Nun ist es also so weit: Der letzte Tag des Jahres neigt sich dem Ende zu. Was war es für ein Jahr? Wie fühle ich mich heute? Wo führt mich das neue hin?

Persönlich war es das wohl schlimmste Jahr überhaupt. Und doch: Es gab ganz viel, wofür ich sehr dankbar bin. Ich bin dankbar,

  • hatte ich die Möglichkeit, so tief in die Kunst einzutauchen und mich auszuprobieren
  • traf ich auf Menschen, die diesen Weg unterstützten und an mich glaubten
  • fand ich den Weg zurück auf die Yogamatte für mich (und kriegte die Zusage, eine Lehrerweiterbildung nächstes Jahr fortsetzen zu dürfen, nachdem ich sie unterbrechen musste)
  • habe ich dieses Zuhause, das für mich Burg, Hafen, Rückzug, Sicherheit ist
  • traf ich auf unglaublich tolle Menschen, die mir – jeder auf seine Weise – viel gaben und mich viel lehrten
  • darf ich für die Zukunft hoffen und mir Wege ausmalen, die möglich werden können
  • habe ich ein Naturell, das immer wieder aufsteht, egal wie tief es fällt
  • habe ich einen Körper, der alles trägt und
  • eine Psyche, die standhält

Ja, auch die Dankbarkeit ist nicht nur himmelhochjauchzend, sie trägt Untertöne. Aber die gehören zum Leben. Ich bin dankbar, die schweren Zeiten überstehen zu können. Das ginge nicht ohne die Menschen, die für mich da sind und teilweise über viele Jahre waren. Ich hoffe, ich kann auf irgend eine Weise etwas zurückgeben.

Was nehme ich mir vor? Nichts. Wozu auch? Ich lebe mein Leben und gehe auf meinem Weg weiter. Ich werde weiter malen, freue mich auf all die Impulse, die kommen, all die Projekte, die mir zufliegen. Ich wünsche mir von Herzen, auch weiter so viel Freude verbreiten zu können, wie ich es mit meinen „Schrägen Vögeln“ schaffte (die mir auch immer wieder von Neuem Freude bereiteten beim Machen – sie flogen mir förmlich zu). Ich freue mich auf meinen weiteren Yogaweg und werde ihn diesmal noch viel achtsamer beschreiten als früher – für mich. Ich hoffe sehr, dass gewisse Wege weniger steinig werden als sie es dieses Jahr waren. Und ja, nicht zuletzt hoffe ich natürlich, dass der Mensch, den ich seit bald 45 Jahren an meiner Seite weiss, dies noch weiter sein wird und es für sich selber geniessen kann. Ich war immer sein Sonnenschein, er mein Fixstern am Universum.

Damit beschliesse ich dieses Jahr. Ich möchte mich bei all denen bedanken, die hier mitlesen, ab und an ihre Gedanken da lassen und mir zeigen: Auch das Internet ist keine Einbahnstrasse. Ohne euch gäbe es den Blog hier wohl nicht mehr – und er liegt mir am Herzen.

Ich wünsche allen da draussen einen schönen Rutsch ins neue Jahr und für dieses alles nur erdenklich Gute. Mögen Licht und Liebe eure Wege begleiten.

Es war einmal ein Berliner, dem fiel just am Silvester ein Bleiklumpen auf den grossen Zeh. Der Schmerz war so gross, dass er jaulend auf einem Bein um den Christbaumständer hüpfte, dabei in der einen Hand den schmerzenden Fuss hielt, in der anderen den Karpfen, den er seiner Liebsten vorher mit einem Kuss entlockt hatte. Diese tat besorgt, doch er wusste es genau: Das war pure Heuchelei, denn insgeheim hegte sie die Hoffnung, bis spätestens zum Neujahrsläuten ihn in die Notaufnahme gebracht und so den Karpfen wieder zurückerobert zu haben.

Unweigerlich schoss es ihm durch den Kopf: So waren sie also, diese Rauhnächte, an denen jeder hehre Vorsätze fasste und dabei zur Unterstützung Wunderkerzen schwang. Alle wollten sie bessere Menschen werden, aber erst im neuen Jahr, im alten gönnten sie einem nicht mal einen Karpfen. Vermutlich hatte ihm die – nun plötzlich nicht mehr so – Liebste den Bleiklumpen gar extra auf den Zeh geworfen, aber da hatte sie die Rechnung ohne ihn gemacht, denn dieser Karpfen war seiner und er gäbe ihn nicht mehr her.

Die Uhr schlug Mitternacht, er wollte mal nicht so sein, ging auf die Liebste zu und umarmte sie, wenn auch zögerlich, ohne zu merken, dass sich hinterrücks die Katze derselben angeschlichen hatte, schwupps, den Karpfen eroberte und damit von Dannen zog. Sie hatte sich keine guten Vorsätze gefasst…*

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Für die abc.etüden, Woche 51.17: Was für die Adventsetüden galt, gilt auch für die Sonderedition Weihnachts-/Neujahrsetüden, Textwochen 52.17/01.18.
Die Grundregel bleibt: 3 Wörter, maximal 10 Sätze, und darf wie schon in den letzten Wochen gern zu einem „mindestens 3 Wörter“ erweitert werden.
Erneut gilt: Die 3+ Wörter können aus der nachfolgenden Liste (12 Wörter) selbst ausgewählt werden:

Berliner, Bleiklumpen, Christbaumständer, Karpfen, Kuss, Heuchelei, Hoffnung, Neujahrsläuten, Notaufnahme, Rauhnächte, Vorsätze, Wunderkerze

 

*alle 12 drin und erst noch in der richtigen Reihenfolge J Und ich habe extra mehrfach nachgezählt: Exakt 10 Sätze. Wenn das mal kein fulminanter Jahresschluss ist. An dieser herzlichen Dank für diese Etüden, die doch immer wieder Spass machen!

