Bildnis sieht, ist er hin und weg ob seiner Schönheit – um gleich darauf erschüttert zu sein: Nie mehr wird er so schön sein wie auf diesem Bild. Während dieses Bild die Schönheit behält, wird sie an ihm schwinden. Er äussert den folgenreichen Wunsch, dass es doch umgekehrt sein möge: Das Bild solle an seiner Statt altern.

Der Wunsch wird wahr, was umso tragischer ist, als in der einst unschuldigen Seele dunkle Seiten auftreten, welche sich nun in immer stärker verzerrten Gesichtszügen auf dem Bild festsetzen. Das Bildnis wird zum Abbild seiner Seele, seines Tuns.

Das Bildnis des Dorian Gray ist ein Buch der Meisterklasse. Es steigt in die Abgründe der menschlichen Seele hinab, zeigt, was die Regungen und Ansprüche der Menschen mit diesen machen. Oscare Wilde hält der immer oberflächlicher werdenden Gesellschaft den Spiegel vor. Während diese auf Äusserlichkeiten und zur Schau gestellte Anstandsregeln setzt, brodeln innerlich Gier, Wolllust, Machtstreben und vieles mehr.

Zentral ist sicher die Veränderung des Dorian Gray von einem wunderschönen, naiven und guten Jungen hin zu einem unmoralischen, destruktiven und bösen Mann. Wie kam es zu der Veränderung? Hat Lord Henry diese durch seine offensichtliche Manipulation angestossen, indem er Samen setzte, die wuchsen? Oder goss er nur die Anlagen, die schon in Samen vorhanden waren? Konnte Dorian Gray seine inneren Triebe erst da ausleben, als er das Bild hatte, das an seiner Stelle die Konsequenzen trug, indem es sich veränderte, er schön blieb, quasi den Schein wahrte? Oder steht das Bild für das Gewissen, welches so nach aussen geholt wurde und sichtbar wurde?

Ein Lesegenuss von der ersten bis zur letzten Seite!

Fazit:
Ein Meisterwerk der Literatur – psychologisch, tiefgründig, das menschliche Sein und Tun und die Gesellschaft vorführend. Absolut empfehlenswert!

Zum Autor
Oscar Wilde, der mit vollem Namen Oscar Fingal O’ Flahertie Wills Wilde hieß, wurde am 16. Oktober 1854 in Dublin geboren und ist einer der bedeutendsten irischen Schriftsteller. Als schillernde Lichtgestalt des „L’art pour l’art“ wurde er im viktorianischen England u. a. für sein extravagantes Auftreten bewundert. Häufig war der Dandy auch wegen seiner skandalträchtigen Werke im Gespräch, in denen er die Prüderie der damaligen Gesellschaft vorführte. 1890 veröffentlichte Oscar Wilde seinen berühmten Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“. 1895 wurde der Familienvater wegen Unzucht und Homosexualität zu zwei Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Nach Verbüßung dieser Strafe verließ er – verarmt und gebrochen – England und lebte bis zu seinem Tod am 30. November 1900 in Paris.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag (24. Juli 1996)
ISBN-Nr.: 978-3257214116
Preis: EUR 10
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Rezension: Martha Grimes: Ein Mord macht noch keinen Sommer

Das gefährliche Verlagswesen

grimesmordsommerCindy Stella sitzt ihr ehemaliger Agent im Nacken, weil er für ein Roman Provision will, mit dem er eigentlich nichts zu tun hatte. Das will die junge Autorin nicht auf sich sitzen lassen. Zu Hilfe kommen zwei skurrile Auftragskiller, welche das Problem lösen sollen.

Nachdem ich einen Krimi im üblichen Stil von Martha Grimes erwartet hatte, war ich doch eher erstaunt – und enttäuscht. Das Ganze sollte wohl eine Persiflage sein, allein ich bin mit dem Stil nicht warm geworden. Es ging mir zu sehr hin und her, ich vermisste den roten Faden.

Vermutlich liegt die Enttäuschung aber an meinen Erwartungen, denn: Der Roman war als Roman und nicht als Thriller bezeichnet, ich habe mich wohl vom Namen der Autorin in die Irre leiten lassen.

