Jean Paul (21. März 1763 – 14. Nov. 1825)

Am 21. März 1763 kommt Johann Paul Friedrich Richter in Wunsiedel zur Welt. Als Kind sowohl von einem protestantischen Umfeld sowie der eigenen Liebe  zur Literatur geprägt, studiert er zuerst Theologie, eher lustlos, um dann seiner wahren Berufung, dem Schreiben nachzugehen. Der finanzielle Erfolg lässt auf sich warten, so dass er sich als Privatlehrer betätigen muss. Daher stammt wohl auch die Erkenntnis:

„Die Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens.“

Doch schon bald soll sie auch zu seinem Brot werden. 1793 beginnen seine schriftstellerischen Ambitionen sich endlich auszuzahlen. Mit Hilfe von Karl Philipp Moritz, welchem er sein Manuskript geschickt hat, findet sein Roman „Die unsichtbare Loge“ einen Verlag. Gleich darauf widmet Jean Paul sich schon dem neuen Roman, „Hesperus oder 45 Hundposttage“, welcher 1795 erscheint und ihn schlagartig berühmt macht.

1796 reist Jean Paul nach Weimar, wohin er nach einigen weiteren literarischen Erfolgen („Siebenkäs“, „Das Leben des Quintus Fixlein“ und andere) zwei Jahre später ganz zieht. Neben dem Schreiben ist er auch in amouröse Geschichten verwickelt, verlobt sich zuerst mit Karoline von Feuchtersleben, von der er sich später wieder entlobt, wo auch mit Charlotte von Kalb eine Liebelei stattfindet, die er jedoch nicht verbindlich werden lässt. Überhaupt findet Jean Paul grosse Beachtung bei der Frauenwelt, welche nicht nur begeistert seine Bücher liest, sondern auch an ihm Gefallen findet, wobei er sich immer als erfolgreicher Eheverweigerer gibt.

„Die Liebe ist das Leben des Weibes, aber immer eine Episode im Leben des Mannes.“

Doch auch das hat einmal ein Ende. Im Jahr 1800 reist Jean Paul nach Berlin, lernt dort Karoline Mayer kennen und heiratet diese schliesslich. Die preussische Königin, eine Verehrerin seines Werkes, bringt ihn dazu, ganz nach Berlin zu ziehen, wo er bald ein freundschaftliches Umfeld findet mit Friedrich Schlegel, Johann Gottlieb Fichte und anderen Zeitgenossen.

An die Erfolge der alten Romane kann er allerdings nicht mehr anschliessen, die späteren, „Titan“ und Flegeljahre“ stossen nicht mehr auf so viel Interesse wie die früheren. Umso mehr verwundert es, dass heute diese am bekanntesten sind. Schon zu seiner Zeit ist die Rezeption auch seiner erfolgreichen Romane nicht einheitlich. Während sie von den einen hochgelobt werden, stossen sie bei anderen, darunter auch Goethe und Schiller auf Ablehnung.

1804 führt die Reise von Jean Paul und seiner Familie nach Beyreuth, wo sie ein eher zurückgezogenes Leben führen im Gegensatz zu Berlin damals. Auch die noch folgenden Romane werden keine Erfolge mehr. 1821 ereilt ihn durch den Tod seines Sohnes Max ein Schicksalsschlag, von dem er sich nicht mehr erholen wird.

„Das Alter ist nicht trübe, weil darin unsere Freuden, sondern weil unsere Hoffnungen aufhören.“

Auch gesundheitlich häufen sich die Probleme. Er stirbt am 14. November 1825 in Bayreuth.

„Die Zeit ist ein Augenblick. Unser Erdendasein wie unser Erdengang ein Fall durch Augenblicke.“

Werke

  • 1793 Die unsichtbare Loge. Eine Biographie, Roman
  • 1795 Hesperus oder 45 Hundposttage. Eine Biographie, Roman
  • 1796 Leben des Quintus Fixlein, aus funfzehn Zettelkästen gezogen, Erzählung
  • 1797 Siebenkäs, Roman
  • 1803 Titan, Roman
  • 1809 Dr. Katzenbergers Badereise, Erzählung

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