Märchenwelten

DSC_0029Was ist eigentlich mit diesen Märchen los. Die spülen einem romantische Phantasien ins Hirn von Prinzessinnen und selbige rettenden Prinzen, Rittern und Helden. Sie versprechen Happy Ends so lange, bis man sie nicht mehr als Phantasie, sondern als Möglichkeit erachtet, sich diese gar wünscht, sich vorstellt – bildlich, plastisch, bunt und wunderbar -, wie es wäre, genau so ein Märchen zu erleben. Man sieht sich im Damensitz auf dem Pferd sitzend, während der rettende Prinz dem edlen Tier die Sporen gibt, hinter einem sitzend, seine starken Arme um einen.

Im realen Leben sind schon die Prinzen rar. Wenn es sie denn gibt, haben sie kein Pferd oder der Gaul klappert oder scheut. Das wäre – vom schmerzhaften Sturz abgesehen – nicht wirklich tragisch, man könnte wieder aufsteigen, Krone richten, weiter reiten. Die modernen Prinzen finden aber zudem, man solle gefälligst selber reiten, man lebe ja schliesslich in der Zeit der emanzipierten Prinzessinnen. He, ich wollte nicht in diese Zeit hineingeboren werden. Ich wollte nicht mal in diese sogenannt realistische Welt hineingeboren werden. Mir hätte es wunderbar gefallen in der Grimmschen Welt. Ich hätte den Frosch geküsst oder den Zwergen die Betten gemacht, hätte auch 100 Jahre geschlafen, wenn er dann nur gekommen wäre. Aber eben – ich sitze hier in dieser realen Welt, Prinzen gibt es nicht und ich bin keine Prinzessin.

Fazit? Shit happens.

5 Comments

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  1. Wow… ist das supi-gut geschrieben/beschrieben! Welch schöner literarischer Spagat zwischen Märchen und dem wahren Leben.
    Um mal bei Pferd und Sattel zu bleiben: Ich denke eigentlich fest im Sattel zu sitzen… aber auf dem falschen Pferd…

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  2. „Damals, als es noch kein Märchenbuch gab, wanderte das Märchen selbst auf der Landstraße von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt, um den Kindern seine wunderbaren Geschichten vorzuspielen.“ ( „Die Silberne Brücke“ von Hertha Vogel-Voll) …
    … Brüderchen und Schwesterchen irrten durch den Wald … bis ihnen der Gestiefelte Kater begegnete … doch ehe der Große Zauberer-Löwe (von Oz) zur (zu ‚händelnden‘) Maus ward, die als fünfter Stadtmusikant von Goldmaries Hahn herunter den RiesenRäubern den Marsch hätte blasen können, hatten seine Rebhühner, Jorinde und Joringel, die sieben Erbsen – auf einen Streich – ‚ins Kröpfchen‘ getan und den einst markierten Heimweg mit Vergessen übersät … Knusper, knusper Knäuschen … wer biss in den Apfel … und hat mein Essen verweht …

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