Wenn man das beachtet und man solche Persiflagen mag, welche durch verschrobene Figuren, witzige Dialoge und durchaus einen durchdachten Plot glänzen, wird man sicher auf seine Kosten kommen beim Lesen. Auch schafft es die Autorin, die einzelnen Charaktere in ihrer Eigenart und Sprechweise authentisch wirken zu lassen.

Fazit:
Eine Persiflage, welche durch skurrile und plastische Charaktere glänzt.

Zum Autor
Martha Grimes zählt zu den erfolgreichsten Krimiautorinnen unserer Zeit. Lange Zeit unterrichtete sie kreatives Schreiben an der Johns-Hopkins-University. Durch ihre Serien um Inspektor Richard Jury und die 12-jährige Ermittlerin Emma Graham wurde sie weltbekannt. Die „Mystery Writers of America“ kürten sie 2012 für ihr Lebenswerk zum „Grand Master“, und ihre Inspektor-Jury-Reihe wurde nun auch fürs deutsche Fernsehen entdeckt und erfolgreich verfilmt. Martha Grimes lebt heute abwechselnd in Washington, D.C., und in Santa Fe, New Mexico.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (19. September 2016)
ISBN-Nr.: 978-3442484546
Preis: EUR 14.99 / CHF 22.90
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So ein Frust

Wir kennen sie alle. Die Frustrationen des Alltags. Jemand reagiert, wie man es nie gedacht hätte. Die Dinge laufen ungünstig. Das Kind gehorcht nicht. Der Vater ist krank. Der Boss ein Idiot. An der Kasse drängelt einer vor. Im Bus stinkt der Sitznachbar. Ein Freund versetzt einen. Und man ist da. Und denkt:

Wieso ich? Wieso jetzt? Auch noch?

Und man steigert sich so rein und sieht sich als arme Wurst und das Leben als Schlachtplatte. Und man leidet. Und es gibt ein Wort dafür: Frust.

Doch: Was nun? Und wie kam es dazu? Meist hatten wir Vorstellungen, Erwartungen, Ansprüche. Die wurden nicht erfüllt. Daraus entstand der unliebsame Gast: Frust. Wir sehen uns um unsere Hoffnungen gebracht. Sehen uns in einer Lage, in der wir nicht sein wollten, weil wir uns idealerweise eine andere ausgemalt hatten. In bunten Farben, blumigen Formen, süssen Worten. Und nun war alles anders. Wir möchten schreien:

So geht das nicht, du Leben, du!!

Nur, es scheint zu gehen. Wir erleben es grad.

Nun erwartet man wohl die Lösung. Das, was all die wunderbaren Lebensratgeber bringen, die es auf dem Markt gibt. Ganze Regale füllen sie und werden gekauft. Alle versprechen, das Glück zu bringen. Man verkneift sich die böse Frage, wieso es so viele gibt, wenn einer schon glücklich machen will. Ich muss gestehen:

Ich habe die Lösung nicht!

Ich behaupte: Es gibt sie nicht. Das Leben ist, wie es ist. Es wird nie sein, wie wir es gerne hätten. Es hat seine Tiefen, seine Schwierigkeiten. Es hat Schlaglöcher auf dem Weg und Berge, die wir erklimmen müssen. Und ab und an kommt ein Sonnenstrahl durch das Nebeldicht. Und wir denken:

HA! Geht doch. Weiter so.

Wir denken dann, eine Strategie zu haben, wie wir alles ändern, nur: Das nächste Schlagloch kommt. Soll man nun verzweifeln? Bin ich Pessimist? Ich denke nicht. Ich sehe mich relativ realistisch. Ich glaube nicht an Alles-ist-möglich-Versprechen. Ich glaube auch nicht an DU-kannst-alles-haben-wenn-du-nur-genug-willst. Ich glaube an Das-Leben-ist-verdammt-hart-und-du-musst-damit-klar-kommen.