Der Ursprungspost: HIER

 

Momentan liest man rundum dieselben Themen: Weihnachten, Weltuntergang, neues Jahr. In ewig neuen Texten das gleiche Thema und so mancher mag sich denken: Nicht schon wieder. Und doch ist es das, was grad beschäftigt, weil es halt präsent ist. Auch bei mir. Der Weltuntergang weniger, wenn, dann nur in Witzform, Weihnachten schon eher, das neue Jahr kommt und damit auch der Rückblick auf das Jahr, das war. Dieser fällt bei mir immer doppelt aus, da gleich nach dem Neujahr auch noch der Geburtstag kommt, welcher 2013 ein spezieller sein wird.

Es ist ein bewegtes Jahr gewesen, ein Jahr voller Herausforderungen, Niederlagen, Siegen, Verlusten. Ein Jahr mit Tränen, solchen aus Freude und aus Leid. Ein Jahr mit vielen Menschen, die in mein Leben traten, wieder gingen, erneut kamen, weg blieben, fehlten, mich freuten, mich auch mal enttäuschten. Ich habe viel gelernt von diesen Menschen, Dinge, die ich lieber nicht gelernt hätte, solche, die wichtig waren, welche, die tief gingen. An gewissen Dingen bin ich noch dran.

Es war ein Jahr mit verschiedenen Rollen. Von Märchenprinzessin bis hin zum gefallenen Engel war alles dabei. Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Vertrauen wurde gebrochen, neues gebaut. Wunden heilten, andere brachen auf. Aus einigen wurden Narben, andere pflege ich noch und hoffe, sie gesunden. Einige werden wohl auch bleiben.

Es war ein Jahr der Suche. Nach mir, nach meinem Platz, nach meinem Weg. Ich stand an vielen Gabelungen, bog oft ab, kehrte zurück, ging wieder vor. Ich überwand Hindernisse, stolperte, kämpfte, kraxelte, kletterte, sprang und lag am Boden. Um wieder aufzustehen und weiter zu gehen. Neue Wege zu suchen und einen zu finden, der passt. Er wird nicht einfach werden, aber er ist der Weg, den ich gehen will. Weil ich ihn immer gehen wollte. Von Anfang an, von ganz klein. Und was im Dickkopf mal drin ist, das sitzt tief und treibt an. Noch stehe ich am Anfang und sehe den hohen Berg vor mir. Es ist nicht der erste Berg und ich habe sie immer bezwungen. Ich hoffe, auch den zu meistern.

Es war ein Jahr mit vielen Wünschen, vielen Träumen. Sie erschienen anfangs so rosig, alles perfekt. Dann kamen Risse, Luftschlösser brachen ein. Zurück blieb eine Realität, die nicht immer einfach, aber trotzdem gut war. Ab und an schaut man zurück und denkt mit Wehmut, was so rosig schien. Doch ist, was ist und vermutlich ist es gut so. Der Boden der Realität ist immer der sicherste. Seifenblasen platzen wohl und Märchen wurden geschrieben, nie gelebt.

Es war ein Jahr im Wechselbad der Gefühle. Ein Jahr, das mich ab und an verdammt einsam fühlen liess, um dann wieder gerührt zu sein ob unglaublich viel Freundschaft, Zuneigung und Hilfe in der Not. Es war ein Jahr, das mir zeigte, dass es Menschen gibt in diesem meinem Leben, die zu mir stehen und einfach da sind. Menschen, die an mich glauben und mich unterstützen, in allen Bereichen und allen Belangen. Es war ein Jahr, das mich viel Dankbarkeit spüren liess und damit auch Glück. Oft entwuchs es Leid, doch das ist wohl die Bipolarität des Lebens: In allem Leid steckt auch ein Glück. Man muss es nur sehen.

Und so geht das Leben seinen Weg und das Jahr zu Ende. Das neue Jahr steht vor der Tür und wie so oft steckt man Hoffnungen, Wünsche, Vorsätze in dieses Jahr. Im Wissen, dass man es sowieso nicht ändern können wird. Was ist, das ist, was kommen muss, das muss. Und doch wird es ein Jahr sein, das meinem Weg gewidmet ist. Im Wissen, dass es kein leichter sein wird. Im Wissen, dass wohl viel Kraft, viele Tränen, viele Zweifel diesen Weg begleiten. Und doch fühlt er sich gut und richtig an.

Es wird ein Jahr sein, in welchem sicher auch Vieles fehlen wird, das ich mir so wünschen würde. Ein Jahr mit Entbehrungen in einigen Bereichen, aber auch Überfluss und Fülle in anderen. Das Luftschloss, das ich gerne bauen würde, steht in den Wolken, ich schaue ab und an sehnsüchtig hoch, um mich dann wieder auf den Platz am Boden zu besinnen. Und es ist ein guter Platz. Ein fruchtbarer noch dazu. Ich bin gespannt, welche Blumen wachsen werden rund um mich. Und ich freue mich über jede Blüte. Und gehe dabei meinen Weg.

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