Wege, Wünsche und Bilanzen

Momentan liest man rundum dieselben Themen: Weihnachten, Weltuntergang, neues Jahr. In ewig neuen Texten das gleiche Thema und so mancher mag sich denken: Nicht schon wieder. Und doch ist es das, was grad beschäftigt, weil es halt präsent ist. Auch bei mir. Der Weltuntergang weniger, wenn, dann nur in Witzform, Weihnachten schon eher, das neue Jahr kommt und damit auch der Rückblick auf das Jahr, das war. Dieser fällt bei mir immer doppelt aus, da gleich nach dem Neujahr auch noch der Geburtstag kommt, welcher 2013 ein spezieller sein wird.

Es ist ein bewegtes Jahr gewesen, ein Jahr voller Herausforderungen, Niederlagen, Siegen, Verlusten. Ein Jahr mit Tränen, solchen aus Freude und aus Leid. Ein Jahr mit vielen Menschen, die in mein Leben traten, wieder gingen, erneut kamen, weg blieben, fehlten, mich freuten, mich auch mal enttäuschten. Ich habe viel gelernt von diesen Menschen, Dinge, die ich lieber nicht gelernt hätte, solche, die wichtig waren, welche, die tief gingen. An gewissen Dingen bin ich noch dran.

Es war ein Jahr mit verschiedenen Rollen. Von Märchenprinzessin bis hin zum gefallenen Engel war alles dabei. Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Vertrauen wurde gebrochen, neues gebaut. Wunden heilten, andere brachen auf. Aus einigen wurden Narben, andere pflege ich noch und hoffe, sie gesunden. Einige werden wohl auch bleiben.

Es war ein Jahr der Suche. Nach mir, nach meinem Platz, nach meinem Weg. Ich stand an vielen Gabelungen, bog oft ab, kehrte zurück, ging wieder vor. Ich überwand Hindernisse, stolperte, kämpfte, kraxelte, kletterte, sprang und lag am Boden. Um wieder aufzustehen und weiter zu gehen. Neue Wege zu suchen und einen zu finden, der passt. Er wird nicht einfach werden, aber er ist der Weg, den ich gehen will. Weil ich ihn immer gehen wollte. Von Anfang an, von ganz klein. Und was im Dickkopf mal drin ist, das sitzt tief und treibt an. Noch stehe ich am Anfang und sehe den hohen Berg vor mir. Es ist nicht der erste Berg und ich habe sie immer bezwungen. Ich hoffe, auch den zu meistern.

Es war ein Jahr mit vielen Wünschen, vielen Träumen. Sie erschienen anfangs so rosig, alles perfekt. Dann kamen Risse, Luftschlösser brachen ein. Zurück blieb eine Realität, die nicht immer einfach, aber trotzdem gut war. Ab und an schaut man zurück und denkt mit Wehmut, was so rosig schien. Doch ist, was ist und vermutlich ist es gut so. Der Boden der Realität ist immer der sicherste. Seifenblasen platzen wohl und Märchen wurden geschrieben, nie gelebt.

Es war ein Jahr im Wechselbad der Gefühle. Ein Jahr, das mich ab und an verdammt einsam fühlen liess, um dann wieder gerührt zu sein ob unglaublich viel Freundschaft, Zuneigung und Hilfe in der Not. Es war ein Jahr, das mir zeigte, dass es Menschen gibt in diesem meinem Leben, die zu mir stehen und einfach da sind. Menschen, die an mich glauben und mich unterstützen, in allen Bereichen und allen Belangen. Es war ein Jahr, das mich viel Dankbarkeit spüren liess und damit auch Glück. Oft entwuchs es Leid, doch das ist wohl die Bipolarität des Lebens: In allem Leid steckt auch ein Glück. Man muss es nur sehen.

Und so geht das Leben seinen Weg und das Jahr zu Ende. Das neue Jahr steht vor der Tür und wie so oft steckt man Hoffnungen, Wünsche, Vorsätze in dieses Jahr. Im Wissen, dass man es sowieso nicht ändern können wird. Was ist, das ist, was kommen muss, das muss. Und doch wird es ein Jahr sein, das meinem Weg gewidmet ist. Im Wissen, dass es kein leichter sein wird. Im Wissen, dass wohl viel Kraft, viele Tränen, viele Zweifel diesen Weg begleiten. Und doch fühlt er sich gut und richtig an.

Es wird ein Jahr sein, in welchem sicher auch Vieles fehlen wird, das ich mir so wünschen würde. Ein Jahr mit Entbehrungen in einigen Bereichen, aber auch Überfluss und Fülle in anderen. Das Luftschloss, das ich gerne bauen würde, steht in den Wolken, ich schaue ab und an sehnsüchtig hoch, um mich dann wieder auf den Platz am Boden zu besinnen. Und es ist ein guter Platz. Ein fruchtbarer noch dazu. Ich bin gespannt, welche Blumen wachsen werden rund um mich. Und ich freue mich über jede Blüte. Und gehe dabei meinen Weg.

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2 Comments

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    • Ich danke dir für diese lieben Worte. Ab und an fühlt sich das innerlich anders an, nicht schön und intelligent. Dann drängen sich all die Zweifel, Hindernisse, vielleicht auch Mutlosigkeiten ans Licht. Trotzdem versuche ich, immer wieder weiter zu gehen und mich nicht auf dem Weg des geringsten Widerstands auszuruhen.

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