Kann man das? Klar kommen? Ja, offensichtlich. Tun ja viele. Einige immer glücksstrahlend. Andere kämpfend. Dritte hadernd. Aber klar kommen sie, sie leben. Das ist schon mal was. Und ganz viele tun das besser als ganz viele andere, die noch schlimmer dran sind. Ich möchte nicht allen hier sagen, sie sollen dankbar sein, weil es ganz vielen auf dieser Welt noch viel schlimmer geht – die Welt ist vielerorts im Elend, im Krieg. Es könnte schlimmer sein. Aber auch das Hier und Jetzt ist dann und wann schlimm. Wie damit umgehen?

Ich zeichne und schreibe dagegen an. Je düsterer die Tage, desto fröhlicher die Zeichnungen. Und ab und an sind sie auch düster, aber sie machen Freude, weil sie kreativ sind. Das ist nicht die Welt. Aber es sind meine Oasen im Alltag. Sie helfen, Kraft zu tanken. Für die anderen Zeiten. Das Leben mag hart sein. Aber es gibt Zeiten, wo wir grad nichts tun können. Wo nichts auf uns einprallt, wo nichts von uns verlangt wird. Wieso dann all das Leid, das sonst herrscht, wiederkauen? Wieso nicht dann den Moment nutzen? Und ihn geniessen? Und ihn als Kraftort sehen?

Der Rest kommt früh genug wieder, wieso nicht den Moment nutzen? Um mal zu vergessen? Zu geniessen? Zu sein? Hier? Jetzt? Und dann weitergehen – mit neuer Kraft.

Rezension: Beate Maxian: Mord in Schönbrunn

Märchenhafter Mord

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Frau Königin, Ihr seid die Schönste im Land.“

maxianschonbrunnAls Valentina wie so oft früh morgens durch den Schlosspark Schönbronn joggt, bietet sich ihr ein grausames Bild: Eine auf einem Tisch aufgebahrte Leiche in einem Hochzeitskleid, umgeben von Kerzen. Die Polizei identifiziert diese als die seit fünf Jahren vermisste Daniela Müller. Diese war kurz vor ihrer Hochzeit mit dem reichen Hotelier Felix Beermann verschwunden. Das Pikante an der Geschichte: Valentina war damals die Hochzeitsplanerin des Paares gewesen und sie wollte in zwei Wochen Felix Beermanns Ehefrau werden.

Nicht nur die Polizei tappt im Dunkeln, auch die Journalistin Sarah Pauli will der Sache auf den Grund gehen. Ihr Interesse wird noch dadurch angestachelt, dass sich rund um den Mord mystische und symbolische Zeichen offenbaren – Sarahs Steckenpferd.

Mord in Schönbrunn ist bereits der sechste Kriminalroman aus Wien mit der Journalistin Sarah Pauli. Man muss die ersten fünf aber nicht gelesen haben, um gleich in den Bann der Geschichte gezogen zu werden. Beate Maxian gelingt es, den Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Seite zu spannen. Die Charaktere sind plastisch und authentisch und der Plot stimmig. Der Leser wird von Seite zu Seite getrieben von seiner eigenen Neugier, wer der Täter mit Märchenphantasie war und vor allem: Wer sein nächstes Opfer ist, denn eines ist klar: Es wird noch eines geben.

Fazit:
Krimigenuss auf höchstem Niveau – Achtung: Suchtgefahr! Absolut empfehlenswert!

Zum Autor
Die Österreicherin Beate Maxian wurde in München geboren und verbrachte ihre Jugend u.a. in Bayern und im arabischen Raum. Heute lebt sie mit ihrer Familie abwechselnd in Oberösterreich und Wien und arbeitet neben dem Schreiben als Moderatorin und Journalistin sowie als Dozentin an der Talenteakademie. Ihre in Wien angesiedelten Krimis um die Journalistin Sarah Pauli haben eine treue Leserschaft erobert und sind Bestseller in Österreich. Des Weiteren ist Beate Maxian die Initiatorin und Organisatorin des ersten österreichischen Krimifestivals: Krimi-Literatur-Festival.at

Interview mit Beate Maxian: HIER

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (19. September 2016)
ISBN-Nr.: 978-3442482962
Preis: EUR 8.99 / CHF 13.90
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Kritik zur Serie: The Blacklist

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Quelle: http://www.filmfutter.com

Raymond Reddington ist einer der meistgesuchten Verbrecher, alles tappten im Dunkeln, wo er ist, nie kam man ihm auf die Spur, bis er sich eines Tages selber im FBI-Hauptgebäude stellt. Er bietet dem FBI den Deal an, bei der Ergreifung von hochrangigen Verbrechern zu helfen – einzige Bedingung: Er will nur mit FBI-Agentin Elizabeth Keen sprechen.

