Manche Menschen tragen die Nase nur so hoch, weil sie sich selber überschätzen.
@Sandra Matteotti
Denkzeiten – Philosophie in Theorie und Praxis
Dr. Sandra von Siebenthal
Manche Menschen tragen die Nase nur so hoch, weil sie sich selber überschätzen.
@Sandra Matteotti
Ich zeichne. Und male. Wer das noch nicht weiss, findet auf Instagram mehr davon:
oder auf meinem Blog
Ab und an kriege ich Kommentare. Das, was ich gezeichnet hätte, sei nicht ganz realitätsgetreu. Das verwundert mich immer, da mein Stil alles andere als realistisch ist. Er ist nicht abstrakt, aber niemals detailgetreu. Kürzlich konnte ich nicht schlafen und plötzlich kam mir die passende Antwort auf solche Kommentare. Sie war einfach da. Wie irgendwo tief angelegt:
Ich zeichne die Dinge, wie ich sie fühle. Für alles andere habe ich eine Kamera.
Sogar beim Fotografieren wählt man immer einen Ausschnitt. Man entscheidet sich für die eigene Sicht der Situation. Beim Zeichnen hat man noch mehr Freiheit. Mir geht es nicht um Realitätstreue. Ja, ich bin sehr konkret in dem, was ich tue, ich möchte etwas darstellen und kann mit vielen Formen der Abstraktion wenig anfangen. Abstraktion heisst oft:
Ich male einfach mal was hin.
Picasso sah das noch anders. Er fragte sich: Was muss ich weglassen, damit man immer noch sieht, was ich will. Dahinter sehe ich viel Können. Einfach mal Farben über die Leinwand zu giessen, sieht nett aus, ab und an, ist für mich aber keine Kunst, nur Dekoration. Das darf jeder sehen, wie er will und ich würde es nie verurteilen. Es ist schlicht ein anderer Weg als meiner.
Also: Wer gerne realitätsgetreue Bilder sieht, soll sich eine Kamera zulegen oder selber lernen, zu zeichnen – was ich nur empfehlen kann, es ist toll. Ich kenne die Gesetze, ich kann auch nach ihnen zeichnen. Aber: Darum geht es am Ende nicht. Mir nicht.
Ab und an üben Menschen einfach gerne Kritik. Um was gesagt zu haben. Sie fühlen sich dann wichtig. Und ganz viele Menschen lassen sich davon einschüchtern. Das ist schade. Denn: Sie sind genauso wichtig.
Je älter das Gesicht, desto grösser die Sonnenbrille.
Hilfsbereitschaft ist nicht, zu sagen, was man gerne für den andern täte, es ist, zu fragen, was er braucht.
@Sandra Matteotti
Ob etwas möglich ist, sieht man erst, wenn man es probiert.
@Sandra Matteotti
Wer denkt, mit einem Sorry seien alle Verletzungen Geschichte und das Leben gehe einfach weiter, der füllt auch Wasser in eine zerbrochene Vase, um Blumen reinzustellen.
@Sandra Matteotti
viele chancen
und keine genutzt
so viel ersehnt
und feige getrotzt
königskinder
sagt’ ich im scherz
und liess uns dann
nur dieses sein
der blick zurück
macht nichts mehr gut
doch wär ich dort
ich nutzte sie
©Sandra Matteotti
Jodel was, so meinte er,
und sie, sie wunderte sich sehr,
wie er drauf käme, das zu wollen,
solch’ Kamellen, solche ollen,
Stilblüten, die sie gestern waren –
gestern heisst: vor vielen Jahren.
Er schaut’ sie an und meinte schlicht:
Du bist doch Schweizer, oder nicht?
Drum wurd’ aus beiden nie ein Paar,
denn sie, sie fand ihn sonderbar.
Banal war er noch obendrein,
fiel er doch auf Klischees herein.
