Und jeder lebt
in seiner Welt
gerade so
wie’s ihm gefällt.
@Sandra Matteotti
Denkzeiten – Philosophie in Theorie und Praxis
Dr. Sandra von Siebenthal
Und jeder lebt
in seiner Welt
gerade so
wie’s ihm gefällt.
@Sandra Matteotti
Sie: „Das Leben kann eine unglaubliche Bürde sein, vor allem mit dir!“
Er: „Was habe ich denn nun schon wieder falsch gemacht? Ich verstehe dich wirklich nicht, hattest du an Silvester nicht den guten Vorsatz gefasst, etwas netter mit deinem Mann zu sein?“
[Anmerkung der Redaktion: Spätestens da wäre er eigentlich tot….]
Sie: „Ich wäre ja nett, wenn du es mir nicht so schwer machen würdest, aber schau dich mal an, deine Haare sind ganz speckig, vom Bauch ganz zu schweigen. Muss man dir wirklich alles sagen, selbst, dass du die Haare waschen musst?“
Er: „Wollte ich heute Morgen, doch dann kam von dir ein Schrei, schrill und spitz, gefolgt von Rufen nach mir, so dass ich das verschieben musste, um dich vor einer – ich sage es ungern, aber du hast es provoziert – 4 mm grossen Spinne zu retten.“
[Anmerkung der Redaktion: Jetzt wäre er es definitiv…]
Sie: „Und nun hackst du wieder auf mir rum, richtig unfair ist das!“
[Anmerkung der Redaktion: Sein Neujahrsvorsatz war übrigens, mehr Risiken und Abenteuer in sein Leben zu holen…]
____________
Für die abc.etüden, Woche 02.18: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Wortspende für die Textwoche 02.18 kommt vom freundlichen Herrn IZ (Hier sein Blog). Sie lauten: Bürde, speckig, schieben.
Der Ursprungspost: HIER
Ich stiess über Miasraum (LINK) auf diesen Fragebogen, den sie auch über sieben Ecken fand. Spannende Fragen, denen ich mich gerne stellen möchte. Und während ich das hier schreibe, weiss ich noch nicht, wo es enden wird. Ich leg einfach mal los.
Zorn
In der Theorie nicht, da ich absolut nicht aggressiv bin, aber: Ich habe es schon getan. Als mir jemand gegen meinen Willen zu nah kamen. Ich bin nicht stolz drauf.
Menschen, die sich über dich stellen, die sich für etwas Besseres halten und dir die Welt erklären wollen.
Trägheit
Völlerei
Geiz
Stolz
Wollust
Neid
Ich hörte in letzter Zeit von verschiedenen Seiten, ich wirke immer so fröhlich, male Bilder, verbreite positive Gedanken. Ich habe die anderen durchaus auch verbreitet, man wollte sie wohl nicht sehen.
Die Menschen beurteilen alle Dinge nach dem Erfolg.
Jeder sieht, was du scheinst
und nur wenige fühlen,
was du bist.
(Niccolò Machiavelli)
Die Menschen beurteilen alle Dinge nach dem Erfolg.
Jeder sieht, was du scheinst
und nur wenige fühlen,
was du bist.
(Niccolò Machiavelli)
Menschen, die auf alles und jeden einen dummen Spruch bereit haben, muss man nicht mehr einordnen – sie machen es selber.
@Sandra Matteotti
Wer auf zu vielen Hochzeiten tanzt, verpasst am Schluss seine eigene.
@Sandra Matteotti
Nun ist es also so weit: Der letzte Tag des Jahres neigt sich dem Ende zu. Was war es für ein Jahr? Wie fühle ich mich heute? Wo führt mich das neue hin?
Persönlich war es das wohl schlimmste Jahr überhaupt. Und doch: Es gab ganz viel, wofür ich sehr dankbar bin. Ich bin dankbar,
Ja, auch die Dankbarkeit ist nicht nur himmelhochjauchzend, sie trägt Untertöne. Aber die gehören zum Leben. Ich bin dankbar, die schweren Zeiten überstehen zu können. Das ginge nicht ohne die Menschen, die für mich da sind und teilweise über viele Jahre waren. Ich hoffe, ich kann auf irgend eine Weise etwas zurückgeben.
Was nehme ich mir vor? Nichts. Wozu auch? Ich lebe mein Leben und gehe auf meinem Weg weiter. Ich werde weiter malen, freue mich auf all die Impulse, die kommen, all die Projekte, die mir zufliegen. Ich wünsche mir von Herzen, auch weiter so viel Freude verbreiten zu können, wie ich es mit meinen „Schrägen Vögeln“ schaffte (die mir auch immer wieder von Neuem Freude bereiteten beim Machen – sie flogen mir förmlich zu). Ich freue mich auf meinen weiteren Yogaweg und werde ihn diesmal noch viel achtsamer beschreiten als früher – für mich. Ich hoffe sehr, dass gewisse Wege weniger steinig werden als sie es dieses Jahr waren. Und ja, nicht zuletzt hoffe ich natürlich, dass der Mensch, den ich seit bald 45 Jahren an meiner Seite weiss, dies noch weiter sein wird und es für sich selber geniessen kann. Ich war immer sein Sonnenschein, er mein Fixstern am Universum.
Damit beschliesse ich dieses Jahr. Ich möchte mich bei all denen bedanken, die hier mitlesen, ab und an ihre Gedanken da lassen und mir zeigen: Auch das Internet ist keine Einbahnstrasse. Ohne euch gäbe es den Blog hier wohl nicht mehr – und er liegt mir am Herzen.
Ich wünsche allen da draussen einen schönen Rutsch ins neue Jahr und für dieses alles nur erdenklich Gute. Mögen Licht und Liebe eure Wege begleiten.
Es ist leicht, Sieger zu sein, wenn man nur in der eigenen Welt brillieren will, ohne sich auf fremde Welten einzulassen.
@Sandra Matteotti
Hast du schon und
willst du nicht?
Das fragen alle,
wissen nicht,
was ich schon habe
oder will.
Sie meinen nur –
und das meist gut –
dass sie der Weisheit
letzter Schluss.
@Sandra Matteotti
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)
Nähe des Geliebten
(1827)
Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wanderer bebt.
Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.
Ich bin bei dir; du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne:
O wärst du da!
_________
Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedicht, wenn man liebt oder Sehnsucht hat
ich und du
wir leben in
verschiedenen welten,
die sich nie treffen,
wenn nur einer will.
königskinder
trennt der fluss
des eignen seins denn
brücken baut man
nur zu zweit.
©Sandra Matteotti
Christian Morgenstern (1871 – 1914)
Heimfahrt einer einsamen Frau aus einer Gesellschaft
Einsam fährt sie im Wagen nach Haus,
das Fest ist aus.
Der Schwarm zertrieb…
Wer hat sie lieb?
Sie schaudert und friert.
Wie sich so alles hinweg verliert
ins Unabsehbare,
ins Unverstehbare.
Wo bliebt, Freunde, ihr?
Nur die Furcht sitzt neben mir.
Was seid ihr so weit!
Mein Herz schreit – schreit – schreit.
Ein jeder mit seiner Lust,
ein jeder mit seiner Pein,
jedes Herz in seiner Brust
allein, allein, allein.
O wilder Vogel Seele,
den nie einer fängt!
o wilder Vogel Seele,
der nie sein Herz an andre hängt!
___
Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedicht, das man lesen kann, wenn man einsam ist
Christian Morgenstern (1871 – 1914)
Nachts im Wald
(1906)
Bist du nie des nachts durch Wald gegangen,
wo du deinen eignen Fuss nicht sahst?
Doch ein Wissen überwand dein Bangen:
Dich führt der Weg.
Hält dich Leid und Trübsal nie umfangen,
dass du zitterst, welchem Ziel du nahst?
Doch ein Wissen übermannt dein Bangen:
Dich führt dein Weg.
___
Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedicht, das man lesen kann, wenn man von der Angst geplagt ist
Ab und an fühlen wir uns verloren: Wo geht der Weg hin? Oft blockiert man sich auch selber mit seinen Ängsten, traut sich kaum, weiter zu gehen, man könnte fallen, man könnte scheitern, man könnte unter gehen. Doch: Wenn man nie den nächsten Schritt wagt, wird man nie sehen, wohin alle Schritte führen könnten. Deswegen hilft es ab und an, zurückzudenken, sich daran zu erinnern, dass man schon Schritte wagte, dass es gut kam! Und mit der Zuversicht dieser Erinnerung kann man dann den nächsten Schritt wagen.
Ein wort – ein blick
ein stuhl bleibt nur
zurück und spricht
von dem – der ging
©Sandra Matteotti
Es gibt, die, welche da sind, wenn es schwierig wird, und die, welche mit vielen Worten sagen, wie toll du und was du ihnen bist. Sie sind selten deckungsgleich.
@Sandra Matteotti