The Blacklist - Season 4
Quelle: NBC

In der Folge bleibt kein Stein auf dem anderen. Neben immer wieder neuen spektakulären Fällen spinnt sich langsam ein Netz zwischen Reddington und Keen. Es muss eine Verbidung geben zwischen dem zynischen und grausam erscheinenden Verbrecher und der Agentin, die seit ihrem 4. Lebensjahr Waise ist – sie verlor ihre Eltern bei einem Feuer.

Wer ist Elizabeth Keen wirklich und in welcher Beziehung steht sie zu Reddington? Und sind all die anderen Menschen in ihrem Umfeld die, welche sie vorgeben zu sein, oder lauern Gefahren, von denen sie nie zu träumen wagte?

The Blacklist
Quelle: NBC

Eine Serie mit Suchtcharakter. In rasantem Tempo und mit unglaublicher Spannung erlebt man Fälle, die immer vielschichtig sind und auf eine tiefer internationale Vernetzung hindeuten. Irgendwie hängt alles zusammen und alles führt immer wieder zu Reddington. Dieser wächst einem durch die Serie hindurch mehr und mehr ans Herz, man sieht immer wieder, dass da doch Gefühle hinter der kalten Fassade sind – oder man denkt es zumindest. Ganz sicher, wer nun gut und wer böse, was echt und was nur Spiel ist, ist man nie. Ein weiterer Punkt für die Anziehungskraft dieser Serie.

Fazit
Eine packende Mischung aus Spannung, Tempo, einnehmenden Charakteren und Geheimnissen, denen man auf den Grund gehen will.

Informationen:

Deutscher Titel The Blacklist
Originaltitel The Blacklist
Prouktionsjahr ab 2013
Umfang 4 Staffeln mit über 75 Folgen
Besetzung:
Raymond Reddington James Spader
Elizabeth Keen Megan Boone
Donald Ressler Diego Klattenhoff
Tom Keen Ryan Eggold
Harold Cooper Harry J. Lennix

Trailer

Wer ist „ICH“?

Ich habe in den letzten Tagen viel erlebt. Und mich immer wieder gefragt: Was soll das? Woher kommt es? Was soll es bringen? Ich ertappe mich dabei, dass ich mich hilflos fühle, wenn ich Dinge nicht verstehe. Denn: Ich will verstehen. Ich möchte erkennen, was hinter den Dingen steckt und wenn ich es nicht sehe, ist da ein Loch. Dann bleibt ein „ich verstehe das nicht“ und das kann ich so nicht stehen lassen.

Ist es Besessenheit? Nein. Ich möchte schlicht die Welt um mich herum verstehen. Ich denke nicht, dass man es ganz kann. Nicht bis in den letzten Winkel hinein. Aber ich möchte soweit gehen, wie ich es kann. Und das treibt mich an. Vielleicht ab und an über Gebühr.

Ab und an denke ich, es wäre schön, den Drang, zu verstehen, nicht zu haben. Das Leben wäre wohl einfacher. Man könnte in den Tag hineinleben ohne zu hinterfragen. Ich kann es nicht. Und vermutlich will ich es auch nicht. Ich gehe davon aus, dass alles Gründe hat. Die Welt ist kausal. In einer Weise. Zumindest ist es das Tun. Unser Tun.

Wir stehen in dieser Welt. Dass wir hier sind, hat Gründe. Da waren zwei Menschen, die taten, was sie taten, das legte unseren Grundstein. Ihr weiteres Verhalten prägte uns weiter. Ob sie da waren oder nicht. Ob sie etwas taten oder nichts. In uns waren Anlagen, die bestimmten, wie wir auf all das reagierten. Daraus entstanden wir. Und wir dachten uns. Indem wir interpretierten, was wir wussten und für uns erklärten, was wir in uns spürten. Wir erzählten uns selber unsere Geschichte.