©Sandra Matteotti
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Für die abc.etüden, Woche 46.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Wortspende für Textwoche 46.17 kommt von Petra Schuseil (ihren Blog findet ihr HIER), die Wörter lauten: Stilblüte, banal, jodeln.
Der Ursprungspost:
365tageasatzaday
Wenn man ständig damit hadert, was man nicht kann, verpasst man die Freude darüber, was man kann.
@Sandra Matteotti
Manchmal zieht man sich ins Alleinsein zurück, um sich vor der Einsamkeit des blossen Nebeneinanders zu schützen.
@Sandra Matteotti
Auch wenn man ein Stück Vergangenheit immer mitnimmt, die Zukunft im Blick hat, sollte man nicht vergessen, einen Fuss sicher im Heute zu verankern.
@Sandra Matteotti
müde bin ich
geh zu ruh
schrieb mal einer
ich denk nur
wie schön das wär
– so sollt’ es sein –
ich bin müde
find nie ruh
sie fehlt mir so
ich sehne mich
nach stille und
ich höre nur
den lärm des lebens
©Sandra Matteotti
Wenn alle, die über die je mal über die Stränge schlugen, wegfallen, wird es ziemlich leer.
@Sandra Matteotti
Urban Sketching ist ein Trend, der sich in den letzten Jahren etabliert hat und immer mehr anzieht. Oft steht man aber vor dem Problem, wie eine Situation erfassen, die einen mit vielen Details zu überfordern droht. Auch die Zeit ist ab und an knapp – kriegt man es trotzdem hin, eine Skizze ins Sketchbook zu machen?
Hier setzt Jens Hübner in seinem neusten Buch an. Er zeigt, wie man Situationen erfassen kann und durch das Weglassen „unnötiger“ Details eine Skizze in wenig Zeit aufs Papier bringt. Die vorgestellten Techniken sollen helfen, den Blick für das Wesentliche zu schärfen – etwas, das auch im Leben wichtig ist bei der zunehmenden Masse an Informationen, die auf uns einströmt.
Reduzieren kann man an verschiedenen Punkten:
Die Kunst des Weglassens ist eine sehr gelungene Anleitung, wie man auch bei knapper Zeit etwas Schönes aufs Papier bringen kann. Dabei ist immer auch wichtig, so der Autor, nicht das Meisterwerk anzustreben, sondern eine Skizze, die das Wichtige an einem Augenblick festhält und auch später beim erneuten Betrachten Erinnerungen zurückbringt.
Fazit:
Ein gut durchdachtes, informatives und anschaulich illustriertes Buch, für alle, die gerne zeichnen und sich inspirieren lassen wollen. Sehr empfehlenswert.
Zum Autor
Der in Berlin lebende Künstler und Diplom Designer Jens Hübner ist 1964 in Wittenburg/Mecklenburg geboren. Nach seinem Studium in Deutschland und Nordamerika war er 10 Jahre Mitinhaber einer Designagentur. Seit seiner Kindheit verarbeitet er seine Eindrücke in Form von spontanen Collagen, Reiseskizzen und Aquarellen in seinen visuellen Tagebüchern.
Während einer zweijährigen Weltumrundung per Fahrrad entwickelte er seine Methodik des Zeichnens und Aquarellierens auf Reisen. Diese vermittelt er als Dozent und Reiseleiter in verschiedenen Seminaren. In Deutschland, Indien, Ost Timor, Japan, Neuseeland, Brasilien, Südafrika und Äthiopien präsentierte er seine Arbeitsweise in Produktpräsentationen, Workshops, Ausstellungen oder Vorträgen. (zit. nach der Homepage des Autors: LINK)
Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer; Auflage: 1 (17. August 2017)
ISBN-NR: 978-3863556877
Preis: EUR: 19.99 ; CHF 29.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH
Manchmal muss man Träume, die man so sehr will, aufgeben, weil sie einen daran hindern, was man so sehr braucht.
@Sandra Matteotti