Jahresrückblick – erster Teil

Gestern kam es eiskalt über mich: Es ist so weit. Zeit, in mich zu gehen und zurückzublicken. Auf das Jahr, das war. Ich erinnere mich noch gut an letztes Jahr. Ich dachte, dass es schlimmer nicht kommen könne, was schon fast eine positive Sicht war. Zumindest eine Hoffnung.

Es kam anders. Das laufende Jahr war wohl das härteste, das ich je erlebt habe. Und das auf allen Ebenen. Und trotzdem musste es immer irgendwie weiter gehen. Und es ging weiter. Das allein ist schon ein Gewinn. Zu sehen, dass man Dinge bewältigen kann, dass einen nichts unterkriegen kann. Natürlich hätte ich gerne auf den Beweis verzichtet, ich hätte gut ohne leben können. Aber nun denn. Es kam, wie es kam. Und ich (er-)trug es.

Mein Leben ist nicht schlecht. Ganz vieles ist sicher ganz gut. Anderes weniger. Man neigt natürlich dazu, das zu sehen, das plagt. Der Rest ist gut, den sieht man nicht. Muss man ja nicht, denn er funktioniert ja. Es bleibt der Fokus auf dem, das Einsatz fordert. Und das ist meist das, was runterzieht. Nur: Wenn der Blick nur noch auf der Abwärtsspirale ist, wo soll die Kraft herkommen, oben zu bleiben? Das klappt nicht.

Ich bin also dankbar dafür, dass ich immer wieder all das sehen konnte, was gut war. Und da gab es doch einiges. Manchmal ganz kleine Dinge, manchmal wunderbare Gesten von wundervollen Menschen. Ab und an einfach so eine Blume am Wegesrand, dann wieder ein liebes Wort. Sie waren wir Knaufe an einer Kletterwand. Der Abgrund war da, aber ich hielt mich, weil sie mich hielten. Und ich einen nach dem andern fassen konnte.

Und da stehe ich nun. Und blicke zurück. Es war kein schönes Jahr. Kein einfaches Jahr. Es war grausam und einiges steht noch bevor. Und doch. Es gab viel Schönes. Und das hat mich gehalten. Ich hielt mich daran. Und das Schöne geht weiter. Und ich möchte es weiter sehen.

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