Und so stehen wir heute da und tun, was wir tun. Und wir erklären uns unser Tun anhand unserer Geschichte, die wir uns selber erzählen. Daraus entsteht ein Ich. Und das Ich behauptet sich. Es sieht sich als existent. Und irgendwo ist es das auch.

Ich bin ich, weil war, was war. Oder bin ich ich, weil ich will, dass ich ich bin – egal, was war? Ist das „egal, was war“ nicht auch ein „weil was war“, weil alles, was „trotzdem“ ist, auch „gerade weil“ ist? Geschichte prägt. Positiv wie negativ. Wir gehen konform oder stellen uns dagegen. Beides ist geprägt. Gibt es einen dritten Weg? Wenn das Ich geht, weil das Ich gehen will. Dahin, wo es hingeht. Doch woher kommt das Wollen, wenn nicht aus dem was war?

Schliesst sich der Kreis immer wieder an einem Ort? So dass wir wirklich das Leben in Kreisen leben, die sich immer wieder um die Dinge ziehen. Wir gehen von einem zum anderen, um am Schluss wieder zurückzukommen. Irgendwie. Irgendwo. Bis sich alles schliesst.

Rezension: Tim Parks: Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen

Vom Lesen und Schreiben

Es wird Zeit, alles zu überdenken. Alles. Was es bedeutet, zu schreiben, was es bedeutet, für ein Publikum zu schreiben – und für welches Publikum. Was verspreche ich mir vom Schreiben?

Tim Parks ist wohl wie kein anderer dazu in der Lage, über das Schreiben und Geschriebenes zu reflektieren. Selber Autor von literarischen Werken, Artikeln, Essays und Übersetzungen, schreibt er nicht nur selber viel in verschiedenen Bereichen und für ein unterschiedliches Publikum, er setzt sich auch mit Geschriebenem auseinander, wenn er es übersetzen will oder seine Studenten anleitet, wie Übersetzungen funktionieren.

Was bedeutete es, zu lesen? Möchte ich lesen, was die anderen lesen, damit ich mich mit ihnen unterhalten kann? Welche anderen sind das? Warum will ich mich überhaupt mit ihnen unterhalten?

Alles, was geschrieben wird, trifft – so hofft der Schreibende – auf einen Leser. Doch wieso liest er? Und wie muss Literatur beschaffen sein, dass sie Leser hat? Was macht Literatur zu guter Literatur, vielleicht zu preisgekrönter? Tim Parks nimmt auch den ganzen Literaturbetrieb unter die Lupe, angefangen von den Lektoren über die Verlage bis hin zu den Jurys bekannter Preise im Literaturbereich.

Ein weiteres Thema ist immer wieder die Welt, in der wir leben. Sie prägt sowohl das Schreiben wie auch das Lesen – ein Umstand, der beim Thema Literatur nicht ausser Acht gelassen werden darf. Der Einfluss einer globalisierten Welt auf nationale Literatur, die Ausrichtung der Literatur am eigenen Kulturkreis oder aber deren Öffnung hin zu einer Weltliteratur bestimmen soswohl die Sprache als auch die Inhalte literarischer Werke.

Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen ist ein trotz seiner Fundiertheit gut lesbares Buch über Bücher, welches Einblicke gewährt, die auf einer umfassenden Kenntnis der Branche und der Materie gründen.

Fazit:
Ein sehr informatives und auch inspirierendes Buch über Bücher, über die Literatur und ihre Autoren und Leser. Sehr empfehlenswert!

Zum Autor
Tim Parks, geboren 1954 in Manchester, wuchs in London auf und lebt seit 1981 in Italien. Seine Romane und seine erzählenden Sachbücher wurden von der Kritik hochgelobt und sind in viele Sprachen übersetzt. Er hat das Werk von Italo Calvino, Roberto Calasso, Alberto Moravia und Machiavelli ins Englische übersetzt und unterrichtet Literarisches Übersetzen an der Universität Mailand.

Angaben zum Buch:
parksbucherGebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Verlag Antje Kunstmann GmbH (24. August 2016)
ISBN-Nr.: 978-3956141300
Preis: EUR 20 / CHF 28.90
Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder online u.a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH